Pulpit

Rat an die Heiligen

Wilford Woodruff

1898 April General Conference·Second Day Afternoon Session·1898-04-07

[Auf Bitte von Präsident Woodruff las Präsident Cannon den 1. Abschnitt des Buches Lehre und Bündnisse]

Ich möchte die Aufmerksamkeit und die Gebete der Heiligen, die sich bei diesem Anlass versammelt haben—Ich bin den vergangenen Monat krank und sehr schwach an meinem Körper gewesen, und ich hatte nicht das Gefühl, dass ich dieser Konferenz würde beiwohnen können, bis zum Tag vor ihrer Eröffnung—Ich bin in dieser Hinsicht gesegnet worden, bei euch sein zu können—Ich möchte euch einige Dinge sagen, und vielleicht auch einige seltsame Dinge—Ich fühle mich geneigt, etwas über mich selbst zu sagen, euch ein wenig von der Geschichte meines Lebens zu geben, wegen dessen, was ich

sagen möchte, bevor ich fertig bin, an die heranwachsende Generation Israels—Meine Bemerkungen mögen für jeden außer den Heiligen der Letzten Tage recht sonderbar erscheinen, und, wie ich erwarte, auch für sie

Ich nehme an, als ich geboren wurde, wusste der Teufel, wozu ich berufen werden sollte; denn es sind von dem Tag an, an dem ich geboren wurde, bis zur Gegenwart zwei Mächte mit mir gewesen—die eine, um mich zu töten, die andere, um mich zu erretten—Ich stehe heute recht gesund aussehend vor euch, für einen Mann von einundneunzig Jahren—Ich stehe vor euch mit einem Körper, in dem beinahe jeder Knochen gebrochen worden ist, außer meinem Rücken und meinem Nacken—Ich habe während meines Lebens eine Macht hinter mir her gehabt, die mein Leben nehmen wollte—Als ich etwa drei Jahre alt war, wurde ich in einen Kessel mit kochendem Wasser gestoßen, der eben vom Feuer genommen worden war—Meine Großmutter zog mich heraus, und meine ganze Haut fiel ab, außer der an meinem Kopf und meinen Füßen—Ich wurde monatelang in Watte und Öl eingewickelt—Das war der Beginn meiner Nöte—Als ich zwölf Jahre alt war, ertrank ich; jedenfalls lag ich lange genug in dreißig Fuß Wasser, um jeden zu ertränken—Nach mehreren erfolglosen Versuchen wurde ich aus dem Wasser geholt—Dies geschah unter dem Mühlendamm von Farmington—Ich war ebenso tot, wie ich es in dreißig Jahren sein werde—Ich lag auf dem Rücken und sah die Sonne verlöschen, und ich durchlebte alle Empfindungen des Todes, die jeder Mensch beim Ertrinken durchlebt—Nach einer Stunde Bemühung wurde ich wieder ins Leben zurückgebracht—Ich werde nicht auf die Einzelheiten vieler dieser Dinge eingehen, aber ich bin [illegible] mehrmals in meinem Leben durch das gegangen, was man den Tod nennen könnte—Als ich 15 Jahre alt war, geriet ich in einen jener Schneestürme in Connecticut—Ich ging vier Meilen durch einen Wald hinaus ins offene Land, und ich suchte nach einem Ort, wo ich mich vor dem Sturm verbergen und ausruhen konnte—Es gab nur ein Haus innerhalb einer Meile von mir—das war das Armenhaus, das etwa fünfundzwanzig Ruten entfernt war—Der Mann wurde bewegt, in seinen Dachboden zu gehen, um etwas Poleiminze für eine kranke Frau zu holen, und er fühlte sich veranlasst, aus dem Fenster zu schauen—Er sah mich in die Höhlung eines großen Baumes kriechen—Er wusste besser als ich, was das Ergebnis davon sein würde—Er nahm sein Pferd und seinen Schlitten und kam zu mir, und als er ankam, schlief ich bereits, und er bewahrte

mein Leben—Als ich 14 Jahre alt war, wurde ich von einem tollwütigen Hund gebissen, und hätte sterben müssen; aber ich starb nicht—So fuhr ich fort, bis ich sagen kann, dass ich mir beide Beine gebrochen habe, eines zweimal; beide Arme, das Brustbein, mehrere Rippen, und im Ganzen eine ziemlich harte Erfahrung durchgemacht habe, für einen Mann, der wenigstens berufen werden sollte, das Evangelium zu predigen—Ich war von Beruf Müller—Ich bin zweimal in Wasserräder unter voller Wasserlast geraten, und ich nehme an, ich hätte in beiden getötet werden müssen, aber ich wurde nicht verletzt

Jene bewahrende Macht hat mich durch mein ganzes Leben hindurch begleitet—Sie ist mit mir gewesen auf meinen Auslandsmissionen ebenso wie zu Hause—Sie hat mich bis auf den heutigen Tag begleitet, und ich bin an sehr viele seltsame Orte versetzt worden

Ich wurde ordiniert, um diesen Salt-Lake-Tempel zu weihen, fünfzig Jahre bevor er geweiht wurde—Ich wusste, dass ich leben würde, um jenen Tempel zu weihen—Ich lebte, um es zu tun—Ich hatte in meiner Kindheit ein großes Verlangen, das Evangelium Christi zu empfangen, einen Propheten oder jemanden zu sehen, der mir das Evangelium Christi lehren könnte, so wie es die alten Apostel lehrten und wie ich es im Neuen Testament las—Ich begehrte dies mit jeder Regung meines Herzens, und bei der ersten Evangeliumspredigt, die ich je hörte, wurde ich getauft, zusammen mit meinem ältesten Bruder—Ich ging sogleich nach Kirtland—Ich war mit dem Propheten Gottes in Zions Lager—Ich sah die Führung Gottes mit ihm—Ich sah die Macht Gottes mit ihm—Ich sah, dass er ein Prophet war—Was ihm durch die Macht Gottes auf jener Mission offenbart wurde, war von großem Wert für mich und für alle, die seine Unterweisungen empfingen—Ich will auf einen Vorfall Bezug nehmen—Kurz bevor wir in Missouri landeten, rief Joseph das Lager zusammen—Er prophezeite uns dort und sagte uns, was vor uns lag—Er gab uns den Grund an, warum Züchtigung vor uns lag—Er sagte: „Ihr betrachtet mich als einen Jungen wie den Rest von euch—Ihr habt meine Stellung vor dem Herrn nicht erkannt—Aber es liegt eine Züchtigung vor diesem Lager." Er sagte uns, dies werde über uns kommen, weil man ihm in seinen Ratschlägen nicht gehorcht habe—Eine Stunde, nachdem wir in Missouri gelandet und unsere Zelte bei Mr. Burketts aufgeschlagen hatten, begann hier ein Mann zu fallen,

dort ein anderer, und innerhalb weniger Augenblicke lagen ein Dutzend unseres Lagers mit der Cholera auf Decken ausgestreckt. Der Prophet Gottes, als er dies sah, fühlte mit ihnen mit, und er und Hyrum legten Bruder Carter, dem ersten Mann, der erkrankte, die Hände auf, aber sobald sie es taten, wurden sie selbst befallen, und beide mussten das Lager verlassen. Er sagte später: „Ich habe euch gesagt, was kommen würde, und als die Not kam, streckte ich meine Hand aus, um sie aufzuhalten, und ich wäre selbst beinahe dadurch gefallen." Jene Mission war für mich sehr interessant.

Ich möchte hier sagen, dass ich in meinem ganzen Leben, seit ich mich dieser Kirche und diesem Reich angeschlossen habe, trotz jener Mächte, die mit mir waren, um mich zu töten, stets die Offenbarungen Gottes bei mir gehabt habe. Das ist etwas, worüber ich zu Israel sprechen möchte, bevor ich fertig bin. Die Macht Gottes hat mir gesagt, was ich tun und was ich nicht tun soll. Während der Teufel Macht gehabt hat, meinen Körper sehr ernstlich zu plagen, ist eine Macht bei mir gewesen, die mich durch alles hindurch bewahrt hat. Und wann immer ich den Heiligen Geist bei mir gehabt habe, der mir sagte, was ich tun solle, habe ich dies tun müssen. Dadurch bin ich bewahrt worden. Indem ich auf jene noch kleine, leise Stimme gehört habe, bin ich heute hier bei euch. Es gibt zwei Gründe, weshalb ich heute hier bin. Als ich nach der Pionierreise zurückkam, sagte Präsident Young, er wünsche, dass ich meine Familie nehme und nach Boston gehe, und dort bleibe, bis ich alle Heiligen Gottes in Neuengland und Kanada gesammelt und sie nach Zion gebracht habe. Das war die Mission, die er mir bei meiner Rückkehr von der Pionierreise nach Winter Quarters gab. Ich ging im Frühling, wie er mir gesagt hatte, und nahm meine Familie mit. Wir kamen eines Abends zum Haus eines der Brüder in Indiana. Mehrere von uns waren dort. Orson Hyde hatte ein Gespann ebenso wie ich. Wir fuhren in einen langen Hof. Ich stellte meine Kutsche in sechs Zoll Abstand von der seinen. Ich hatte meine Frau und meine Kinder bei mir. Ich band meine Tiere an eine Eiche auf der anderen Seite von wo wir lagerten. Ich legte mich in meiner Kutsche schlafen. Als ich mich hinlegte, sagte mir der Geist des Herrn, ich solle aufstehen und meine Kutsche versetzen. Ich fragte den Herrn nicht, was Er damit meinte. Ich tat, wie mir gesagt wurde. Derselbe

Geist sagte mir, ich solle hingehen und meine Tiere von jenem Baum wegführen. Das tat ich. Meine Frau fragte mich, warum ich das tue. Ich sagte ihr, ich wisse es nicht. Ich war noch nicht zwanzig Minuten im Bett gewesen, als ein Wirbelsturm kam und jene Eiche erfasste, die dort vielleicht fünfzig Jahre gestanden hatte, sie mitten durch den Stamm spaltete, und er fegte durch beide jener Zäune, wo meine Kutsche gestanden hatte. Er berührte Bruder Hydes Kutsche nie, aber er hätte mich und meine Familie zu Boden zerschmettert, wenn ich nicht auf die Stimme des Geistes gehört hätte. Nachdem ich zweieinhalb Jahre in Neuengland und Kanada verbracht hatte, um die Heiligen herauszuholen, machte ich mich mit der letzten Gruppe, etwa hundert Personen, von Boston aus auf den Rückweg. Wir landeten bei Einbruch der Dunkelheit in Pittsburgh. Wir waren bestrebt, nicht dort zu bleiben, sondern weiter nach St. Louis zu ziehen. Ich sah einen Dampfer, der Dampf machte, um auszufahren. Ich ging zum Kapitän und fragte ihn, wie viele Passagiere er habe. „Dreihundertfünfzig." „Könnten Sie noch hundert mehr aufnehmen?" „Ja." Ich war gerade dabei, ihm zu sagen, dass wir an Bord gehen wollten, als jener Geist zu mir sagte: „Geh nicht an Bord dieses Dampfers, weder du noch deine Gesellschaft." In Ordnung, sagte ich. Ich hatte etwas über jene stille, leise Stimme gelernt. Ich ging nicht an Bord jenes Dampfers, sondern wartete bis zum nächsten Morgen. Dreißig Minuten nachdem jener Dampfer abgelegt hatte, fing er Feuer. Er hatte Seile statt Radketten, und man konnte nicht ans Ufer gelangen. Es war eine dunkle Nacht, und keine Seele wurde gerettet. Hätte ich nicht dem Einfluss jenes Mahners in mir gehorcht, wäre ich selbst dort gewesen, mit dem Rest der Gesellschaft. Der Dreizehnte Bezirk hätte dann keinen Atwood als Bischof gehabt; die Kirche hätte keinen Leonard W. Hardy als Bischof gehabt. Beide waren bei mir, und ihre Familien, einschließlich Bruder Samuel Hardy, der jetzt in St. George ist, über neunzig Jahre alt. Ich habe jenem Geist nur einmal in meinem Leben nicht gehorcht; ich tat es damals auf Drängen anderer Personen, und es hätte mich beinahe das Leben gekostet. Ich bin mit diesem Geist vertraut gewesen. Es war nicht der Klang von Posaunen, noch Donner und Blitz; es war für mich die noch kleine, leise Stimme. Mein ganzes Leben lang, seit meiner Kindheit, bin ich von jenem Geist gelenkt und geleitet worden. Meine Missionen

sind durch jenen Geist der Offenbarung geführt worden. Mir wurde durch dieselbe stille, leise Stimme gesagt, ich solle zu den Fox Islands gehen. Zur Zeit des großen Abfalls in Kirtland sagte der Geist des Herrn zu mir: „Nimm dir einen Gefährten und geh zu den Fox Islands." Ich wusste ebenso wenig, was sich auf den Fox Islands befand, wie was sich auf Kolob befand. Ich ging dennoch dorthin, taufte hundert und brachte sie mit mir nach Zion. Es war auf jener Insel, wo ich einen Brief von Joseph Smith erhielt, der mir mitteilte, dass ich durch Offenbarung berufen worden sei, den Platz eines der Zwölf einzunehmen, der abgefallen war. Ihr werdet es in der Lehre und den Bündnissen sehen. Diese Sache wurde mir offenbart, bevor ich den Brief von Joseph Smith erhielt, aber ich fühlte mich nicht geneigt, es irgendeinem sterblichen Menschen zu erzählen, denn ich wusste, es war meine Pflicht, solche Dinge für mich zu behalten. Durch mein ganzes Leben und meine Arbeiten hindurch, wann immer mir vom Geist des Herrn gesagt wurde, etwas zu tun, habe ich es stets für gut befunden, es zu tun. Ich bin durch jene Macht bewahrt worden. Jene Macht war mit mir, als ich nach Herefordshire ging. Ich predigte jeden Abend zusammen mit Bruder Cordon, und eines Abends hielten wir eine Versammlung im Rathaus zu Hanley, in Staffordshire, ab. Der Geist—jene stille, leise Stimme—sagte zu mir: „Dies ist die letzte Versammlung, die du für viele Tage mit diesem Volk abhalten wirst." Ich sagte dies der Versammlung, als ich aufstand. Sie waren sehr erstaunt und fragten mich, wohin ich gehe. Ich sagte ihnen, ich wisse es nicht. Danach ging ich hin, um den Herrn zu fragen, was Er von mir wolle, und Er sagte mir, ich solle in den Süden gehen. Das war alles, was ich als Antwort erhielt. Ich nahm die Postkutsche und fuhr achtzig Meilen nach Süden. Das erste Haus, in das ich ging, war das von John Benbow. Ich war noch nicht fünfzehn Minuten in seinem Haus gewesen, als ich verstand, warum der Herr mich dorthin gesandt hatte. Es gab dort ein Volk, das sich von den Wesleyanischen Methodisten losgesagt hatte und sich zusammengeschlossen und sich Vereinigte Brüder genannt hatte. Sie wachten auf das Kommen des Menschensohnes, wachten auf das Evangelium Christi, wie sie davon im Neuen Testament lasen. In den ersten dreißig Tagen, nachdem ich dort angekommen war, brachte ich etwa zweitausend in die Kirche, mit fünfzig Predigern, und all ihre Kapellen, gesetzlich lizenziert, waren in meinen Händen. Da war kein Blasen von Posaunen dabei. Der Geist des Herrn sagte mir, dorthin zu gehen, und als ich dort ankam, sah ich, warum ich gesandt worden war.

Das ist wohl genug, um über diese Dinge zu sagen. Nun möchte ich dieser Versammlung, den jungen Männern Israels, den Ältesten Israels, all unseren Missionaren sagen: Der Tag ist gekommen, an dem der Gott des Himmels von meinen Händen als dem Präsidenten der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage verlangt, euch zu sagen: Es ist der Wille Gottes, dass ihr diesen Weg einschlagt. Erlangt den Geist Gottes, bevor ihr auf eure Missionen geht oder irgendwohin sonst. Erlangt den Geist der Offenbarung mit euch. Und wenn ihr das erlangt habt, seid ihr sicher, und ihr werdet genau das tun, was der Herr von euch will. Ich habe mich stark gedrängt gefühlt, dies dieser Konferenz zu sagen. Was könnt ihr ohne Offenbarung tun? Wir können den Willen Gottes nicht tun und vollbringen, was von uns verlangt wird, ohne sie. Wir werden keine Fehler machen, wenn wir diesen Weg verfolgen. Jener Geist ist mit den Aposteln und mit den Ältesten Israels, die treu und getreu sind. Die heranwachsende Generation sollte danach trachten, den Geist Gottes zu erlangen. Nehmt ihn in euch auf, und er wird euch ein beständiger Mahner sein.

Das ist ein Grund, Brüder und Schwestern, warum mein Leben bewahrt worden ist. Ich will euch noch einen anderen Grund nennen. Freilich ist dies mein eigener Grund dafür. Ein Grund, weshalb ich hier bin, ist, dass der Herr die schwachen Dinge dieser Welt erwählt hat, um das Evangelium zu predigen, um Sein Werk zu tun, um Sein Reich aufzubauen. Ich glaube nicht, dass Er je ein schwächeres Werkzeug auf Erden gehabt hat, durch das Er wirkte, als mich selbst. Der Allmächtige hat gewusst, dass ich niemals, seit ich Mitglied dieser Kirche bin, auch nur eine Minute lang irgendeine Macht gehabt habe, mir selbst irgendeine Ehre oder Herrlichkeit für irgendetwas zuzuschreiben, das zu tun ich in der Arbeit des Predigtamtes oder anderswo befähigt worden bin. Warum? Weil ich gewusst habe, dass es von Gott kam, und nicht von mir. Und kein anderer Mann, der sich in diesem Werk betätigt hat, hat aus sich selbst irgendeine Macht gehabt. Diese Macht ist von Gott zu uns gekommen, wodurch wir befähigt worden sind, das Werk zu tun, das Er von unseren Händen verlangt hat.

Es kommt ein Wandel über die Erde; es kommt ein Wandel über die christliche Welt; und er steht vor unserer Tür. Ihr lest die Offenbarungen in der Bibel, im Buch Mormon und in der Lehre und den Bündnissen, die sich auf unseren Tag und die

Generation vor dem Kommen des Menschensohnes beziehen. Krieg! Ja; Krieg ist eine der Nöte, die zu der Generation gehören, in der wir leben. Es wird sich begeben, und keine Macht unter dem Himmel kann es aufhalten. Wer kann nicht seine Augen öffnen und den Wandel in den Dingen um uns her sehen? Lest diese Offenbarungen—die Offenbarung, die eben von Bruder Cannon verlesen wurde, und die anderen in diesen Büchern. Der Gott des Himmels hat Seine Hand ausgestreckt, um diese großen Absichten auszuführen, von denen ihr lest. Sie werden sich ebenso gewiss erfüllen, wie Gott lebt. Es gibt keine Macht auf Erden, noch unter der Erde, noch irgendwo sonst, die die Erfüllung dieser Dinge aufhalten kann. Und sie stehen vor unseren Türen.

Ich bin darauf bedacht, dass die Heiligen der Letzten Tage ihre Schultern straffen und das Reich Gottes vorantragen. Viele in der Welt haben sich bemüht, den Sturz des Mormonentums zu versuchen. Sie haben unser Volk von seinem Land vertrieben. Sie haben uns verfolgt und geplagt. Sie haben manche getötet, um des Wortes Gottes und des Zeugnisses von Jesus willen. Aber sie haben die Absichten Gottes in keinem dieser Dinge vereitelt. Der Herr hat in Seiner Barmherzigkeit und Weisheit dieses Volk in diese Täler der Berge geführt. Es ist von Gott bestimmt, dass Zion hier errichtet werden soll. Hier ist das Tabernakel, von dem der Prophet als einer Zuflucht vor dem Sturm und dem Wind usw. sprach. Diese Tempel sind hier in Erfüllung der Prophezeiung. Wir haben deren vier in diesem Staat. Präsident Young wurde von Gott geehrt bei der Errichtung dieser Dinge. Er lebte lange genug, um den Grundstein dieses Tempels auf diesem Baublock zu weihen, in den die Heiligen der Letzten Tage hineingehen und ihre Freunde, die im Kerkerhaus sind, erlösen und für sie die heiligen Handlungen des Hauses Gottes verrichten, in Erfüllung der alten Propheten, die sprachen, wie sie vom Heiligen Geist bewegt wurden, dahingehend, dass in den letzten Tagen Retter auf dem Berg Zion erweckt werden sollten, während das Reich dem Herrn gehört. Zion muss sich erheben.

„Jauchzet, ihr Himmel, und frohlocke, du Erde, und brecht aus in Jubel, ihr Berge; denn der Herr hat Sein Volk getröstet und wird sich Seiner Betrübten erbarmen.

„Aber Zion sprach: Der Herr hat mich

verlassen, und mein Herr hat meiner vergessen.

„Kann auch ein Weib ihres Säuglings vergessen, dass sie sich nicht erbarme über den Sohn ihres Leibes? Ja, sie mögen vergessen, dennoch will ich deiner nicht vergessen.

„Siehe, ich habe dich in die Handflächen gezeichnet; deine Mauern stehen mir beständig vor Augen." (Jesaja 49:13-16.)

Alles, was über Zion gesprochen worden ist, wird sich erfüllen, und du und ich sind heute Zeugen dieser Dinge.

Wir sind hier für die Errettung und das ewige Leben. Wir sind hier, um jene großen Segnungen zu erlangen, die die Heiligen Gottes in jedem Zeitalter der Welt erlangt haben, wenn sie den Geboten Gottes gehorcht haben. Werden wir scheitern? Nein, wir werden nicht scheitern, wenn wir unsere Pflicht tun. Das Evangelium ist heute ebenso gut, wie es in den Tagen des Erlösers war. Was die herrlichen Segnungen des Evangeliums Christi betrifft, so sind sie in beinahe jedem Zeitalter der Welt unbeliebt gewesen. Nehmt Christus selbst: Wo gab es je einen unbeliebteren Menschen als den Erlöser der Welt in Seinen Tagen? Und Seine Apostel waren unbeliebt. Sie wurden getötet um des Wortes Gottes und des Zeugnisses von Jesus Christus willen. Dennoch war Christus der Sohn Gottes; und die Sadduzäer, die Pharisäer, die Essener und all die Sekten, die gegen Ihn kämpften, waren verflucht, und viele von ihnen wurden zur Hölle hinabgestürzt, während Er als der Erlöser der Welt bleibt und die Ehre und die Herrlichkeit empfangen hat, die Sein Vater für Ihn bestimmt hatte. Ich möchte besonders, dass sich unsere jungen Leute diese Dinge merken. Jene, die auf Missionen gehen, dürfen sie nicht vernachlässigen. Wenn ihr nicht den Heiligen Geist bei euch habt, wenn ihr auszieht, das Evangelium zu predigen, könnt ihr eure Pflicht nicht tun; aber wenn ihr das habt, seid ihr sicher, wohin auch immer ihr geht, und eure Worte werden ihre Wirkung in den Herzen der Ehrlichen und Sanftmütigen der Erde haben.

Brüder und Schwestern, ich empfinde, Gott zu danken, dass wir so gut dastehen, wie wir es tun. Ich empfinde, Gott zu danken, dass wir uns in der Stellung befinden, die wir in diesen Tälern der Berge einnehmen. Hier ist ein sicherer Ort. Während der Weihung jenes Tempels sah ich die Gerichte Gottes, die im Begriff waren, über diese

Generation ausgegossen zu werden. Sie werden sich erfüllen. Ich las neulich Abend von einer schrecklichen Überschwemmung. Wer hat je zuvor von einer solchen Überschwemmung in Amerika gehört? Diese Überschwemmungen und Nöte und Trübsale nehmen auf Erden zu, und sie werden zunehmen, bis diese Szene vollendet ist. Ich bete zu Gott, meinem Himmlischen Vater, euch alle zu segnen, unsere Herzen einzugeben, dass die Vision unseres Sinnes geöffnet werde, um die Stellung zu begreifen, in der wir uns befinden, und die Verantwortung, die auf uns lastet. Die Augen des ganzen Himmels und der Erde und der Hölle ruhen auf uns. Die Augen der Teufel ruhen auf uns. Sie arbeiten an unserer Vernichtung; aber sie haben keine Macht, es zu tun. Wir sind in den Händen Gottes. Er hält die Schlüssel der Geschicke der Bewohner der Erde, und Er wird die Rechtschaffenen segnen, ganz gleich, wer sie sind noch wo sie sind. Ich bin dankbar, den Lehren zuzuhören, die ich bei dieser Konferenz von den Ältesten Israels gehört habe. Ich freue mich über den Fortschritt, der im vergangenen Jahr in der Kirche im Ausland gemacht worden ist. Es hat einen Zuwachs zur Kirche gegeben, wie wir ihn seit der Organisation dieser Kirche in keinem anderen Jahr erlebt haben. Und auch hier zu Hause hat es einen großen Zuwachs gegeben. Unsere Schwestern haben treu in den Primarvereinigungen gearbeitet, in den Gegenseitigen Verbesserungsvereinigungen, und in jeder Eigenschaft, in der sie berufen sind zu arbeiten. Die Segnungen Gottes sind mit ihnen, und sie tun viel Gutes. Die Sonntagsschulen haben ebenfalls an Zahl zugenommen. Sie haben jetzt über hunderttausend Mitglieder. Die Gegenseitigen Verbesserungsvereinigungen der Jungen Männer haben, wie gesagt wurde, einen Zuwachs von etwa dreizehntausend als Ergebnis ihrer Arbeiten im vergangenen Jahr. Gott segnet jene, die unter ihnen arbeiten. Wenn ihr eine Seele vom Tode erretten könnt, welche Segnungen werdet ihr mit jener Seele haben. Wie der Herr zu Oliver Cowdery sagte: „Und wenn es so ist, dass ihr alle eure Tage arbeitet, um dieses Volk zur Umkehr zu rufen, und auch nur eine einzige Seele zu mir führt, wie groß wird eure Freude mit ihr im Reich meines Vaters sein!" Wir sollten in dieser Arbeit fortfahren, damit wir die Errettung der Seelen der Menschen erlangen mögen. Insofern ihr dies tut, werden euch die Segnungen Gottes begleiten. Zion muss sich erheben oder fallen. Was soll es sein? Die Verkündigung des Evangeliums Christi

steht zugunsten Zions. Alle Offenbarungen, die sich auf diesen Tag beziehen, stehen zugunsten Zions und der Vorbereitung des Weges für das Kommen des Menschensohnes. Und Zion wird sich erheben und leuchten.

Gott segne euch, einen jeden von euch. Lasst uns unsere Pflicht tun und danach trachten, unsere Religion zu erfüllen, damit wir uns, wenn wir hindurchgegangen sind, darüber freuen können. Es ist besser, auf der Seite des Herrn zu stehen als irgendwo sonst. Ich will Errettung. Ich will meinen Vorfahren und meinen Freunden begegnen, die ich hier zu erlösen gearbeitet habe, die das Evangelium in ihrer Zeit und Generation nie gehört haben. Gott hat uns dieses Vorrecht gegeben. Wir haben Älteste Israels, die Tag für Tag in all diesen Tempeln für die Errettung der Menschenkinder arbeiten. Wir sind in dieser Arbeit gesegnet worden, und wir werden weiterhin gesegnet werden; und wenn wir auf die andere Seite des Schleiers gelangen, wird keiner von uns sein, der sich nicht über das Gute freuen wird, das wir getan haben. Möge Gott euch segnen. Ich empfinde, die Heiligen der Letzten Tage zu segnen, soweit ich Macht habe zu segnen. Unsere Töchter und unsere Mütter arbeiten für die Errettung Israels in ihrem Bereich, und ebenso die Ältesten Israels in ihrem Bereich. Aber wir wollen zunehmen und weiter zunehmen, bis wir die Macht auf Erden haben, alle Ehrlichen und Sanftmütigen der Erde zu sammeln. Gott segne, leite und führe uns alle auf dem Pfad der Wahrheit und der Rechtschaffenheit, um Jesu willen. Amen.

Diese Ansprache zitierenWilford Woodruff, „Rat an die Heiligen“, 1898 April General Conference, Second Day Afternoon Session (1898-04-07). Pulpit Vault, 1898-04-woodruff-counsel-to-the-saints. Übersetzung dieser Edition, nach Glossarmethode, archive.org.Pulpit Vault, Ausgabe vom 23. September 2026 (commit 4bdc6ac627).