Die Verkündigung des Evangeliums und die Lieder Zions
Hyrum M. Smith
Die Lieder Zions helfen bei der religiösen Erziehung. — Die Ungeheuerlichkeit der Arbeit, die mit der Verkündigung des Evangeliums verbunden ist. — Missionarischer Erfolg trotz großen Widerstands. — Aus Erweckungsversammlungen ergeben sich nur eingebildete Bekehrungen. — Viele Wege führen nicht zum Himmel. — Der schmale Weg zum ewigen Leben ist breit genug für alle. ¶
Ich habe mich über die Zeugnisse gefreut, die von den Brüdern gegeben wurden, die in den bereits vergangenen Sitzungen der Konferenz gesprochen haben. Ich bin sehr dankbar für die Worte, die Präsident Smith zu Beginn der Konferenz sprach, in denen er sagte, dass eine Zeit des Wohlstands, der Einheit und des Wachstums die Heiligen der Letzten Tage während der letzten sechs Monate gekennzeichnet habe. Ich freue mich, wenn ich das große Werk betrachte, das auf Erden für die Errettung der Menschenkinder vollbracht wird, für ihre zeitliche und geistige Errettung; denn das Evangelium bedenkt die Errettung der Menschen sowohl zeitlich als auch geistig, ihre Erhebung zu höheren Ebenen in Sterblichkeit und Unsterblichkeit. Ich bin dankbar für das Werk, das unter den Kindern der Heiligen der Letzten Tage getan wird. Die Zehntausende von Kleinen, die unter dem Bund geboren wurden, werden in den verschiedenen Organisationen der Kirche in den Wegen des Herrn unterwiesen. Wir hatten gestern ein Beispiel für einige Arbeit, die unter den Kindern von Bruder Stephens geleistet wird — ein wahrhaft großartiges Werk, dessen voller Wert, wie ich annehme, noch nicht ganz verstanden wird. Sie lernen, die Lieder Zions zu singen, und diese Lieder atmen den Geist des Evangeliums, und in ihnen ist die Wahrheit enthalten. Die Grundsätze und Lehren der Kirche sind sehr oft in den Kirchenliedern verkörpert, die von Jung und Alt unter den Heiligen der Letzten Tage gesungen werden; und dies wird zusammen mit den Unterweisungen, die sie in den Religionsklassen, den Primarvereinigungen, den Sabbatschulen und den Gegenseitigen Verbesserungsvereinigungen empfangen, dazu beitragen, sie zu Männern und Frauen zu entwickeln, die gründlich in den Grundsätzen des Evangeliums unterwiesen sind, und sie mit dem Plan des Lebens und der Errettung vertraut machen. Sie sind auf dem Weg, ihre Berufung und Erwählung festzumachen. Sie befinden sich auf jenem schmalen Pfad, und ihre Angesichter sind auf die enge Pforte gerichtet, die zum ewigen Leben führt. Die anderen Organisationen unter den Erwachsenen oder erwachsenen Menschen leisten ebenfalls ein gutes Werk, und wir sehen in dieser Versammlung einen Beweis für großen Glauben in den Herzen des Volkes hinsichtlich des Werkes des Herrn. Unsere Missionare wirken ernsthaft und, wie wir gehört haben, höchst uneigennützig, damit den Menschen der Welt die Wahrheit gelehrt und sie zur Erkenntnis des Evangeliums gebracht werden mögen, damit sie die Wahrheit erkennen, damit sie Gut von Böse unterscheiden können, damit sie sogleich Recht von Unrecht bestimmen können: und es ist unser Gebet, dass die Menschen so vom Geist des Herrn bewegt werden mögen, dass sie dieses Wort annehmen, wie es ihnen von den Ältesten der Kirche gebracht wird. Im vergangenen Jahr wurden fast 2.400 Männer und Frauen durch die Taufe der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage hinzugefügt. Nun, auf den ersten Blick erscheint das nicht als ein sehr großes Werk, das von den Ältesten vollbracht wurde; aber das ist in Wirklichkeit nur ein sehr kleiner Teil des Werkes. Sie haben Zehntausende von Meilen zurückgelegt und den Menschen in ihren Städten, Ortschaften und Dörfern das Evangelium gepredigt. Sie haben unter den Menschen der Welt Millionen von Traktaten verteilt, die den Plan des Lebens und der Errettung erklären. Sie sind in die Heime von vielen Tausenden eingetreten, die vor ihrem Kommen nie von der Wiederherstellung des Evangeliums Christi oder der Ausschüttung in der Zeiten Fülle gehört hatten; und diesen Zehntausenden, ja, und Hunderttausenden von Menschen ist das Evangelium gepredigt worden, die Botschaft ist getragen worden, und die Lehren und Grundsätze des Evangeliums sind erklärt worden. Ich nehme an, dass Millionen von Menschen im vergangenen Jahr die Ältesten der Kirche gehört haben, wie sie ihre Stimmen auf den Straßen und Marktplätzen der bevölkerten Gegenden der Welt erhoben haben. „Und dieses Evangelium vom Reich wird auf dem ganzen Erdkreis allen Völkern zum Zeugnis gepredigt werden, und dann wird das Ende kommen"; und dieses Werk wird getan. Wir können nichts dafür, wenn viele das Evangelium nicht annehmen wollen. Wir erfüllen die Verpflichtung und die Verantwortung, die Gott uns auferlegt hat, wenn wir den Menschenkindern Umkehr zurufen. Sie werden dann sich selbst überlassen, zu gehorchen oder abzulehnen, wie sie wollen, und sie werden die Folgen des Ungehorsams oder den Lohn des Gehorsams gegenüber dem so gesprochenen Wort der Gottheit empfangen. Dennoch sind 2.400 verständige Männer und Frauen, die durch diese Lehren bekehrt und durch Untertauchen zur Vergebung ihrer Sünden von bevollmächtigten Dienern Gottes getauft wurden, unter den gegebenen Umständen letztlich ein wunderbares Werk. Sie sind nicht durch die Methoden von Erweckungsversammlungen bekehrt worden. Ich nehme an, dass es in den meisten Fällen Wochen und Monate, vielleicht sogar Jahre gedauert hat, manche derjenigen zu bekehren, die getauft wurden. Die Bekehrung von einem Zustand der Sünde und des Unglaubens zu einem des Verständnisses und des Glaubens geschieht nicht augenblicklich. Uns wurde gestern gesagt, dass beim Hören des Evangeliums manche Personen von seiner Wahrheit überzeugt wurden und sofort um die Taufe ersuchten; aber würden diese Fälle untersucht, so würden wir feststellen, dass sie sehr genau mit jenem Fall der Bekehrung des Kornelius vergleichbar sind, der ebenfalls gestern erwähnt wurde. Es sind Männer und Frauen, die seit einiger Zeit, vielleicht seit Jahren, unzufrieden gewesen sind mit dem, was die Welt ihnen als Evangelium angeboten hat. Es sind Menschen, die nach der Wahrheit gesucht, nach Licht Ausschau gehalten haben, die zu Gott um Erkenntnis der Wahrheit gebetet haben, und sich dadurch auf die Botschaft vorbereitet haben, als sie sie hörten, und bereit sind, sie sofort bei ihrem Hören anzunehmen und die Taufe wünschen. Gewöhnlich gehen wir zu Menschen, die Christen sind, die glauben oder vorgeben zu glauben, und zwar aufrichtig, an Gott und an die errettenden und erlösenden Kräfte des Herrn Jesus Christus; und wenn wir zu ihnen gehen und sie zum ersten Mal hören, dass sie sich wahrscheinlich doch in dem Glauben geirrt haben, den sie gewählt haben und in dem sie erzogen wurden, hat das eine gewaltige Wirkung, es ist eine Umwälzung, und es braucht Zeit, viel Zeit, bis sie überzeugt werden. Es braucht Gebet, es braucht Unterweisung und viel Mühe seitens der Lehrer des Evangeliums, um diesen Personen zu zeigen, dass sie im Irrtum gewesen sind, und dass auch ihre religiösen Berater im Irrtum gewesen sind, und sie von der Wahrheit zu überzeugen, die ihnen von den wahren Hirten Jesu Christi gebracht wird. Folglich hat die Bekehrung dieser Menschen viel Mühe und ernsthafte, gebetsvolle Arbeit seitens der Diener des Herrn erfordert. Wenn man darüber nachdenkt, sind 2.400 Menschen mehr, als in manchen Städten und Dörfern im Staat Utah oder anderen Staaten wohnen. Wenn man ferner bedenkt, dass diese Bekehrungen zustande gekommen sind, während das ganze Reich des Teufels gegen die Diener Gottes aufgeboten war, ist es umso bemerkenswerter. Wenn man bedenkt, dass von Tausenden von Kanzeln in der ganzen zivilisierten oder christlichen Welt sogenannte Prediger des Evangeliums das Volk vor den Ältesten der Kirche Christi gewarnt haben und dass auch die Herausgeber einflussreicher Zeitungen im ganzen Land die Welt gleichsam mit Lügen und Unwahrheiten überschwemmt haben, das Volk mit falschen Vorstellungen über die „Mormonen" überflutet und die ganze Menschheit gewarnt haben, sich vor den „mormonischen" Ältesten zu hüten, so ist es wunderbar in unseren Augen. Trotz alledem, trotz regelrecht organisierter Gesellschaften und Bünde, die ins Leben gerufen wurden, um die Ältesten zu bekämpfen und ihnen Stolpersteine in den Weg zu legen und die Gemüter der Menschen zu beeinflussen, sie mit Vorurteilen gegen die Wahrheit zu erfüllen — es ist eine bemerkenswerte Sache, meine Brüder und Schwestern, dass die Ältesten die Ohren verständiger Männer und Frauen in der Zahl von Tausenden erreichen konnten, die bekehrt wurden, und Zehntausenden, die in größerem oder geringerem Maße das Evangelium des Herrn Jesus Christus untersuchen. Wenn man ferner bedenkt, dass Gouverneure von Staaten und Bürgermeister von Städten sich dem Feind angeschlossen und die Ältesten aus bestimmten Gegenden verbannt haben; wenn Prediger, wie wir gestern gehört haben, die Bevölkerung zu Pöbelgewalt aufgehetzt haben, zum Auspeitschen der Ältesten, zum Niederbrennen von Versammlungshäusern, und jenen, die ihnen auch nur zuhören, mit der Zerstörung ihrer Häuser und vielleicht dem Opfer ihres Lebens gedroht haben, so wächst das Erstaunen noch mehr. Aber es ist Gottes Werk. Die Ältesten sind Seine Diener. Sie sind göttlich berufen. Sie sind auch göttlich mit dem Heiligen Geist bekleidet. Mag sich auch die ganze Unterwelt mit allen Mächten der Hölle und der Erde widersetzen, sie können weder gegen Gott noch gegen Seine Diener obsiegen. Es bedarf nur ein wenig Nachdenkens, ein wenig Gebets, ein wenig Nächstenliebe, der Ausübung ein wenig gesunden Menschenverstandes seitens verständiger Männer und Frauen, nur eines Augenblicks des Innehaltens, um die ihnen gebrachte Botschaft und das Leben und die Lebensführung der Boten, die sie bringen, sorgfältig und nachdenklich zu betrachten, und diese mit dem Charakter und der Lebensführung derer zu vergleichen, die das Werk Gottes bekämpfen, um sie von der Wahrheit zu überzeugen. ¶
Das Werk des Herrn geht weiter. Wir lesen von Zeit zu Zeit Statistiken der verschiedenen Konfessionen der Christenheit, welche die Zahlen der Tausenden angeben, die innerhalb bestimmter Zeiträume zum Christentum bekehrt wurden; und wenn man sich die Mühe macht, dies zu untersuchen, mag man feststellen, dass Jahr für Jahr dieselben Tausenden immer wieder bekehrt und Bekehrte zum Christentum genannt werden. Die christliche Welt hält, was sie Erweckungsversammlungen nennt, ab, bei denen sich die Menschen in großer Zahl versammeln — die christlichen Menschen, die abgeirrt sind, die mehr oder weniger der Sünde ergeben und die nur wenig an Religion interessiert gewesen sind. Ihre Zeit und Aufmerksamkeit waren mit weltlichen Beschäftigungen ausgefüllt. Sie hören Männer mit großem Eifer und Beredsamkeit das Evangelium predigen, und sie werden bewegt, sie werden berührt, sie sehen ihr sündiges Leben; und, sei es in der Hoffnung, den Schrecken des ewigen Feuers in der Hölle zu entgehen, oder um hernach die herrliche und müßige Ruhe des „christlichen" Himmels zu empfangen, sind sie geneigt, für den Augenblick umzukehren, und werden der Kirche hinzugefügt. Eine Woche später sind sie wieder dort, wo sie waren, ehe sie „bekehrt" wurden, und es bedarf nach einer Weile einer weiteren Erweckungsversammlung, um sie wieder zu Umkehr und Glauben aufzurütteln. Nicht so bei jenen, die zum Evangelium Christi bekehrt werden. Wie ich gesagt habe, ist der Übergang von der Schlechtigkeit und der weltlichen Liebe zu jener der Selbstaufopferung und des Glaubens an Gott und des Gehorsams gegenüber den Grundsätzen des Evangeliums Jesu Christi nie augenblicklich vollzogen worden. Aber diese, mit denen wir lange und eifrig gearbeitet haben, haben sich vorbereitet, und sie sind sicher. Sie haben einen lebendigen Glauben, einen Glauben, der von guten Werken begleitet ist, und wir können uns auf sie verlassen — zumindest auf die meisten von ihnen. Es mag sogar nach all dieser Bemühung um sie einige geben, die abfallen; das kommt manchmal vor. Ebenso, meine Brüder und Schwestern, geschieht der Übergang vom Gehorsam gegenüber der Wahrheit, von einem Zustand des Glaubens an Gott, von einem guten, tugendhaften, ehrenhaften, rechtschaffenen Leben zu Sünde, Abtrünnigkeit und Schlechtigkeit niemals augenblicklich. Kein Mensch, der heute in voller Gemeinschaft mit der Kirche steht, der die Zustimmung Gottes empfängt und das Zeugnis der Wahrheit in seinem Herzen trägt, der die Gebote des Herrn hält, der treu, rein, tugendhaft und keusch ist, wird morgen wegen Ehebruchs, wegen Abtrünnigkeit oder wegen Schlechtigkeit und Verderbtheit aus der Kirche ausgeschlossen. Ich habe nie einen solchen Fall gekannt; Veränderungen dieser Art vollziehen sich allmählich und brauchen Zeit. ¶
Nun, meine Brüder und Schwestern, ihr kennt das Evangelium des Herrn Jesus, ihr kennt die Lehren der Kirche, ihr versteht die Grundsätze des Lebens und der Errettung, ihr wisst, was der Herr uns geboten hat zu tun und nicht zu tun, darum sagen wir euch: Folgt dieser Erkenntnis, und lasst euch von Glauben und Gebet leiten. Haltet euch rein und auf dem Pfad der Pflicht, auf dem geraden und schmalen Weg, der zum ewigen Leben führt. Meidet jenen breiten Weg und jene weite Pforte, die ins Verderben führen. Es ist alles gut und schön, und ich nehme an, für manche verlockend, Ansprachen über die Wegscheiden zu hören und dass man ihnen sagt, sie könnten jede Route nehmen, die ihnen beliebt, durch die lieblich duftenden Wälder wandern und ihren Windungen entlang der schönen Bäche und angenehmen Wiesen folgen, und sie würden am Ende dennoch in den Himmel gelangen. Das klingt für manche recht hübsch, aber für jene, die die Wahrheit verstehen, ist es abscheulich, weil es nicht der Tatsache entspricht; es ist falsch und nicht wahr. Es mag angehen, über manche unserer gewundenen und „mäandernden" Landstraßen zu sprechen; aber der Mann, der seinen Fuß auf die Straße setzt, die nach London „mäandert", muss vollständig kehrtmachen, wenn er nach Carlisle oder Glasgow gelangen will. Es gibt nur einen Weg des Lebens und der Errettung; und es ist Unsinn für Menschen, als Text zu nehmen: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben", und dann, ehe sie geendet haben, der Welt zu erklären, sie könnten ihren eigenen Weg gehen, ihrer eigenen Neigung folgen, welchen Weg sie wollten, denn so groß sei die Liebe Gottes und die Barmherzigkeit Jesu Christi, dass Er sie am Ende dennoch erretten werde. „Weit ist die Pforte und breit der Weg, der ins Verderben führt, und es sind ihrer viele, die auf ihm hineingehen, weil eng ist die Pforte und schmal der Weg, der ins Leben führt, und nur wenige sind es, die ihn finden." Und warum finden ihn nur wenige? Weil Menschen diese falschen Lehren von „mäandernden" Wegen predigen und der Menschheit die Wahl unter einer Zahl von Pfaden geben. Sie sagen, man könne den Wegen folgen, die durch die lieblich duftenden Wälder der Sünde führen; man könne jenem Weg folgen, der den verlockenden Bächen des Lasters und der Verderbtheit gleichläuft; man könne durch die Wiesen der eigenen verderblichen Neigungen wandeln, wenn man wolle, und am Ende werde einen die Liebe Gottes doch erretten; denn: „Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einziggezeugten Sohn hingegeben hat, damit alle, die an ihn glauben, nicht verlorengehen, sondern ewiges Leben haben." Aber sie versäumen es hinzuzufügen: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich." Wegen solcher Lehren wie dieser gehen Menschen in die Irre; sie bilden sich ein, sicher zu sein, wenn sie ihrem eigenen Willen folgen, und vergessen, dass sie den Willen Gottes tun müssen, um errettet zu werden. Sie vergessen, dass, „wer nicht durch die Tür in den Stall der Schafe hineingeht, sondern anderswo hineinsteigt, ein Dieb und ein Räuber ist". Man mag sagen, diese Art von Lehre, die von den Kanzeln gepredigt wird, sei eine weitherzige Lehre; sie umfasse die Vaterschaft Gottes und die Bruderschaft der Menschen. Menschen haben aus der Vaterschaft Gottes und der Bruderschaft der Menschen Schlagworte gemacht. Der Apostel Johannes sagte vom Erretter: „Er kam in das Seine, doch die Seinen nahmen ihn nicht auf; allen aber, die ihn annahmen, verlieh er das Anrecht, Kinder Gottes zu werden, nämlich denen, die an seinen Namen glauben" — nicht jenen, die Ihn nicht annahmen. Der Erretter sagte zu manchen Menschen einst, sie seien Kinder ihres Vaters, des Teufels, der der Vater der Lüge sei. Warum? Weil sie Christus nicht annehmen wollten, sondern lieber das Böse annahmen und eine Zuflucht in Lügen vorzogen. Wenn dies nun Weitherzigkeit ist, so ist es die Weitherzigkeit des breiten Weges, und Menschen auf jenem breiten Weg mögen mäandern und kreisen und tanzen, wie es ihnen beliebt, aber sie werden niemals die enge Pforte finden, sondern werden durch die weiten Pforten ins Verderben eingehen. Wenn es engherzig ist zu sagen, dass „eng die Pforte und schmal der Weg ist, der ins Leben führt, und nur wenige sind es, die ihn finden", so ist es nicht meine Engherzigkeit, sondern die Engherzigkeit Jesu Christi, des Erlösers der Welt. Aber was ist mit diesem schmalen Weg? Nun, Brüder und Schwestern, er ist breit genug, um die ganze Welt zu fassen, wenn die Menschen der Welt nur auf ihn eintreten und mit ihrer Aufmerksamkeit auf die enge Pforte gerichtet vorwärtsmarschieren würden. Sie könnten sogar zu vielen Tausenden nebeneinander gehen, ohne Schwierigkeiten. Es ist der Pfad der Pflicht und des Gehorsams gegenüber den Dingen, die der Erretter gelehrt hat, denn Er sagte: ¶
„Darum wird jeder, der diese meine Worte hört und nach ihnen tut, einem klugen Mann gleichen, der sein Haus auf Felsengrund gebaut hat. ¶
Da strömte der Platzregen herab, es kamen die Wasserströme, es wehten die Winde und stießen an jenes Haus; doch es stürzte nicht ein, denn es war auf den Felsen gegründet. ¶
Wer jedoch diese meine Worte hört und nicht nach ihnen tut, der gleicht einem törichten Mann, der sein Haus auf den Sand gebaut hat. ¶
Da strömte der Platzregen herab, es kamen die Wasserströme, es wehten die Winde und stürmten gegen jenes Haus: Da stürzte es ein, und sein Zusammensturz war gewaltig." ¶
Es ist Torheit anzunehmen, dass man Errettung im Reich Gottes erlangen kann, während man die Gebote Gottes bricht. Es ist Torheit anzunehmen, dass der breite Weg und jene Wege, die mäandern und sich krümmen und vom geraden und schmalen Pfad abwenden, zu jener Pforte führen werden, die ins Leben eingeht. Ihr Heiligen der Letzten Tage versteht dies. Dies sind die Dinge, von denen wir die Welt zu überzeugen versuchen. „Wer da gläubig ist und sich taufen lässt, wird gerettet werden" — das sind die Worte des Herrn Jesus Christus, und sie müssen zu jenen anderen Aussprüchen von Ihm hinzugefügt werden, nämlich dass „Gott die Welt so sehr geliebt hat, dass er seinen einziggezeugten Sohn hingegeben hat, damit alle, die an ihn glauben, ewiges Leben haben" usw. Wir müssen alle Worte des Erretters annehmen; von jedem Wort leben, das aus dem Mund Gottes hervorgeht, den Pfaden der Wahrheit folgen und die Gebote des Herrn halten; dann wird es Errettung für uns geben. ¶
Der Zustand der Welt heute gleicht sehr dem, was Paulus beschrieb, als er schrieb, es werde eine Zeit kommen, „da wird man die gesunde Lehre unerträglich finden und sich nach eigenem Gelüsten Lehrer über Lehrer beschaffen, weil man nach Ohrenkitzel Verlangen trägt; von der Wahrheit dagegen wird man die Ohren abkehren und sich den Fabeln zuwenden." Solche Lehren wie jene von den vielen Wegen mögen an der Oberfläche weitherzig und liberal erscheinen, aber sie sind Fabeln, und ihre Anhänger werden ins Verderben gehen, wenn sie nicht umkehren. ¶
Wiederum schrieb Paulus: ¶
„Das sollst du aber wissen, dass in den letzten Tagen schlimme Zeiten eintreten werden. ¶
Denn da werden die Menschen selbstsüchtig und geldgierig sein, prahlerisch und hochmütig, schmähsüchtig, den Eltern ungehorsam, undankbar, gottlos, ohne Liebe und Treue, verleumderisch, unmäßig, zügellos, allem Guten feind, verräterisch, leichtfertig und dünkelhaft, mehr dem Genuss als der Liebe zu Gott ergeben; sie werden wohl noch den äußeren Schein der Gottseligkeit wahren, aber deren innere Kraft nicht erkennen lassen. Von solchen Menschen wende dich ab! ¶
Denn zu diesen gehören die, welche sich Eingang in die Häuser zu verschaffen wissen und Angehörige des weiblichen Geschlechts einzufangen suchen, die mit Sünden beladen sind und von mancherlei Leidenschaften umgetrieben werden." ¶
Eine bessere Beschreibung des gegenwärtigen Zustands der Welt könnte kaum geschrieben werden. Ob sich diese Vorhersage nun auf eine frühere oder eine spätere Zeit bezog, wir sehen in unserer eigenen Zeit eine bemerkenswerte Erfüllung davon. Es gibt viele, auf die diese Beschreibung gut zutrifft, und es ist diese Art von Menschen, die bei der Verfolgung der Heiligen hervorgetreten ist und die im vergangenen Jahr oder in den letzten zwei Jahren in Häuser eingedrungen sind und mehrere Millionen törichter Frauen gefangen geführt haben. ¶
„Böse Menschen dagegen und Betrüger werden es immer ärger treiben, indem sie verführen und selbst verführt werden." ¶
Meine Brüder und Schwestern, das Reich Gottes wird trotz alledem siegen. Darum folgt dem Weg des Lebens; folgt den Anweisungen der Diener Gottes; haltet eure Füße auf dem geraden Weg, und ihr werdet errettet werden, und die Welt kann es nicht verhindern. Zugleich tut euer Bestes, um durch Liebe, Freundlichkeit, Rücksichtnahme und Unterweisung alle Menschen zu überzeugen, mit euch einzutreten. Gott segne die Heiligen, im Namen Jesu. Amen. ¶