Pulpit

Fortschritt und Zeugnis zum hundertjährigen Jubiläum

Heber J. Grant

Generalkonferenz Oktober 1930·Erster Tag, Vormittagsversammlung·1930-10-03

Es ist mir immer eine Freude, mit den Heiligen der Letzten Tage bei irgendeiner ihrer öffentlichen Versammlungen zusammenzukommen, und besonders freue ich mich, bei den Generalkonferenzen der Kirche zugegen zu sein, da ich das Vorrecht hatte, ihnen von meiner Kindheit an bis zum heutigen Tag beizuwohnen.

Ich bin sicher, dass heute in dieser Stadt volle zwanzigtausend Menschen aus verschiedenen Teilen der Kirche versammelt sind, von Kanada im Norden bis Mexiko im Süden, die diesen Versammlungen beiwohnen werden. Darüber hinaus werden mehrere hunderttausend unseren Versammlungen mittels des wunderbaren Radios beiwohnen. Es ist wunderbar, wie vielen Menschen es vergönnt ist, unseren Konferenzverhandlungen zuzuhören, wenn sie den Wunsch dazu haben. In vielen unserer Gemeinden und Pfähle werden die Gemeindehäuser mit denen gefüllt sein, die, wie ich glaube, ebenso deutlich hören und fast ebenso vollkommen am Geist teilhaben werden wie diejenigen, die heute in diesem Gebäude versammelt sind.

Ich freue mich über die Gelegenheiten, die sich ergeben haben, das Evangelium mittels des Radios zu predigen. Eines Tages gingen vier Briefe aus Neuseeland ein, die den vollkommenen Empfang eines von KSL ausgestrahlten Programms meldeten.

ÖFFENTLICHKEITSARBEIT ZUR HUNDERTJAHRFEIER

Wir freuen uns über die wunderbare Konferenz, die vor sechs Monaten hier abgehalten wurde. Wenn wir bedenken, dass dieses Gebäude dreißig Abende lang gefüllt war mit Menschen, die dem wunderbaren Festspiel beiwohnten, das dargeboten wurde, so ist es ein weiteres Wunder, zu bedenken, dass jenem großen Festspiel bei Millionen von Menschen Öffentlichkeit verschafft wurde. Ich habe hier zur Schau gestellt und möchte euch zeigen, was lediglich eine Sammlung von Zeitungsausschnitten über unsere Hundertjahrfeier ist. Über drei

tausend Zeitungen brachten günstige Berichte über uns. Der große Wandel, der seit den Tagen meiner Kindheit in der allgemeinen Haltung gegenüber diesem Volk eingetreten ist, ist fast jenseits allen Nachdenkens oder aller Erwartung.

Ich erinnere mich, wie ich, als ich vor achtundvierzig Jahren, in diesem Monat, das jüngste Mitglied des Rates der Zwölf war, während meiner ersten Reisen von zu Hause fort fast überall Widerstand fand. Ich fand Übelwollen gegenüber den Heiligen der Letzten Tage. Ich fand Männer so voller Bitterkeit gegen uns, dass sie sagten, wenn es nach ihnen ginge, würden die „Mormonen" in ihrem Tabernakel eingeschlossen und die Kanonen von Fort Douglas auf sie gerichtet. Heute finde ich, wohin ich auch gehe, das gegenteilige Gefühl vor; ich finde Wohlwollen; ich finde Freundlichkeit; ich finde Bereitschaft und Willigkeit seitens der Zeitungen, günstige öffentliche Berichte über uns zu bringen. Alles, was wir zu sagen wünschen, sind sie bereit zu drucken.

HALTUNG DER PRESSE

Während der Zeit, als ich der Japanischen Mission vorstand, wurden einige gemeine Dinge über uns in jenem Land veröffentlicht; und als ich eidesstattliche Erklärungen von zu Hause erhielt, um die veröffentlichten Behauptungen zu widerlegen, konnte ich sie nicht in die Zeitungen bringen, die die niederträchtigen Artikel gegen uns veröffentlicht hatten. Während meiner Präsidentschaft über die Europäische Mission gelang es mir drei lange Jahre lang nicht, auch nur eine einzige Zeile der Widerlegung in den Zeitungen Englands gedruckt zu bekommen. Es wurden einige sehr bösartige Artikel über uns geschrieben, aber die Zeitungen wollten keine Widerlegungen jener Artikel veröffentlichen. Heute erhalten wir eine sehr günstige Öffentlichkeitsarbeit. Die Zeitungen stehen dem Präsidenten der Europäischen Mission, Ältester John A. Widtsoe, offen. Wir bedauern seine Abwesenheit von den Versammlungen dieser Konferenz. Wir würden uns freuen, wenn er hier wäre.

Wir bedauern auch sehr die Abwesenheit von Ältester Stephen L. Richards wegen Krankheit.

Ich erinnere mich, wie ich eine Zeitung in London aufsuchte, die sieben bis zehn Spalten niederträchtigen Zeugs über die „Mormonen" veröffentlicht hatte, und ich nahm ein Empfehlungsschreiben einer großen Schifffahrtsgesellschaft in Liverpool mit – mit der wir seit über sechzig Jahren Geschäfte gemacht hatten –, das nicht nur für meine Redlichkeit als Präsident der Europäischen Mission bürgte, sondern auch für die Redlichkeit aller meiner Vorgänger, und dennoch wollten sie nicht eine einzige Zeile veröffentlichen. Ich sagte ihnen, ich hätte Empfehlungsschreiben von allen nicht-„mormonischen" Bankiers in Salt Lake City sowie von Bankiers in New York, San Francisco und Chicago, und vom größten Großhandelshaus für Kurzwaren in New York, die für meine Ehrlichkeit bürgten, und gab ihnen mein Ehrenwort, dass das, was sie veröffentlicht hatten, falsch sei. Dennoch wollten sie nichts zu unseren Gunsten veröffentlichen.

QUELLE DER DANKBARKEIT

Über dreitausend Zeitungen; die Associated Press; die Hearst-Zeitungen und die westlichen Zeitungen – besonders in Utah und Idaho – die Zeitungen im Allgemeinen, die uns so ausführliche und günstige Artikel bringen, wie dieser gewaltige Band

sie enthält, ist Anlass zu tiefer Dankbarkeit meinerseits und derjenigen meiner Mitarbeiter unter den Generalautoritäten der Kirche. Diese Notizen und Leitartikel sowie die Originalartikel, die mit Abbildungen erschienen, sind alles, was wir uns nur wünschen konnten. Während unserer Hundertjahrfeier wurde nur sehr selten etwas veröffentlicht, das nicht günstig war. Die Associated Press und besondere Vertreter verschiedener Zeitungen sandten wahrheitsgetreue und informative Berichte aus. Dies ist ein Anlass zu tiefer Dankbarkeit unsererseits.

WOFÜR WIR STEHEN

Ich habe gestern den guten Schwestern bei ihrer Frauenhilfsvereinigungskonferenz mitgeteilt, dass wir dafür bekannt werden, was wir sind, ein gottesfürchtiges, ehrliches, aufrechtes Volk, das bestrebt ist, dem Herrn zu dienen und seine Gebote zu halten und der ganzen Welt eine Botschaft des guten Willens zu bringen. Alles, was wir jemals erbeten oder erwartet haben, ist, dass die Menschen uns nach den Maßstäben beurteilen mögen, die der Erretter der Welt aufgestellt hat: „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen."

Wir haben eine niedrigere Scheidungsrate, wir haben eine höhere Heiratsrate, wir haben eine höhere Geburtenrate, wir haben eine niedrigere Sterberate, wir haben eine niedrigere Verbrechensrate als andere Völker.

Ich weiß nichts, wofür ich dankbarer bin, als zu erkennen, dass wir zu unserem eigenen Wert gelangen, dass wir für genau das angenommen werden, was wir sind, ein gottesfürchtiges und vorzügliches Volk.

IN ERFÜLLUNG DER PROPHEZEIUNG

Die Errungenschaften der Heiligen der Letzten Tage stehen in völliger und vollkommener Übereinstimmung mit der Prophezeiung, die am Westufer des Mississippi vom Propheten Joseph Smith gegeben wurde, wie sie im Tagebuch des Propheten unter dem Datum des 6. August 1842 aufgezeichnet ist:

„Ich prophezeite, dass die Heiligen fortfahren würden, viel Trübsal zu erleiden, und in die Felsengebirge getrieben werden würden. Viele würden abfallen, andere würden von unseren Verfolgern getötet werden oder ihr Leben infolge von Aussetzung oder Krankheit verlieren, und einige von euch werden leben, um dabei zu helfen, Siedlungen anzulegen und Städte zu bauen, und werden erleben, wie die Heiligen inmitten der Felsengebirge zu einem mächtigen Volk werden."

Dies ist buchstäblich erfüllt worden, und wir haben über eintausend Gemeinden und Zweige von Kanada im Norden bis Mexiko im Süden. Die Kirche hat in den letzten drei Jahren zwischen drei und vier Millionen Dollar aufgewendet, um beim Bau örtlicher Gemeindehäuser zu helfen. Das Volk hat einen gleich hohen Betrag beigesteuert. Wie ihr wisst, haben wir hier einen vier Millionen Dollar teuren Tempel errichtet, und wir haben Tempel in St. George, Manti, Logan, Kanada, Arizona und auf den Hawaii-Inseln errichtet, die insgesamt viele Millionen an Geld gekostet haben. Wir haben jene Prophezeiung tatsächlich erfüllt, ungeachtet der Tatsache, dass dieses westliche Land als wertlos galt. Wenn man an diese dürre Gegend denkt, wenn man bedenkt, dass sie als wertlos galt, und dann erkennt, was erreicht worden ist, so steht es außer Frage, dass wir jene Voraussage erfüllt haben.

Genau zu der Zeit, als diese Prophezeiung ausgesprochen wurde, sagte Daniel Webster, einer der bedeutendsten Staatsmänner der Vereinigten Staaten jener Zeit:

„Was wollen wir mit diesem weiten, wertlosen Gebiet, dieser Region von Wilden und wilden Tieren, von Wüsten, von wandernden Sanddünen und Staubwirbeln, von Kaktus und Präriehunden? Wofür könnten wir jemals hoffen, jene großen Wüsten oder jene endlosen Gebirgsketten zu gebrauchen, unwegsam und bis zu ihrem Fuß bedeckt mit ewigem Schnee? Was können wir jemals mit der Westküste anfangen, dreitausend Meilen lang, felsig, trostlos, uneinladend und nicht ein einziger Hafen daran? Mr. Präsident, ich werde niemals auch nur einen Cent aus der Staatskasse bewilligen, um die Pazifikküste auch nur um einen Zoll näher an Boston heranzubringen, als sie jetzt liegt."

WUNDERBARE HILFSQUELLEN

Wenn ich an den herrlichen Hafen von Seattle denke, und an den wunderbaren Golden-Gate-Hafen sowie andere an der Pazifikküste, so wird mir bewusst, dass Daniel Webster nicht sehr gut unterrichtet war. Wenn wir bedenken, dass dieses „wertlose" Land – Utah, Idaho, Arizona, Colorado, New Mexico und Kalifornien – mehr Reichtum hervorgebracht hat, soweit es die Edelmetalle betrifft, als jeder andere Teil oder als der ganze übrige Rest, wie ich glaube, der Vereinigten Staaten; wenn wir erkennen, dass wir hier eine einzige Mine haben, eine Kupfermine, deren Kupfer auf höchst ungewöhnliche und wunderbare Weise abgebaut wird, die, wie ich mich erinnere, über hundertfünfzig Millionen Dollar an Dividenden ausgezahlt hat, wobei erfolgreich Erz verarbeitet wird, das nicht ein Prozent enthält – weniger als zwanzig Pfund Kupfer pro Tonne –, wobei bei einer Gelegenheit über achtzigtausend Tonnen an einem Tag bewegt wurden, das Doppelte dessen, was an einem Tag beim Bau des Panamakanals bewegt wurde; wenn wir an die Millionen über Millionen von Dollar an Gold denken, die in Kalifornien gefördert wurden; wenn wir an die reichen Kupferminen in Arizona denken, ganz zu schweigen von Silber, Blei und Gold in all diesen Gebieten, und an Colorados immensen Reichtum, so erkennen wir, dass Daniel Webster nicht sehr viel über dieses Land wusste.

Aber der einzige Punkt, den ich machen möchte, ist, dass wir als Heilige der Letzten Tage erkennen und wissen, dass Joseph Smith der Vertreter Gottes war und ist und ein Prophet Gottes, und dass sich seine Aussagen buchstäblich erfüllt haben.

ZEICHEN DER ZEIT

Ich bin sehr glücklich, wenn ich über den Wohlstand nachdenke, der heute herrscht, und mein Herz geht über vor Dankbarkeit für den Wandel, der sich zu Hause und im Ausland vollzogen hat. Während die Welt in einem Zustand der Unruhe ist und Verwirrung unter den Nationen herrscht, haben die Heiligen der Letzten Tage keine Furcht vor der Zukunft. Die Zeichen der Zeit deuten auf das nahende Kommen des Herrn hin, und das Werk, mit dem wir beschäftigt sind, ist ein vorbereitendes für jenes große Ereignis.

NIEMALS, SOLANGE DIE WELT BESTEHT

Als Bischof Sylvester Q. Cannon im letzten Monat hier sprach, verwies er auf eine Äußerung eines Geistlichen, dass die „mormonische" Kirche, sofern sie die Kritik intelligenter Menschen, die Prüfung der modernen Wissenschaft usw. nicht bestehen könne, in den nächsten hundert Jahren

in die Kategorie der verfallenden Religionen gezählt werden müsse und es dann für uns nötig sein würde, unseren Glauben von Joseph Smith und seinen angeblichen Offenbarungen abzuwenden.

Niemals, solange die Welt besteht, wird es für uns nötig sein, unseren Glauben abzuwenden. Gott lebt, Jesus Christus ist der Sohn des lebendigen Gottes. Er ist Joseph Smith, Oliver Cowdery und Sidney Rigdon erschienen, und wir verkünden der ganzen Welt, dass wir wissen, dass er lebt und dass Gott jedem von uns persönlich ein Zeugnis von der Göttlichkeit der Sendung Joseph Smiths gegeben hat. Wir haben die Wahrheit, und wie der große Rechtsgelehrte zu denen sagte, die das Christentum bekämpften, so können wir heute wiederholen:

„Doch da stand in der Versammlung ein Pharisäer namens Gamaliël auf, ein beim ganzen Volk hochangesehener Gesetzeslehrer; er ließ die Männer für kurze Zeit hinausführen

und richtete dann folgende Worte an die Versammelten: „Ihr Männer von Israel, überlegt euch wohl, wie ihr mit diesen Leuten verfahren wollt! […]

Und nunmehr gebe ich euch den Rat: Lasst von diesen Leuten ab und lasst sie gewähren! Denn wenn dieses Vorhaben oder dieses Werk von Menschen ausgeht, so wird es zunichtewerden;

hat es aber seinen Ursprung in Gott, so werdet ihr diese Leute nicht zu vernichten vermögen. Nicht dass ihr gar noch als Widersacher Gottes befunden werdet!“"

WÄHREND HUNDERT JAHREN

Dieses Werk ist von Gott, und es ist nun seit über hundert Jahren verkündet worden. Wir sind heute hier versammelt und feiern die hundertunderste halbjährliche Konferenz der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage. Während all dieser hundert Jahre ist das Evangelium Jesu Christi, wie es durch die Werkzeugschaft des Propheten Joseph Smith offenbart wurde, überall auf der Welt verkündet worden, wo immer es religiöse Freiheit gab. In jedem Land und in jedem Klima, wo immer es verkündet wurde, haben ehrliche Männer und Frauen die Botschaft empfangen, haben das Evangelium angenommen, sind in die Wasser der Taufe hinabgestiegen, haben ihr Leben und ihr Vermögen für den Fortschritt dieses Werkes verpfändet. Aus jeder religiösen Konfession unter dem Himmel haben wir Bekehrte gesammelt. Ich habe nie über meine eigene Erfahrung im Leben hinaus nachgeforscht, aber ich kenne keinen einzigen Missionar, der in die Welt hinausgegangen ist, nicht einen, der zu einer anderen Religion bekehrt wurde und nach Hause zurückkam, um zu verkünden, dass dieses Evangelium Jesu Christi nicht wahr sei. Aber zu Hunderten und Tausenden habe ich während meines Lebens die Zeugnisse der jungen Männer und jungen Frauen gehört, die hinausgegangen sind, um dieses Evangelium zu verkünden, und die von ihrer Missionsarbeit zurückkehrten und bezeugten, dass sie eine vermehrte Erkenntnis von der Göttlichkeit dieses Werkes hätten, dass ihre Zeugnisse gestärkt worden seien. Man bedenke doch! Was für ein wunderbares Wunder es ist, dass mit diesem „falschen" Propheten und diesen „angeblichen" Offenbarungen unsere jungen, unerfahrenen Mitglieder der Kirche hinausgehen und mit all der Bildung, all dem Wissen und allen Glaubensrichtungen der Welt in Berührung kommen, und dennoch haben die Kirchen keinen von ihnen bekehren und ihnen jenen engen und schmalen Pfad zeigen können, der zum ewigen Leben führt.

ZEUGNIS FÜR DIE WELT

Ich lege heute vor euch mein Zeugnis ab – und ich spreche jetzt nicht nur zu den Menschen, die hier versammelt sind, sondern zu den Menschen, die vielleicht

durch das Radio zuhören, daheim oder im Ausland, in den Vereinigten Staaten oder in fremden Ländern – ich bezeuge, dass Gott lebt, dass er der Vater unserer Geister ist; dass Jesus Christus der Sohn des lebendigen Gottes ist; dass Joseph Smith ein Prophet des wahren und lebendigen Gottes ist und dass seine in der Lehre und den Bündnissen enthaltenen Worte die eingegebenen Worte eines Propheten Gottes sind. Ich möchte, dass alle Menschen wissen, dass die Offenbarung oder das Gesicht, das Joseph Smith gegeben wurde, wie es im sechsundsiebzigsten Abschnitt der Lehre und Bündnisse enthalten ist, absolut wahr ist. Ich habe zwei Abschnitte aus jenem Kapitel immer wieder wiederholt, und ich werde sie jetzt, in diesem Tag des Zweifels, noch einmal wiederholen.

Vor einigen Jahren wurden vielen Geistlichen des Evangeliums, sogar mehreren hundert von ihnen, die folgenden Fragen gestellt:

„Glaubt ihr an Gott, den Vater; an Gott als eine Person […] nach dessen Bild ihr geschaffen worden seid?

Glaubt ihr, dass Christus der Sohn des lebendigen Gottes war, von ihm gesandt, um die Welt zu retten […] dass er Gottes ureigener Sohn ist, mit einer göttlich bestimmten und festgelegten Sendung, der am Kreuz starb und von den Toten auferweckt wurde?

Glaubt ihr, dass ihr, wenn ihr sterbt, wieder leben werdet als bewusste Intelligenz, die weiß, wer sie ist und wer die anderen Menschen sind?"

Diese Fragen wurden Geistlichen in den Neuengland-Staaten gestellt, und nicht ein einziger gab eine eindeutige Antwort, Ja, obgleich sie gebeten worden waren, sie mit Ja oder Nein zu beantworten.

DER GLAUBE DER HEILIGEN DER LETZTEN TAGE

Alle drei dieser Fragen kann jeder Heilige der Letzten Tage beantworten. Wir glauben, dass Gott Joseph Smith erschienen ist und dass er Jesus Christus als seinen „vielgeliebten Sohn" verkündet hat.

Und nun zitiere ich aus dem Gesicht, das Joseph Smith und Sidney Rigdon gegeben wurde:

„Und dies ist das Evangelium, die frohe Nachricht, wofür uns die Stimme aus den Himmeln Zeugnis gab:

Dass er in die Welt gekommen ist, nämlich Jesus, um für die Welt gekreuzigt zu werden und um die Sünden der Welt zu tragen und um die Welt zu heiligen und um sie von allem Unrecht zu säubern;

der den Vater verherrlicht und alle Werke seiner Hände errettet, außer jene Söhne des Verderbens, die den Sohn leugnen, nachdem der Vater ihn offenbart hat.

Und nun, nach den vielen Zeugnissen, die für ihn gegeben worden sind, ist dies, als letztes von allen, das Zeugnis, das wir für ihn geben: Er lebt!

Denn wir haben ihn gesehen, ja, zur rechten Hand Gottes; und wir haben die Stimme Zeugnis geben hören, dass er der Einziggezeugte des Vaters ist –

dass von ihm und durch ihn und aus ihm die Welten erschaffen werden und wurden, und deren Bewohner sind für Gott gezeugte Söhne und Töchter."

Es gibt also keinen Zweifel in unseren Gedanken. Ein Mann sagte einmal zu mir: „Die einzigen religiösen Menschen, denen ich je in meinem Leben begegnet bin, die einen vollkommenen Glauben an ihre endgültige Bestimmung und eine unerschütterliche Gewissheit darüber haben, sind die Mormonen." Und es ist wahr.

IN TIEFER DANKBARKEIT

Ich meine, ich habe genug Zeit in Anspruch genommen. Ich freue mich über das Voranschreiten des Werkes Gottes. Mein Herz geht über in tiefer Dankbarkeit gegenüber den

Mitgliedern des Ausschusses, die jenes großartige Festspiel geliefert haben. Ich danke den Männern, die uns diese wunderbare Öffentlichkeitsarbeit verschafft haben. Es ist wunderbar.

Möge der Herr jeden Einzelnen segnen, der ein Zeugnis von der Göttlichkeit dieses Werkes hat, damit er das Evangelium so lebe, dass sein Leben seine Botschaft den Menschen der Welt verkünde. Die Verheißung ist gegeben, dass diejenigen, die den Willen des Vaters tun, von der Lehre erkennen werden, ob sie von Gott ist oder ob sie von Menschen ist. Da wir das Gesetz erfüllt und die Erkenntnis erhalten haben, dass wir mit dem Werk des Herrn beschäftigt sind, beten wir, dass er uns helfe, es zu leben. Möge er uns helfen, in der Bezahlung unserer Zehnten, in der Befolgung des Wortes der Weisheit vollkommen ehrlich zu sein und ein Beispiel zu geben, das Männer und Frauen veranlassen wird, die Botschaft zu erforschen, die wir zu bringen haben. Es ist mein demütiges Gebet, dass der Herr jede ehrlich gesinnte Seele auf dem Angesicht der Erde segnen möge, und ich bitte darum im Namen Jesu, unseres Erlösers. Amen.

Diese Ansprache zitierenHeber J. Grant, „Fortschritt und Zeugnis zum hundertjährigen Jubiläum“, Generalkonferenz Oktober 1930, Erster Tag, Vormittagsversammlung (1930-10-03). Pulpit Vault, 1930-10-heber-j-grant-centennial-progress-and-testimony. Übersetzung dieser Edition, nach Glossarmethode, archive.org.Pulpit Vault, Ausgabe vom 23. September 2026 (commit 4bdc6ac627).