Treue zu Gott, zum Land und zum Bundesstaat
Reed Smoot
Treue zu Gott, zum Land und zum Bundesstaat. — Die Wichtigkeit der Unterweisung und des rechten Beispiels daheim. — Torheit und Sünde des Nachgebens gegenüber Rauchen und Trinken. — Wohlstand und reichliche Beschäftigung. — Heimstätten besitzen und Landeigentümer werden. — Trockenfeldbau befürwortet. — Sparsamkeit in wohlhabenden Zeiten üben. — Böse Menschen sind die größten Feinde der Kirche. ¶
Meine lieben Brüder und Schwestern: Das Gefühl, das gegenwärtig in meinem Herzen ist, kann ich euch, wie ich fürchte, nicht ganz so ausdrücken, wie ich es gerne täte. Ich habe am Geist dieser Konferenz teilgehabt; ich habe mich an jedem gesprochenen Wort erfreut; ich bestätige die Zeugnisse der treuen Brüder, die gesprochen haben; und ich hoffe und vertraue darauf, dass derselbe Geist, der sie begleitet hat, auch meine Ausführungen leiten möge. ¶
Ich schäme mich nicht des Evangeliums des Herrn Jesus Christus, denn es ist die Macht Gottes zur Errettung. Ich schäme mich nicht meiner Brüder und Schwestern, und ich bin stolz auf die Errungenschaften dieses Volkes in der Vergangenheit, sich hier niederzulassen und dieses Gemeinwesen aufzubauen. Ich schäme mich nicht meines Landes noch seiner Einrichtungen, und ich liebe die gestreifte und gesternte Fahne. Ich schäme mich nicht des lieben Utah, noch Salt Lake Citys. Ich schäme mich nicht der Grundsätze, die Gott seinem Volk in dieser Ausschüttung geoffenbart hat. Ich hoffe und vertraue darauf, dass ich, solange ich Atem habe, nie etwas tun werde, das entweder dem Volk Gottes oder dem Bundesstaat, in dem ich geboren wurde, Schmach bringen würde. Während ich anerkenne, dass meine erste Pflicht Gott gilt, erkenne ich auch an, dass meine Treue und Pflicht meinem Land und meinem Bundesstaat gegenüber über allen irdischen Angelegenheiten steht. Ich möchte sagen, dass meine Pflicht Gott gegenüber, meine Liebe zu ihm, nicht mit meiner Liebe zu meinem Land und meiner Pflicht ihm gegenüber im Widerspruch steht. Sie steht nicht im Widerspruch zu der Liebe, die ich für die Brüder hier hege; noch zu der Liebe, die in meinem Herzen für das Volk Gottes ist. Sie verleiht mir nur größere Kraft, Stärke und ein Verlangen, die ganze Menschheit zu lieben. Ich habe kein anderes Verlangen in meinem Herzen, als den Willen Gottes zu tun, seine Gebote zu halten, mein Land und seine Einrichtungen aufrechtzuerhalten und zu unterstützen. ¶
Meine Brüder und Schwestern, es scheint mir, dass dies eine Zeit ist, in der wir unsere Heimstätten in Ordnung bringen sollten. Wir können durch öffentliches Reden nicht immer die Jungen und Mädchen erreichen. Jene, die in der Sonntagsschule, in den Gemeinden und Pfählen, oder selbst bei den Generalkonferenzen predigen und lehren, erreichen nur eine begrenzte Anzahl von ihnen; und ich bitte euch inständig, ihr Väter und Mütter, die ihr hier seid, genau über die Kinder zu wachen, die Gott euch gegeben hat. Fangt zu Hause an und seid selbst ihre Lehrer. Ihr habt, wie ich hoffe, eine Macht zum Guten über eure Kinder. Ich versichere euch, dass, wenn ihr eure Kinder nicht selbst richtig lehrt, andere sie lehren werden, und höchstwahrscheinlich wird es durch einen Einfluss geschehen, der ihnen Kummer und euch Schande bringen wird. ¶
In der frühen Geschichte der Kirche, als sie kaum zwei Jahre organisiert war, gab Gott seinem Propheten Joseph Smith eine Offenbarung, auf die ich eure besondere Aufmerksamkeit lenken möchte. Sie wurde den Heiligen der Letzten Tage gegeben und ist gemeinhin als das Wort der Weisheit bekannt. Sie ist hier von den Brüdern Lyman und Clawson erwähnt worden, und ich möchte einige Bemerkungen zu demselben Thema hinzufügen. Es ist ein einfaches Gesetz, geoffenbart zum zeitlichen Wohl des Volkes, gegeben sowohl für die Schwächsten als auch für die Stärksten der Kinder Gottes. Ich möchte es dem Volk heute hier vorlesen und dann vielleicht einige Bemerkungen dazu machen. Es findet sich im Abschnitt 89 der Lehre und Bündnisse: ¶
„Ein Wort der Weisheit zum Nutzen des Rates der Hohen Priester, die in Kirtland versammelt sind, und der Kirche und auch der Heiligen in Zion – auszusenden als Gruß, nicht als Gebot oder Nötigung, sondern als Offenbarung und als Wort der Weisheit, zeigt es doch die Ordnung und den Willen Gottes in Bezug auf die zeitliche Errettung aller Heiligen in den letzten Tagen –, ¶
gegeben als Grundsatz mit einer Verheißung, angepasst der Fähigkeit der Schwachen und der Schwächsten unter allen Heiligen, die Heilige sind oder so genannt werden können. ¶
Siehe, wahrlich, so spricht der Herr zu euch: Infolge der Schlechtigkeit und der bösen Absichten, die im Herzen von verschwörerischen Menschen in den letzten Tagen vorhanden sind und sein werden, habe ich euch gewarnt und warne euch im Voraus, indem ich euch durch Offenbarung dieses Wort der Weisheit gebe: ¶
Falls irgendjemand unter euch Wein oder starkes Getränk trinkt, siehe, so ist das nicht gut und in den Augen eures Vaters auch nicht recht, außer wenn ihr euch zusammenfindet, um vor ihm eure heiligen Handlungen darzubringen. ¶
Und siehe, das soll Wein sein, ja, reiner Wein aus den Trauben des Weinstocks, von euch selbst erzeugt. ¶
Und weiter: Starkes Getränk ist nicht für den Bauch, sondern dass ihr euch damit den Körper wascht. ¶
Und weiter: Tabak ist nicht für den Körper, auch nicht für den Bauch, und ist nicht gut für den Menschen, sondern ist ein Kraut für Quetschungen und für alles kranke Vieh und soll mit Verstand und Geschick gebraucht werden. ¶
Und weiter: Heißes Getränk ist weder für den Körper noch für den Bauch. ¶
Und weiter, wahrlich, ich sage euch: Alle bekömmlichen Kräuter hat Gott für die leibliche Verfassung und Beschaffenheit des Menschen und ihm zum Gebrauch verordnet – ¶
ein jedes Kraut zu seiner Jahreszeit und eine jede Frucht zu ihrer Jahreszeit; und sie alle sind mit Vernunft und Danksagung zu gebrauchen. ¶
Ja, auch Fleisch von Tieren und von den Vögeln der Luft habe ich, der Herr, verordnet, dass der Mensch es mit Danksagung gebrauche; doch soll es sparsam gebraucht werden; ¶
und es ist mir angenehm, dass es nicht gebraucht werde, außer in Zeiten des Winters oder der Kälte oder der Hungersnot. ¶
Alle Körnerfrucht ist den Menschen und den Tieren zum Gebrauch verordnet, dass sie die Stütze des Lebens sei, nicht nur für den Menschen, sondern auch für die Tiere des Feldes und die Vögel des Himmels und alle wilden Tiere, die auf Erden laufen oder kriechen; ¶
und diese hat Gott gemacht, damit der Mensch sie gebrauche, doch nur in Zeiten der Not und des übermäßigen Hungers. ¶
Alle Körnerfrucht ist gut als Nahrung für den Menschen, wie auch die Frucht des Weinstocks und das, was Frucht bringt, sei es im Boden oder über dem Boden – doch Weizen für den Menschen und Mais für das Rind und Hafer für das Pferd und Roggen für das Geflügel und die Schweine und für alle Tiere des Feldes und Gerste für alle nützlichen Tiere und für leichtes Getränk, wie auch andere Körnerfrucht. ¶
Und alle Heiligen, die sich dieser Worte erinnern und sie befolgen und tun und die in ihrem Wandel die Gebote beachten, werden Gesundheit empfangen in ihrem Nabel und Mark für ihre Knochen und werden Weisheit und große Schätze der Erkenntnis finden, selbst verborgene Schätze, und werden laufen und nicht ermüden und werden gehen und nicht ermatten. Und ich, der Herr, gebe ihnen die Verheißung, dass der zerstörende Engel an ihnen vorübergehen wird wie an den Kindern Israel und sie nicht töten wird. Amen." ¶
Meine Brüder und Schwestern, ich bin in den letzten Monaten in vielen Teilen unseres Bundesstaates gereist, und ich habe Berichten gelauscht, die bei unseren Vierteljahreskonferenzen gemacht wurden und die mir zeigen, dass dieses einfache Gesetz, das als Mittel zeitlicher Errettung dem Volk gegeben wurde — für die allerschwächsten der Heiligen —, gewiss nicht so vollständig befolgt wird, wie es sollte. Es wird berichtet, dass sich manche der Männer in unseren Gemeinden dem Rauchen und Trinken hingeben. Wenn ein Mann Wirtshäuser besucht, wie kann er dann erwarten, einen Einfluss auszuüben, der Jungen, die vielleicht ein wenig widerspenstig sind, von solchen Orten fernhält. Ich denke, es ist wirklich sehr töricht und zeigt große Charakterschwäche, wenn Männer sagen, sie würden dazu verleitet, an jene erniedrigenden Orte zu gehen; Männer gehen im Allgemeinen dorthin, wohin sie wollen, und wo sie sich zu Hause fühlen. Wenn ein Mann der Konferenz beiwohnen möchte und den Wunsch in seinem Herzen hat, dies zu tun, findet er im Allgemeinen einen Weg, dies zu erreichen, und wohnt ihr bei, weil er fühlt, dass es der rechte Ort ist; die Unterweisungen und Einflüsse sind das, woran er sich erfreut. Andererseits, ein Mann, der zu einem Wirtshaus geht und einen Teil der Mittel ausgibt, die Gott ihm zum Unterhalt seiner Frau und seiner Kinder gegeben hat, schadet sich selbst und ihnen. Der Mann, der einen solchen Weg verfolgt, kann das Vertrauen und die Achtung des Volkes nicht bewahren. ¶
Meine Brüder und Schwestern, ich hoffe und vertraue darauf, dass jeder von euch über die Kinder wachen wird, die Gott euch gegeben hat, sie lehren wird, ihr Heim zu lieben. Macht es wahrhaft zu einem Heim und nicht nur zu einer Anlaufstelle, und sorgt dafür, dass der Einfluss darin so beschaffen ist, dass eure Kinder ihre Freizeit lieber daheim verbringen als irgendwo sonst auf Erden. Macht es so angenehm, dass ihre Gefährten begierig sind, dorthin zu kommen, denn wenn sie es tun, fühlen sie einen Einfluss der Liebe und des Friedens und haben folglich den Wunsch, zurückzukehren und mit den Kindern zu verkehren, die in solch angenehmer Umgebung leben. ¶
Lehrt eure Kinder, wie man betet, und ermahnt sie, ihre Gebete nie zu vernachlässigen. Lehrt sie, freundlich und rücksichtsvoll zu sein. Findet heraus, ob sie wahrhaftig sind und ob sie sich bemühen, nach den Gesetzen Gottes zu leben. Es ist für die Mutter oder den Vater schwierig, dies zu tun, wenn sie nicht selbst nach den Grundsätzen leben, die sie befürworten. Darum bitte ich euch, meine Brüder und Schwestern, dass ihr sofort beginnt — falls ich es in der Vergangenheit nicht getan habe —, einen solchen Einfluss auf eure Kinder und auf die ganze Jugend Zions auszuüben, dass sie ehrenhafte, wahrhaftige und gottesfürchtige Männer und Frauen werden. ¶
Als ich kürzlich einer Konferenz in Box Elder County beiwohnte, hörte ich von einem der Bischöfe einen Bericht, der mir große Freude bereitete, und ich hörte einen ähnlichen Bericht in einem unserer südlichen Bezirke. Er lautete: dass kein Junge zwischen zwölf und einundzwanzig Jahren Tabak oder Alkohol in irgendeiner Form gebrauche. Gott gebe, dass ein solcher Bericht über jeden Jungen und Mann in jeder Gemeinde in der ganzen Kirche gemacht werden könnte! ¶
Kürzlich kam ein Mann zu mir und beklagte sich, wie schwer es für ihn sei, seine Familie zu erhalten. Als Bruder Clawson von der reichen Ernte in Box Elder County sprach, wusste ich nicht, ob wir uns nicht alle danach sehnen sollten, nach Brigham City zu ziehen, um am wunderbaren Wohlstand teilzuhaben, der das dortige Volk begleitet. Brigham City ist nur eine der vielen wohlhabenden Gemeinden im Bundesstaat. Neulich Abend, als ich mit dem Zug heimfuhr, traf ich den Mann, der die Kisten für die Verpackung von Obst liefert, und mir wurde erst da bewusst, dass Provo mehr Obst versandte als Brigham City. Er erzählte mir, er habe gerade vier Wagenladungen Kisten verkauft, was insgesamt fünfundzwanzig Wagenladungen allein für Provo ausmache. Ich fragte ihn, wie viele Wagenladungen Obst eine Wagenladung Kisten darstellten, und er sagte zehn, was 250 Wagenladungen Obst ergäbe, die von jenem Ort allein versandt würden. Ferner sind im selben Bezirk fast hunderttausend Tonnen Rüben zur Ernte und zum Versand an die Zuckerfabrik bereit. Die meisten dieser großen Erzeugnisse von Obstgärten und Höfen werden vom Volk und den Kindern der Heiligen der Letzten Tage angebaut. Als ich über diese Zustände nachdachte, konnte ich nicht verstehen, wie es sein konnte, dass jener Mann, den ich zuerst erwähnte, sich beklagen konnte, dass es schwer für ihn sei, zurechtzukommen. Nun, es gibt Arbeit auf allen Seiten. Aber ich erfuhr bald den Grund für seine Schwierigkeit, seine Familie zu unterhalten; und ich sagte zu ihm: „John, du wirst nie zurechtkommen, solange du die Zeit und das Geld, das du hast, mit dem Ziehen an Zigaretten verbringst", denn dies war sein Zeitvertreib von morgens bis abends. Ich fragte ihn, wie viel er täglich rauche. Er sagte, er rauche eine Anzahl Zigaretten, ohne die Zahl zu nennen, und ein paar Zigarren, und sagte mir, es koste ihn täglich fünfundzwanzig Cent. Hier war ein armer Mann, der rauchte und das Geld verschwendete, das für den Unterhalt seiner Familie bestimmt sein sollte; ja, schlimmer noch, er verschwendete und schwächte auch seine körperliche Kraft. Ich riet ihm, mit dem Rauchen aufzuhören und jene 25 Cent täglich zum Nutzen seiner Frau und seiner Kinder zu verwenden. Fünfundzwanzig Cent am Tag ergeben 1,75 Dollar in der Woche, genug, um jede Woche im Jahr ein Paar Schuhe für ein Kind zu kaufen. Ich fuhr fort und rechnete mit ihm aus, wie viel es jedes Jahr ausmachen würde, wenn er es sparen würde, und wie hoch die Zinsen wären, und wie leicht es für ihn oder jeden anderen wäre, während der wohlhabenden Zeiten ein wenig Geld für einen Regentag zurückzulegen. ¶
Ich möchte, dass jeder Heilige der Letzten Tage sein Heim besitzt und behält. Wenn ihr kein Heim habt, verschafft euch eines; habt ein Dach über dem Kopf, und dann verpfändet es nicht; verkauft es nicht. Ihr Brüder, die ihr im südlichen Teil des Bundesstaates lebt, wo es große Strecken unbeanspruchten trockenen Landes gibt — genannt das Ödland des Bundesstaates —, sichert euch, was ihr von diesem Land bekommen könnt. Wenn ihr jetzt einen Hof dieser Art besitzt, behaltet ihn; die Zeit wird kommen, in der sich die Kornkammer unseres Bundesstaates an heute unbebauten Orten befinden wird. Heute steht der Trockenfeldbau erst am Anfang. Wie war der Zustand vor einigen Jahren im Juab County? Ich sehe Bruder Grace aus Nephi vor mir; fragt ihn, welchen Erfolg er mit dem Trockenfeldbau gehabt hat. Es gibt heute niemanden in Juab County, der nicht sagen würde, dass Gott ihn und jenen Boden gesegnet hat; und doch war es erst vor wenigen Jahren, dass die Menschen versuchten, von dort wegzukommen. Sie wollten ihre Heimstätten verkaufen, weil es nicht genug bewässertes Ackerland gab, um sie und ihre Familien zu erhalten; aber was finden wir heute? Felder von Hunderten von Morgen der auserlesensten Getreidearten, die im vergangenen Jahr — einer der trockensten Jahreszeiten — 35 Scheffel pro Morgen erbrachten, und in diesem Jahr fast dieselbe Menge, alles auf trockenem Ackerland angebaut. Wissenschaftlicher Trockenfeldbau, mit den verschiedenen Methoden der richtigen Bodenbehandlung und den verschiedenen Verfahren, die angewendet werden, wird die heutigen Ödländer erblühen lassen und Getreide hervorbringen, um künftig das Volk dieses Bundesstaates zu ernähren. Nun, Brüder, ich möchte, dass ihr heimgeht und eurem Volk sagt, es solle sein Land behalten. Verkauft nicht euer Erbteil in Zion. ¶
Ich möchte sagen, dass ihr, solange die guten Zeiten anhalten und Männer gute Löhne erlangen können, einen Teil eures Verdienstes sparen solltet; denn gute Zeiten sind wie Ebbe und Flut des Ozeans — sie kommen und gehen. Merkt euch meine Worte: So gewiss der Herr lebt, wird eine Veränderung kommen, und ich hoffe und vertraue darauf, dass das Volk der Heiligen der Letzten Tage darauf vorbereitet sein wird, wenn sie kommt. Wohlhabende Zeiten sind es, in denen der Grund für Misserfolge gelegt wird. Während wohlhabender Zeiten greifen Männer weiter aus, als sie sollten; sie gehen über sichere Anlagen hinaus und leihen sich Geld für allerlei windige Unternehmungen. Ich sage euch: Jetzt, wo Geld reichlich vorhanden ist und euer Kredit so gut ist, dass ihr euch Geld mit eurer eigenen Unterschrift oder mit hinzugefügter Unterschrift eines Freundes leihen könnt, hoffe und vertraue ich darauf, dass ihr Urteilsvermögen anwenden und nicht über eure Zahlungsfähigkeit hinausgehen werdet. Bleibt schuldenfrei. Macht überhaupt keine Schulden, es sei denn, ihr habt eine absolute Sicherheit dahinter, und es sei denn, es dient dem Zweck, einen Landkauf zu tätigen oder ein Geschäft zu betreiben, bei dem ihr wisst, dass ihr absolut sicher seid. Das wollte ich in Bezug auf Schulden sagen, meine Brüder und Schwestern. Ich möchte auch sagen, dass eine sehr gute Art zu sparen und schuldenfrei zu bleiben — zumindest für die Heiligen der Letzten Tage — darin besteht, jenem einfachen Gesetz Gottes zu gehorchen, auf das zuvor hingewiesen wurde, dem Wort der Weisheit. ¶
Ich habe kürzlich Statistiken gelesen, die die Menge an Tabak, Zigarren und Spirituosen aller Art zeigten, die im vergangenen Jahr in diesen Bundesstaat kamen, und ich war verblüfft über die Menge. Ich habe heute Morgen nicht die Zeit, sie euch vorzulesen; aber bedenkt: fünfzig Wagenladungen Tabak, die in einem Jahr in den Bundesstaat Utah kamen! Natürlich wird der Großteil davon von anderen Menschen verbraucht; aber ich hoffe und vertraue darauf, dass ich den Tag erleben möge, an dem er ganz von anderen als den Heiligen der Letzten Tage verbraucht wird. Ich habe Männer sagen hören: „Nun, es schadet mir nicht, zu rauchen, und ich habe genug Geld, um dafür zu bezahlen." Es gibt keinen Mann in der Welt, der es je gebraucht hat, ohne körperlich geschädigt zu werden, und wisst ihr, ich habe die Vorstellung, dass es einen Mann auch sittlich schwächt. Gebt der Übertretung dieses einfachen Gesetzes nach, und es wird leichter werden, der Übertretung anderer Gesetze nachzugeben. Der erste Schritt auf dem Pfad des Irrtums ist im Allgemeinen nicht schwerwiegend und wird gewöhnlich Torheit genannt; aber wenn ihr die ersten Schritte tut, seid ihr geneigt, weiterzugehen und von größerem Unrecht ereilt zu werden. Das ist nicht alles, denkt an das Beispiel, das ihr gebt. Selbst wenn ihr selbst keine Kinder habt, solltet ihr kein schlechtes Beispiel vor den Kindern der Heiligen der Letzten Tage geben. Ich bitte euch, meine Brüder und Schwestern, darüber nachzudenken, es zu erforschen. ¶
Nun, meine Brüder und Schwestern, ich bitte euch, eure Kinder zu behüten und zu lehren, und während alle Einflüsse von außen versuchen, sie vom Evangelium Jesu Christi wegzulocken, lasst eure liebevolle Fürsorge und euer Beispiel wirken, um sie standhaft im Glauben zu halten. Es gibt Männer, deren Herzen von Hass erfüllt sind, die versuchen, unsere Kinder zu beeinflussen und sie gegen die Führer der Kirche zu erbittern. Wenn es ihnen gelingt, auch nur einen Zweifel in ihre Gedanken zu pflanzen, und ihr Väter und Mütter keinen Einfluss geltend macht, der ihn überwindet, wird es euch Kummer bringen und ihnen geistigen Tod und Kummer. Aber ich habe Glauben an die Kinder der Heiligen der Letzten Tage; an die Jungen und Mädchen, die unter dem immerwährenden Bund geboren worden sind. Ich fühle mich gewiss, dass sie den Pfad beschreiten werden, den ihre Väter und Mütter beschritten haben. Ich liebe den Vater und die Mutter, die mir das Leben gaben, und ich wundere mich manchmal über die Opfer, die sie um des Evangeliums Jesu Christi willen brachten. Ich bete zu Gott, dass er mir Kraft geben und dass er jedem Jungen und jedem Mädchen, das von Müttern und Vätern geboren wurde, die treue und loyale Mitglieder der Kirche gewesen sind, die Kraft geben möge, edel zu ihnen und zum Evangelium Jesu Christi zu stehen, und ich habe Glauben, dass sie das tun werden. Wenn ihr eure Jungen und Mädchen auf den Charakter der Männer aufmerksam macht, die als Autoritäten dieser Kirche unterstützt werden, wie sie leben, welche Ziele sie haben und welche Liebe sie für die Menschheit hegen, und dann ihre Aufmerksamkeit auf das Leben jener lenkt, die versuchen, Schande über dieses Volk zu bringen, können sie nicht umhin, den Gegensatz zu bemerken. Ich weiß, dass unsere jungen Leute, wenn sie über den wahren Charakter und das Leben vieler von jenen unterrichtet wären, die sich bemühen, dieses Werk niederzureißen, ihnen nicht folgen würden. Es scheint die Regel zu sein, dass, wenn ein Mann unsittlich und verdorben wird, er auch ein erbitterter Feind der Kirche wird, und je tiefer er sinkt, desto mehr Erbitterung entwickelt er. ¶
Meine Brüder und Schwestern, lasst uns treu und wahrhaftig zu den Bündnissen sein, die wir mit Gott geschlossen haben, und zu seiner Kirche. Lasst uns die Männer aufrechterhalten und unterstützen, die der Kirche präsidieren, und ihnen treu und wahrhaftig sein. Auf gleiche Weise lasst uns treu und wahrhaftig unserem Bundesstaat und seinen Interessen, unserem Land und seinen Einrichtungen sein, und vor allem Gott, der uns das Leben gab; er ist es, dessen Hand die Arche Zions stützt. Gott segne euch, im Namen Jesu Christi. Amen.