Pulpit

Eröffnungsansprache: Gottes schützende Fürsorge und Mäßigkeit

Joseph F. Smith

1908 April General Conference·First Day Morning Session·1908-04-04

Gottes schützende Fürsorge, Barmherzigkeit und Segnungen offenbart. — Bemühungen der Gegner zum Guten gewendet. — Das Geschäft der Heiligen ist die Errettung der Lebenden und die Erlösung der Toten. — Praktische Bemühungen in der Sache der Mäßigkeit. — Wichtige Bildungsbewegung unter dem Priestertum. — Knaben sollten in ihren Berufungen tatkräftig beschäftigt werden. — Streit ein Merkmal der Abtrünnigen. — Interessante Statistiken. — Zeugnis von der Göttlichkeit der Sendung des Propheten Joseph Smith.

Ich betrachte es als eine angenehme Pflicht, den Versuch zu unternehmen, bei der Eröffnung dieser unserer 78. Jährlichen Konferenz einige Worte zu sagen. Ich bin erfreut über die große Zahl von Brüdern und Schwestern, die heute Morgen anwesend sind. Ich freue mich, in eure Angesichter zu schauen, euch zu sehen, und durch eure Anwesenheit heute Morgen jenes Interesse zu erkennen, das ihr an der Sache Zions und an dem Werk des Herrn fühlt, in dem wir uns befinden. Es ist auch ein Beweis für das Interesse, das ihr an den Angelegenheiten fühlt, die der Konferenz zur Zustimmung vorgelegt werden mögen; wir wünschen und hoffen, dass wir imstande sein werden, euch nur solche Angelegenheiten zur Handlung und Annahme vorzulegen, die euch angenehm und dem Herrn wohlgefällig sein werden.

Ich glaube, dass wir allen Grund haben, unserem Himmlischen Vater, dem Geber jeder guten und vollkommenen Gabe, dankbar zu sein für Seine barmherzige Vorsehung und wunderbare Güte, die Seinem Volk während des vergangenen Jahres seit der letzten allgemeinen Jahresversammlung der Kirche in Konferenz an diesem Ort zuteil geworden sind. Die Hand des Herrn ist über Seinem Volk, und Sein Auge ist auf Sein Werk gerichtet — nie war dies mehr sichtbar als zur gegenwärtigen Zeit. Es ist wahr, dass wir Ihm unsere Befreiung von unseren Feinden verdanken, von jenen, die uns Schaden zufügen wollten und die immer noch danach trachten, uns Schaden zuzufügen. Wir erkennen die Hand dessen an, der über alle Dinge waltet, denn wir beanspruchen nicht, aus uns selbst die Weisheit, die Erkenntnis oder die Macht zu besitzen, um das zu vollbringen, was vollbracht worden ist, oder um jene Befreiung zu bewirken, die für das Volk Gottes seit dem Anbeginn dieses Werkes erwirkt worden ist. Wir erkennen, dass es durch die Gunst, die Barmherzigkeit und die schützende Fürsorge des allmächtigen Gottes geschehen ist, dass Sein Volk und das Werk der Erlösung, das in den letzten Tagen durch den Propheten Joseph Smith gegründet wurde, bewahrt und zu ihrem gegenwärtigen Stand, ihrer Macht und ihrem Einfluss auf Erden gebracht worden sind. Wir danken Gott für Seine Barmherzigkeiten und Segnungen; und ich weiß nicht, ob wir nicht in gewissem Maße auch jenen Dank schulden, die das Werk des Herrn bitter bekämpft haben; denn in all ihrem Widerstand und ihrem erbitterten Streit gegen unser Volk hat der Herr Seine Macht und Weisheit entfaltet und Sein Volk voller in die Erkenntnis und die Gunst der verständigen Menschen der Erde gebracht. Gerade durch die Mittel, die von jenen angewandt wurden, die das Werk Gottes bekämpft haben, hat Er Gutes für Zion hervorgebracht. Dennoch steht geschrieben, und ich glaube, dass es wahr ist, dass, obwohl es sein muss, dass Ärgernisse kommen, wehe denen, durch die sie kommen; aber sie sind in den Händen des Herrn, so wie wir es sind. Wir erheben keine schmähende Anklage gegen sie. Wir sind bereit, sie in den Händen des Allmächtigen zu belassen, damit er mit ihnen verfahre, wie es Ihm gut dünkt. Unsere Aufgabe ist es, Gerechtigkeit auf Erden zu üben, nach der Entfaltung einer Erkenntnis des Willens Gottes und der Wege Gottes zu suchen, und Seiner großen und herrlichen Wahrheiten, die Er durch das Werkzeug Josephs, des Propheten, offenbart hat, nicht nur zur Errettung der Lebenden, sondern auch zur Erlösung und Errettung der Toten.

Ich freue mich heute ebenso sehr — und mehr, wenn ich fähig bin, mich mehr zu freuen — über das Werk des Herrn, als ich es je zuvor getan habe. Ich fühle mich heute so zuversichtlich und so gewiss in Bezug auf die fortwährende Vorsehung des Herrn, auf Seine fortwährende Barmherzigkeit gegenüber Seinem Volk, und in Bezug auf die herrliche Tatsache, dass es Sein Werk ist, dass Er es leitet und dies auch weiterhin tun wird, wie ich es je in meinem Leben empfunden habe. In der Tat gibt es in meinem Sinn nicht den Schatten eines Zweifels in Bezug auf diese Dinge. Ich fühle mich der Wahrheit des Werkes Gottes gewiss, der Sendung des Propheten Joseph, der Wahrheit und Göttlichkeit der kostbaren heiligen Handlungen des Evangeliums, die dem Menschen in den letzten Tagen wiederhergestellt worden sind, und ich glaube, dass dieses Evangelium die Macht Gottes zur Errettung ist. Ich bin dessen gewiss. Ich bin von der Wahrheit dieser Dinge in jeder Faser meines Wesens überzeugt.

Ich fühle, dass es für uns ein großes Vorrecht ist, von Zeit zu Zeit in der Weise zusammenkommen zu dürfen, wie wir es heute Morgen getan haben. Hier, während unserer Konferenz, werden die Ältesten der Kirche Gelegenheit haben, ihr Zeugnis von der Wahrheit abzulegen, zu ermahnen und zu warnen, dem Volk zu raten und Rat und Unterweisung zu geben, wie der Geist des Herrn sie bewegen und ihnen Rede verleihen mag. Hier haben wir Gelegenheit, uns zu vermischen, Bekanntschaften zu erneuern und an dem Geist des Werkes des Herrn teilzuhaben, der Versammlungen dieser Art durchdringt. Ich freue mich, euch hier zu sehen, und heiße euch heute willkommen. Ich bete, dass Gottes Segnungen jeder heute Morgen anwesenden Seele zuteilwerden mögen, dass Leben, Gesundheit und Friede unser Anteil sein mögen. Ich bete, dass die schützende Fürsorge des Herrn über euch sei, einzeln und gemeinsam, und über alles, was ihr besitzt, alles, was der Herr euch gegeben hat. Ich vertraue darauf, dass wir eine Zeit der Freude haben mögen, und dass wir am Ende unserer Konferenz zu unseren Heimstätten zurückkehren mögen, mit erneuerter Kraft und Entschlossenheit in unseren Seelen, fortzufahren in der Treue zu den Bündnissen, die wir mit dem Vater der Lichter geschlossen haben, bei dem kein Wechsel und kein Schatten des Wankelmuts ist. Lasst uns danach streben, die Bündnisse, die wir mit Ihm in den Wassern der Taufe und in den heiligen Handlungen des Evangeliums geschlossen haben, heilig zu halten, worin wir verheißen haben, in der Tat Seine Kinder zu sein.

Es mag angebracht sein zu sagen, dass seit unserer letzten halbjährlichen Konferenz eine ziemliche Anzahl unserer geliebten Brüder und Schwestern aus diesem Wirkungskreis abberufen worden ist. Einige von ihnen waren im Dienst hervorragend, und alle sind geliebt und für ihre Rechtschaffenheit gegenüber der Sache Zions geehrt worden. Sie sind gegangen, um ihrem Vater zu begegnen und jene Rechenschaft über ihren Dienst in der Welt abzulegen, wie sie vom Propheten Alma beschrieben wird, wodurch ihnen jenes Urteil zuteilwerden wird, das sie dem Paradies Gottes zuweist, wo sie ihre Auferstehung von den Toten erwarten werden. „Der HErr hat's gegeben, der HErr hat's genommen", und wir fühlen in unseren Herzen, wie jener von alters her auszurufen: „Der Name des HErrn sei gepriesen."

Ich möchte meinen anwesenden Brüdern und Schwestern sagen, dass ich in aller Offenheit und Wahrhaftigkeit glaube, dass die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, wie sie jetzt inmitten dieser ewigen Berge organisiert ist, nie in einem besseren Zustand war, geistig wie zeitlich, als heute. Das Volk war nie einiger, als es jetzt ist. Es hat die Gesetze Gottes nie treuer, wahrhaftiger und ehrlicher gehalten, als es dies heute tut, nicht nur in allgemeinen Grundsätzen oder auf allgemeine Weise, sondern insbesondere wird es sorgfältiger in der Beachtung der Worte, die der Herr zu seinem Wohl gesprochen hat. Ich glaube, dass wir dem Punkt näherkommen, an dem wir imstande sein werden, jenes große und herrliche Gesetz der Mäßigkeit zu beachten, das der Herr, der Allmächtige, uns gegeben hat, worin Er gesagt hat, dass starkes Getränk nicht gut sei, dass Tabak nicht für den gewohnheitsmäßigen Gebrauch des Menschen bestimmt sei, nicht für den Magen, sondern für krankes Vieh. Wir gelangen zu dem Schluss, dass der Herr am besten wusste, was Er tat, als Er der Kirche durch den Propheten Joseph Smith jenes „Wort der Weisheit" übergab, das im Buch der Offenbarungen des Herrn enthalten ist. Obwohl wir einige wenige sehen, die sich als Heilige der Letzten Tage bekennen und dennoch Sklaven der entwürdigenden Gier nach Tabak sind, und vielleicht manche mit einer Gier nach starkem Getränk, so kommt doch die große Mehrheit des Volkes der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage immer näher zu einer rechten Beachtung des Gesetzes, das der Herr uns zu unserer Gesundheit gegeben hat, zur Bewahrung unseres Lebens; damit wir mit Seinem Geist und Seinem Willen in Einklang seien, damit wir rein und unbefleckt seien, damit wir Ihm näher gleichen mögen, der ohne Sünde war, der in der Tat rein und heilig war, wie Gott rein und heilig ist. Wenn ich einen Mann sehe, der sich als Heiliger der Letzten Tage bekennt, oder auch nur als Mitglied der Kirche, ohne sich in besonderer Weise als Heiliger der Letzten Tage zu bekennen, der seinen Atem mit berauschendem Getränk, mit dem Dunst des Tabaks besudelt oder unnötig Reizmitteln nachgibt, betrübt das meinen Geist, meine Seele geht in Mitleid und in traurigem Bedauern zu ihm hinaus, und ich frage mich, warum wir, jeder für sich, unsere eigene Torheit, unsere eigene Erniedrigung nicht erkennen können, wenn wir diesen schädlichen Gewohnheiten nachgeben, die weder nützlich noch zierend, noch im geringsten Maße wohltuend sind, sondern in der Tat schädlich. Warum können wir uns nicht zu jenem Grad der Einsicht erheben, der uns befähigte, dem Versucher zu sagen: „Weiche von mir", und dem Treiben des Bösen den Rücken zu kehren. Wie demütigend muss es für einen nachdenklichen Menschen sein, zu fühlen, dass er ein Sklave seiner Begierden ist, oder einer übermäßigen und schädlichen Gewohnheit, Begierde oder Leidenschaft. Wir glauben an strenge Mäßigkeit. Wir glauben an die Enthaltung von allen schädlichen Gewohnheiten und vom Gebrauch aller schädlichen Dinge. Gift mag, nach dem Urteil des Arztes, unter gewissen Lebensumständen als augenblickliche Linderung nützlich sein; aber Gift sollte unter allen Umständen nur als zeitweiliges Mittel gebraucht werden, das vielleicht nach unserem besten Urteil für den Augenblick, für den Moment nötig ist — für plötzliche und gewisse gewünschte Linderung —, aber der fortgesetzte Gebrauch jenes Giftes wird sozusagen seine Klauen in uns schlagen, so dass wir mit der Zeit feststellen werden, dass wir von ihm überwältigt sind, und wir werden Sklaven der schädlichen Gewohnheit, die zu einem tyrannischen Herrn über uns wird.

Es gibt eine allgemeine Bewegung im ganzen Land, die auf lokale Selbstbestimmung und Mäßigkeit unter dem Volk unseres Staates und der angrenzenden Staaten hinzielt. Ich hoffe aufrichtig, dass jeder Heilige der Letzten Tage mit dieser Bewegung zusammenwirken wird, damit wir die ungeheuren Übel eindämmen mögen, die bestehen, besonders in unseren Städten. Ich möchte sagen, dass ich mit dieser Bewegung sympathisiere, und ich weiß, dass meine Brüder mit mir einig sind und mit den Bemühungen übereinstimmen, die unternommen werden, um Mäßigkeit im ganzen Land herzustellen. Wir wollen nichts Rücksichtsloses, nichts Illiberales oder Bedrückendes, aber wir sind der Ansicht, dass das Volk die Wahl haben sollte, ob es Trunkenheit, Ausschreitung und Mord — was allzu oft die Folge der Trunkenheit ist — in seiner Mitte zulassen oder dulden will, oder ob es auf Enthaltung von diesen Dingen bestehen will, damit dem Volk Frieden gesichert sei und seine Kinder nicht den Versuchungen ausgesetzt seien, in die sie durch das Vorhandensein dieser Übel gestoßen werden.

Mehrere sehr wichtige Bewegungen sind in letzter Zeit unter uns ins Leben gerufen worden zum Vorteil der Heiligen, und besonders zum Nutzen und zur Förderung derer, die mit den verschiedenen Kollegien des Priestertums verbunden sind. Ich möchte die Bemühung erwähnen, die von unseren Siebzigern in der Organisation von Klassen und Schulen zur Unterweisung der Mitglieder ihrer Kollegien unternommen wird, damit sie für das große Werk des Dienstamtes befähigt werden, dem sie geweiht sind. Es werden auch Bemühungen unternommen, die Kollegien des Niederen Priestertums zu organisieren und nutzbringend einzusetzen. Meines Erachtens machen wir in diesen Richtungen rasche Fortschritte. Es ist auch bekannt, dass jene des Melchisedekischen Priestertums, die Präsidenten der Kollegien der Hohen Priester und die Hohen Priester in der ganzen Kirche Methoden einführen, durch die die Mitglieder dieser Kollegien ihre Pflicht kennenlernen und sich mit den Gesetzen der Kirche vertraut machen können, die ihre Handlungen bestimmen sollen, damit sie in der Tat Väter unter dem Volk seien, die die Aufgaben ausüben, die ihrer Berufung als Hohe Priester in Zion oder in der Kirche zugehören. Sie sollten Vorbilder sein; sie sollten Lehrer sein. Sie sollten mehr als alle anderen Menschen die Grundsätze der Regierung und die Ordnung der Kirche verstehen. Sie sollten geschlossen vorwärtsschreiten in der Ausübung ihres Einflusses, einzeln und gemeinsam, gegen alles Böse, gegen den Geist der Gleichgültigkeit, den Geist der Vernachlässigung und des Unglaubens. Jeder Mann, der das Amt eines Hohen Priesters in der Kirche innehat oder zum Hohen Priester ordiniert worden ist, ob er zu einer aktiven Stellung in der Kirche berufen ist oder nicht — sofern er zum Hohen Priester ordiniert worden ist, sollte fühlen, dass er verpflichtet ist, dass es seine gebundene Pflicht ist, vor Alt und Jung ein der Nachahmung würdiges Beispiel zu geben und sich in eine Stellung zu bringen, um ein Lehrer der Rechtschaffenheit zu sein, nicht nur durch Vorschrift, sondern mehr noch durch Beispiel — und den Jüngeren den Nutzen der Erfahrung des Alters zu geben, und so einzeln eine Macht inmitten der Gemeinschaften zu werden, in denen sie wohnen. Jeder Mann, der Licht hat, sollte jenes Licht leuchten lassen, damit jene, die es sehen, ihren Vater, der im Himmel ist, verherrlichen mögen, und den ehren, der das Licht besitzt und es zum Nutzen anderer leuchten lässt. In örtlicher Hinsicht gibt es keinen Zweig des Priestertums in der Kirche, der jene übertreffen sollte oder von dem erwartet wird, dass er jene übertrifft, die zum Amt eines Hohen Priesters in der Kirche berufen sind. Aus denen, die dieses Amt innehaben, werden die Präsidenten der Pfähle und ihre Ratgeber gewählt, sowie die Hohen Räte der sechsundfünfzig jetzt organisierten Pfähle Zions; und aus diesem Amt werden die Bischöfe und die Ratgeber der Bischöfe in jeder Gemeinde Zions gewählt; und bisher waren es Männer dieses Amtes, die berufen wurden, die Leitung unserer Gegenseitigkeitsvereine der Pfähle zu übernehmen. Diejenigen, die dieses Amt innehaben, sind in der Regel Männer fortgeschrittenen Alters und mannigfaltiger Erfahrung, Männer, die Missionen im Ausland erfüllt haben, die das Evangelium den Völkern der Erde gepredigt haben, und die Erfahrung nicht nur im Ausland, sondern auch daheim gesammelt haben. Ihre Erfahrung und Weisheit ist die gereifte Frucht jahrelanger Arbeit in der Kirche, und sie sollten jene Weisheit zum Nutzen aller anwenden, mit denen sie verbunden sind.

Die Siebziger arbeiten mit dem Ziel, sich für das Werk des Dienstamtes im Ausland unter den Völkern der Erde zu befähigen, was ihre rechtmäßige Berufung ist. Ich lobe die Bemühungen unserer Brüder von den Sieben Präsidenten der Siebziger in ihrem Bestreben, die guten Ergebnisse herbeizuführen, die sie in dieser Richtung im Sinn haben.

Auch nach den Kollegien der Ältesten sollte gesehen werden, und jene, die ihnen vorstehen, sollten zur rechten und zur unrechten Zeit tätig sein. Sie sollten wachsam und treu sein in der Sorge um jene, die ihrer Obhut anvertraut sind und ihrer Leitung und Beratung unterstehen.

Die Bischöfe und das Niedere Priestertum sollten sehr tätig und tatkräftig sein. Wir sollten nach unseren Knaben sehen, die zu Diakonen, Lehrern und Priestern in der Kirche ordiniert worden sind. Wir sollten etwas für sie finden, das sie in ihren Berufungen tun können. Lasst sie zu tatkräftigen Arbeiten in ihren verschiedenen Bereichen berufen werden. Stellt jene, die keine Erfahrung gehabt haben, an die Seite jener, die sie haben, und gebt ihnen etwas zu tun. Lasst die Diakonen nicht nur helfen, die Versammlungshäuser instand zu halten und ihre Grundstücke in gutem Zustand zu erhalten, sondern lasst sie auch an die Arbeit gesetzt werden, sich um das Wohl der Witwen und Waisen, der Alten und der Armen zu kümmern. Viele unserer jungen Männer, die untätig sind und sich nach etwas zu tun sehnen, könnten sehr nützlich gemacht werden, indem sie den Armen helfen, ihre Häuser aufzuräumen und behaglich zu machen, und ihnen helfen, so zu leben, dass ihnen das Leben angenehm wäre. Es gibt keinen Grund, warum die Mitglieder des Niederen Priestertums nicht in Missionen und Arbeiten dieser Art beschäftigt sein sollten. Anstatt den Treuhänder um die Zehnten zu bitten, um das Pflanzen von Bäumen zur Verschönerung der Grundstücke der Versammlungshäuser zu bezahlen, oder um das Holzwerk zu streichen, oder um die Gotteshäuser zu erneuern und zu reinigen, damit sie für die Anbetung Gottes geeignet seien, — ruft das Niedere Priestertum zur Arbeit. Gebt ihnen etwas zu tun, das sie am Werk des Herrn interessieren wird, und lenkt vor allem ihre Kräfte so, dass sie den Bedürftigen hilfreich sind, den Armen hilfreich sind, sich selbst und der Kirche hilfreich sind. Es wird ihnen nicht nur hinsichtlich ihrer Stellung in der Kirche und ihres Glaubens an das Priestertum, das sie tragen, zum Nutzen sein, sondern es wird ihnen auch helfen, bessere Knaben zu Hause zu werden. Sie werden ihren Eltern pflichtbewusster sein, ihren Brüdern und Schwestern und anderen respektvoller. Sie werden ihrer Pflichten daheim und im Ausland eingedenker werden. Dies liegt in der Linie der Zucht, der Unterweisung und des Erwerbs praktischer Erfahrung. Anstatt diese jungen Leute, die voller Energie sind, die Straßen durchstreifen zu lassen, sich an den Straßenecken zu versammeln oder ihre Zeit in Torheit zu vertändeln und vielleicht törichte Gewohnheiten und Übungen anzunehmen, gebt ihnen etwas zu tun, das erhebend sein wird, etwas, das ihre Seelen erweitern wird, und das ihnen eine Unterweisung sein wird, an die sie sich all ihre Tage erinnern werden.

Ich möchte auch sagen, dass, soweit ich weiß, und ich glaube, dass wir ziemlich gut Gelegenheit haben, es zu wissen, — der Zustand unserer Hilfsorganisationen zufriedenstellend ist. Im Allgemeinen befinden sie sich in gutem Zustand. Es mag uns in manchen Dingen fehlen, aber im Ganzen sind unsere Hilfsorganisationen tätig und tatkräftig und arbeiten beständig zum einzelnen und allgemeinen Wohl. Ich glaube, dass zwischen all diesen Vereinigungen ein Gefühl der Eintracht besteht, eine mit der anderen. Es besteht kein Streit zwischen ihnen. Es besteht keine Zwietracht. In der Tat ist der Geist der Zwietracht etwas, das unter den Heiligen der Letzten Tage nicht bekannt ist. Man findet den Geist der Zwietracht nur unter Abtrünnigen und jenen, die den Glauben verleugnet haben, jenen, die sich von der Wahrheit abgewandt haben und Feinde Gottes und Seines Werkes geworden sind. Dort wird man den Geist der Zwietracht, den Geist des Streites finden. Dort wird man sie finden, wie sie "die Frage erörtern" und beständig mit einem streiten wollen. Ihre Speise, ihr Fleisch und ihr Trank ist die Zwietracht, die dem Herrn ein Gräuel ist. Wir streiten nicht. Wir sind nicht streitsüchtig, denn wären wir es, so würden wir den Geist des Herrn von uns betrüben. So wie es die Abtrünnigen tun und stets getan haben.

Vielleicht hätte ich nicht so viel Zeit in Anspruch nehmen sollen. Ich habe in letzter Zeit ein wenig, wie viele andere auch, an einer Erkältung gelitten, und ich stelle fest, dass das Sprechen meine Stimme etwas beeinträchtigt, aber ich habe hier einige Angaben, die ich im Allgemeinen erwähnen wollte.

Ein Punkt ist die Zahl der Missionare, die in der Welt arbeiten, — das heißt der Ältesten, die von Zion in das Missionsfeld ausgesandt worden sind: Am 31. Dezember des letzten Jahres hatten wir 1810 Missionare von Zion in den verschiedenen Missionsfeldern der Welt. Es gab auch vierundvierzig Schwestern, die ihre Ehemänner auf diesen Missionen begleitet haben. Außer diesen gibt es eine Anzahl örtlicher Ältester, die im Dienstamt arbeiten.

Wir haben während des Jahres 1907 927 Älteste in die verschiedenen Missionsfelder ausgesandt, die zwei bis vier Jahre auf ihren Missionen verbringen werden.

Aus den verschiedenen Missionsfeldern sind während des Jahres 1907 707 Älteste zurückgekehrt.

In diesem Zusammenhang möchte ich die Tatsache erwähnen, dass die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage durch ihren Treuhänder die Rückreisekosten all dieser Ältesten bezahlt hat. Sie ziehen auf eigene Kosten in die Welt hinaus. Sie erhalten sich auf ihren Missionen auf eigene Kosten oder durch die Unterstützung ihrer Eltern oder Verwandten daheim, sowie durch die geringe Unterstützung, die sie von Zeit zu Zeit von dem Volk erhalten mögen, unter dem sie arbeiten.

Ich habe eine weitere Liste, die zu lang ist, um hier heute vorgelegt zu werden, die die Zahl der Ältesten im Missionsfeld aus jedem Pfahl Zions zeigt. Wir können euch in einem Augenblick sagen, wie viele Älteste jeder Pfahl im Missionsfeld hat; aber ich fühle, dass es eine Beanspruchung eurer Zeit wäre, länger fortzufahren.

Ich bete zu Gott, euch zu segnen. Ich fühle mich froh und glücklich im Dienstamt, im Werk des Herrn.

Wir werden während der Konferenz Berichte aus anderen Bereichen hören. Eine sehr sorgfältige und gründliche Prüfung der Konten und Bücher, der Einnahmen und Ausgaben des Zehnten für das vergangene Jahr ist vom Prüfungsausschuss der Kirche durchgeführt worden.

Es fällt mir gerade ein, dass Ältester Charles W. Nibley, nachdem er zur Präsidierenden Bischofschaft berufen worden ist, vom Prüfungsausschuss entbunden worden ist, und dass Bruder Henry H. Rolapp aus Ogden ernannt worden ist, an seiner Stelle zu wirken. Ich möchte den Namen von Bruder Henry H. Rolapp dieser Versammlung zur Zustimmung und Annahme vorlegen, in diesem Ausschuss zu wirken. (Einstimmig angenommen).

Die Allgemeinen Autoritäten der Kirche werden möglicherweise morgen vorgestellt werden, und wenn nicht dann, am folgenden Tag. Wir wünschen, dass die Brüder und Schwestern, die zur Konferenz kommen, mit Herzen voll des Geistes der Weisheit und der Wahrheit kommen, und wenn ihr an uns einen Mangel an Weisheit oder Urteilsvermögen, irgendein Versagen in der Erfüllung unserer Pflicht wahrnehmt, so wünschen wir, dass jene, die überlegene Erfahrung und Erkenntnis und größere Einsicht haben, uns die Ehre und Gunst erweisen, einzeln zu uns zu kommen und uns wissen zu lassen, worin wir zu kurz kommen. Wir werden tausend Irrtümer, wenn wir sie in uns finden können oder wenn sie in uns bestehen, — jeden Augenblick für eine Wahrheit hingeben; und wir werden hundert Fehler, ja Tausende von Fehlern, wenn sie gefunden werden können, gegen eine genaue, folgerichtige und rechte Handlung eintauschen. Wir suchen nach der Wahrheit. Wir lieben die Wahrheit, und wir wissen, wenn wir die Wahrheit lernen, dass sie die Wahrheit ist. Wir glauben an die göttliche Sendung Christi und an Seinen großen Plan der Erlösung für die Lebenden und die Toten. Wir glauben an die göttliche Sendung des Propheten Joseph Smith. Wir glauben an jedes Wort, das er durch die Eingebung des allmächtigen Gottes sprach, und nicht ein Wort, das er je äußerte oder als Offenbarung von Gott gab, wird als Irrtum zu Boden fallen, sondern es wird aus eigenem Recht als Wahrheit bestehen, Gottes Wahrheit, ewige Wahrheit — „solange Leben und Denken und Sein währen oder Unsterblichkeit dauert." Dies ist unser Zeugnis von der Göttlichkeit der Sendung des Propheten Joseph Smith und von den göttlichen Offenbarungen, die der Herr durch ihn der Welt gegeben hat. Gott helfe uns, die Wahrheit zu empfangen und bei ihr zu bleiben, ist mein Gebet, im Namen Jesu. Amen.

Diese Ansprache zitierenJoseph F. Smith, „Eröffnungsansprache: Gottes schützende Fürsorge und Mäßigkeit“, 1908 April General Conference, First Day Morning Session (1908-04-04). Pulpit Vault, 1908-04-smith-opening-address. Übersetzung dieser Edition, nach Glossarmethode, archive.org.Pulpit Vault, Ausgabe vom 23. September 2026 (commit 4bdc6ac627).