Beurteilung Nach Den Grundsätzen Der Bergpredigt
Francis M. Lyman
Es ist den Heiligen der Letzten Tage eine Freude, sich zu versammeln, um den Herrn anzubeten und die Segnungen zu betrachten, die Er uns zuteilwerden ließ, um einem Bericht über manchen Fortschritt zuzuhören, der in der Kirche gemacht worden ist, und über manches, was mit unserer guten Bilanz zu tun hat. Wir stehen sehr günstig im Vergleich mit unseren Nachbarn und mit den gegenwärtig in der Welt bestehenden Verhältnissen da, daher gibt es keine Entschuldigung für die Aufregung, die von manchen hervorgerufen wird, die fühlen, es sei ihre Pflicht, die Heiligen der Letzten Tage vor der öffentlichen Meinung der Welt anzuklagen. ¶
Ich wurde heute Morgen, in meinen frühen Wachaugenblicken, daran erinnert, dass es der sechste April ist, der Anlass für die allgemeine jährliche Zusammenkunft der Heiligen, um die Geschäfte der Kirche zu erledigen und das Wort des Herrn zu hören; ich wurde an die Umstände erinnert, die uns umgeben, und ich dachte an die Bergpredigt. Mein Sinn wandte sich ihr zu, und ich fühle, dass es uns Gelegenheit geben wird, uns selbst zu betrachten und zu prüfen, wenn ich nur ein paar Verse aus jener denkwürdigen Predigt des Erlösers lese, und möglicherweise auch die Aufmerksamkeit unserer Freunde auf eine Prüfung ihres Zustandes ebenso wie des unseren zu lenken. Ich glaube, ihr werdet feststellen, dass es ein sehr passender Text für eine kleine Ansprache ist, damit wir das Feld überblicken und uns selbst betrachten und auch unsere Freunde und Nachbarn an die Gelegenheit erinnern, unseren Glauben und unseren Stand und unsere Gemeinschaft mit dem Herrn zu prüfen. Wir können hieraus viel Nutzen ziehen, und wir mögen möglicherweise entdecken, dass wir selbst eine gewisse Besserung vornehmen müssen, um voll und ganz mit den Lehren des Herrn in Einklang zu stehen; aber ich glaube, dass der Vergleich für die Heiligen der Letzten Tage sehr günstig ausfallen wird. Ich werde nur ein paar Verse lesen, im fünften Kapitel des Matthäusevangeliums, beginnend mit dem dritten Vers: ¶
„Selig sind die geistlich Armen, denn ihnen wird das Himmelreich zuteil! ¶
Selig sind die Bekümmerten, denn sie werden getröstet werden! ¶
Selig sind die Sanftmütigen, denn sie werden das Land ererben! ¶
Selig sind, die nach der Gerechtigkeit hungern und dürsten, denn sie werden gesättigt werden! ¶
Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen! ¶
Selig sind, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen! ¶
Selig sind die Friedfertigen, denn sie werden Söhne Gottes heißen! ¶
Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen Verfolgung erleiden, denn ihnen wird das Himmelreich zuteil! ¶
Selig seid ihr, wenn man euch um meinetwillen schmäht und verfolgt und euch lügnerisch alles Böse nachredet! ¶
Freuet euch darüber und jubelt, denn euer Lohn ist groß im Himmel! Ebenso hat man ja auch die Propheten vor euch verfolgt. ¶
Ihr seid das Salz der Erde! Wenn aber das Salz fade geworden ist, womit soll es wieder gesalzen werden? Es taugt zu nichts mehr, als aus dem Haus geworfen und von den Leuten zertreten zu werden. ¶
Ihr seid das Licht der Welt! Eine Stadt, die oben auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben. ¶
Man zündet auch nicht ein Licht an und stellt es unter den Scheffel, sondern auf den Leuchter: Dann leuchtet es allen, die im Haus sind. ¶
Ebenso soll auch euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater, der im Himmel ist, preisen." ¶
Nun, ich glaube, meine Brüder und Schwestern, dass die Heiligen der Letzten Tage großen Grund haben, Mut zu fassen und sich getröstet zu fühlen, wenn wir das Feld überblicken und betrachten, was über uns gesagt wird, wenn wir unsere eigene Stellung betrachten, wie sorgfältig und genau die Heiligen der Letzten Tage ihre eigenen Pflichten erfüllen, das Priestertum, das wir tragen, würdig ausüben, uns der Predigt des Evangeliums über die ganze Erde widmen, die Lehren des Lebens und des Heils predigen und für das Heil der Menschenkinder dienen. ¶
Wir arbeiten für die Lebenden und auch für die Toten und folgen damit den Fußstapfen unseres Herrn und Meisters, denn sobald Er Seine irdische Sendung hier auf Erden vollendet hatte, bevor Er zu Seinem Vater zurückkehrte, bevor Er mit Seinem Körper auferstand und in den Himmel ging, galt Seine erste Sendung und Aufmerksamkeit jenen, die gestorben waren, jenen, die gleichgültig waren und sich nicht um die Wahrheit kümmerten, als sie ihnen im Fleische gelehrt wurde. Er ging zu den Geistern im Gefängnis, um das Evangelium zu predigen und für ihr Heil zu wirken. Er drehte den Schlüssel, öffnete die Tür und richtete eine Sendung unter jenen ein, die das Evangelium verworfen hatten — nicht nur unter jenen, die es überhaupt nicht gehört hatten, sondern auch unter jenen, die es gehört und verworfen hatten und sich entschlossen hatten, es nicht anzunehmen. Zu diesen ging Er und predigte das Evangelium. ¶
Nun, ihr wisst, meine Brüder und Schwestern, was unsere Werke gewesen sind, besonders die dieser Tausenden von Männern, die heute Nachmittag hier anwesend sind und das Priestertum tragen. Diese Versammlung besteht größtenteils aus Männern, die das Priestertum tragen, Männern, die in der Welt in das Predigtamt berufen worden sind, und sie sind Prediger des Evangeliums und Verteidiger des Glaubens gewesen. Ihr kennt eure Brüder, die euch vorstehen; ihr kennt jene, die dieser Kirche seit ihrer Gründung vor einundachtzig Jahren vorgestanden haben; ihr kennt die Geschichte aller Propheten und Apostel der Heiligen der Letzten Tage; und wenn die Welt, oder Menschen in der Welt, sich eine Sendung vornehmen, um gegen die Heiligen der Letzten Tage Krieg zu führen, und uns der Unaufrichtigkeit, der Unsittlichkeit und jeglicher Art von Bosheit beschuldigen, seid ihr meine Zeugen, dass diese Behauptungen unwahr sind. ¶
Ihr wisst es, diese Versammlung kennt die Wahrheit in diesen Dingen; und andere Menschen, die hier sind, die nicht Heilige der Letzten Tage sind, sondern unter uns wohnen, kennen auch die Rechtschaffenheit unseres Wandels und unsere Hingabe an das Werk, mit dem wir für das Heil der Menschenkinder befasst sind. Wir sind bekannt; unsere Lehren sind bekannt; unsere Grundsätze sind bekannt. ¶
Ich möchte, dass ihr, die ihr diese Angelegenheit bedenken wollt, die Geschichte jener betrachtet, die den Heiligen der Letzten Tage Schwierigkeiten bereiten, jener, die uns in der Vergangenheit Schwierigkeiten bereitet haben, und jener, die heute so tätig sind. Ich möchte, dass ihr sie an diesem Maßstab wägt und misst, den der Erlöser dargelegt hat, und herausfindet, ob jene unruhestiftenden Männer Verfolger sind oder verfolgt werden. Sind die Heiligen der Letzten Tage Verfolger, oder werden sie verfolgt? Werden sie verraten? Werden Lügen über die Heiligen der Letzten Tage verbreitet? Wird uns Unrecht getan, oder tun wir der Welt Unrecht? Meine Brüder und Schwestern, arbeiten wir nicht für das Heil der Menschenkinder und tragen dieselbe Sendung des Glaubens in die Welt, die der Erlöser selbst brachte? Lehren wir nicht die Lehre der Umkehr und der Taufe durch Untertauchen zur Vergebung der Sünden? Lehren wir nicht auch die Gabe des Heiligen Geistes durch Handauflegen, durch Männer, die vom Herrn bevollmächtigt und von Ihm beauftragt sind? Arbeiten wir nicht so beständig in der Welt, tragen das Evangelium so weit, wie wir nur können, und erwarten wir nicht, es jedem Geschöpf zu bringen; ist das nicht die Wahrheit? Sagen sie die Wahrheit über uns, wenn sie in ihren Zeitschriften jene Artikel veröffentlichen, die gegen uns veröffentlicht werden? Was für Männer sind jene, die solche Lehren vorbringen und diese Anstrengungen gegen die Heiligen der Letzten Tage unternehmen, welchen Charakter und welchen Stand haben sie? Versuchen sie, die Heiligen der Letzten Tage zu bessern? Sind sie in ihrem Lebenswandel besser als die Heiligen der Letzten Tage, ist ihre Sittlichkeit unserer überlegen? Oder sind wir das Volk, das verfolgt wird? Ist dies nicht ein Beweis und ein Kennzeichen, das die Heiligen der Letzten Tage als Nachfolger des Herrn Jesus ausweist? Ist nicht schon die Tatsache, dass böse Menschen sich erheben und unternehmen, den Charakter der Heiligen der Letzten Tage zu schmähen und anzuklagen, ein sicheres Zeugnis und ein Beweis dafür, dass wir die Nachfolger des Herrn Jesus sind? ¶
Ihr kennt euer eigenes Volk; ihr seid mit ihnen in euren eigenen Gemeinden bekannt; ihr kennt sie in euren eigenen Pfählen, die Heiligen der Letzten Tage, die zusammengekommen sind; und ihr kennt die Art von Männern, die aus eurer Mitte in die Welt hinausgesandt werden. Ihr wisst, wie sorgfältig sie ausgebildet werden, wie sorgfältig sie zu Hause und im Ausland unterwiesen werden. Ihr wisst auch, dass, sollte jemand in Sünde verfallen, wie schnell es entdeckt wird, wie bald sie ertappt werden, wenn das geschieht, was manchmal vorkommt. Menschen sind fehlbar und der Gefahr des Fallens ausgesetzt, aber in der Regel sind die Heiligen der Letzten Tage beständig. Sie sind überlegen wegen des Geistes, der mit dem Werk des Herrn ist, des Heiligen Geistes, der bei uns gewohnt hat, den wir bei unserer Taufe und Konfirmation durch unseren Glauben und unsere Umkehr empfangen haben. Die Heiligen der Letzten Tage würden nicht ohne jenes Maß an Glauben zusammengekommen sein, das der Herr uns verliehen hat, das Er großzügig genug war, allen Menschen zu verleihen. ¶
Er würde sich, als liebender Vater, freuen, wenn all Seine Kinder denselben Geist empfingen, den unser älterer Bruder empfing, den Heiligen Geist, der Ihm verliehen wurde und der nach Seiner Taufe auf Ihn herabkam. Haben wir nicht so gearbeitet, und sind wir nicht gegenwärtig so tätig? All diese Schar von Männern hat entweder zu Hause oder im Ausland gearbeitet. Das ist die Arbeit, die von den Heiligen der Letzten Tage verlangt worden ist. Wir sind in Sittlichkeit, in Reinheit, in Nüchternheit, in Mäßigkeit, im Glauben, in der Nächstenliebe und in allen Gaben und Gnaden des Evangeliums geschult worden. Das ist die Sendung und das Amt der Heiligen der Letzten Tage gewesen. Das war die Sendung des Propheten Joseph und seiner Brüder, aller, die mit ihm das Priestertum geteilt haben, das vom Himmel wiederhergestellt worden ist. ¶
Ihr kennt die Haltung der Heiligen der Letzten Tage gegenüber diesen Grundsätzen; und nicht nur wir wissen es, sondern auch unsere Nachbarn, unter denen wir leben, und jene, die in unserer Nachbarschaft leben, sie wissen ganz genau, dass die Heiligen der Letzten Tage ein gutes Volk, ein ehrliches Volk, ein gewissenhaftes Volk und ein sittliches Volk sind. Wir ermutigen weder hier noch im Ausland zur Unsittlichkeit. Wir wollen keine unsittlichen Menschen. Wir haben nicht für Unsittlichkeit gepredigt, noch für unsittliche Menschen. Wir haben nicht befürwortet, dass böse Menschen herkommen; wir haben nicht gewünscht, dass irgendjemand um der Bosheit willen herkomme. Das ist eine falsche Beschuldigung, und jene, die diese Haltung und Stellung gegen die Heiligen der Letzten Tage eingenommen haben, um diesem Volk Schwierigkeiten zu bereiten — dieser kleinen Schar von Menschen, die hier versammelt ist —, sie sind nicht vom Herrn eingegeben; sie wirken gegen die Wahrheit, und sie selbst haben Umkehr nötig; sie bedürfen der Besserung. Sie haben bessere Menschen als sie selbst geschmäht; das ist es, was sie getan haben, und das ist es, was die Bösen tun. Das taten sie auch in den Tagen des Erlösers; sie verfolgten Ihn bis zu Seinem Tod. Sie werden uns nicht mehr verfolgen, als sie Ihn verfolgt haben. Aber sie sind Verfolger; sie sind keine Friedensstifter; sie sind nicht die Rechtschaffenen, die für das Heil der Menschenkinder arbeiten. Es ist nicht ihre überragende Reinheit und Rechtschaffenheit, die sie antreibt, sondern es ist der Geist des Bösen, der Geist Satans, und nicht der Geist des Herrn. ¶
Ihr werdet nicht finden, dass gute Menschen böse Menschen verfolgen. Nun, sucht nach Verfolgern, sucht nach Menschen direkt bei euch zu Hause, die Übertreter sind, und ihr werdet feststellen, dass die Rechtschaffenen nicht Übertreter sind. Die Rechtschaffenen suchen nicht, den Bösen Schaden zuzufügen, sondern es sind die Bösen, die verfolgen, die Böses reden und ihre Nachbarn schmähen. Wir ertragen einfach, was uns auferlegt wird; und wir haben diese Gewissheit, meine Brüder und Schwestern, dass dieses Reich, das der Herr errichtet hat, so sehr von der Macht Gottes getragen wird, dass es niemals gestürzt werden wird. Ihr mögt gestürzt werden, wenn ihr Unrecht tut; wenn wir in Übertretung und Sünde geraten, werden wir gestört und gestürzt werden; aber nicht so mit diesem Werk. Es ist ein Kennzeichen der Heiligen der Letzten Tage, dass sie um Rechtschaffenheit und Wahrheit, um Gerechtigkeit und Barmherzigkeit ringen. Sie lieben den Frieden und arbeiten für ihn; sie sind kein kriegerisches, sondern ein friedliebendes Volk, ein geistlich gesinntes Volk, ein Volk, das Gerechtigkeit, Rechtschaffenheit und Wahrheit liebt. Ich dachte, dass diese Lehre des Herrn auf dem Berge sehr passend für unseren gegenwärtigen Zustand sei, indem sie uns rät, dass wir, wenn wir verfolgt würden, nicht überrascht sein müssten. Nun, die Heiligen wurden in den Tagen des Erlösers verfolgt, und solange Er unter dem Volk wirkte, war Er nicht ausgenommen, obwohl Er der Sohn Gottes war. Wir brauchen uns nicht zu sorgen, wenn Verfolgungen über uns kommen. Die Bösen brauchen nicht verfolgt zu werden; die Bösen können durch das Gesetz behandelt und mit dem Gesetz belangt werden; aber wenn man die Rechtschaffenen, die Reinen und Aufrechten stören will, muss es durch Verfolgung geschehen, und nicht auf rechtlichem oder gesetzlichem Wege. ¶
Es besteht keine Notwendigkeit, sich wegen der angeblichen Sünden der Heiligen der Letzten Tage zu beunruhigen. Wenn wir Sünder sind, stehen wir in der Gegenwart des Gesetzes, wie wir in der Gegenwart des Herrn stehen, und sind rechenschaftspflichtig — bereit, für alles Rechenschaft abzulegen, wessen wir schuldig sind. Der Herr wird Sein Volk erhalten. Er wird uns als Einzelne, als Männer und Frauen, als Mitglieder Seiner Kirche, erhalten. Nun, das ist recht und angemessen und in Seinen Augen wohlgefällig. Wir sollten die Tatsache zu schätzen wissen, meine Brüder und Schwestern, dass die Schwierigkeiten, die in der Welt gegen uns aufgeboten werden, nur dazu neigen, uns zu läutern, uns zu reinigen und uns Gutes zu tun, indem sie uns vielleicht in der Zukunft etwas wachsamer machen, damit wir besser seien, als wir gewesen sind. Wir fürchten uns nicht, in der Gegenwart des Gesetzes zu stehen, wie wir heute Morgen von unserem Präsidenten hinsichtlich der unter uns bestehenden Verhältnisse in Bezug auf Eheschließung, Scheidung und dergleichen gehört haben. Wir können es sicherlich ertragen, ebenso versorgt zu werden wie die Menschen der Erde, denn es zeigt sich, dass wir ihnen völlig ebenbürtig sind, und in manchen Dingen ein wenig besser als die Menschen der Welt. Wir haben Erkenntnis, Wissen, Wahrheit und Offenbarung, die den Menschen der Welt überlegen sind. Der Herr ist großzügig zu uns gewesen. Wir haben das Glück gehabt, gerade zu der Zeit auf die Erde zu kommen, als das Evangelium gesandt wurde, und sind begünstigt, daran teilzunehmen. Der Herr ist mit Seinem Volk als Ganzem zufrieden. Es gibt zweifellos Einzelne unter uns, die dem Herrn nicht in allen Dingen gefallen haben. Wir haben nicht immer, alle von uns, das Rechte getan, aber als Volk, als Heilige der Letzten Tage, ist der Herr mit Seinem Volk zufrieden, wegen ihrer Rechtschaffenheit, nicht wegen ihrer Sünden; aber wir ringen die ganze Zeit darum, besser zu werden. Wir ringen darum, alle Menschen besser zu machen. Wir bemühen uns, die Guten und Ehrlichen aus der Welt zu sammeln und die Verirrten zurückzugewinnen. ¶
Ich war beeindruckt vom Gebet des Präsidenten, nicht nur für die führenden Brüder unter dem Volk und die Heiligen der Letzten Tage, sondern auch für die Verirrten, jene, die die Gunst und den Segen des Herrn besonders benötigen, jene, die in ihrer Gesinnung nicht so begünstigt gewesen sind, jene, die sich nicht geneigt gefühlt haben, umzukehren, sich zu bessern und Rechtschaffenheit zu üben, wie sie es sollten. Um die Segnungen des Herrn wurde für sie gebeten. So sollte es immer sein, denn es sind die Kranken, die den Arzt brauchen. Lasst die Bitten und den Glauben des Volkes zum Nutzen und Vorteil jener ausgehen, die der Ermutigung und Stärkung bedürfen. ¶
Ich fand die Rede des Präsidenten heute Morgen sehr ermutigend für die Heiligen der Letzten Tage, und er sprach den Sinn des Herrn, den Willen des Herrn aus; und ebenso tat es Präsident Lund, zum Thema des Weisheitswortes und auch zum Thema der Mäßigkeit. Wir sehen uns gerade jetzt, wie er unsere Aufmerksamkeit auf diese Tatsache lenkte, dieser Frage gegenübergestellt, und in kurzer Zeit werden die Heiligen der Letzten Tage und unsere Nachbarn und Freunde, die unter uns leben, bestimmen, was geschehen soll. Ich bin überzeugt, dass unsere Freunde, sehr viele von ihnen, ich glaube, ich könnte ganz sicher sagen, die Mehrheit unserer Freunde und Nachbarn, die unter uns leben und nicht Heilige der Letzten Tage sind, für Mäßigkeit, für gute Ordnung, für Gesetz und Frieden sind. Ich denke, wir können dies von den meisten Menschen unseres Staates sagen. Es gibt natürlich Ausnahmen von der Regel, aber in der Regel glaube ich, dass unsere Nachbarn ebenso wie die Heiligen der Letzten Tage am 27. Juni dieses Jahres beweisen werden, dass das Volk des Staates Utah für Nüchternheit, für Mäßigkeit und für Prohibition ist. Ich hoffe es; ich hoffe, sie werden dafür bereit sein. Ich habe persönlich so lange unter dem Gesetz der Prohibition gestanden, dass ich möchte, dass jeder andere auch darunter steht; ich habe festgestellt, dass es gut ist, wirklich sehr gut. ¶
Ich kann es allen Menschen unseres Staates empfehlen, und ich möchte dem Volk von Utah einen Rat mit auf den Weg geben: Lasst uns ein nüchternes Volk sein, und lasst uns jenen helfen, die schwach sind. Wenn wir selbst stark sind und fühlen, dass wir zurechtkommen, dass wir kein Gesetz oder irgendetwas brauchen, um uns zu helfen, lasst uns jenen helfen, denen geholfen werden muss; lasst uns sie stärken. Wenn wir gestärkt und bekehrt worden sind und selbst ziemlich gut bestehen können, lasst uns unseren Nachbarn um uns helfen, und lasst uns Heilige der Letzten Tage in Wahrheit und Tat sein. Wir haben uns dazu bekannt, dies zu tun. Wir sollten die Gebote des Herrn halten und uns von allem Bösen enthalten; wir sollten mäßig sein, nicht nur hinsichtlich des Gebrauchs von Alkohol, sondern auch hinsichtlich des Gebrauchs anderer Dinge, die im Weisheitswort verboten sind. Lasst uns Heilige sein und unsere Nachbarn um uns ermutigen, unserem guten Beispiel zu folgen. Lasst sie es sehen; lasst unser Licht so vor allen Menschen und in ihrer Gegenwart leuchten, dass sie unsere guten Werke entdecken. Wir wollen nicht, dass sie in uns irgendwelche bösen Werke entdecken, wir wollen uns an keinerlei bösen Werken beteiligen; es ist nicht nötig; und der Herr wird uns nicht entschuldigen, bei weitem nicht so bereitwillig, wie Er jene entschuldigen wird, die nicht unterwiesen worden sind und die nicht wissen, was wir wissen. ¶
Wir haben vom Geist des Herrn empfangen. Andere Menschen haben von anderen Geistern empfangen. Es gibt eine Welt von Geistern um uns und unter allen Völkern. Jede Konfession und jede Organisation, politisch oder anderweitig, hat ihren Geist, den Geist ihrer Organisation; und sie nehmen daran teil, und es scheint ihnen, wie ich vermute, ganz und gar recht zu sein; aber es bedarf des Geistes des Herrn, der Eingebung des Heiligen Geistes, damit Männer und Frauen dem Herrn dienen, Ihn finden und Ihn kennenlernen können. Wir können es nicht tun ohne Glauben, ohne Umkehr, ohne Taufe, ohne die Eingebung des Heiligen Geistes, die wir durch Handauflegen empfangen. Dies sind die einleitenden Lehren des Evangeliums des Herrn Jesus, und sie sind unbedingt notwendig. Ich möchte vor meinen Brüdern und Schwestern hier heute mein Zeugnis geben, dass diese Lehren und Grundsätze für die Heiligen der Letzten Tage unentbehrlich sind. Andere Menschen kümmern sich vielleicht nicht um sie und werden es möglicherweise nicht tun, bis sie auf der anderen Seite eine andere Gelegenheit haben. Sie mögen diese Grundsätze hier verwerfen; sie mögen es nicht sehen; sie sehen es nicht; sie können denselben Geist, den wir empfangen haben, nicht empfangen, außer unter denselben Bedingungen, und das ist durch den Grundsatz des Glaubens. Wiederum, ein bloßes Glaubensbekenntnis genügt nicht, sondern es muss ein echter, lebendiger Glaube sein, der Umkehr und Werke der Rechtschaffenheit hervorbringt. Das ist es, was nötig ist. ¶
Der Herr hat für Sein Volk gesorgt, und Er wird Sein Volk erhalten, und die Wahrheit über dieses Werk und der wahre Charakter dieses Volkes werden vor der Welt bewiesen werden. Die Welt wird herausfinden, dass die Heiligen der Letzten Tage ein eigenartiges Volk sind; dass, obwohl so viele schlechte Dinge über uns gesagt werden, sie uns als ein gutes Volk vorfinden werden. ¶
Das ist es, wofür wir arbeiten. Wir predigen Rechtschaffenheit und befürworten die Lehre des Glaubens an den Herrn Jesus Christus. Es gibt kein Gesetz dagegen. Ist das nicht eine gute Lehre? Wir lehren auch Umkehr. Ist Umkehr nicht eine gute Lehre, und ist sie nicht wirksam? Man kann einen Menschen ohne Umkehr nicht retten, natürlich; und ein Mensch wird nicht umkehren, der keinen Glauben hat; es ist der Grundsatz des Glaubens, der die Umkehr hervorbringen wird. Es gibt keine Umkehr ohne Glauben an Gott, und es gibt keine Vergebung der Sünden ohne die Verordnung der Taufe; sie ist wichtig und notwendig, und wir können sie nicht umgehen. Wir können uns nicht von den Sünden befreien, die wir begangen haben, außer auf die Weise, die ich erklärt habe. Wir mögen, wenn wir wollen, aufhören zu sündigen und nicht mehr sündigen, aber um uns von den Sünden zu befreien, die wir begangen haben, und in das Reich Gottes einzugehen, wie es der Sohn Gottes selbst getan hat, müssen wir es durch die Taufe tun, die echte Taufe, die Taufe, die der Herr festgelegt und uns so gelehrt hat. Sie darf nicht als unnötig betrachtet werden; sie ist wichtig; wir können uns überhaupt nicht davon befreien; sie ist das Gesetz. ¶
Dies ist das Werk, mit dem die Heiligen der Letzten Tage befasst gewesen sind, und sie haben in achtzig Jahren ein wunderbares Werk vollbracht. Es ist ein bemerkenswertes Werk, und unsere Stellung ist einzigartig und bemerkenswert in der Welt, unter den christlichen Konfessionen der Erde. Ich sage, es ist sehr bemerkenswert, und welch ein Aufsehen wird heute in der ganzen Welt durch dieses gute Volk erregt. Es geschieht nicht wegen unserer Sünden, nicht weil wir böse sind. Wir haben die Gerichte nicht mit der Notwendigkeit belastet, sich unserer wegen unserer Bosheit anzunehmen. Wir haben Unsittlichkeit oder Unreinheit überhaupt nicht befürwortet. Es ist niemals von den Heiligen der Letzten Tage geduldet worden, und ist es auch heute nicht; und was auch immer an Übel unter unserem Volk und in diesem Staat vorhanden ist, ist den Heiligen der Letzten Tage nicht anzulasten; es ist zu Recht Männern der Verderbtheit, der Bosheit und der schlimmsten Unsittlichkeit anzulasten; das ist es, was es ist. Es kann uns nicht angelastet werden; wir sind dieser Dinge nicht schuldig, sie sind nicht von uns eingeführt worden. Wir haben sie nicht im Ausland befürwortet oder hierhergebracht und eingeführt; keineswegs; und wir befassen uns nicht mit irgendeiner Art von Bosheit. ¶
Die Heiligen der Letzten Tage tun es nicht. Das ist mein Zeugnis für die Heiligen der Letzten Tage, die in Zion versammelt sind, dass wir für Reinheit und Rechtschaffenheit und für das Heil der Menschenkinder und unserer Söhne und Töchter arbeiten. Wir freuen uns überaus an ihrer Hingabe und Treue zum Herrn, und unsere Herzen sind gebrochen und traurig und zart, wenn wir feststellen, dass einer vom Pfad der Wahrheit und Rechtschaffenheit abirrt. ¶
Ich bete, dass der Herr euch segne, meine Brüder und Schwestern; und ich empfehle euch die Worte des Herrn Jesus Christus, die ich euch vorgelesen habe. Lest sie zu Hause in euren eigenen Bibeln nach und seht, ob sie nicht sehr passend sind für die Verhältnisse, unter denen die Heiligen der Letzten Tage gegenwärtig leben, und für die Erfahrungen, die wir in Verbindung mit der Welt machen. Möge der Herr uns während unserer Konferenz segnen, dass wir uns überaus freuen und das Wort des Herrn von Seinen Dienern mit nach Hause nehmen und in Zukunft besser und stärker werden und erkennen mögen, dass der Herr Sein Reich errichtet hat und es bis ans Ende durch Jesus Christus erhalten und bewahren wird. Amen. ¶
Ein Duett mit dem Titel „Make the home beautiful" wurde von Schwester Esther Davis und Schwester Erma Pendleton gesungen. ¶