Alter ist keine Entschuldigung, und Beweise im Buch Mormon
Heber J. Grant
Alter keine Entschuldigung für die Nichtbeachtung des Wortes der Weisheit. — Utah sollte ein musterhafter Mäßigkeitsstaat sein. — Die Lehren im Buch Mormon sind Beweise für seine Göttlichkeit. — Ein Grundton für Erfolg. ¶
Es ist mir stets eine Freude, mit den Heiligen der Letzten Tage zusammenzukommen, und ich habe mit Interesse und Aufmerksamkeit dem gelauscht, was von den Brüdern gesagt worden ist, die heute vor mir gesprochen haben. Ich wünsche ernstlich, dass, während ich die verbleibende Zeit bei dieser Versammlung unserer Konferenz in Anspruch nehme, das Licht und die Eingebung des Heiligen Geistes bei mir sein und bleiben möge, damit das, was ich sage, jenen zum Nutzen gereiche, die hier versammelt sind. Ich habe nie einen anderen Wunsch in meinem Herzen gehabt, wenn ich vor den Heiligen der Letzten Tage stehe, als dass ich imstande sein möge, etwas zu sagen, das zu ihrem Guten, zu ihrem Nutzen wäre, und das seiner Natur nach dazu angetan wäre, sie zu ermutigen und in ihren Herzen einen Wunsch und eine Entschlossenheit zu festigen, in der Erfüllung der Pflichten, die ihnen in der Zukunft ihres Lebens obliegen, treuer, eifriger und tatkräftiger zu sein, als sie es in der Vergangenheit gewesen sind. ¶
Ich fühle mich veranlasst, mit Vätern und Müttern nachsichtig zu sein, die Übertreter des Wortes der Weisheit gewesen sind; aber es gibt nur eine kleine Sache, auf die ich die Aufmerksamkeit lenken möchte, und das ist, wenn unsere Väter und Mütter in der Kirche waren und sechs Jahre alt, als das Wort der Weisheit gegeben wurde, so wären sie jetzt 81 Jahre alt, denn es wurde vor über 75 Jahren gegeben, und es scheint mir, dass ein sechsjähriges Kind den Geist des Wortes der Weisheit hätte in sich aufnehmen können. So wird unsere Nachsicht bis zu einem gewissen Grad mit Gerechtigkeit gemischt sein müssen, und mit der Entschlossenheit, jenen, die alt sind, einzuprägen, dass es für sie umso notwendiger ist, das Wort der Weisheit zu beachten, weil sie alt sind und daher mehr der Segnungen des Herrn bedürfen. Nun, ich erkenne, dass das Wort der Weisheit ursprünglich nicht in Form eines Gebotes gegeben wurde, und dass viele diese Tatsache ausgenutzt haben. Ich war jedoch nur ein Knabe, als Präsident Brigham Young verkündete, dass es von jener Zeit an ein Gebot für das Volk sei; und ich freue mich, dass es nun mit größerer Kraft zu kommen scheint, als es in der Vergangenheit der Fall gewesen ist. ¶
Vor vielen Jahren, als ich zum ersten Mal eine politische Rede eines Kongressmitglieds aus dem Osten im Salt-Lake-Theater hörte, wurde mein Herz mit Freude und Dankbarkeit erfüllt, als er verkündete, dass Utah in der ganzen Nation an vierter Stelle in der Frage der Bildung stehe. Er sagte, es gebe im Kapitolgebäude in Washington eine Karte, die, während die Bildung in diesem Land wuchs, weiß bemalt wurde; dass sie ursprünglich ganz schwarz gewesen sei, und im Verhältnis zum Fortschritt der Bildung in den verschiedenen Staaten und Territorien verändert und weiß gemacht worden sei. Er erzählte uns dann, dass es auf jener Karte nur drei Flecken gebe, die weißer seien als Utah. Zu jener Zeit waren wir noch ein Territorium und hatten kein öffentliches Land und keine Regierungsgelder für Bildungszwecke erhalten. Heute, wie ich es verstehe, wenn es um die Alphabetisierung geht, gibt es nur einen Staat vor uns. Vor etwa zwei oder drei Monaten bemerkte ich eine Karte im Improvement Era, die anzeigte, wo der Verkauf von Whisky uneingeschränkt herrschte oder eingeschränkt war, wobei dort, wo Alkohol nicht eingeschränkt war, schwarz bemalt war. Ich fand, dass Utah einer der sechs schwarz bemalten Staaten war, und dass vierzig Staaten vor uns lagen. Ich fühle, dass, wenn es einen Fleck auf dem Antlitz der Erde gibt, der der erste sein sollte, und der der ganzen Welt in der Sache der Mäßigkeit ein Beispiel geben sollte, dies Utah ist. Hätten wir das Wort der Weisheit gehalten, wie wir es hätten tun sollen, so hätte Utah heute die Ehre, als Führer in der Mäßigkeit dazustehen. ¶
Ich gestehe, dass es etwas an der Führungsposition gibt, das mich stets günstig beeindruckt hat. Als junger Mann war ich beeindruckt vom Ausspruch eines Freundes, dass er lieber der Kopf einer Maus als der Schwanz eines Löwen sein würde. Heute ist er einer der führenden Männer der Gemeinschaft. Es liegt viel darin, für einen Mann oder eine Gemeinschaft, danach zu streben, an der Spitze zu stehen; es liegt viel darin, uns als Heilige der Letzten Tage zu entschließen, dass wir und unsere Familien dem Herrn dienen und Seine Gebote halten und Beispiele vor allen Menschen geben werden, die ihrer Nachahmung würdig sind, und die uns in der Tat als Diener und Heilige Gottes kennzeichnen und stempeln sollen. Ich freute mich außerordentlich, vor vielen Jahren, vor mehr als einem Vierteljahrhundert tatsächlich, als ich berufen wurde, einer der Apostel zu sein, einen Brief von einem Mann zu erhalten, der mich viele Jahre gekannt hatte, in dem er erklärte, er habe stets geglaubt, die Führer der Heiligen der Letzten Tage seien unehrlich und würden dem Volk etwas vormachen; aber nun, da ich zu einem der Führer erwählt worden sei, habe er seine Meinung geändert, und er schulde ihnen eine Entschuldigung, er glaube nun, sie seien ehrliche Männer. Er sagte: „Ich kenne dich von Kindheit an, und ich weiß, dass du ehrlich bist, und nun weiß ich, dass diese Männer ehrlich sein müssen, sonst würden sie dich nicht in ihre privaten Räte einladen, wo du alles wüsstest, was vor sich geht, denn wären sie unehrlich, so wüssten sie, dass du ihr Unrecht aufdecken würdest." Ich freute mich, eine solche Äußerung von diesem Mann zu erhalten. Es liegt viel, meine Freunde, in der Aussage von Josh Billings. Er sagt, wir dürften einen Mann nicht nach seinen Verwandten beurteilen, denn er könne nichts für sie; sie würden ihm aufgedrängt. Aber beurteilt einen Mann nach der Gesellschaft, die er sich hält, denn diese wählt er selbst. Nun, lasst uns unsere eigene Gesellschaft wählen und sicherstellen, dass sie gut ist, und lasst uns vor allen Menschen Beispiele geben, die der Nachahmung würdig sind. Lasst uns beschließen, dass wir Gott dienen werden. ¶
Ich freue mich über den wunderbaren Geist des Buches Mormon. Ich glaube, es ist einer der größten Missionare, den ein Ältester in seinen Händen haben kann. Ich glaube, kein Mann kann jenes Buch aufschlagen und es mit betendem Herzen lesen und Gott im Namen Jesu Christi um ein Zeugnis über seine Göttlichkeit bitten, ohne dass der Herr ihm durch Seinen Geist die Wahrheit des Buches kundtut. Nun, das ist die Verheißung, die im Buch selbst gegeben wird, und Gott hat sie erfüllt; Er hat es in Tausenden von Fällen getan. Es gibt ein Zeichen der Göttlichkeit an diesem Buch; und ich behaupte, dass kein Mann zum Beispiel das 36. Kapitel lesen kann, die Gebote Almas an seinen Sohn Helaman, ohne einen Eindruck dieser Art zu empfangen. Manche behaupten, dieses Buch sei als Roman geschrieben worden. Ich behaupte, ein Mann sollte sich wegen Einfältigkeit an den Kopf fassen lassen, der zu sagen wagte, jemand sei idiotisch genug gewesen, ein Buch wie das Buch Mormon als Roman zu schreiben, in der Hoffnung, es dem Volk zu verkaufen. Ich behaupte, kein Mann kann jenes Kapitel lesen, worin dieser große Mann sagt: „Mein Sohn, schenke meinen Worten Gehör; denn ich schwöre dir: Insofern du die Gebote Gottes hältst, wird es dir wohl ergehen im Land." Ebenso: „Denn du sollst wissen, wie ich weiß: Insoweit du die Gebote Gottes hältst, wird es dir wohl ergehen im Land; und du sollst auch wissen: Wenn du die Gebote Gottes nicht hältst, wirst du von seiner Gegenwart abgeschnitten werden. Dies aber ist gemäß seinem Wort." Und wiederum die Worte, die wir im 29. Kapitel desselben Propheten finden, wo es heißt: ¶
„O dass ich ein Engel wäre und mein Herzenswunsch wahr würde, dass ich hinausgehen und mit der Posaune Gottes sprechen könnte, mit einer Stimme, die die Erde erschüttert, und jedes Volk zur Umkehr rufen könnte! Ja, ich würde einer jeden Seele wie mit Donnerstimme Umkehr und den Plan der Erlösung verkünden, dass sie umkehren und zu unserem Gott kommen sollen, damit es auf dem ganzen Erdboden kein Leid mehr gebe. […] Ich sollte mit meinen Wünschen nicht den festen Beschluss eines gerechten Gottes beeinträchtigen wollen, denn ich weiß, dass er den Menschen gemäß ihrem Wunsch gewährt, sei er zum Tod oder zum Leben; ja, ich weiß, er teilt den Menschen zu, ja, beschließt für sie gemäß ihrem Willen, sei es zur Errettung oder zur Vernichtung." ¶
Lest das ganze 29. Kapitel und das 36. Kapitel Almas. Ich kenne sie beinahe auswendig, weil ich sie so oft gelesen habe; und ich behaupte, kein Mann kann jene beiden Kapitel lesen und dann auch nur einen Augenblick lang glauben, dass irgendjemand idiotisch genug gewesen wäre, sie zu schreiben, in der Hoffnung, das Buch als Roman zu verkaufen. Es ist der Erguss eines ehrlichen Herzens. Es ist der Erguss eines Herzens, das die Errettung der ganzen Menschheit wünscht. Dieser Mann Alma wünschte wahrhaftig, er könnte die Stimme eines Engels haben, um bis an alle Enden der Erde Umkehr zu rufen. Dieser Mann wünschte, dass sein Sohn Gott dienen möge; und er gesteht im 36. Kapitel, dass er sich in seiner Jugend der Verirrung schuldig gemacht hatte. Er gesteht sein Unrecht, dass er mit den Söhnen König Mosias gegangen war, um die Kirche Gottes zu zerstören. Er gesteht, dass ein Engel Gottes kam und sie auf dem Weg aufhielt und ihnen gebot, wenn sie selbst gerettet werden wollten, nicht zu trachten, die Kirche Gottes zu zerstören; und er sagt, dass er zu Gott um Umkehr flehte, und dass er, nachdem er die Tiefe des Kummers und der Demut gefühlt hatte, Vergebung fand. Dies sind die Ergüsse eines Propheten Gottes. Kein Mann kann das Leben des Propheten Nephi, wie es in diesem Buch aufgezeichnet ist, lesen, ohne ein besserer Mensch zu werden, wenn er es mit ehrlichem Herzen und dem Wunsch zu lernen liest. Ich las das Buch Mormon, als ich ein junger Mann war, und die eine Gestalt unter allen anderen, in die ich mich verliebte, war Nephi, ein Mann, der sich nie beklagte, der nie entmutigt war, der nie verzagt war; ein Mann, der als leitenden Stern jene Überzeugung hatte, die sich in der Bemerkung zeigte, die er zu seinem Vater machte, als er von jener wunderbaren Vision zurückkehrte, als ihn sein Vater bat, nach Jerusalem hinaufzugehen, um die Aufzeichnung Labans zu holen. Er sagte: „Ich will hingehen und das tun, was der Herr geboten hat; denn ich weiß, der Herr gibt den Menschenkindern keine Gebote, ohne ihnen einen Weg zu bereiten, damit sie das vollbringen können, was er ihnen gebietet." Und er zog mit seinen Brüdern hinauf, und Laban weigerte sich, die Platten herauszugeben. Dann nahmen sie all ihren Reichtum und boten ihn Laban an, und er weigerte sich abermals, ihnen die Platten zu geben, und trachtete danach, ihnen das Leben zu nehmen. Dann wünschten seine Brüder, zu ihrem Vater und dessen Zelt in der Wildnis zurückzukehren, aber Nephi sagte: „So wahr der Herr lebt und wir leben, wir werden nicht hinabgehen, ehe wir vollbracht haben, was der Herr uns geboten hat." Und als Laban ihr Gold und Silber gestohlen und sie fortgejagt hatte, schlugen die Brüder Nephi, aber der Engel Gottes erschien und gebot ihnen aufzuhören, und sagte ihnen, sie sollten wieder nach Jerusalem hinaufgehen, und Gott würde Laban in ihre Hände geben. Aber nachdem der Engel gegangen war, begannen seine Brüder zu murren und sagten: „Wie ist es möglich, dass der Herr Laban in unsere Hände geben wird? Siehe, er ist ein mächtiger Mann, und er kann fünfzig befehligen, ja, er kann sogar fünfzig erschlagen; warum dann nicht uns?" Aber Nephi antwortete ihnen: ¶
„Kommt, lasst uns im Halten der Gebote des Herrn treu sein; denn siehe, er ist mächtiger als die ganze Erde, warum also nicht auch mächtiger als Laban und seine Fünfzig, ja, oder sogar als seine Zehntausende." „Lasst uns im Halten der Gebote des Herrn treu sein." Dies, o ihr Heiligen der Letzten Tage, ist der Grundton für den Erfolg in jeder Arbeit, die uns Gott gibt. Lasst uns treu sein im Halten der Gebote Gottes. ¶
Möge Gott uns segnen; mögen wir wahrhaftig und treu sein im Halten Seiner Gebote. Ich bitte darum im Namen Jesu. Amen. ¶