Die interessante Geschichte der Kirche
Andrew Jenson
Meine Brüder und Schwestern: Die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage hat eine sehr interessante Geschichte, und was wir aus dem Mund von Präsident Nephi Pratt gehört haben, ist nur ein kleines Kapitel jener Geschichte. Wir haben als Kirche siebenundsiebzigeinhalb Jahre bestanden; während dieser Zeit ist sehr viel getan und sehr viel geschrieben worden über die Heiligen dieser letzten Tage; aber wir befinden uns in derselben Lage wie die Nephiten vor vielen Jahren, als der Erretter ihnen im Land Überfluss erschien. Um zu veranschaulichen, was ich meine, will ich euch ein paar Verse aus dem Buch Mormon vorlesen. Es steht hier geschrieben, in 3 Nephi, dreiundzwanzigstem Kapitel, siebter bis dreizehnter Vers: ¶
„Und es begab sich: Er [das heißt der Erretter] sprach zu Nephi: Bringe den Bericht her, den ihr geführt habt. Und als Nephi die Aufzeichnungen hergebracht und sie ihm vorgelegt hatte, warf er einen Blick darauf und sprach: Wahrlich, ich sage euch: Ich habe meinem Diener Samuel dem Lamaniten geboten, diesem Volk zu bezeugen, dass es an dem Tag, da der Vater seinen Namen in mir verherrlicht, viele Heilige geben wird, die von den Toten auferstehen und vielen erscheinen und ihnen dienen werden. Und er sprach zu ihnen: War es nicht so? Und seine Jünger antworteten ihm und sprachen: Ja, Herr, Samuel hat gemäß deinen Worten prophezeit, und sie haben sich alle erfüllt. Und Jesus sprach zu ihnen: Wie kommt es, dass ihr dies nicht niedergeschrieben habt, dass viele Heilige auferstanden sind und vielen erschienen und ihnen gedient haben? Und es begab sich: Nephi erinnerte sich, dass dies nicht niedergeschrieben worden war. Und es begab sich: Jesus gebot, es niederzuschreiben; darum wurde es gemäß seinem Gebot niedergeschrieben." ¶
Ich habe nicht die Absicht, irgendwelche Bemerkungen über die Auferstehung der Toten unter den Nephiten zu machen, aber ich möchte mit diesem Zitat die Lage veranschaulichen, in der wir uns gegenwärtig als Volk befinden. Nur ein kleiner Teil unserer höchst interessanten Geschichte ist niedergeschrieben worden, und nur ein kleiner Teil wird je niedergeschrieben werden, weil so viele unserer Ältesten, die im Ausland gewesen sind, um das Evangelium zu predigen, und die leicht Bücher hätten schreiben können, ähnlich der Selbstbiographie von Parley P. Pratt zum Beispiel, kaum etwas geschrieben haben. Ältester Pratts Buch ist in der Tat interessant; aber während er ein Buch geschrieben hat, das noch heute von Tausenden gelesen wird, hätten andere in ähnlicher Weise schreiben können und dabei ihre Zeugnisse und Erfahrungen festgehalten. Dieser Arbeit ist jedoch nicht nachgekommen worden. Viele, die solches Schreiben hätten tun sollen, haben es vernachlässigt, und ihr Zeugnis liegt folglich dem Volk jetzt nicht vor. Eure Historiker jedoch tun jetzt etwas, das euch an einem künftigen Tag in Erstaunen versetzen wird; und ich wende mich jetzt an diese Versammlung, als wendete ich mich an die ganze Kirche. Sollte Christus erscheinen und zu uns sprechen, wie Er es einst zu den Nephiten tat, könnte Er sich auf viele wichtige Ereignisse beziehen, die Seine Sache der letzten Tage auf Erden betreffen, über die keine Aufzeichnung gemacht worden ist. Vielleicht würde Er sagen: „Hat nicht mein Diener Joseph Smith, oder haben nicht meine Diener Brigham Young, Orson Pratt, Heber C. Kimball und andere dies und das prophezeit, während sie auf Erden waren?" „Ja, in der Tat taten sie das", würde vielleicht die Antwort mancher unserer Veteranen sein. „Wir erinnern uns recht gut, dass jene Dinge vorhergesagt wurden." „Warum wurden sie dann nicht niedergeschrieben?" könnte die nächste Frage sein. ¶
Es hat in dieser Kirche viel Vernachlässigung hinsichtlich des Schreibens von Geschichte und persönlicher Erfahrung gegeben. Die Kirche war zu Beginn klein, und Joseph, der Prophet, hatte vielleicht keine angemessene Vorstellung von der künftigen Größe der Kirche, die er als demütiges Werkzeug in den Händen Gottes gründete, oder davon, dass sie in wenigen Jahren zu ihrem gegenwärtigen Umfang anwachsen würde; daher führte er anscheinend kein vollständiges oder ununterbrochenes Tagebuch. Er schrieb zuweilen beträchtlich, aber in anderen Zeiten seines ereignisreichen Lebens schrieb er nur sehr wenig. Folglich ist seine Geschichte, wie sie auf uns gekommen ist, etwas unvollständig; und er maß anscheinend manchen seiner Handlungen oder amtlichen Akte nicht so viel Bedeutung bei, wie manche von uns heute geneigt sind zu tun. Wir können in derselben Weise über das Leben des Erretters sprechen. Was die Evangelisten der alten Zeit über Jesus Christus geschrieben haben, weckt nur unseren Appetit auf mehr. Jeder Erforscher des Neuen Testaments findet sich bald im Besitz eines ernsten Wunsches, viel mehr über Jesus zu wissen, als das, was Matthäus, Markus, Lukas und Johannes geschrieben haben. Und ebenso, wenn wir über den Propheten Joseph Smith, das Hervorkommen des Buches Mormon und nachfolgende Ereignisse lesen. Aber wir bemühen uns gegenwärtig, unser Bestes zu tun, um die Vergangenheit wettzumachen. Die kürzliche Veröffentlichung der Geschichte von Joseph Smith mit sehr vielen Fußnoten ist zweifellos von vielen von euch mit großem Interesse gelesen worden. Diese Fußnoten, die auf fast jeder Seite der Bücher so notwendig geworden sind, können nur andeuten, dass es eine gewaltige Menge an Material geben muss, das noch nicht ordnungsgemäß zu Geschichte zusammengestellt worden ist. Und das ist wahr. Wir haben im Büro des Historikers Tonnen von wertvollen Schriften — sehr wertvolle Bücher, Dokumente, Briefe, Berichte, Statistiken usw., von denen manche zu den früheren Tagen der Kirche gehören und manche zu einer späteren Zeit. Unsere Sammlung ist das Ergebnis vieler Jahre geduldiger Arbeit, und ein gewöhnlicher Sterblicher könnte leicht denken, wenn er auf den gewaltigen Haufen blickt, dass es unmöglich wäre, ihn ganz durchzugehen. Der Berg, um ein Bild zu gebrauchen, sieht so hoch aus, dass er sich nicht heranwagen würde, geschweige denn versuchen würde, ihn zu erklimmen. Der echte Historiker jedoch weiß, dass er alles zu seiner Quelle zurückverfolgen muss; er muss alle Hindernisse überwinden; er muss sich mit dem gesamten Haufen auseinandersetzen; er muss um jeden Preis den Gipfel erreichen und sich bemühen, auf die andere Seite hinabzublicken, sonst kann er nicht erwarten, als gründlicher Historiker eingestuft zu werden. Unsere Dokumente im Büro des Historikers haben sich Jahr für Jahr allmählich vermehrt, im Verhältnis zum Wachstum der Kirche; aber, abgesehen von der natürlichen Anhäufung, haben wir aus vielen verschiedenen Ländern und Klimazonen eine große Anzahl von Büchern gesammelt, Tausende davon. Wir haben diese Arbeit des Sammelns von Dokumenten besonders während der vergangenen fünfzehn Jahre betrieben, bis wir jetzt, wie ich sagte, eine gewaltige Sammlung dieser Bücher und Dokumente haben, die nach Jahren, Monaten und Tagen geordnet worden sind, beginnend mit dem 6. Tag des April 1830 und herabkommend bis zur Gegenwart, oder zumindest bis zum Ende des neunzehnten Jahrhunderts. ¶
Es ist sehr interessant, das Wachstum der Kirche zu beobachten, beginnend mit ihren Anfängen in New York, mit sechs Mitgliedern, und dann heute darauf zu blicken, mit ihren 55 Pfählen Zions und 21 Missionsfeldern. Aber trotz des historischen Materials, das wir gegenwärtig zur Verfügung haben, finden wir, dass viele Glieder fehlen, um eine vollständige Kette zu bilden. Viel wertvolle Geschichte ist verloren gegangen. Ich glaube, ich war vielleicht das Mittel, um etwa ein Zehntel der Aufzeichnungen in Europa vor der Vernichtung zu bewahren, aber in Amerika bin ich bei weitem nicht so erfolgreich gewesen. Während des Auszugs aus Nauvoo, als die Heiligen aus ihren Heimen vertrieben wurden, zwangen die Umstände sie, viel von ihrem Eigentum zurückzulassen, viele schwere Dinge, die sie nicht mitnehmen konnten, und unter diesen viele Bücher und Aufzeichnungen. Es gab Aufzeichnungen von großem Wert aus den Missionen der Öst- und Südstaaten, die nie den Missouri-Fluss überquerten, geschweige denn das Tal erreichten. Folglich finden wir, dass uns bei allem Material, das wir zur Hand haben, sehr viel fehlt, um die Lücken zu füllen. ¶
Beim Schreiben einer ausführlichen Geschichte der Kirche, wie wir es jetzt zu tun bemüht sind, wünschen wir Informationen über jede Ansiedlung, jeden Pfahl und jede Gemeinde, und auch etwas über jedes Kollegium des Priestertums und jede Hilfsorganisation. Wir finden es eine sehr schwierige Aufgabe, manche Informationen zu erhalten, die wir wünschen. Aber nachdem wir alles erhalten haben, was wir von öffentlichen Aufzeichnungen bekommen können, und nachdem wir alle Bruchstücke von Aufzeichnungen aus den verschiedenen Pfählen Zions, besonders den älteren Pfählen, bestmöglich verwendet haben, und alle Bücher gesammelt haben, die wir von den verschiedenen Missionsfeldern bekommen können, gibt es mindestens noch eine unentbehrliche Art von Aufzeichnungen, die erforderlich ist, und es ist hinsichtlich dieser Art, dass ich mich heute an euch wende; wir möchten, dass ihr uns helft, sie zu beschaffen. Hört zu! Viele von euch sind Söhne oder Enkel, Töchter oder Enkelinnen von Mitgliedern, die in den frühen Tagen dieser Kirche eine hervorragende Rolle spielten. Bruder Pratt, der eben zu uns gesprochen hat, ist der Sohn eines der erlauchtesten Männer, die in unserer frühen Geschichte eine Rolle spielten, und es gibt in dieser Versammlung heute, um nicht von der ganzen Kirche zu sprechen, sehr viele Nachkommen von ebensolcher edlen Abstammung. Viele von euch sind zweifellos, ohne es zu wissen, im Besitz von historischer Kenntnis, in Gestalt alter Papiere und Dokumente, von denen ihr vielleicht denkt, sie seien überhaupt nichts wert, die aber in den Händen des Historikers wunderbar in manche dieser Lücken passen würden, auf die ich hingewiesen habe. Wir haben ein etwas eigentümliches System entwickelt, ein natürliches System, so vollkommen, so vollständig und doch so einfach in seinem Umfang und seiner Anordnung, dass es kaum ein Dokument gibt, das ihr vorlegen könnt, oder ein Buch oder eine Aufzeichnung irgendwelcher Art, die beschafft werden kann, die nicht eine Lücke in irgendeiner Konferenz, einem Zweig, einer Gemeinde, einem Pfahl oder einem Kollegium oder einer Organisation der Kirche füllen würde. Daher rufen wir euch auf, meine Brüder und Schwestern in der ganzen Kirche, dass ihr solche Überreste — alte Briefe und Dokumente — aus den Tagen eurer Großväter und Großmütter sammelt und sie uns im Büro des Historikers leiht, damit wir sie lesen und aus ihnen die Informationen sammeln können, die wir brauchen. Natürlich wissen wir nicht, wofür wir sie verwenden können, bis wir sie sehen, aber vieles, was manche von euch für wertlos halten mögen, mag von uns als sehr nützlich befunden werden, da es irgendwo schön hineinpassen und dazu beitragen könnte, eine vollständige Geschichte unseres Volkes zu erstellen. Und nicht nur das, sondern indem ihr mit uns zusammenarbeitet, könnt ihr das Mittel sein, eure Väter und Mütter, und eure Großväter und Großmütter, in die Aufzeichnung aufzunehmen. Ferner mögen die privaten Dokumente es uns ermöglichen, gleichsam aus der Vergessenheit viele auserlesene Zeugnisse hervorzubringen, ähnlich denen, die Bruder Pratt heute erzählt hat. Meine Brüder und Schwestern, werdet ihr unserer Bitte nachkommen? Werdet ihr diese Botschaft mit nach Hause nehmen? Werdet ihr zu euren verschiedenen Ansiedlungen gehen und diesen Aufruf unter euren Nachbarn verbreiten und hier und dort nach dem Material suchen, das wir so sehr wünschen? ¶
Das Buch Mormon, auf das ich hingewiesen habe, ist ein sehr kostbares Dokument, kostbar selbst vom geschichtlichen Standpunkt aus. Ich gebe zu, dass ich jenes Buch vielleicht etwas anders betrachte als manche von euch. Manche von euch mögen die darin enthaltenen Lehren in sehr hohem Maße lieben und bewundern, und ich tue dies auch; aber als ich ein kleiner Junge war und das Buch Mormon zum ersten Mal las, überschlug ich viele der lehrhaften Teile und langen Predigten, die darin enthalten sind, wie die Rede König Benjamins, die Unterweisungen, die Alma seinen Söhnen gab, und viele ähnliche Dinge, weil sie mich nicht so sehr interessierten wie manche andere Teile; aber da ich von früher Jugend an vielleicht ein geborener Historiker war, las und wiederlas ich die geschichtlichen Teile des Buches mit besonderem Interesse, und ich kam zu dem Schluss, dass das Buch Mormon das interessanteste Buch war, das mir je zu lesen vergönnt wurde, als ich ein Junge war. Ich habe meine Ansichten seither nicht sehr geändert. Erkennt ihr, was jenes Buch für euch und die Euren als Heilige der Letzten Tage bedeutet, und was es für die ganze Welt bedeuten würde, würde sie es annehmen? Wisst ihr, dass diese westliche Hälfte der Welt, in der wir leben, wenn es nicht das Buch Mormon gäbe, für etwa 4.000 Jahre keine geschriebene Geschichte hätte? Es ist unter den Heiligen der Letzten Tage kein Geheimnis, dass sich der Garten Eden auf diesem Land befand. Daher können wir die ersten Kapitel der Genesis als einen Teil unserer Geschichte beanspruchen. Aber als Noah seine Arche baute, und diese während der Sintflut fast halb um die Welt trieb und irgendwo auf den Bergen von Ararat in Asien landete, wurde die Geschichte der Welt, wie sie uns von den jüdischen Historikern gegeben wird, auf die östliche Hemisphäre verlegt. Von jener Zeit bis zu den Tagen des Christoph Kolumbus, als er San Salvador vor der Küste Nordamerikas erblickte, ist die westliche Welt, soweit es die östlichen Schreiber betrifft, der Geschichte fast völlig verloren gegangen. Sie erzählen uns so gut wie nichts über Amerika. Aber im Buch Mormon haben wir eine Geschichte, die sich von den Tagen des Turmbaus zu Babel bis zu der Zeit erstreckt, da die Familie Lehis Jerusalem verließ, 600 Jahre vor der Geburt unseres Erretters. So wird ein Zeitraum von etwa 2.500 Jahren von der Geschichte der Jarediten abgedeckt. ¶
Nehmen wir dann die Geschichte von der Zeit an, da Lehi Jerusalem verließ, bis zur Vernichtung der Nephiten, so haben wir die Berichte eines weiteren Jahrtausends, was uns bis zum Jahr 420 nach der Geburt Christi bringt, und die geschichtliche Erzählung im Buch Mormon lässt die Lamaniten in fast demselben Zustand zurück, in dem Christoph Kolumbus sie über tausend Jahre später fand. So werdet ihr verstehen, meine Brüder und Schwestern, dass das Buch Mormon so gut wie das einzige geschichtliche Dokument ist, das wir gegenwärtig von dieser großen westlichen Welt haben. Die östliche Welt hat die Bibel; sie hat auch Josephus; sie hatte griechische und römische Historiker und Schreiber anderer Nationalitäten, die viele kostbare Bücher hinterließen, die uns alles über die östliche Welt erzählen. Aber der westlichen Welt fehlen solche Geschichten, und sie muss einen großen Mangel an geschichtlichen Dokumenten eingestehen. Dies liegt vielleicht in großem Maße daran, dass die Spanier im sechzehnten Jahrhundert ihr Möglichstes taten, um alle Aufzeichnungen und Dokumente und alle Informationen zu vernichten, die die Azteken und andere indianische Nationen über ihre Vorfahren und ihre alte Geschichte besaßen. Aber Gott sei Dank für das Buch Mormon, es belebt die ganze Sache aufs Neue. Es erzählt, zwar kurz, eine Geschichte, die sogleich von Wissenschaftlern, Philologen und allen anderen Menschen, die sie erforschen würden, angenommen werden könnte. Jedes Jahr bringt uns zur Kenntnis etwas, das jenes Buch als wahres geschichtliches Dokument bestätigt; wir erfahren mehr und mehr über die Klippenbewohner, die Hügelerbauer, die Stämme Mittel- oder Südamerikas und Mexikos; und alles, was so hervorgebracht wird, dient dem Beweis, dass gerade ein solches Volk wie die Nephiten einst in diesem Land lebte. ¶
Heute vor zwei Wochen hätten wir den achtzigsten Jahrestag der Übergabe der Platten an den Propheten Joseph Smith feiern können, von denen das Buch Mormon übersetzt wurde; ich frage mich, wie viele von euch sich an jenen Tag erinnert haben. Wir haben kaum begonnen, Jahrestage wichtiger Ereignisse in der Geschichte der Kirche zu feiern, aber vielleicht werden wir dies in Zukunft öfter tun, wenn die Kirche ein wenig älter geworden ist. ¶
Nun, meine Brüder und Schwestern, wollt ihr freundlicherweise das behalten, was ich über unsere neuzeitliche Geschichte gesagt habe. Ich habe auf das Buch Mormon hingewiesen, um zu zeigen, wie wertvoll jenes Buch für uns als geschichtliches Dokument ist, um nicht von den herrlichen Lehren und Prophezeiungen zu sprechen, die es enthält. Aber unsere eigene Geschichte ist uns notwendigerweise interessanter und wertvoller als die Geschichte jedes anderen Volkes; nicht nur interessant, sondern notwendig, aus der Tatsache, dass aus der Kirche Christi, der wir heute angehören, im Laufe der Zeit das Reich Gottes hervorwachsen wird. Wenn die Zeit kommt, da Christus auf Erden herrschen wird, als König der Könige und Herr der Herren, wird es den Bürgern jenes Reiches gewiss große Genugtuung geben, auf die Geschichte jenes verfolgten Volkes zurückzublicken, das so hart rang, wie wir es getan haben, um die Kirche Christi auf Erden zu errichten. Sie werden mit tiefem Interesse die Geschichte der Heiligen der Letzten Tage in Missouri, in Ohio, in Illinois und der frühen Tage in diesen Tälern lesen. Die kleine Handvoll Heiliger der Letzten Tage, die inmitten all des Widerstands und der Verfolgung, die erbitterte Feinde ersinnen konnten, arbeiteten und reisten, um diese Kirche zu errichten, werden ihnen große Helden sein. Lasst uns auch bedenken, dass viele von uns, die jetzt leben, selbst wenn wir nicht ganz zu Beginn aktiv teilnahmen, dennoch zu den Gründern oder frühen Arbeitern in dieser großen Kirche und diesem großen Reich gezählt werden, das schließlich das herrliche Millennium einleiten wird. ¶
Lasst uns tun, was wir können, um unsere Väter und Mütter und uns selbst zu ehren; lasst uns sie und uns selbst in die Aufzeichnung aufnehmen; lasst uns jene, die uns in die Welt brachten, sprechen lassen, selbst wenn sie tot sind, indem wir ihre Bücher und Aufzeichnungen hervorbringen, damit sie abgeschrieben werden können. Mit modernen Einrichtungen zum Schreiben und Abschreiben können wir jetzt hundert Wörter viel leichter schreiben, als wir vor wenigen Jahren zehn Wörter schreiben konnten. So können wir es uns leisten, Abschriften eurer alten Aufzeichnungen zu machen; und wenn ihr sie nur vorlegen und uns sie eine kurze Zeit gebrauchen lasst, werden wir euch als Ergebnis unserer Arbeit etwas zeigen, das eure Herzen vor Freude hüpfen lassen wird. Gott segne euch, ich bitte es im Namen Jesu Christi. Amen. ¶