Christus nachfolgen
Anthon H. Lund
Vorbereitung auf das Kommen Christi — Sein Tod und Seine Auferstehung — Errettung für die Toten
Ich grüße diese Versammlung im Namen des Herrn und bitte darum, an eurem Glauben und euren Gebeten teilhaben zu dürfen, während ich vor euch stehe. Ich habe die Ausführungen unseres Präsidenten heute Morgen genossen, und ich glaube, seine Worte haben in jedem Herzen ein Echo gefunden. Er hat uns unsere Sendung und unsere Pflichten hier auf Erden dargestellt – das, wonach wir streben, nämlich dem Herrn zu dienen, Seine Absichten auszuführen und Werkzeuge in Seiner Hand zu sein, um die Herrschaft des Friedens, die Herrschaft Christi, hier auf Erden herbeizuführen. Dieses Werk, mit dem wir beschäftigt sind, ist uns gesagt worden, und wir haben Gewissheit darüber, das Werk, das die Menschen auf das zweite Kommen Christi vorbereiten soll. Wir glauben, dass die Zeit nahe bevorsteht, in der sich die Prophezeiungen über Sein Kommen erfüllen werden. Wir wissen, dass vor Seinem Kommen ein Volk bereit sein muss, Ihn zu empfangen. Wir haben versucht, uns selbst und jene, unter denen wir wirken, auf dieses große Ereignis vorzubereiten, und wir können dies auf keine andere Weise tun als jene, die uns unser Präsident aufgezeigt hat. Ich werde daran erinnert, dass heute Ostern ist. Wir feiern heute das herrliche Ereignis der Auferstehung unseres Erretters. Vor etwa 1870 Jahren fand dieses große Ereignis statt, das unsere Hoffnung auf ewiges Leben bestätigt. Unser Erlöser wurde in ein neues Grab gelegt und blieb dort bis zum dritten Tag nach Seiner Kreuzigung. Er stand auf und nahm Seinen Leib wieder an – denselben Leib, der am Kreuz gelitten hatte und begraben worden war; und in diesem Leib wurde Er wieder unter Seinen Nachfolgern gesehen. Welch ein großes Ereignis ist die Auferstehung Christi! Er besiegte den Tod; Er zeigte uns, dass der Tod nicht für immer herrschen sollte; dass, obwohl Er selbst und der ganze Same Adams dem Tod unterworfen sein sollten, der Tod dennoch nicht weiterhin Macht über sie haben sollte. Er überwand den Tod. Er zerbrach seine Ketten, Er nahm Seinen Leib wieder an und erfüllte die große Sendung, für die Er hierher auf die Erde gekommen war. Welch eine herrliche Hoffnung wird uns durch dieses Ereignis gegeben! Ich nehme an, das Datum dieses Jahrestages ist beinahe zutreffend. Es war ungefähr um diese Jahreszeit, als die Auferstehung stattfand. Mit Weihnachten verhält es sich anders. Wir haben nichts, woran wir uns halten könnten, um zu zeigen, dass die Geburt Christi im Dezember stattfand, aber es gibt Hinweise darauf, dass es früh im Jahr war und dass es zu einer Zeit gewesen sein muss, als es warm genug war, dass die Hirten mit ihren Herden im Freien waren. Dieses Ereignis jedoch, das heute in der ganzen christlichen Welt gefeiert wird, fand, wie wir aus den Evangelien wissen, zur Zeit des jüdischen Passahfestes statt. Um es alljährlich auf einen Sonntag fallen zu lassen, haben die christlichen Zeitrechner es auf den Sonntag nach dem ersten Vollmond gelegt, der auf den 21. (März) folgt. Es freut uns daher zu wissen, dass wir der rechten Zeit nahe sind, wenn wir dieses Ereignis feiern. ¶
Viele bezweifeln die Aussagen der Evangelisten und sagen, die Auferstehung könne nicht stattgefunden haben. Ungläubige haben Argumente gegen den Glauben an die Auferstehung Christi vorgebracht. Bei uns jedoch besteht daran kein Zweifel. ¶
Wir glauben, dass die Bibel das Wort Gottes ist, soweit sie richtig übersetzt ist, und in diesem Buch finden wir die Zeugnisse mehrerer Schreiber für die Tatsache, dass Jesus auferstanden ist und dass Er, nachdem Er auferstanden war, von den Aposteln, von Bekannten und einmal von bis zu fünfhundert Menschen zugleich gesehen wurde. Dies war das Zeugnis, das Seine Jünger ablegten, als sie nach der Himmelfahrt Christi in die Welt hinausgingen, und sie waren bereit, für dieses Zeugnis alles zu erleiden. Sie legten dieses Zeugnis nicht in der Absicht ab, weltliche Ehren als Entlohnung für ihre Arbeit zu erlangen; im Gegenteil, sie wussten, dass das Ablegen dieses Zeugnisses über Christus dazu führen würde, dass sie Ihm selbst bis in den Tod folgen müssten; aber dies hielt sie nicht ab, sie zögerten nicht und fürchteten sich nicht davor, was die Welt tun würde, sondern beharrten darauf, Zeugnis zu geben, dass Christus auferstanden war und dass sie Ihn gesehen hatten. ¶
Nicht nur Christus stand damals von den Toten auf, sondern auch andere wurden gesehen, die aus ihren Gräbern auferstanden waren – rechtschaffene Männer und Frauen, die vor Christus gestorben waren und das Vorrecht hatten, mit Ihm aufzuerstehen. Ich glaube nicht, dass die Auferstehung damals eine allgemeine war; ich glaube, sie erstreckte sich nur auf jene, die sich, während sie auf Erden waren, bereit gezeigt hatten, alles für das Reich Gottes zu tun, und denen weder Besitz noch Ehre noch das Leben selbst zu teuer gewesen waren, um sie davon abzuhalten, die Absichten Gottes auszuführen. ¶
Die Heiligen der Letzten Tage glauben an eine buchstäbliche Auferstehung. Wir hegen nicht die Vorstellung, wie viele in der Welt es tun, dass die Auferstehung nur eine geistige sein werde. Die Verheißung des Herrn lautet, dass wir unsere Leiber wieder empfangen werden. Wir betrachten den Tod lediglich als eine zeitweilige Trennung von Geist und Leib. Der Leib Jesu wurde ins Grab gelegt, und eine Wache wurde davor gestellt, aber Sein Geist schlummerte dort nicht. Nur der Leib war tot. Der Geist lebte noch, und im Geist besuchte Er die Guten und Rechtschaffenen im Paradies und besuchte auch das Gefängnis, wo die Geister der Menschen viele Generationen lang auf Sein Kommen gewartet hatten, da sie dorthin versetzt worden waren, weil sie das Evangelium abgelehnt hatten, als es ihnen gepredigt wurde. In der Schrift wird uns gesagt, dass Er die Geister im Gefängnis besuchte und ihnen predigte. Zweifellos nahmen sie Seine Botschaft mit Freude auf und wurden aus dem Gefängnis befreit. So erfüllte Er die Prophezeiungen, die erklärt hatten, dass Seine Sendung darin bestehe, Gefängnistüren zu öffnen. Danach kehrte Sein Geist zu Seinem Leib zurück. Der Leib wurde belebt und unsterblich gemacht. Er durchlief einen Vorgang, von dem wir keine Vorstellung haben. Aber es war derselbe Leib. Er besuchte Seine Apostel nach Seiner Auferstehung. Er erschien in ihrer Mitte, ohne dass sie sahen, wie Er kam. Die gröberen Elemente des Leibes wurden zweifellos entfernt. Wenn etwas Verwesliches in dem Leib gewesen wäre, der im Grab lag, wurde es nicht in den auferstandenen Leib aufgenommen. Vor Seiner Kreuzigung war Sein Leib dem Tod unterworfen, und Er wurde von Seinen Feinden getötet; aber als Er Seinen Leib wieder annahm, war alles, was zur Sterblichkeit gehörte, entfernt worden. Sein Leib war ein unsterblicher. Doch als Er sich Seinen Jüngern zeigte, bewies Er ihnen, dass Er derselbe Jesus war; da waren die Wunden an Händen und Füßen und sogar in Seiner Seite – ein überzeugender Beweis für Seine Jünger von Seiner Identität und davon, dass Sein Leib auferstanden war. ¶
Wir blicken einer Zeit entgegen, da dieser große Segen auch uns zuteilwerden soll. Wir betrachten den Tod nicht als das Ende unseres persönlichen Daseins. Im Gegenteil, da wir wissen, dass Er unser Vorbild ist, haben wir die Gewissheit, dass der Tod nur zeitweilig ist und dass nach dem Tod eine Zeit kommen wird, in der wir wieder dieselben Leiber empfangen werden, die wir hier auf Erden besitzen, und dass die Vereinigung von Geist und Leib niemals wieder aufgelöst werden wird. Die Leiber, die wir empfangen werden, werden unsterblich sein, und Geist und Leib, wieder vereint, werden eine lebendige Seele bilden. ¶
Während ich bei diesem Thema bin, will ich einige Verse aus dem achtundachtzigsten Abschnitt des Buches Lehre und Bündnisse vorlesen: ¶
„95 Und es wird über den Zeitraum einer halben Stunde hinweg Stille sein im Himmel; und sogleich danach wird der Vorhang des Himmels entfaltet werden, wie eine Schriftrolle entfaltet wird, nachdem sie zusammengerollt war, und vom Angesicht des Herrn wird der Schleier weggenommen werden; ¶
96 und die Heiligen, die auf Erden sind, die am Leben sind, werden belebt und entrückt werden, ihm zu begegnen. ¶
97 Und die in ihren Gräbern geschlafen haben, werden hervorkommen, denn ihre Gräber werden sich öffnen; und auch sie werden entrückt werden, um ihm in der Mitte der Himmelssäule zu begegnen – ¶
98 sie gehören Christus: die Erstlingsgabe, diejenigen, die als Erste mit ihm herniedersteigen werden, und diejenigen, die auf Erden und in ihren Gräbern sind, die zuerst entrückt werden, um ihm zu begegnen; und das alles, wenn der Engel Gottes die Stimme der Posaune ertönen lassen wird. ¶
99 Und danach wird noch ein Engel ertönen lassen, nämlich die zweite Posaune; und dann kommt die Erlösung derer, die Christus bei seinem Kommen gehören, die ihr Teil in jenem Gefängnis empfangen haben, das für sie bereitet ist, damit sie das Evangelium empfangen und den Menschen gemäß nach dem Fleisch gerichtet werden können. ¶
100 Und weiter, noch eine Posaune wird ertönen, und das ist die dritte Posaune; und dann kommen die Geister der Menschen, die gerichtet werden sollen und unter Schuldigsprechung befunden werden; ¶
101 und dies sind die übrigen Toten, und sie werden nicht wieder lebendig, bis die tausend Jahre zu Ende sind, auch weiter nicht bis zum Ende der Erde. ¶
102 Und noch eine Posaune wird ertönen, und das ist die vierte Posaune, nämlich: Es befinden sich unter denen, die bis zu jenem großen und letzten Tag, ja, bis zum Ende bleiben müssen, jene, die weiterhin schmutzig bleiben werden." ¶
Hier haben wir, durch eine 1832 gegebene Offenbarung, eine Prophezeiung über die Art und Weise der Auferstehung. Sie wurde dem Propheten Joseph Smith durch Offenbarung gegeben, und sie gibt uns eine gute Vorstellung von jenem großen Ereignis, das sich künftig zutragen wird. Wenn Christus kommt, werden die Heiligen, die auf Erden sind, belebt und zu Ihm entrückt werden. Sie werden nicht ins Grab gelegt werden und den Tod auf gewöhnliche Weise erfahren müssen, sondern all die Veränderung, die zum Tod gehört, wird über sie kommen, sei es auch, wie der Apostel sagte, „in einem Augenblick". Die Macht des Herrn wird offenbar werden – denn Er hält die Schlüssel der Auferstehung, Er weiß alles über unsere leibliche Beschaffenheit, und Er ist imstande, dieses große Wunder der Auferstehung zu vollbringen. Wenn also die Zeit kommt, werden die Getreuen unter den Heiligen belebt und entrückt werden, um Ihm und den vielen Tausenden, die mit Ihm kommen, zu begegnen. ¶
„Und die in ihren Gräbern geschlafen haben, werden hervorkommen, denn ihre Gräber werden sich öffnen; und auch sie werden entrückt werden, um ihm in der Mitte der Himmelssäule zu begegnen." Dies nun sind die Erstlinge jener Auferstehung, und sie werden mit Christus herniedersteigen. Auch jene, die auf der Erde sind, werden entrückt werden, um Ihm zu begegnen. Und dies alles durch die Stimme der Posaune des Engels Gottes. ¶
Dies, Brüder und Schwestern, ist etwas, wofür es sich zu arbeiten lohnt. Wir wünschen so zu leben, dass, wenn dieses Ereignis eintritt, ob wir auf der Erde oder im Grab seien, dieser Klang von uns gehört werde – dass wir hervorkommen und uns jener glücklichen Schar anschließen mögen. Die Offenbarung fährt fort, jene zu beschreiben, die die Posaune hören werden, die aber einer anderen Klasse angehören als jener, auf die ich mich bezogen habe. Es wird einige geben, die das Evangelium nicht auf Erden gehört haben, die aber ihren Anteil im Gefängnis erhielten. Wir haben im Allgemeinen gedacht, dass die Lehre von der Errettung für die Toten nicht vor 1843 gelehrt wurde, als der Prophet Joseph Offenbarungen über die Arbeit für die Toten empfing; aber von Anfang an offenbarte ihm der Herr, dass es eine Möglichkeit der Errettung für jene gab, die ohne Kenntnis des Evangeliums dahingeschieden waren. Und so wird uns hier von der nächsten Klasse berichtet, die auferstehen wird: ¶
„Und danach wird noch ein Engel ertönen lassen, nämlich die zweite Posaune; und dann kommt die Erlösung derer, die Christus bei seinem Kommen gehören, die ihr Teil in jenem Gefängnis empfangen haben, das für sie bereitet ist, damit sie das Evangelium empfangen und den Menschen gemäß nach dem Fleisch gerichtet werden können. ¶
Und weiter, noch eine Posaune wird ertönen, und das ist die dritte Posaune; und dann kommen die Geister der Menschen, die gerichtet werden sollen und unter Schuldigsprechung befunden werden; ¶
und dies sind die übrigen Toten, und sie werden nicht wieder lebendig, bis die tausend Jahre zu Ende sind, auch weiter nicht bis zum Ende der Erde. ¶
Und noch eine Posaune wird ertönen, und das ist die vierte Posaune, nämlich: Es befinden sich unter denen, die bis zu jenem großen und letzten Tag, ja, bis zum Ende bleiben müssen, jene, die weiterhin schmutzig bleiben werden." ¶
Vielleicht sind die Söhne des Verderbens die letzte Klasse. Alle werden auferstehen. Jesus starb für uns alle. Er wurde der Erlöser, Er erkaufte uns um einen Preis, und Sein Tod brachte das Vorrecht der Auferstehung jeder Seele, ob Sünder oder nicht. Alle werden an der Auferstehung teilhaben – nicht an der ersten Auferstehung, aber sie werden auferstehen und vor den Richterstuhl unseres Himmlischen Vaters gebracht werden. ¶
Brüder und Schwestern, lasst uns so leben, dass keine Gefahr besteht, in die letzteren Klassen zu geraten, sondern dass wir unter den Erstlingen Christi sein mögen. Sonntag für Sonntag versprechen wir, dass wir Seinen Namen auf uns nehmen wollen. Lasst uns nicht nur Seinen Namen auf uns nehmen, sondern in der Tat zeigen, dass wir Sein sind. Lasst uns dem guten Rat folgen, der uns heute Morgen gegeben wurde, unsere heilige Religion leben, die Gebote Gottes ausführen und uns nicht davor fürchten, was die Menschen über uns sagen mögen. Wir wissen, was wir empfangen haben; wir wissen, dass dieses Werk der Errettung und Besserung der Menschen dient, so lasst uns denn seine Grundsätze verwirklichen. Dies ist mein Rat an euch. Gott segne euch alle. Amen. ¶