Eid und Bund des Priestertums
Joseph F. Smith
Meine Brüder und Schwestern, ich wünsche mir den Glauben, das Wohlwollen und die Gebete meiner Zuhörer, damit ich imstande sein möge, die ¶
Wahrheit zu sprechen, und dass der Herr mir eine Kenntnis Seines Willens geben möge, damit das, was ich sage, damit übereinstimme und zum Nutzen von uns allen gereiche—Sollte ich es versäumen, zu jener Säule vorn zu sprechen, so bitte ich meine Brüder hinter mir, mich zur Ordnung zu rufen; denn es ist eine meiner Schwächen, mich beim Sprechen nach rechts und links zu wenden—Nicht dass ich in meinem Geist ungehorsam wäre, aber ich behalte nicht immer im Sinn, was das Beste ist ¶
Ich werde mir die Freiheit nehmen, einen Teil der Schriftstelle erneut vorzulesen, die heute Morgen von Präsident Lorenzo Snow gelesen wurde; nicht dass ich erwarte, zusätzliches Licht auf das Thema zu werfen, aber vielleicht kann ich es ein wenig fortsetzen: ¶
„Denn diejenigen, die treu sind, sodass sie diese zwei Priestertümer erlangen, von denen ich gesprochen habe, und ihre Berufung groß machen, werden vom Geist geheiligt, sodass sich ihr Körper erneuern wird; ¶
„Sie werden Söhne Moses und Aarons und Nachkommen Abrahams und die Kirche und das Reich und die Auserwählten Gottes; ¶
„Und alle, die dieses Priestertum empfangen, die empfangen auch mich, spricht der Herr; ¶
„Denn wer meine Diener empfängt, der empfängt mich; ¶
„Und wer mich empfängt, der empfängt meinen Vater; ¶
„Und wer meinen Vater empfängt, der empfängt meines Vaters Reich; darum wird ihm alles gegeben werden, was mein Vater hat; ¶
„Und dies ist gemäß dem Eid und Bund, der zum Priestertum gehört. ¶
„Darum: Alle diejenigen, die das Priestertum empfangen, die empfangen diesen Eid und Bund meines Vaters, den er nicht brechen kann und der unverrückbar ist; ¶
„Wer aber diesen Bund bricht, nachdem er ihn empfangen hat, und sich gänzlich davon abwendet, der wird weder in dieser Welt noch in der künftigen Welt Vergebung der Sünden erlangen." ¶
Dies macht das Empfangen dieses Bundes und dieses Priestertums zu einer sehr ernsten Angelegenheit; denn jene, die es empfangen, müssen, wie Gott selbst, darin verharren, und dürfen nicht versagen, und dürfen nicht vom Weg abgebracht werden; denn jene, die diesen Eid und Bund empfangen und sich davon abwenden ¶
und aufhören, rechtschaffen zu handeln und diesen Bund zu ehren, und willens sind, in der Sünde zu verharren, und nicht umkehren, für sie gibt es keine Vergebung, weder in diesem Leben noch in der künftigen Welt—Das ist die Sprache dieses Buches, und dies ist Lehre und Wahrheit, die von Gott den Menschen durch das Werkzeug des Propheten Joseph Smith offenbart wurde—Und dieses Wort ist zuverlässig—Es ist Gottes Wort, und Gottes Wort ist Wahrheit; und es wird für alle jene, die diesen Bund eingehen, notwendig, dieses Wort zu verstehen, damit sie in der Tat darin verharren und nicht vom Weg abgebracht werden mögen ¶
Im Zusammenhang mit dieser Schriftstelle, die ich vorgelesen habe, werde ich mir die Freiheit nehmen, noch etwas mehr über ein ähnliches Thema aus dem Buch Mormon vorzulesen—Und obwohl diese Worte, die ich nun vorlesen werde, die Worte eines Propheten waren, der vor Zeiten auf diesem Kontinent lebte, und vor dem Kommen Christi im Fleische gegeben wurden, und bevor das Evangelium in seiner Fülle, mit dem Heiligen Priestertum, auf Erden errichtet war, so bezieht es sich doch auf denselben Eid und Bund, von dem im Buch Lehre und Bündnisse gesprochen wird ¶
„Und nun begab es sich, dass König Benjamin, nachdem er so zu seinem Volk gesprochen hatte, unter ihnen aussandte, weil er von seinem Volk wissen wollte, ob sie den Worten glaubten, die er zu ihnen gesprochen hatte ¶
„Und sie alle riefen mit einer Stimme, nämlich: Ja, wir glauben all den Worten, die du zu uns gesprochen hast; und wir wissen auch, dass sie gewiss und wahr sind, durch den Geist des Herrn, des Allmächtigen, der in uns, oder in unserem Herzen, eine mächtige Wandlung bewirkt hat, sodass wir keine Neigung mehr haben, Böses zu tun, sondern ständig Gutes zu tun." ¶
Welch ein herrlicher Zustand war dies! Ein Zustand, in dem der Herr, der allmächtige Gott, durch die Macht Seines Geistes eine mächtige Wandlung in den Herzen jenes Volkes bewirkt hatte, sodass sie keinen Wunsch mehr hatten, Böses zu tun, sondern nur noch von einem glühenden Wunsch erfüllt waren, das zu tun, was gut war—Dies war in der Tat eine große Wandlung, und doch ist es genau jene Wandlung, die heute zu jedem Sohn und jeder Tochter Gottes kommt, der oder die von seinen oder ihren Sünden umkehrt, sich vor dem Herrn demütigt und Vergebung und Erlass der Sünde durch die Taufe durch Untertauchen sucht, durch einen, der Vollmacht hat, diese heilige Handlung ¶
des Evangeliums Jesu Christi zu vollziehen—Denn es ist diese neue Geburt, von der Christus zu Nikodemus sprach als absolut wesentlich, damit Menschen das Reich Gottes sehen können, und ohne die niemand in das Reich eingehen kann—Ein jeder von uns kann sich vielleicht an die Wandlung erinnern, die in unsere Herzen kam, als wir zur Vergebung unserer Sünden getauft wurden—Vielleicht ist es nicht angemessen, dass jemand von sich selbst oder von seinen eigenen Erfahrungen spricht, denn es mag solche in Reichweite meiner Stimme geben, die es ablehnen, dass ein Mann von sich selbst spricht, besonders wenn er etwas Gutes über sich selbst sagt; doch ich spreche nicht von mir selbst, ich spreche von dem Einfluss und der Macht des Heiligen Geistes, die ich erfuhr, als ich zur Vergebung meiner Sünden getauft worden war—Das Gefühl, das über mich kam, war das des reinen Friedens, der Liebe und des Lichtes—Ich fühlte in meiner Seele, dass, wenn ich gesündigt hatte—und gewiss war ich nicht ohne Sünde—es mir vergeben worden war; dass ich in der Tat von Sünde gereinigt war; mein Herz war berührt, und ich fühlte, dass ich nicht dem kleinsten Insekt unter meinen Füßen etwas zuleide tun würde—Ich fühlte, als wollte ich überall jedem und allem Gutes tun—Ich fühlte eine Neuheit des Lebens, eine Neuheit des Wunsches, das zu tun, was recht war—Es war nicht das geringste Teilchen an Verlangen nach Bösem mehr in meiner Seele—Ich war zwar noch ein kleiner Junge, als ich getauft wurde; aber dies war der Einfluss, der über mich kam, und ich weiß, dass er von Gott war, und war und ist mir stets ein lebendiges Zeugnis meiner Annahme durch den Herrn gewesen ¶
Oh, dass ich denselben Geist und denselben ernsten Wunsch in meinem Herzen jeden Augenblick meines Lebens von jenem Tag bis heute hätte bewahren können—Doch viele von uns, die dieses Zeugnis, jene neue Geburt, jene Herzenswandlung empfangen haben, mögen im Urteil geirrt oder viele Fehler gemacht haben, und sind vielleicht oft in unserem Leben hinter dem wahren Maßstab zurückgeblieben, doch wir haben von dem Bösen umgekehrt, und wir haben von Zeit zu Zeit Vergebung von der Hand des Herrn gesucht; sodass bis zum heutigen Tag derselbe Wunsch und Vorsatz, der unsere Seelen durchdrang, als wir getauft wurden und Vergebung unserer Sünden empfingen, noch immer unsere Herzen besitzt und noch immer die herrschende Gesinnung und Leidenschaft unserer Seelen ist—Mögen wir manchmal zum Zorn erregt werden, und mag unser ¶
Grimm uns dazu bewegen, Dinge zu sagen und zu tun, die Gott nicht wohlgefällig sind, so fühlen wir doch sogleich, sobald wir unsere nüchternen Sinne wiedererlangen und uns von unserem Rückfall in die Macht der Finsternis erholen, Demut, Reue, und wir bitten um Vergebung für das Unrecht, das wir uns selbst und vielleicht auch anderen zugefügt haben—Der große, ernste, überwältigende Wunsch, der aus der Wahrheit und dem Zeugnis des Heiligen Geistes in den Herzen des Volkes geboren wird, das der Wahrheit gehorcht, gewinnt die Oberhand und ergreift wieder Besitz von unseren Seelen, um uns auf dem Pfad der Pflicht weiterzuführen—Dies ist mein Zeugnis, und ich weiß, dass es wahr ist ¶
„Und wir selbst haben auch, durch die unendliche Güte Gottes und die Kundgebungen Seines Geistes, große Einsichten in das, was kommen wird; und wäre es ratsam, könnten wir über alles prophezeien. ¶
„Und der Glaube, den wir an das gehabt haben, was unser König zu uns gesprochen hat, ist es, der uns zu dieser großen Erkenntnis gebracht hat, wodurch wir uns mit so überaus großer Freude freuen." (Mosia, Buch Mormon, Kapitel 5, Verse 3 und 4.) ¶
Auf folgende Worte möchte ich nun eure Aufmerksamkeit lenken, da sie besonders im Einklang stehen mit der Stelle, die ich aus der Lehre und den Bündnissen hinsichtlich des Eides und Bundes des immerwährenden Priestertums vorgelesen habe: ¶
„Und wir sind willens, mit unserem Gott den Bund einzugehen, Seinen Willen zu tun und Seine Gebote in allem, was Er uns gebieten wird, zu beachten, alle unsere übrigen Tage, sodass wir nicht eine nie endende Qual über uns selbst bringen, wie der Engel gesprochen hat, sodass wir nicht aus dem Becher des göttlichen Grimms trinken. ¶
„Und nun, dies sind die Worte, die König Benjamin von ihnen ersehnt hatte; und darum sprach er zu ihnen: Ihr habt die Worte gesprochen, die ich ersehnt habe; und der Bund, den ihr gemacht habt, ist ein rechtschaffener Bund." (Mosia, Kapitel 5, Verse 5 und 6.) ¶
Gewiss ist es ein rechtschaffener Bund—Er könnte gar nicht anders als ein rechtschaffener Bund sein; denn der Bund war mit Gott, Seinen Willen zu tun, Seinen Geboten in allem zu gehorchen, alle übrigen Tage ihres Lebens—Gewiss ¶
ist dies gut; dies ist ein angemessener Bund, den ein fehlbarer Mensch eingehen kann, und es ist ein ewiger Bund, eingegangen mit jenem Ewigen Gott, der mit Seinen Kindern nicht als mit zeitlichen oder sterblichen Wesen umgeht, die scheinbar nur eine kurze Spanne auf Erden leben und dann dahingehen, sondern der im Hinblick auf die Unsterblichkeit ihres Wesens mit ihnen umgeht—Es gibt nichts, was Gott für die Menschenkinder getan hat, das allein von zeitlicher Art wäre—Er behandelt uns im Hinblick auf unser ewiges Sein, unsere Unsterblichkeit; im Hinblick auf die Tatsache, dass wir Seine Kinder sind, oder sein sollten, und sein werden, wenn wir diesen Bund eingehen und die Herzenswandlung erlangen, die das Eingehen dieses Bundes gewiss den Aufrichtigen von Herzen bringt ¶
„Und nun, wegen des Bundes, den ihr gemacht habt, werdet ihr die Kinder Christi genannt werden, seine Söhne und seine Töchter; denn siehe, am heutigen Tag hat Er euch geistig gezeugt; denn ihr sagt, euer Herz habe sich durch Glauben an Seinen Namen gewandelt; darum seid ihr aus Ihm geboren und seid Seine Söhne und Seine Töchter geworden. ¶
„Und unter diesem Haupt seid ihr frei gemacht worden, und es gibt kein anderes Haupt, wodurch ihr frei gemacht werden könnt—Es ist kein anderer Name gegeben, wodurch die Errettung kommt; darum möchte ich, dass ihr den Namen Christi auf euch nehmt, ihr alle, die ihr mit Gott den Bund eingegangen seid, dass ihr bis zum Ende eures Lebens gehorsam sein wollt. ¶
„Und es wird sich begeben: Wer auch immer dies tut, wird zur rechten Hand Gottes gefunden werden, denn er wird den Namen kennen, mit dem er gerufen wird; denn er wird mit dem Namen Christi gerufen werden." (Mosia, 5. Kapitel, Verse 7, 8 und 9.) ¶
Denkt darüber nach! Wer versteht ihre Bedeutung, den Umfang ihres Sinnes? „Ihr werdet mit dem Namen Christi gerufen werden." ¶
„Und nun wird es sich begeben, dass jeder, der nicht den Namen Christi auf sich nimmt, mit einem anderen Namen gerufen werden muss; darum findet er sich zur linken Hand Gottes. ¶
„Und ich möchte, dass ihr auch daran denkt, dass dies der Name ist, von dem ich gesagt habe, ich würde ihn euch geben, der niemals ausgelöscht würde, außer ¶
durch Übertretung; darum gebt acht, dass ihr nicht übertretet, damit der Name nicht aus eurem Herzen ausgelöscht wird." (Verse 10 und 11.) ¶
Mit anderen Worten, wie es in der Lehre und den Bündnissen heißt: ¶
„Darum: Alle diejenigen, die das Priestertum empfangen, die empfangen diesen Eid und Bund meines Vaters, den er nicht brechen kann und der unverrückbar ist; ¶
„Wer aber diesen Bund bricht, nachdem er ihn empfangen hat, und sich gänzlich davon abwendet, der wird weder in dieser Welt noch in der künftigen Welt Vergebung der Sünden erlangen." ¶
Ich möchte diese gewaltige Menschenmenge ermahnen, sich diese große Wahrheit zu Herzen zu nehmen—Lasst sie von euren Gemütern Besitz ergreifen, denkt darüber nach, erwägt gut euren Stand und eure Beständigkeit in der Umkehr und der Vergebung der Sünden, und in der Liebe zur Wahrheit, und in dem ernsten Wunsch, recht zu handeln und alles Böse zu verlassen—Betrachtet euch selbst und seht, ob ihr diesen großen Bund, den ihr eingegangen seid, übertreten habt, denn wenn ihr es getan habt und nicht davon umkehrt, sondern fortfahrt, diesem Bund ungehorsam zu sein, und euch entscheidet, in der Sünde zu verharren, dann gibt es, so wahr Gott lebt und wie Er in Seinem Wort gesprochen hat, keine Vergebung für euch, weder in dieser Welt noch in der künftigen Welt—Wenn Gottes Wort überhaupt wahr ist, dann ist dies wahr; und es gilt für jene von uns, die den neuen und immerwährenden Bund eingegangen sind, von neuem geboren worden sind, oder geistig von Christus gezeugt worden sind, und Söhne und Töchter Gottes geworden sind ¶
Ich fahre aus dem Buch Mormon fort: ¶
„Ich sage euch, ich möchte, dass ihr daran denkt, dass ihr euch den Namen immer ins Herz geschrieben bewahrt, sodass ihr euch nicht zur linken Hand Gottes findet, sondern damit ihr die Stimme vernehmt und erkennt, von der ihr gerufen werdet, und auch den Namen, womit Er euch rufen wird; ¶
„Denn wie soll jemand den Herrn kennen, dem er nicht gedient hat und der für ihn ein Fremder ist und den Gedanken und Absichten seines Herzens ferne steht? ¶
„Und weiter: Nimmt jemand einen Esel, der seinem Nächsten gehört, und behält ihn? Ich sage euch, nein; er wird nicht einmal zulassen, dass er zusammen mit seinen Herden weidet, sondern wird ihn wegjagen und ihn ausstoßen—Ich sage euch, so wird es auch mit euch sein, wenn ihr den Namen nicht kennt, womit ihr gerufen werdet. ¶
„Darum möchte ich, dass ihr standhaft und unverrückbar seiet, stets reich an guten Werken, damit Christus, der Herr, der allmächtige Gott, euch als die Seinen siegle, damit ihr zum Himmel geführt werdet, damit ihr immerwährende Errettung und ewiges Leben habt durch die Weisheit und Macht und Gerechtigkeit und Barmherzigkeit dessen, der alles erschaffen hat im Himmel und auf Erden, der Gott ist über allem—Amen." (Buch Mormon, Mosia, 5. Kapitel, Verse 12 bis 15.) ¶
Es gibt eine große Menge dieser Art von Unterweisung innerhalb der Deckel dieses heiligen Buches, die wir als Gläubige an Christus, als Söhne und Töchter Gottes, die von Ihm geistig gezeugt worden sind, die von neuem geboren worden sind, und deren alter Mensch der Sünde abgelegt worden ist, deren fleischliche, teuflische und sinnliche Wünsche unserer menschlichen Natur unterworfen oder besiegt und aus unseren Seelen verbannt worden sind, und in denen der neue Wunsch nach Rechtschaffenheit und Reinheit gezeugt worden ist, gut täten, uns wohl vor Augen zu halten, dass wir von dem geistigen Tod erlöst worden sind, der über unsere ersten Eltern kam, und der durch den Fall auf allem Fleisch lastet, bis sie von ihren Sünden umkehren und durch die Taufe Vergebung dafür empfangen, oder durch die neue Geburt—das heißt, durch die Geburt aus dem Wasser und aus dem Geist; denn die Geburt aus dem Geist kommt durch oder mittels der Geburt aus dem Wasser, und die Gabe des Heiligen Geistes—Zuerst wird von uns verlangt, mit Christus in der Taufe begraben zu werden, sinnbildlich für Seinen Tod und Sein Begräbnis, wobei der „alte Mensch" mit seiner sinnlichen und teuflischen Natur begraben wird, und wir zu einer Neuheit des Lebens auferstehen, und so werden wir durch die geistige Taufe, die durch die Handauflegung folgt, ein Sohn oder eine Tochter Gottes, ein Erbe Gottes und ein Miterbe mit Jesus Christus—Durch diese heilige Handlung werden Menschen geistig gezeugt—Es ist die Tür, durch die Jesus selbst hindurchging—Er ist die Tür, das Licht und das Leben des Wortes; und wenn jemand durch Ihn eintritt, so wird er ewiges Leben haben; wer aber versucht, auf irgendeine andere Weise hindurchzukommen, wird für einen Dieb und Räuber gehalten werden, und wir können wohl beurteilen, wie weit er es damit bringen wird ¶
Dies ist das Evangelium, dem zu gehorchen wir uns verpflichtet haben—Wir sind in das Band jenes neuen und immerwährenden Bundes eingetreten und haben zugestimmt, dass wir die Gebote Gottes in allem, was Er uns gebieten werde, befolgen wollen—Dies ist ein immerwährender Bund, sogar bis ans Ende unserer Tage—Und wann ist das Ende unserer Tage? Wir mögen denken, es beziehe sich auf das Ende unseres sterblichen Lebens; dass eine Zeit kommen werde, nachdem wir diese Prüfungszeit vollendet haben, in der wir ohne Gehorsam gegenüber den Geboten Gottes leben können—Dies ist ein großer Irrtum—Wir werden nie den Tag erleben, weder in der Zeit noch in der Ewigkeit, an dem es nicht verpflichtend sein wird, und an dem es nicht ebenso sehr ein Vergnügen wie eine Pflicht sein wird für uns als Seine Kinder, allen Geboten des Herrn durch die endlosen Zeitalter der Ewigkeit zu gehorchen—Auf diesem Grundsatz beruht es, dass wir in Verbindung mit Gott bleiben und in Übereinstimmung mit Seinen Absichten verharren—Nur auf diese Weise können wir unsere Sendung vollenden und unsere Krone und die Gabe des ewigen Lebens erlangen, die die größte Gabe Gottes ist—Könnt ihr euch irgendeinen anderen Weg vorstellen? ¶
Gott hat alle Dinge in ihrer Ordnung eingerichtet—Das Haus Gottes ist ein Haus der Ordnung, nicht ein Haus der Verwirrung—In diesem Haus ist Gott selbst das oberste Haupt, und Ihm muss gehorcht werden—Christus ist im Bilde und Ebenbilde Seines Wesens, Sein gezeugter Sohn, und Er steht als unser Erlöser und unser Gott—Wir müssen auf Seinen Pfaden wandeln und Seine Gebote beachten, um sie zu tun, sonst werden wir abgeschnitten—Zunächst nach Gott und Christus ist auf Erden einer eingesetzt, dem die Schlüssel der Macht und die Vollmacht des Heiligen Priestertums übertragen sind, und dem das Recht der Präsidentschaft gegeben ist—Er ist Gottes Sprachrohr an Sein Volk, in allen Dingen, die den Aufbau Zions und die geistige und zeitliche Errettung des Volkes betreffen—Er ist gleichsam Gottes Stellvertreter; ich zögere nicht, diese Wahrheit zu verkünden; denn es ist Sein Wort, und daher ist es wahr—Das Volk, das den Bund eingegangen ist, die Gebote des Herrn zu halten, muss auf die Stimme dessen hören, der eingesetzt ist, ihm vorzustehen; und in zweiter Linie auf jene, die berufen sind, mit ihm als seine Ratgeber im Heiligen Priestertum zu handeln—Es bedarf ¶
dieses Rates von dreien, um die präsidierende und leitende Autorität des Priestertums auf Erden zu bilden—Gott der Vater, Gott der Sohn und Gott der Heilige Geist bilden die Gottheit und das unvergleichliche leitende Kollegium über alle Schöpfungen des Vaters—Drei Männer stehen an der Spitze der Kirche auf Erden—Doch es gibt jene, die sich Heilige nennen und nicht zögern, sich zu erheben in Verurteilung dieser Männer, die an der Spitze der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage stehen, und Worte des Hasses und der Bosheit gegen sie zu äußern! Freilich tun sie es oft heimlich; beschämt über ihre eigenen Taten, zu feige, um ihre Namen an ihre eigenen Schriften zu heften; aber sie erheben sich dennoch gegen diese Männer—Männer, deren einziger Gedanke ist, der ganzen Menschheit Gutes zu tun, deren größte Sorge dem Wohl des Volkes des Herrn gilt, und deren beständiges Bestreben ist, sie zu vereinen und dazu zu bringen, jeder an seinem Platz und in seiner Berufung zu arbeiten, um beim Aufbau Zions zu helfen—Sie wünschen aufrichtig, dass jeder Mann eine arbeitende Biene sei „im Bienenstock von Deseret," im Hause Gottes—Wenn sich jemand von mir beleidigt fühlt, so soll er wie ein Mann zu mir kommen und mir sagen, worin ich falsch gehandelt habe, und mir so die Gelegenheit geben, mich zu erklären—Ich schäme mich über manche Menschen, die vorgeben, Heilige der Letzten Tage zu sein—Ich habe auf meinem Schreibtisch anonyme Briefe, die von einem Geist der Gewalt, des Hasses, der Bosheit und der Verurteilung mir gegenüber und meinen Brüdern gegenüber überquellen, besonders gegenüber Präsident Cannon und mir, wegen Dingen, die wir nie getan haben oder je zu tun beabsichtigten, und die uns Übel vorwerfen, die nur in ihrer eigenen bösen Einbildung bestehen; denn kein Mann mit dem Geist Gottes in seinem Herzen wird diese Männer je öffentlich, im Geheimen oder durch anonyme Briefe verurteilen, von denen uns von Zeit zu Zeit einige zugesandt werden—Verzeiht mir, dass ich auf diese Angelegenheit Bezug nehme, weil sie vielleicht geringfügig ist; aber ich betrachte die Verfasser anonymer Briefe als Schleicher, als Feiglinge niedrigster Art, als unter den niederträchtigsten Geschöpfen Gottes—Hat ein Mann etwas an mir auszusetzen, so soll er zu mir kommen; oder hat er etwas an Bruder Cannon auszusetzen, so soll er zu ihm gehen—Er soll uns seine Beschwerden vortragen und uns die Gelegenheit geben, uns zu erklären oder ¶
Wiedergutmachung zu leisten, falls wir Unrecht getan haben; und er soll sich nicht feige hinter einem Pseudonym oder anonymen Briefen verbergen, die Grimm und Rache gegen die Diener des Herrn und des Volkes atmen—Wir müssen manchmal mit Schärfe zurechtweisen; aber wenn wir sie durch die Zurechtweisung unnötig verwundet haben, werden wir eine doppelte Portion des Balsams der Sanftmut, der Demut und der Liebe über sie ausgießen, damit wir die Wunden heilen mögen, die wir geschlagen haben, genau wie es der Prophet im 121. Abschnitt der Lehre und Bündnisse gesagt hat—Lest es selbst nach ¶
Nun, diese Gedanken sind mir einfach im Augenblick gekommen—Sie mögen ganz und gar unnötig gewesen sein—Aber ich fühle mich, was mich betrifft, gerechtfertigt, diese Bemerkungen zu machen—Kämen diese drohenden Briefe von Abtrünnigen oder feindseligen Andersgläubigen, so würden wir nicht überrascht sein; aber wenn sie unterzeichnet ankommen mit „Euer Bruder im Evangelium," so nehmen wir an, obwohl wir es freilich nicht wissen, dass sie von Männern kommen, die sich als Heilige der Letzten Tage bekennen ¶
Neulich sprach ich von dem Rat, der oft manchen unserer armen Brüder gegeben wird, die Arbeit suchen; unter anderem, dass sie in die neuen Teile des Landes hinausziehen und Land in Anspruch nehmen, den Boden bestellen und sich unter den Anfängern in neuen Siedlungen aufbauen und sich dadurch selbst ein Heim schaffen sollten—Man hat mir gesagt, ich solle die Medizin selbst versuchen—Nun, ich möchte jenen, die es nicht wissen, sagen, dass ich eben diese Medizin selbst versucht habe—Der erste Pflug, mit dem ich in diesem Tal pflügte, war aus Wagenreifen gefertigt—Wir hatten keine Pflüge aus dem Osten—Es war alles, was wir tun konnten, uns mit genug in dieses Tal zu bringen, um Leib und Seele zusammenzuhalten, als ich 1848 hierherkam—Wir ernährten uns dann von knappen Rationen, bis der Herr uns die Früchte unserer Arbeit aus dem Boden gab—Ich weiß, was es heißt, in die Wüsten hinauszugehen und den kargen Boden aufzubrechen, und dann zu den Bächen zu gehen und Gräben zu graben, um das Wasser aus ihren natürlichen Betten auf den Boden zu leiten—Ich weiß, was es heißt, meinen Lebensunterhalt im Schweiße meines Angesichts zu verdienen—Ich habe es zuvor getan; und wenn der Herr will und mir die Kraft dazu gibt, kann ich es wieder tun—Ich bin nicht zu erhaben, ¶
es zu tun, wenn der Herr es verlangt—Ich glaube, es gibt keine Arbeit auf Erden, die für das Wohlergehen einer Gemeinschaft wesentlicher oder ehrenvoller wäre als jene Arbeit, die nötig ist, um Nahrung aus Mutter Erde zu erzeugen—Es ist eine der edelsten Beschäftigungen—Und gleich danach kommt die Pflege der Schaf- und Rinderherden—Dies ist eine weitere edle Beschäftigung, wenn sie nur angemessen und rechtschaffen betrieben wird—Dies sind die Grundlagen des Wohlstands jeder Gemeinschaft in der Welt—Wenn die bäuerliche Gemeinschaft gedeiht, wenn der Herr die Erde segnet und sie fruchtbar macht, dann werden auch der Schmied, der Zimmermann und jene, die anderen Beschäftigungen nachgehen, gedeihen—Aber wenn die Erde sich weigert, ihre Kraft zum Wohl der Menschheit zu geben, dann stagniert und siecht alles andere Geschäft dahin—Darum, lasst uns die Erde bestellen; lasst uns den Boden bebauen; lasst uns unseren eigenen Lebensunterhalt aus der Erde erzeugen, durch den Segen Gottes, soweit wir irgend können, immer im Sinn behaltend, dass wir einen feierlichen Bund mit Gott eingegangen sind, der ein ewiger Bund ist, und von dem Er nicht abweichen oder abgebracht werden kann, und in dem wir nur versagen können, indem wir selbst diesen neuen und immerwährenden Bund übertreten und uns davon abwenden ¶
Gott helfe uns, treu und getreu unserer Berufung und unserem Stand in Seiner Kirche zu sein, ist mein Gebet im Namen Jesu—Amen ¶