Pulpit

Konferenzansprache

Charles W. Penrose

1910 October General Conference·Third Day Morning Session·1910-10-09

Ein Geist kennzeichnet die Heiligen in allen Ländern. — Der Christenheit fehlt es an göttlicher Vollmacht. — Beweise für die den Heiligen der Letzten Tage verliehene göttliche Vollmacht. — Heilige Handlungen, die unter göttlicher Vollmacht vollzogen werden, sind ewig in ihrer Wirkung. — Heilige Handlungen, die ohne bevollmächtigte Berufung vollzogen werden, sind nicht gültig.

Es sind nun vier Jahre her, dass ich das Vergnügen hatte, einer Generalkonferenz beizuwohnen, in die Angesichter meiner Brüder und Schwestern zu blicken und den Unterweisungen unserer Führer zu lauschen. Mein Herz ist heute Morgen von Dankbarkeit erfüllt für das Vorrecht, das ich nun genieße. Für mich ist es ein herrlicher Anblick, diese gewaltige Schar von Heiligen der Letzten Tage zu sehen, versammelt aus verschiedenen Teilen der Erde, hier zusammengekommen, um Gott „im Schmuck der Heiligkeit" anzubeten, mit einem Sinn, offen, die Wahrheit zu empfangen, mit dem Wunsch, die Wege des Herrn zu lernen und die Kraft zu haben, darin zu wandeln. Ich glaube nicht, dass ein solches Schauspiel, wie ich es heute vor mir sehe, irgendwo sonst unter allen Völkern der Erde zu sehen ist.

Während meiner Abwesenheit bin ich viel in den Ländern Europas gereist, habe alle Teile der Britischen Inseln besucht — England, Irland, Schottland und Wales. (Ich möchte im Vorübergehen zum Nutzen unserer walisischen Brüder erwähnen, dass das Werk in jenem Fürstentum wieder eröffnet worden ist, und dass wir in Südwales mehrere Missionare und eine Anzahl von Bekehrten zur Wahrheit haben.) Ich besuchte auch Holland und Belgien, die Schweiz und viele Teile Deutschlands, ferner Schweden, Dänemark und Norwegen. Auf all meinen Reisen habe ich, wo immer ich Scharen von Heiligen der Letzten Tage fand, denselben Geist unter ihnen gespürt, den ich während dieser Konferenz in diesem Tabernakel gespürt habe. Die Heiligen der Letzten Tage sind, wo immer sie sich finden, „durch einen Geist zu einem Leib getauft", ganz gleich, welcher Rasse oder Nationalität sie angehören, ganz gleich, welche Religion sie zuvor gehabt haben mögen. Sie sind aus der Welt herausgekommen und „in Christus hineingetauft worden"; sie sind ein Teil des Leibes Christi. Sein Geist ist mit ihnen, und sie freuen sich an der Erkenntnis der Wahrheit. Sie sind der Ermahnung des alten Apostels gefolgt: „Fügt eurem Glauben die Erkenntnis hinzu" usw. Gott hat ihnen durch die Macht des Heiligen Geistes ein Zeugnis gegeben, und sie haben die Wahrheit empfangen, wie sie in diesem Zeitalter der Welt von Ihm gekommen ist.

Es gibt sehr viele Menschen unter den verschiedenen christlichen Konfessionen, die Glauben haben, aber es gibt sehr wenig wirkliche Erkenntnis der Wahrheit. Es gibt viele gelehrte Professoren und Lehrer der Theologie, viele große Redner, Männer, die Gott mit der Gabe der Rede gesegnet hat, und es ist schön, ihre wohlgeformten Sätze zu hören. Ihre Beredsamkeit ist bezaubernd, aber es gibt eines, an dem es ihnen allen fehlt — jeder Konfession, jeder Denomination, jeder Gruppe oder Fraktion der Christenheit fehlt die Macht Gottes, in Seinem heiligen Namen mit Vollmacht zu wirken. Dies ist eine Angelegenheit von allergrößter Bedeutung. Während jeder Mann und jede Frau das Vorrecht haben sollte, ihren Glauben zum Ausdruck zu bringen, ihre Vorstellungen in Bezug auf Religion sowie auf Philosophie und Wissenschaft mitzuteilen, und alles, was die Menschheit erbaut, während sie überall diese Freiheit haben sollten, und Menschen bereit sein sollten, ihre Stimmen zu hören, wenn sie imstande sind, irgendeinen Grundsatz der Wahrheit zu vermitteln, fehlt ihnen jene göttliche Vollmacht, die Gott in alten Zeiten Seinen Dienern gab und die Er, wie ich mit Freude weiß, in dem Zeitalter, in dem wir leben, wiederhergestellt hat. Es ist eine Sache, die Lehre zu predigen, dass Jesus der Christus ist, und eine andere Sache, bevollmächtigt zu sein, in Seinem Namen zu wirken. Es gibt Millionen von Menschen, die diesen Unterschied nicht zu verstehen scheinen — dass Menschen predigen und Vorträge halten und Aufsätze über religiöse Gegenstände schreiben und vortragen mögen, ohne dass ihnen dies auch nur das geringste Recht gäbe, heilige Handlungen zu spenden, die Gott in Seinem heiligen Namen eingesetzt hat.

Als Jesus Christus Seine Apostel aussandte, um das Evangelium der ganzen Welt, jedem Geschöpf, zu predigen, gab Er ihnen Vollmacht, im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes zu wirken. Sie empfingen von Gott ein Zeugnis, dass sie mit dieser Vollmacht und Macht ausgestattet waren. Jesus, der Sohn, sprach im Namen des Vaters, und der Heilige Geist wurde auf sie ausgegossen, um ihren Seelen zu bezeugen, dass sie so bevollmächtigt waren. Von Christus selbst wird uns gesagt, dass Er sich nicht „selbst die Ehre zueignete, Hoherpriester zu werden, sondern der, der zu ihm sagte: Mein Sohn bist du, ich selbst habe dich heute gezeugt und dich berufen, ein Priester zu sein auf ewig, nach der Ordnung Melchisedeks." Christus sagte zu Seinen Aposteln, die Er auswählte, um Ihn in der Welt zu vertreten: „Wie mich der Vater gesandt hat, so sende auch ich euch. Wem immer ihr die Sünden vergebt, sind sie vergeben, und wem ihr sie behaltet, sind sie behalten." „Alles, was ihr auf der Erde bindet oder siegelt, wird auch im Himmel gebunden oder gesiegelt sein, und was ihr auf der Erde löst, wird auch im Himmel gelöst sein." Dies ist eine sehr große Vollmacht; dies ist göttliche Macht; dies ist Priestertum. Das heilige Priestertum ist göttliche Vollmacht, so wie der Heilige Geist göttliches Licht ist; und die Diener des Herrn, die von unserem Erretter in früheren Zeiten ausgesandt wurden, wie wir im Neuen Testament lesen, waren mit dieser Vollmacht ausgestattet und mit diesem Licht bekleidet. Sie wurden vom Erretter unterwiesen, wie diese Macht gebraucht werden sollte. Nicht alle Lehren des Erretters in dieser Angelegenheit sind im Neuen Testament aufgezeichnet, noch in irgendeinem anderen Buch, von dem ich Kenntnis erlangt habe; aber Er sprach mit ihnen und erklärte ihnen, wie diese Macht ausgeübt werden sollte, ihre Grenzen und den Umfang der Vollmacht. Nach Seiner Auferstehung war Er, wie uns gesagt wird, etwa vierzig Tage bei ihnen. Der Bericht über Seine Lehren an Seine Apostel und die mit ihnen in diesem heiligen Dienst Verbundenen ist, soweit wir wissen, nicht erhalten geblieben. Wenn diese Lehren jemals aufgezeichnet wurden, werden sie in diesen letzten Tagen ans Licht gebracht werden, in dieser großen „Ausschüttung in der Zeiten Fülle, in der der Herr alles, was in Christus ist, im Himmel wie auf Erden, in eins zusammenfassen wird." Diese Dinge sind gegenwärtig nicht in unserem Besitz; soweit wir wissen, sind sie nicht aufgezeichnet; aber wir können aus den Handlungen und Lehren der Apostel ohne weiteres verstehen, dass sie nicht nur mit dieser Vollmacht bekleidet waren, sondern auch Unterweisungen empfingen, wie sie ausgeübt, begrenzt und ausgedehnt werden sollte. Er errichtete Seine Kirche und verlieh diese Vollmachten:

„um die Heiligen tüchtig zu machen für die Ausübung des Gemeindedienstes, für die Erbauung des Leibes Christi,

bis wir endlich allesamt zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes gelangen, zur vollkommenen Mannesreife, zum Vollmaß des Wuchses in der Fülle Christi,

damit wir nicht länger unmündige Kinder seien, die von jedem Wind der Lehre durch das Trugspiel der Menschen, die mit Arglist auf Irreführung ausgehen, wie Meereswogen hin und hergeworfen und umhergetrieben werden,

sondern, die Wahrheit übend, in Liebe in allen Stücken in ihn hineinwachsen, der das Haupt ist, Christus."

So teilt uns Paulus im vierten Kapitel seines Briefes an die Epheser mit. Nun, diese Macht und Vollmacht wurde im Himmel anerkannt; darin liegt ihre Kraft, ihre Schönheit und ihre Wirksamkeit. Wenn einer dieser Diener Gottes, vom Erretter ordiniert, oder ordiniert von den Aposteln oder anderen, die vom Erretter ordiniert worden waren, im Namen des Herrn Jesus Christus wirkte, oder, wie es bei der Taufe und einer oder zwei anderen heiligen Handlungen der Fall ist, im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, so wurden ihre Handlungen im Himmel anerkannt. Sie waren ebenso gültig, als wären sie von Jesus Christus selbst oder vom Vater, der Ihn sandte, vollzogen worden. Darin liegt die Macht und die Stärke und die Majestät dieses Priestertums oder dieser göttlichen Vollmacht: dass alles, was ordnungsgemäß von einem Mann getan wird, der von Gott bevollmächtigt, ordentlich zu seinem Amt und seiner Berufung berufen und ordiniert ist, in der Höhe verzeichnet und dort anerkannt wird und im Himmel wie auf Erden von Kraft und Wirkung ist.

Diese Vollmacht blieb während ihrer frühen Zeit in der Kirche, aber seit Hunderten von Jahren gibt es, nach dem eigenen Bekenntnis der modernen christlichen Denominationen, keine solche Macht mehr auf Erden. Alle protestantischen Denominationen der Christenheit weisen den Gedanken zurück, dass sie in ununterbrochener Nachfolge seit den Tagen der Apostel weitergegeben worden sei. Tatsächlich gibt es keine Kirche und hat es keine Kirche gegeben, weder im Protestantismus noch in den älteren Denominationen oder Organisationen, in der es einen inspirierten Apostel, einen lebenden Propheten, einen Seher, einen Offenbarer, einen Mann gab, der mit der Vollmacht bekleidet war, die Christus Seinen alten Aposteln gab. Dies ist der große Mangel in der ganzen Christenheit. Wir bewundern die Beredsamkeit großer christlicher Prediger; wir bewundern die Reinheit des Lebens sehr vieler christlicher Menschen; wir erfreuen uns an der Musik, die sie komponiert haben; wir lieben die Dichtung, die sie geschrieben haben, und wir zitieren sie sehr oft. Wir erkennen ihre Lieder, ihre Musik, ihre Bildhauerkunst, ihre Gemälde, ihre Kunst und Wissenschaft und ihre großen mechanischen und anderen Werke zum Nutzen der Menschheit an; aber zugleich erkennen wir diese gewichtige Tatsache: dass es unter ihnen seit vielen Jahrhunderten keinerlei Vollmacht von Gott zum Menschen gegeben hat, heilige Handlungen in Seinem Namen zu spenden. Deshalb werden ihre Taufen, ihre Konfirmationen und andere heilige Handlungen, die in den verschiedenen christlichen Kirchen vollzogen werden, obwohl sie gute Dinge sein mögen, um Menschen in verschiedenen Organisationen zusammenzubringen, in Einheit, in Eintracht und brüderlicher Liebe, die in gewissem Maße bestehen, im Himmel nicht anerkannt, weil Gott sie nicht bestimmt hat. Warum sollten sie oben anerkannt werden, wenn es, nach ihrem eigenen Bekenntnis, seit den Tagen der frühen Apostel keine Mitteilung von Gott, vom Vater, vom Sohn, vom Heiligen Geist gegeben hat; wenn all diese Dinge abgeschafft und selbst in diesen Zeiten nicht mehr nötig sind. Da nun der Herr sie nicht bestimmt hat, da Er nicht die Vollmacht gegeben hat, die unter diesen verschiedenen einander widersprechenden Konfessionen ausgeübt wird, warum sollte Er ihre Opfergaben annehmen?

Ich möchte euch heute Morgen zu diesem Thema einige Verse der Schrift vorlesen. Ihr findet sie im hundertzweiunddreißigsten Abschnitt der Lehre und Bündnisse. Vielleicht wird dies nicht von allen meinen Zuhörern als Schrift anerkannt, aber die Heiligen der Letzten Tage betrachten die Offenbarungen Gottes in den letzten Tagen als mindestens ebenso bedeutsam wie alles, was Er in früheren Tagen geoffenbart hat. Wir nehmen die Bibel als Offenbarungen Gottes aus früheren Tagen enthaltend an; wir nehmen auch das Buch Mormon als das Wort Gottes an die Menschen auf diesem amerikanischen Kontinent enthaltend an. Aber im Buch Lehre und Bündnisse haben wir eine Anzahl von Offenbarungen, die aus derselben Quelle, durch dieselbe Macht, durch dieselbe Gabe, in diesem Zeitalter, Männern gegeben wurden, die mit einer ähnlichen Vollmacht ausgestattet waren wie die, welche die Alten innehatten, und deshalb betrachten wir die Aussagen in der Lehre und Bündnisse als Schrift. Ich will zwei oder drei Verse aus diesem Abschnitt vorlesen:

„Siehe, mein Haus ist ein Haus der Ordnung, spricht Gott, der Herr, und nicht ein Haus der Verwirrung.

Werde ich ein Opfer annehmen, spricht der Herr, das nicht in meinem Namen dargebracht wird?

Oder werde ich aus euren Händen etwas annehmen, was ich nicht bestimmt habe?

Und werde ich euch etwas bestimmen, spricht der Herr, außer durch ein Gesetz, so wie ich und mein Vater es für euch verordnet haben, ehe die Welt war?

Ich bin der Herr, dein Gott, und ich gebe euch dies Gebot: Niemand wird zum Vater kommen außer durch mich oder durch mein Wort, nämlich mein Gesetz, spricht der Herr.

Und alles, was in der Welt ist, sei es von Menschen verordnet, von Thronen oder Fürstentümern oder Mächten, oder sei es etwas Namhaftes, was immer es auch sei, und was nicht durch mich oder durch mein Wort ist, spricht der Herr, wird umgestoßen werden und wird nicht bestehen bleiben, sobald die Menschen tot sind, weder bei der Auferstehung noch danach, spricht der Herr, dein Gott.

Denn was auch immer bestehen bleibt, ist von mir; und was auch immer nicht von mir ist, wird erschüttert und vernichtet werden."

Es hängt noch sehr viel mehr damit zusammen, worauf ich hier heute Morgen nicht eingehen möchte; es ist diese heilige Macht und Vollmacht, auf die ich die Aufmerksamkeit dieser Versammlung lenken möchte. Warum sollte der Herr die Opfergaben der Menschen annehmen — ihre heiligen Handlungen, ihre Einrichtungen, das, was sie durch menschliche Weisheit ersonnen haben? Würde irgendeine Regierung auf Erden die Handlungen von Menschen anerkennen, die nicht von jener Regierung ernannt wurden? Würde irgendeine Gesellschaft, Firma oder Einzelperson, die ein Geschäft betreibt, die Handlungen vorgeblicher Vertreter anerkennen, die von jener Person, Firma oder Gesellschaft keine Vollmacht empfangen hätten? Wenn wir die heiligen Schriften lesen, die einst geschrieben und den Hebräern gegeben wurden, finden wir, dass der Herr von Anfang an bestimmte Einzelne berief, in Seinem Namen zu wirken, und dass Er anerkannte, was sie durch Seine Vollmacht taten, aber das, was von Personen vollzogen wurde, die diese Vollmacht nicht hatten, nicht annahm. Es hatte keine Kraft, keine Wirksamkeit, keine Wirkung in der ewigen Welt, und gemäß der Offenbarung, die ich soeben verlesen habe, wird es in und nach der Auferstehung von den Toten keine Wirkung haben.

Eine sehr wichtige Sache, die für die Heiligen der Letzten Tage damit verbunden ist, ist, dass die heilige Handlung der Ehe für die Ewigkeit dem Herrn in diesem Zeitalter der Welt durch den Propheten Joseph Smith geoffenbart wurde, wodurch Männer und Frauen, die das Evangelium angenommen, ihre Sünden bereut, sich zur Vergebung der Sünden taufen lassen und durch Handauflegung den Heiligen Geist empfangen hatten, für Zeit und Ewigkeit gesiegelt werden konnten, gemäß der heiligen Ordnung Gottes, die von Anfang an eingesetzt wurde, als Gott Eva dem Adam gab, ehe sie durch Übertretung sterblich wurden. Dies ist eine wichtige heilige Handlung in Bezug auf die Errettung der Menschheit, und sie eröffnet ein Feld des Nachdenkens, das sehr erfreulich ist. Es erfreut das Herz, nimmt die Dunkelheit aus dem Sinn, befähigt uns, die Dinge von einem ewigen Standpunkt aus zu betrachten: dass, obwohl der Tod kommen und einen Mann und seine Frau trennen mag, ihre Verbindung dennoch fortbestehen wird, in und nach der Auferstehung von den Toten, wenn sie durch die heilige Handlung, die der Herr eingesetzt hat, für Zeit und Ewigkeit gesiegelt worden sind. Adam und Eva werden an der Spitze „einer Menge, lebendig gemacht und von den Toten auferweckt", zusammenkommen; und andere, die mit derselben heiligen Handlung und demselben Vorrecht gesegnet und durch die Vollmacht dieses heiligen Priestertums, das Gott wiederhergestellt hat, gesiegelt worden sind, werden bei der Auferstehung zusammenkommen und Mann und Frau sein und ihre Kinder um sich versammelt haben, wenn diese Kinder auf dem rechten Pfad gewandelt sind, zum Beginn ihres Königreichs und ihrer Herrlichkeit in den Welten ohne Ende. Nun, diese heilige Handlung muss, wie alles, was der Herr geoffenbart hat, wenn sie vollzogen wird, mit Vollmacht gespendet werden. Wird sie im Namen Jesu Christi vollzogen, und Er hat sie nicht bevollmächtigt, so ist sie ungültig. Wird sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes vollzogen, und sie haben sie nicht bevollmächtigt, so nimmt sie ein Ende und wird weder in der kommenden Welt noch heute im Himmel irgendeine Wirksamkeit oder Wirkung haben. Dies sollten die Heiligen der Letzten Tage verstehen, und kein Mensch sollte sich eine Vollmacht anmaßen, die ihm nicht verliehen worden ist, ob er nun in der Kirche oder außerhalb der Kirche steht.

Die Welt, wie ich schon sagte, hat seit Hunderten von Jahren dieser Vollmacht entbehrt. Gott sei Dank ist durch die Offenbarungen des Allmächtigen ein Weg eröffnet worden, auf dem die Errettung zu Millionen und Abermillionen von Menschen kommen wird, sowohl Heiden als auch Christen, die in ihrer Zeit keine Gelegenheit hatten, der Wahrheit zu gehorchen. Das Werk wird für sie durch ihre Nachkommen vollzogen werden, und die Errettung wird zu allen kommen, die ihrer würdig sind. Sie wird durch das von Jesus Christus vollbrachte Sühnopfer kommen, und in Übereinstimmung mit den Plänen, die Er geoffenbart hat, sodass alle Dinge durch Seine Vollmacht, durch die Vollmacht des Himmels, getan werden, und was auf Erden durch jene rechtmäßige Vollmacht getan wird, wird in der Höhe anerkannt werden. Ich bezeuge euch, dass diese Macht und Vollmacht in dem Zeitalter, in dem wir leben, wiederhergestellt worden ist. Ich füge mein Zeugnis dem meiner Brüder hinzu, die auf dieser Konferenz erklärt haben, wie das heilige Priestertum wiederhergestellt wurde, wie Männer, die es in alten Zeiten innehatten, kamen und Joseph Smith und Oliver Cowdery ordinierten. Zuerst wurde ihnen das Priestertum verliehen, das Johannes der Täufer innehatte, und danach die göttliche Vollmacht, die Petrus, Jakobus und Johannes innehatten, die an der Spitze der Evangeliumszeit standen, nachdem Christus die Erde verlassen hatte. Uns ist gesagt worden, wie sie kamen und diesen Männern die Schlüssel ihrer Vollmacht verliehen, und wie diese bis auf den heutigen Tag weitergegeben worden ist. Unser Zeugnis ist nicht nur, dass Joseph Smith diese göttliche Vollmacht auf die einzige Weise empfing, auf die sie ordnungsgemäß wiederhergestellt werden konnte, sondern dass diejenigen, die ihm in diesem Dienst nachgefolgt sind, dieselben Schlüssel der Macht und Vollmacht innegehabt haben, bis zum heutigen Tag. Gott hat uns die Zusicherung gegeben (Er gab sie uns zu Beginn dieses Werkes), dass diese Kirche und dieses Reich, das Er organisiert hat, nicht vergehen sollte; sie sollte nicht von der Welt überwunden werden, nicht vom Einfluss und der Macht der Menschen, sondern sie sollte bestehen und bleiben, bis alles unter dem ewigen Himmel willig dem Gesetz Gottes unterworfen ist, und jedes Knie sich beuge und jede Zunge bekenne, dass Jesus der Christus ist, zur Ehre Gottes, des Vaters. Ich weiß, dass dies wahr ist. Ich bezeuge euch vor dieser Versammlung und vor dem Himmel, dass der Herr diese göttliche Vollmacht auf die Erde wiederhergestellt hat, dass sie in dieser Kirche und diesem Reich ist, und dass der Mann, der an ihrer Spitze steht,

Ich warne meine Freunde, meine Brüder, niemals zu versuchen, in irgendetwas zu wirken, wozu sie nicht berufen sind, denn wenn sie es tun, werden sie nicht nur feststellen, dass das, was sie getan haben, ungültig ist, sondern dass sie sich der Übertretung schuldig gemacht haben. Es ist eine furchtbare Sache, sich eine Vollmacht anzumaßen, die der Herr nicht wiederhergestellt hat. Ich würde niemals versuchen, in die Wasser der Taufe hinabzusteigen und diese heilige Handlung an irgendeiner Person zu vollziehen, wäre ich nicht ohne jeden Zweifel gewiss, dass ich die Vollmacht innehätte zu sagen: „Von Jesus Christus beauftragt, taufe ich dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes." Und kein Mensch hat das Recht, jene heiligen Namen zu gebrauchen oder in jener göttlichen Vollmacht zu handeln, wenn er sie nicht auf die rechte Weise empfangen hat. Gottes Haus ist ein Haus der Ordnung und nicht ein Haus der Verwirrung, und Er wird kein Opfer, keine heilige Handlung, keine Berufung annehmen, die Er nicht durch Sein Wort, das Sein Gesetz ist, durch diejenigen, die die Schlüssel innehaben, eingesetzt und bevollmächtigt hat; und es gibt, gemäß dieser Offenbarung, immer nur einen Mann zur gleichen Zeit auf Erden, der die Schlüssel jener Siegelungsvollmacht innehat. Nun, lasst uns dies bedenken, meine Brüder und Schwestern, und lasst uns, während wir sehen, wie die Welt aus der rechten Ordnung des Verhaltens heraustritt, indem sie heilige Handlungen vollzieht, zu deren Spendung sie nicht berufen ist, darauf achten, dass wir nicht aus dem schmalen Weg heraustreten und auf Neben- und verbotene Pfade geraten.

Ich bezeuge euch, dass ich weiß, dass dieses Werk das Werk Gottes ist; ich weiß, dass es sich durchsetzen wird; ich weiß, dass es die immerwährende Wahrheit des allmächtigen Gottes enthält. Ich weiß, dass der Herr das liebt, was wahr und gut und rein und heilig ist, und dass Er auf Sünde nicht mit irgendeinem Grad an Nachsicht blicken kann, und deshalb müssen wir in Seinen Wegen wandeln, Seine Gebote halten und in jeder Hinsicht ehrenhaft, aufrichtig und wahrhaftig sein. Wir müssen innerhalb unserer eigenen Grenzen bleiben: Ein Diakon oder ein Lehrer hat nicht das Recht zu taufen oder die Hände für die Gabe des Heiligen Geistes aufzulegen. Der Herr hat die Vollmacht in jenen zwei Ämtern des niederen Priestertums auf das beschränkt, was geoffenbart worden ist. Auf dieselbe Weise hat kein Mensch das Recht, in irgendetwas zu wirken, wozu er nicht berufen worden ist. Möge jeder Mann seine Pflicht erkennen und sie nach bestem Vermögen tun. Ich bezeuge, dass der Geist Gottes über Sein Volk ausgegossen wird, überall dort, wo sie Seine Gebote halten. Ich bin bis zum nördlichsten Punkt Norwegens hinaufgereist, weit jenseits des Polarkreises, und habe dort Heilige getroffen, die von demselben Geist erfüllt waren, den ich in England und in Deutschland und in den anderen Teilen, die ich erwähnt habe, gefunden habe, und die heute hier sind. Ich weiß, dass dies das Werk Gottes ist, und dass Sein Volk sich vor Ihm in der Erkenntnis der Wahrheit freut, denn Gott hat ihnen das Zeugnis in ihren Seelen gegeben, durch die Macht und Gabe des Heiligen Geistes; und Er wird dasselbe Zeugnis allen geben, die ernsthaft und aufrichtig nach Ihm suchen und die Wahrheit begehren.

Möge Gott diese Versammlung segnen, alle, die hier sind, ob sie Mitglieder der Kirche sind oder nicht. Möge unser Sinn offen sein, das Wort des Herrn zu empfangen, sei es in alten Tagen oder in neuzeitlichen Tagen gegeben; denn der Tag ist nahe, an dem Licht und Wahrheit und Offenbarung vom Himmel herabfließen werden, und das, was wir bereits empfangen haben, sind nur Tropfen des großen Regens, der noch kommen wird. Der Herr sei gepriesen für all Seine Barmherzigkeiten. Ich danke Ihm heute Morgen in meinem Herzen für Seine Güte gegen mich. Während der Zeit, in der ich abwesend war und fast ununterbrochen zu Land oder zu Wasser gereist bin, bin ich vor Unfällen, vor Schaden, vor Krankheit und vor jeder Art von Gefahr bewahrt worden; und inmitten dieser Versammlung preise ich Ihn heute Morgen mit meiner ganzen Seele. Ich bezeuge, dass ich weiß, dass Joseph Smith ein Prophet des lebendigen Gottes war, dass auch seine Nachfolger vom Allmächtigen inspiriert worden sind, und dass wir heute einen Mann an unserer Spitze haben, der die Schlüssel der Siegelungsvollmacht innehat, mit der Vollmacht, in allen Ämtern der Kirche Christi zu leiten.

Ich möchte, ehe ich mich setze, sagen, dass ich viele meiner „Jungen", wie wir sie nennen, in der alten Welt getroffen habe, die im Dienst unterwegs waren — gute, treue junge Männer, und auch einige ältere Männer, gute und treue Diener des Herrn. Brüder, nun, da wir daheim sind, lasst uns im Geschirr bleiben; lasst uns nicht ins Dunkel gehen; lasst uns unsere Bemühungen nicht nachlassen, sondern lasst uns zu jeder Zeit und unter allen Umständen, in jeder Stellung, eifrig und entschlossen sein, unsere Pflicht zu tun, rein und lauter vor dem Herrn zu sein, wie wir es waren, als wir auf unseren Missionen waren. Lasst uns dem Herrn von ganzem Herzen dienen und unsere Bündnisse halten und suchen, andere auf dem rechten Weg zu führen. Gott helfe uns allen, dies zu tun — um Christi willen. Amen.

Diese Ansprache zitierenCharles W. Penrose, „Konferenzansprache“, 1910 October General Conference, Third Day Morning Session (1910-10-09). Pulpit Vault, 1910-10-charles-w-penrose-conference-address. Übersetzung dieser Edition, nach Glossarmethode, archive.org.Pulpit Vault, Ausgabe vom 23. September 2026 (commit 4bdc6ac627).