Pulpit

Notwendigkeit vollständiger Organisation und die Aufgaben des Priestertums

Joseph F. Smith

1901 November Sonderkonferenz·Sonderkonferenz Morgensitzung·1901-11-10

Meine Brüder und Schwestern, ich erwarte nicht, heute Morgen sehr viel Zeit in Anspruch zu nehmen, aber ich fühle, dass es angebracht wäre, einige Bemerkungen zu machen, da wir hier in der Eigenschaft einer besonderen Generalkonferenz der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage versammelt sind, um über Angelegenheiten zu entscheiden, die uns in der regelmäßigen Ordnung der Kirche und des Priestertums vorgelegt werden mögen. Erst kürzlich hielten wir unsere halbjährliche Generalkonferenz ab, die sehr gut besucht war und bei der wir am letzten Tag das Vorrecht hatten, die Stimme von Präsident Lorenzo Snow zu hören, der zu uns zum letzten Mal im Fleische sprach und uns seine Unterweisung und seinen Rat in Bezug auf einige der wichtigsten Angelegenheiten hinterließ, die das Fortbestehen des Amtes und der Arbeit der Apostel Jesu Christi in aller Welt betreffen. Wir ahnten damals kaum, dass es das letzte Mal sein würde, dass er vor uns erscheinen würde, oder dass wir mit seiner Gegenwart, seinem Rat und seiner Weisheit gesegnet sein würden; aber der Herr hat ihn aus unserer Mitte genommen. Er hat seine Mission hier vollendet, und die Arbeit obliegt nun uns, die wir überleben. Es ist unsere Pflicht, das Werk tatkräftig anzupacken, mit voller Entschlossenheit und dem Vorsatz des Herzens, es mit der Hilfe des Herrn und gemäß der Eingebung Seines Geistes fortzuführen, so wie es in der Vergangenheit getan wurde. Es ist unser Vorrecht, dem Herrn näher zu leben, wenn wir wollen, als wir es je getan haben, damit wir eine größere Ausgießung Seines Geistes genießen können, als wir sie je genossen haben, und damit wir schneller vorankommen, rascher in der Erkenntnis der Wahrheit wachsen und gründlicher im Glauben gefestigt werden. All dies wird jedoch von der zunehmenden Treue des Volkes abhängen – von denen, die mit Gott einen Bund durch Opfer geschlossen haben, die mit gebrochenem Herzen und zerknirschtem Geist vor den Herrn getreten sind und mit unerschütterlicher Entschlossenheit in ihrer Seele, dass sie den guten Kampf kämpfen, dass sie den Glauben bewahren, dass sie Rechtschaffenheit üben und dass sie die Sache Zions sowohl durch ihr Beispiel als auch durch ihr Bekenntnis verteidigen werden.

Wir können nur auf den Grundsätzen ewiger Wahrheit voranschreiten. In dem Maße, wie wir auf dem Fundament dieser Grundsätze gefestigt werden, die in den Letzten Tagen von den Himmeln offenbart worden sind, und uns entschließen, die Absichten des Herrn zu vollbringen, werden wir vorankommen, und der Herr wird uns umso mehr vor der Welt erhöhen und verherrlichen und uns unsere wahre Stellung und Würde inmitten der Erde einnehmen lassen. Man hat uns als Eindringlinge betrachtet, als Fanatiker, als Anhänger einer falschen Religion; man hat uns mit Verachtung angesehen und schändlich behandelt; man hat uns aus unseren Heimen vertrieben, überall verleumdet und schlecht über uns geredet, bis die Menschen der Welt dazu gekommen sind zu glauben, wir seien der Abschaum der Erde und kaum wert zu leben. Es gibt Tausende und Abertausende unschuldiger Menschen in der Welt, deren Verstand durch die verleumderischen Berichte, die über uns verbreitet worden sind, so verdunkelt worden ist, dass sie meinen würden, sie täten Gott einen Dienst, wenn sie einem Mitglied dieser Kirche das Leben, die Freiheit oder das Streben nach Glück nehmen könnten, sofern sie dies vermöchten.

Der Herr beabsichtigt, diesen Zustand der Dinge zu ändern und uns der Welt in unserem wahren Licht bekannt zu machen – als wahre Anbeter Gottes, als solche, die durch Umkehr Kinder Gottes geworden sind und nach dem Gesetz der Annahme an Kindes statt Erben Gottes und Miterben mit Jesus Christus geworden sind; und dass unsere Sendung in dieser Welt darin besteht, Gutes zu tun, die Ungerechtigkeit unter unsere Füße zu treten, Rechtschaffenheit, Reinheit und Heiligkeit in den Herzen der Menschen zu erhöhen und in den Herzen unserer Kinder vor allen anderen Dingen eine Liebe zu Gott und Seinem Wort zu verankern, die in ihnen wie eine Quelle des Lichts, der Kraft, des Glaubens und der Macht sein soll, die sie von der Kindheit bis ins hohe Alter führt und sie zu festen Gläubigen an das Wort des Herrn, an das wiederhergestellte Evangelium und Priestertum und an die Errichtung Zions macht, das nicht mehr niedergeworfen noch einem anderen Volk gegeben werden wird. Wenn es etwas gibt, das ich mir mehr als alles andere in dieser Welt wünsche, dann ist es, dass meine Kinder in dieser Erkenntnis und in diesem Glauben gefestigt werden, so dass sie niemals davon abgebracht werden können.

Wir sind bei dieser Gelegenheit zusammengekommen, um zu bestätigen oder abzulehnen, je nachdem, wie wir es für recht halten oder wie der Geist des Herrn in uns es leiten mag, die Handlung, die von den leitenden Räten des Priestertums seit unserer letzten Konferenz und seit dem Tod unseres geliebten Präsidenten Lorenzo Snow vorgenommen worden ist. Ich möchte dieser Versammlung ein oder zwei Dinge mitteilen, die zu erwähnen angebracht sein mögen, damit ihr versteht, warum wir in diesen Angelegenheiten so umgehend gehandelt haben, wie wir es getan haben.

Nach dem Tod des Propheten Joseph Smith bestanden die Zwölf Apostel noch eine Reihe von Jahren als das präsidierende Kollegium der Kirche fort; aber schließlich wurden sie vom Heiligen Geist dazu bewogen, die Erste Präsidentschaft der Kirche neu zu organisieren, mit Brigham Young als Präsidenten und Heber C. Kimball und Willard Richards als seinen Ratgebern. Eigentlich hätte diese Organisation schon innerhalb von vierundzwanzig Stunden nach dem Tod des Propheten Joseph Smith erfolgen können, aber ihr Handeln wurde hinausgezögert, bis sie durch Erfahrung feststellten, dass die Ausübung der Aufgaben der Präsidentschaft und die Leitung der Kirche durch zwölf Männer an der Spitze nicht nur umständlich war, sondern auch nicht ganz der Ordnung des Heiligen Priestertums entsprach, wie sie vom Herrn eingesetzt worden ist.

Beim Tod von Präsident Brigham Young folgte Präsident John Taylor in gewissem Maße dem Beispiel seines Vorgängers, und es dauerte einige Zeit, bis die Präsidentschaft der Kirche organisiert wurde. Die Präsidentschaft wurde schließlich mit John Taylor als Präsidenten und George Q. Cannon und mir selbst als Ratgebern organisiert.

Beim Tod von Präsident Taylor zögerte Präsident Woodruff, und er ließ eine kurze Zeit verstreichen, bevor die Präsidentschaft wieder organisiert wurde. Als er schließlich überzeugt war, dass es seine Pflicht und notwendig sei, um die Absichten des Herrn auszuführen, organisierte er die Präsidentschaft der Kirche neu. Zu jener Zeit gab er seinen Mitdienern eine feierliche Ermahnung in dieser Angelegenheit. Er wünschte, dass es für alle Zukunft verstanden werde: Wenn der Präsident der Kirche sterben und dadurch die Erste Präsidentschaft aufgelöst werden sollte, sei es die Pflicht der zuständigen Amtsträger der Kirche, unverzüglich und ohne unnötige Verzögerung zur Neuorganisation der Ersten Präsidentschaft zu schreiten.

Sobald uns die Nachricht vom Tod von Präsident Woodruff erreichte, der sich damals in Kalifornien aufhielt, sagte Präsident Lorenzo Snow zu mir: „Es wird unsere Pflicht sein, so bald wie möglich zur Neuorganisation der Präsidentschaft der Kirche zu schreiten." Wie ihr wisst, tat er dies unmittelbar nach der Beisetzung der sterblichen Überreste von Präsident Woodruff. In diesem Zusammenhang möchte ich euch noch etwas anderes berichten. Präsident Snow sagte zu mir: „Du wirst erleben, dass du Präsident der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage wirst, und wenn diese Zeit kommt, sollst du unverzüglich die Präsidentschaft der Kirche neu organisieren." Das war sein Rat an mich, und derselbe wurde den Zwölf Aposteln erteilt. Diesem Grundsatz und der Ermahnung von Präsident Snow entsprechend, bestimmten die Apostel binnen einer Woche nach seinem Tod die neue Präsidentschaft der Kirche, und wir taten dies streng nach dem Muster, das der Herr in Seiner Kirche eingesetzt hat, einmütig.

Ich möchte ein wenig aus der Offenbarung über die Ordnung des Heiligen Priestertums vorlesen, damit ihr unsere Ansicht darüber versteht, wie sehr wir uns bemühen, uns so genau wie möglich an die heilige Ordnung der Regierung zu halten, die durch Offenbarung durch den Propheten Joseph Smith in der Ausschüttung der Zeiten Fülle eingesetzt worden ist. Wir können die Tatsache nicht leugnen, dass der Herr in dieser Kirche eine der vollkommensten Organisationen bewirkt hat, die je auf Erden bestanden hat. Ich kenne keine vollkommenere Organisation, als sie heute in der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage besteht. Wir haben nicht immer die Ordnung des Priestertums genau befolgt; wir sind in gewissem Maße davon abgewichen; aber wir hoffen, dass wir zu gegebener Zeit durch die Eingebungen des Heiligen Geistes in die genaue Bahn und den Kurs geführt werden, den der Herr für uns vorgezeichnet hat, und uns streng an die Ordnung halten werden, die Er eingesetzt hat. Ich werde aus einer Offenbarung vorlesen, die dem Propheten Joseph Smith in Nauvoo, Hancock County, Illinois, am 19. Januar 1841 gegeben wurde und als Gesetz der Kirche in Bezug auf die Darlegung der Amtsträger des Heiligen Priestertums gilt, wie sie in der Kirche eingesetzt wurden, und von der ich fühle, dass wir kein Recht haben, davon abzuweichen. Der Herr spricht:

„Zuerst gebe ich euch Hyrum Smith als Patriarchen für euch, dass er die siegelnden Segnungen meiner Kirche innehabe, ja, den Heiligen Geist der Verheißung, wodurch ihr für den Tag der Erlösung versiegelt werdet, damit ihr trotz der Stunde der Versuchung, die über euch kommen mag, nicht fallt."

Es mag seltsam erscheinen, dass der Herr zuallererst den Patriarchen einsetzt; doch ich kenne kein Gesetz, keine Offenbarung und kein Gebot Gottes, das dem widerspricht und das je durch einen der Propheten oder Präsidenten der Kirche gegeben worden ist. Zugleich wissen wir wohl, dass diese Ordnung von dem Tag an, an dem wir in diese Täler kamen, bis heute nicht streng befolgt worden ist – und wir werden im Augenblick keine Änderung vornehmen. Aber wir werden es zunächst in Erwägung ziehen; wir werden darüber beten, wir werden den Sinn des Geistes Gottes darüber erlangen, wie über andere Dinge auch, und uns einig sein, bevor wir irgendeine Handlung vornehmen, die sich von dem unterscheidet, was bisher getan worden ist.

Die Offenbarung fährt fort:

„Ich gebe euch meinen Diener Joseph, dass er der präsidierende Älteste über meine ganze Kirche sei, dass er ein Übersetzer, ein Offenbarer, ein Seher und Prophet sei.

Ich gebe ihm als Ratgeber meinen Diener Sidney Rigdon und meinen Diener William Law, dass diese ein Kollegium und die Erste Präsidentschaft bilden, um die Aussprüche Gottes für die ganze Kirche zu empfangen.

Ich gebe euch meinen Diener Brigham Young, dass er der Präsident des reisenden Rates, der Zwölf, sei; und diese Zwölf haben die Schlüssel inne, um die Vollmacht meines Reiches für die vier Ecken der Erde zu erschließen und danach jedem Geschöpf mein Wort zu senden. Es sind dies Heber C. Kimball, Parley P. Pratt, Orson Pratt, Orson Hyde, William Smith, John Taylor, John E. Page, Wilford Woodruff, Willard Richards, George A. Smith; David Patten habe ich zu mir genommen; siehe, sein Priestertum nimmt niemand von ihm; aber wahrlich, ich sage euch: Ein anderer möge für dieselbe Berufung bestimmt werden.

Und weiter, ich sage euch: Ich gebe euch einen Hoherat für den Eckstein von Zion, nämlich Samuel Bent, H. G. Sherwood, George W. Harris, Charles C. Rich, Thomas Grover, Newel Knight, David Dort, Dunbar Wilson; (Seymour Brunson habe ich zu mir genommen, niemand nimmt ihm sein Priestertum, aber ein anderer möge an seiner Stelle zu demselben Priestertum bestimmt werden, und wahrlich, ich sage euch: Mein Diener Aaron Johnson soll an seiner Stelle zu dieser Berufung ordiniert werden), David Fullmer, Alpheus Cutler, William Huntington.

Und weiter, ich gebe euch Don C. Smith als Präsidenten eines Kollegiums von Hohen Priestern; und diese Verordnung ist zu dem Zweck eingerichtet, diejenigen vorzubereiten, die als ortsständige Präsidenten oder Diener über verschiedene auswärtige zerstreute Pfähle bestimmt werden sollen.

Und sie können auch reisen, wenn sie wollen, doch sind sie vielmehr zu ortsständigen Präsidenten ordiniert; das ist das Amt ihrer Berufung, spricht der Herr, euer Gott.

Ich gebe ihm Amasa Lyman und Noah Packard als Ratgeber, dass sie über das Kollegium der Hohen Priester meiner Kirche präsidieren mögen, spricht der Herr.

Und weiter, ich sage euch: Ich gebe euch John A. Hicks, Samuel Williams und Jesse Baker, und dieses Priestertum soll über das Kollegium der Ältesten präsidieren, und dieses Kollegium ist für die ortsständigen geistlichen Diener eingerichtet; doch können sie reisen, aber sie sind ordiniert, um ortsständige geistliche Diener für meine Kirche zu sein, spricht der Herr.

Und weiter, ich gebe euch Joseph Young, Josiah Butterfield, Daniel Miles, Henry Herriman, Zera Pulsipher, Levi Hancock, James Foster, dass sie über das Kollegium der Siebziger präsidieren; und dieses Kollegium ist für reisende Älteste eingerichtet, die in aller Welt für meinen Namen Zeugnis geben, wohin auch immer der reisende Hoherat, meine Apostel, sie senden wird, um vor meinem Angesicht einen Weg zu bereiten.

Der Unterschied zwischen diesem Kollegium und dem Kollegium der Ältesten besteht darin, dass die einen beständig reisen sollen, und die anderen sollen von Zeit zu Zeit über die Gemeinden präsidieren; diese also haben die Verantwortung, von Zeit zu Zeit zu präsidieren, und die anderen haben nicht die Verantwortung zu präsidieren, spricht der Herr, euer Gott."

Die Siebziger haben keine Verantwortung zu präsidieren. Es ist nicht die Berufung oder Pflicht ihres Amtes zu präsidieren. Sie sind reisende Älteste, und sie sollen der Welt das Evangelium predigen unter der Leitung der Zwölf Apostel, die den reisenden Hohen Rat der Kirche bilden und die besonderen Zeugen Jesu Christi für alle Welt sind.

„Und weiter, ich sage euch: Ich gebe euch Vinson Knight, Samuel H. Smith und Shadrach Roundy, wenn er es annehmen will, dass sie über die Bischofschaft präsidieren; Kenntnis über die besagte Bischofschaft ist euch im Buch Lehre und Bündnisse gegeben.

Und weiter, ich sage euch: Samuel Rolfe und seine Ratgeber für die Priester, und den Präsidenten der Lehrer und seine Ratgeber, und auch den Präsidenten der Diakone und seine Ratgeber, und auch den Präsidenten des Pfahles und seine Ratgeber; die obigen Ämter habe ich euch gegeben, auch deren Schlüssel, als Hilfsmittel und zur Regierung, für das Werk des geistlichen Dienstes und die Vervollkommnung meiner Heiligen; und das Gebot gebe ich euch, dass ihr alle diese Ämter besetzen und die Namen, die ich erwähnt habe, entweder billigen oder aber missbilligen sollt, und zwar auf meiner Generalkonferenz."

Dies sind die Ämter des Priestertums, wie der Herr sie gegeben hat, und wir beabsichtigen, ihnen künftig so genau zu folgen, wie wir es verstehen; aber wir werden zu gegebener Zeit auch andere Maßnahmen ergreifen, die für richtig und angemessen erachtet werden mögen. Diese Dinge sollen von Zeit zu Zeit den jährlichen und halbjährlichen Generalkonferenzen der Kirche vorgelegt werden, damit alle Geschäfte der Kirche in Übereinstimmung mit dem Gesetz Gottes erledigt werden, damit das Volk das Vorrecht habe, das zu billigen oder zu missbilligen, was ihm durch den Sinn des Geistes durch diejenigen vorgeschlagen wird, die zum Präsidieren eingesetzt sind, und damit alles durch Allgemeine Zustimmung geschehe.

Heute Nachmittag ist beabsichtigt, dieser Konferenz die notwendigen Änderungen vorzulegen, die in den letzten Tagen vorgenommen worden sind. Nicht alle Amtsträger der Kirche werden euch bei dieser Konferenz vorgestellt werden, aus dem einfachen Grund, dass sie bereits bei der regulären halbjährlichen Konferenz der Kirche unterstützt worden sind. Wir werden im Wesentlichen nur diejenigen vorstellen, die berufen worden sind, um Vakanzen zu besetzen, und euch das vorlegen, was getan worden ist, um die Organisation des Priestertums zu vervollkommnen. Diese Angelegenheiten, und so wenig Unnötiges wie möglich, werden dieser Konferenz zur Abstimmung vorgelegt werden. Wir beabsichtigen, dass das Priestertum nach Kollegien über diese Fragen abstimmt. Die Präsidentschaft der Kirche wird zuerst ihre Ansicht zum Ausdruck bringen und damit zumindest in gewissem Maße den Sinn des Geistes und die Vorschläge von der Spitze her anzeigen. Dann wird der Vorschlag den Aposteln vorgelegt, damit sie ihre Bereitschaft oder Nichtbereitschaft zeigen, die Handlung der Ersten Präsidentschaft zu unterstützen. Danach geht es an die Patriarchen, und sie werden das Vorrecht haben zu zeigen, ob sie die vorgenommene Handlung unterstützen; dann an die Präsidenten der Pfähle und deren Ratgeber und die Hohen Ratsmitglieder; dann an die Hohen Priester (jenes Amt im Melchisedekischen Priestertum, das die Schlüssel der Präsidentschaft innehat); als Nächstes werden die reisenden Ältesten – die Siebziger – aufgerufen, ihre Gefühle zum Ausdruck zu bringen, und dann die Bischofschaften der Kirche und das Niedere Priestertum, und nach ihnen die ganze Versammlung. Alle anwesenden Mitglieder der Kirche werden das Vorrecht haben, ihre Ansicht zu den vorgeschlagenen Angelegenheiten durch eine Abstimmung im Aufstehen und durch Handaufheben zum Ausdruck zu bringen.

Wir beabsichtigen, dieser Ordnung des Priestertums heute Nachmittag zu folgen. Wir möchten, dass das Volk pünktlich zusammenkommt und dass alle die Regelungen beachten, die getroffen werden. Wenn jeder seine Pflicht tut, wird es keine Verwirrung geben, sondern Ordnung im Hause Gottes herrschen. Das Haus Gottes ist ein Haus der Ordnung, und wir erwarten, dass dieses Haus, das ein Haus Gottes ist, ein Haus der Ordnung sein wird, und wir werden die Dinge, soweit wir können, in ihrer richtigen Ordnung geschehen lassen.

Gott segne die Heiligen der Letzten Tage. Der Herr, der Allmächtige, segne Seine Diener, die Apostel, und Seine Diener, die Präsidentschaft der Kirche, und alle, die für das Wohl Zions und für die Aufrichtung der Rechtschaffenheit in den Herzen der Menschen arbeiten. Gott segne die Armen und die Bedürftigen, die Waisen und die Witwen, und jene, die trauern und niedergedrückt sind wegen Leid und dem Verlust geliebter Menschen. Möge der Herr sie segnen und trösten, ihren Geist aufrichten und ihnen Hoffnung, Freude und Trost geben in Erwartung der herrlichen Zukunft, die ihrer harrt, sowohl in der Zeit als auch in der Ewigkeit; denn kein Mensch kann die herrlichen Dinge voraussagen oder voraussehen, die dem Volk Gottes bevorstehen, wenn es nur treu ist. Es ist in des Menschen Herz nicht aufgestiegen, weder hat ein Auge gesehen noch ein Ohr gehört das Ausmaß und die Fülle der Herrlichkeit Gottes, die der Treuen jenseits des Schleiers harrt. Gott segne euch, ist mein Gebet, im Namen Jesu. Amen.

Diese Ansprache zitierenJoseph F. Smith, „Notwendigkeit vollständiger Organisation und die Aufgaben des Priestertums“, 1901 November Sonderkonferenz, Sonderkonferenz Morgensitzung (1901-11-10). Pulpit Vault, 1901-11-smith-necessity-of-organization. Übersetzung dieser Edition, nach Glossarmethode, archive.org.Pulpit Vault, Ausgabe vom 23. September 2026 (commit 4bdc6ac627).