Der Wohlstand und die Eintracht der Heiligen
Joseph F. Smith
Allgemeiner Wohlstand unter den Heiligen. — Eintracht und Treue kennzeichnen die Kollegien des Priestertums und die Hilfsorganisationen. — Pflichten festgelegt, und die Wirksamkeit soll gesteigert werden. — Handwerkliche und landwirtschaftliche Ausbildung an den Kirchenschulen. — Eindrucksvolles Beispiel für die Vorteile technischer Bildung in der Landwirtschaft. — 1905, das „Rekordjahr" für Zehntenbeiträge. — Bücher offen zur Einsicht der Zehntenzahler. — Ziel und Zweck der Organisation der Kirche. — Schlechtigkeit wird nicht geduldet werden. ¶
Ich bin sehr dankbar für das Vorrecht, wieder mit euch bei einer unserer Generalkonferenzen zusammenzukommen, da dies der sechsundsiebzigste Jahrestag der Organisation der Kirche ist, und ich freue mich, die Zahl der heute Morgen Anwesenden zu sehen. Ich hoffe aufrichtig, dass der Geist des Herrn während dieser ganzen Konferenz in unseren Herzen wohnen möge, damit wir am Ende das Gefühl haben, dass unser Zusammenkommen nicht umsonst gewesen ist, sondern dass viel Gutes vollbracht und die Erfordernisse des Gesetzes der Kirche erfüllt worden sind. Wir sind dem Herrn für diesen schönen Morgen dankbar, und ich vertraue darauf, dass wir während der Konferenz sowohl mit gutem Wetter als auch mit einem reichen Ausgießen des Geistes Gottes gesegnet sein mögen. ¶
Es sind sechs Monate vergangen, seit wir uns zuletzt zu einer Generalkonferenz versammelten, und seither haben sich viele interessante Dinge ereignet. Wohlstand scheint die Bemühungen der Heiligen der Letzten Tage im ganzen Land gekrönt zu haben; und ich sage dies keineswegs prahlerisch, sondern in tiefster Demut und Dankbarkeit. Ich glaube, dass der Geist der Hingabe an die Sache Zions während der letzten sechs Monate in der Kirche ebenso sehr, wenn nicht mehr als je zuvor in ihrer Geschichte vorherrschend gewesen ist. Ich glaube, dass wir, allgemein gesprochen, so geeint gewesen sind wie je zuvor; und wäre es nicht so, dass manche denken könnten, wir würden prahlen, so würde ich es wagen zu sagen, dass meines Erachtens das Priestertum und das Volk als Ganzes nie geeinter gewesen sind, als wir es heute sind. ¶
Ich kann euch versichern, meine Brüder und Schwestern, dass, soweit meine Kenntnis reicht, die Präsidentschaft der Kirche geeint ist und der Geist der Liebe und des Vertrauens unsere Seelen erfüllt. Der Herr hat uns reichlich mit Gesundheit und mit einem angemessenen Ausgießen Seines Geistes gesegnet. Wir haben uns bemüht, den uns auferlegten Verpflichtungen nach bestem Vermögen und nach dem äußersten Maß an Kraft und Weisheit, die uns der Herr gegeben hat, gerecht zu werden. Wir sind vor keiner Pflicht zurückgeschreckt. Wir haben versucht, jeder an uns gestellten Anforderung so gut wir konnten zu entsprechen, und wir haben angemessene Gewissheit, dass der Herr bislang mit unseren Bemühungen zufrieden gewesen ist und unsere Arbeit angenommen hat. Wir wünschen, in der von uns geforderten Arbeit fortzufahren, solange der Herr es wünscht; und ich glaube, meine Ratgeber empfinden ebenso wie ich, wenn ich sage, dass wir uns, sobald der Vater mit unseren Diensten zufrieden ist, demütig und dankbar Seinem Willen beugen werden. ¶
Was die Brüder der Zwölf betrifft, mit denen wir uns von Woche zu Woche und oft von Tag zu Tag im Rat treffen, so muss ich sagen, dass jene von ihnen, die bei uns gewesen sind, untereinander geeint und mit uns in vollkommener Eintracht sind. Ich glaube, dass die Brüder der Zwölf, die an ihren Posten gewesen sind und ihre Pflicht erfüllt haben, fest für den Fortschritt des Reiches Gottes eintreten und in ihren Ansichten und Bemühungen für den Aufbau Zions geeint sind. Es gibt Umstände im Zusammenhang mit diesen Angelegenheiten, die nicht ganz erfreulich sind und die in mancher Hinsicht mit sehr ernsten Folgen behaftet sind. Aber ich zögere nicht, euch, Brüder des Priestertums und Mitglieder der Kirche, jene Mitglieder des Rates der Apostel zu empfehlen, die sich innerhalb des Geistes ihrer Berufung gehalten haben, die sich bemüht haben, diese zu erfüllen, und die zu jeder Zeit, gelegen oder ungelegen, bei der Erfüllung der ihnen auferlegten Pflichten beharrlich gewesen sind. Sie sind des Vertrauens der Heiligen der Letzten Tage würdig, sind standhaft in ihrem Zeugnis für die Wahrheit, sind ernsthaft und wachsam in ihrer Sorge um die ihnen anvertrauten Belange Zions, und haben eifrig im Missionsfeld gewirkt, zu Hause und im Ausland, so weit es die Gelegenheit erlaubt hat. ¶
Was die Brüder des Präsidierenden Rates der Siebziger betrifft, so möchte ich ihnen meine Anerkennung aussprechen. Sie waren immer zur Stelle, bereit, jedem an sie gerichteten Ruf zu folgen, soweit es ihre Gesundheit und andere wichtige Pflichten erlaubten. Es ist allgemein bekannt, dass Bruder B. H. Roberts, einer der Präsidenten, mit der Geschichte der Kirche befasst ist und in dieser Arbeit mit dem Büro des Historikers verbunden ist. Ein großer Teil seiner Zeit wird für diese Aufgabe benötigt. Dennoch hat er den an ihn ergangenen Rufen entsprochen, seine Arbeit niedergelegt und ist ausgegangen, um die Konferenzen zu besuchen, wann immer es erforderlich war. Dasselbe kann von den anderen Mitgliedern des Rates gesagt werden. Bruder George Reynolds, ein weiteres Mitglied, ist ein Mann, der mit Pflichten im Zusammenhang mit der Missionsarbeit, der Berufung von Ältesten für Missionen, der Führung ihrer Aufzeichnungen sowie der Arbeit der Sonntagsschule und anderen mit dem Büro des Präsidenten verbundenen Angelegenheiten sehr belastet ist. Er ist ein Mann, der von morgens bis abends, früh und spät, arbeitet und höchst treu und fleißig bei der Erfüllung seiner Pflicht ist. Überdies ist er höchst fähig, denn er ist vom Herrn in der Berufung, die ihm zugewiesen wurde, reichlich gesegnet. Ich erwähne diese beiden Brüder deshalb, weil sie in großem Umfang mit Büroarbeit beschäftigt sind und daher nicht so frei sind wie die anderen, die Konferenzen zu besuchen und im Dienst zu wirken. ¶
Ich bedauere zu sagen, dass sich nicht die gesamte Präsidierende Bischofschaft der Kirche vollkommener Gesundheit erfreut, aber sie sind geeint, fleißig und treu in der Erfüllung ihrer Pflichten, und ihre Redlichkeit steht außer Frage. Mit der Unterstützung, die sie in ihrem Büro haben, die höchst fähig und tüchtig ist, werden die Pflichten und Verantwortlichkeiten ihres Amtes gut und treu erfüllt. Ich bedauere zu sagen, dass die Gesundheit von Bischof Burton derzeit sehr schlecht ist, aber wie ich höre, bessert sie sich, und ich vertraue darauf, dass er bald wieder ganz der Alte sein wird. ¶
Ich möchte ein paar Worte hinsichtlich der verschiedenen Kollegien des Priestertums in der Kirche sagen — der Hohen Priester, der Siebziger, der Ältesten und des geringeren Priestertums. Das Ziel jener, die diesen Kollegien vorstehen, ist gewesen, in den Herzen ihrer Mitglieder ein lebhafteres Interesse an ihrer Arbeit zu wecken; und ich glaube, es kann in aller Aufrichtigkeit und Übereinstimmung gesagt werden, dass es nie eine Zeit gegeben hat, in der die verschiedenen Kollegien des Priestertums mehr an ihrer Arbeit interessiert waren, sich ihrer Pflichten bewusster waren, unmittelbarer auf ihre rechtmäßige Berufung blickten und den ihnen auferlegten Verantwortlichkeiten mehr Aufmerksamkeit schenkten, als sie es heute tun. Die Pfahlpräsidenten nehmen sich der Arbeit der Kollegien an, besonders des geringeren Priestertums, und sie bemühen sich, den Mitgliedern des Priestertums die großen Verantwortlichkeiten bewusst zu machen, die ihnen wegen des Priestertums, das sie tragen, und ihrer Verbindung mit dessen Kollegien obliegen. Wir erwarten den Tag zu erleben, wenn wir lange genug leben (und wenn manche von uns nicht lange genug leben, ihn zu sehen, so gibt es andere, die es werden), an dem jeder Rat des Priestertums in der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage seine Pflicht verstehen, seine eigene Verantwortung übernehmen, seine Berufung erfüllen und seinen Platz in der Kirche zum Äußersten ausfüllen wird, gemäß der Intelligenz und Fähigkeit, die es besitzt. Wenn jener Tag kommt, wird nicht mehr so viel Notwendigkeit für die Arbeit bestehen, die jetzt von den Hilfsorganisationen geleistet wird, weil sie von den regulären Kollegien des Priestertums getan werden wird. Der Herr hat es von Anfang an so vorgesehen und verstanden, und Er hat in der Kirche Vorsorge getroffen, wodurch jedes Bedürfnis durch die regulären Organisationen des Priestertums erfüllt und befriedigt werden kann. Es ist wahrhaftig gesagt worden, dass die Kirche vollkommen organisiert ist. Das einzige Problem ist, dass diese Organisationen sich der ihnen obliegenden Verpflichtungen nicht voll bewusst sind. Wenn sie sich der von ihnen geforderten Erfordernisse gründlich bewusst werden, werden sie ihre Pflichten treuer erfüllen, und das Werk des Herrn wird umso stärker, mächtiger und einflussreicher in der Welt sein. ¶
Ein Wort oder zwei zur Frauenhilfsvereinigung. Dies ist eine Organisation, die vom Propheten Joseph Smith gegründet wurde. Sie ist daher die älteste Hilfsorganisation der Kirche und von allererster Bedeutung. Sie hat es nicht nur mit den Bedürfnissen der Armen, Kranken und Bedürftigen zu tun, sondern ein Teil ihrer Pflicht — und der größere Teil dazu — ist es, sich um das geistige Wohlergehen und die Errettung der Mütter und Töchter Zions zu kümmern; darauf zu achten, dass niemand vernachlässigt wird, sondern dass alle vor Unglück, Missgeschick, den Mächten der Finsternis und den Übeln bewahrt werden, die ihnen in der Welt drohen. Es ist die Pflicht der Frauenhilfsvereinigungen, sich um das geistige Wohlergehen ihrer selbst und aller weiblichen Mitglieder der Kirche zu kümmern. Es ist ihre Pflicht, Mittel von jenen zu sammeln, die im Überfluss haben, und sie weise an jene zu verteilen, die in Not sind. Es ist Teil ihrer Pflicht, dafür zu sorgen, dass es solche gibt, die fähig sind, sowohl Pflegerinnen als auch Lehrerinnen und Vorbilder in Zion zu sein, und dass sie die Gelegenheit haben, sich für diese große Arbeit und Verantwortung gründlich vorzubereiten. Ich habe von einer Neigung mancher unserer Schwestern gehört, sich in diesen Dingen selbst zum Gesetz zu machen. Ich möchte sagen, dass von der Frauenhilfsvereinigung, besonders von den Generalautoritäten jener großen Organisation, erwartet wird, dass sie eine Aufsicht über alle Organisationen unter den Frauen Zions führen. Sie stehen an der Spitze all solcher; sie sollten an der Spitze stehen, und sie sollten ihre Berufung erfüllen und darauf achten, dass sich kein Irrtum einschleicht, dass sich keine Ränke bilden, dass sich Geheime Verbindungen nicht festsetzen können, um die Schwestern in die Irre zu führen. Sie sollten darauf achten, dass die anderen Organisationen der Frauen in der Kirche mit ihrer Organisation übereinstimmen und im Einklang mit ihr stehen. Warum sollte dies so sein? Damit die Frauen Zions geeint sein mögen, damit ihre Interessen gemeinsam und nicht widerstreitend oder getrennt seien, und damit der Zweck dieser Organisation verwirklicht werde und die Organisation selbst in jedem Teil der Kirche in der ganzen Welt, wo immer das Evangelium gepredigt wird, zum Guten wirksam sein möge. Wir erkennen, dass es Männern oder Frauen mit körperlichen Schwächen wegen ihres Alters oder ihrer Gebrechen unmöglich ist, jeder Anforderung zu entsprechen; aber wir erwarten, dass jeder Mann und jede Frau, dem oder der Verantwortung in der Kirche anvertraut ist, seine oder ihre Pflicht nach bestem Vermögen erfüllt. Das erwarten wir; dafür beten wir; dafür arbeiten wir nach dem besten Vermögen und der Kraft, die wir besitzen. ¶
Als ich heute Morgen aufstand, hatte ich nicht die Absicht, viel Zeit in Anspruch zu nehmen, aber ich möchte etwas über andere Organisationen sagen; und wenn ich nicht auf alle eingehe, braucht sich niemand übergangen zu fühlen, denn ich fühle, dass die Augen des Herrn und Seiner Diener über all diesen Organisationen wachen. Wir sind uns ihrer Existenz bewusst; wir wissen etwas über ihre Arbeiten und die Verantwortlichkeiten, die ihnen obliegen; wir sind weder blind für ihre Bemühungen noch für das Gute, das sie vollbringen. Ich möchte ein paar Worte über unsere Sonntagsschulorganisation sagen. Ich glaube nicht, dass jemand behaupten wird, die Sonntagsschulorganisation sei zu irgendeinem früheren Zeitpunkt in der Kirche vollkommener oder tüchtiger gewesen als heute. Denkt ihr das, Bruder Reynolds? (an ihn gewandt.) [Bruder Reynolds: „Nein, mein Herr; das denke ich nicht."] Ich glaube, dass jene, die mit dieser Arbeit verbunden und mit dem vertraut sind, was durch sie vollbracht wird, einmütig der Behauptung zustimmen werden, die ich aufstelle, dass diese Organisation nie zuvor, seit die Sonntagsschulen in den Tagen unserer frühen Besiedlung hier organisiert wurden, so vollkommen und tüchtig gewesen ist wie heute. Die Brüder des Sonntagsschulverbandsausschusses treffen sich jede Woche, und sie sind an ihrer Arbeit interessiert. Manche der Mitglieder wohnen weit entfernt und können nicht teilnehmen, aber die meisten von denen, die in Reichweite sind, nehmen jede Woche an ihren Ratsversammlungen teil, wo Angelegenheiten im Zusammenhang mit den Sonntagsschulen gründlich erörtert und abgewogen werden, und nach reiflicher Überlegung und sorgfältigem Nachdenken Schlussfolgerungen hinsichtlich der Arbeit gezogen werden, die in den Sonntagsschulen vollbracht werden soll. Ich bin meinem Vater im Himmel dankbar dafür, dass wir so viele tüchtige, fähige Mitarbeiter in unseren Sonntagsschulen haben, die fleißig bei der Erfüllung ihrer Pflicht sind, die einen so heilsamen Einfluss auf die Gemüter der Schüler ausüben und deren Beispiele solcher Art sind, dass sie aller Anerkennung würdig sind. Ich möchte der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage die Arbeiter in den Sonntagsschulen empfehlen, und ich vertraue darauf, dass die Eltern sie in ihren Berufungen unterstützen, ihre Hände stärken werden, indem sie ihre Kinder ermutigen, die Schulen am Sabbattag zu besuchen und ihren Lehrern Achtung und Respekt zu erweisen. ¶
Unsere Gegenseitigen Verbesserungsvereinigungen der Jungen Männer befinden sich in so guter Obhut und Pflege, wie man es erwarten kann. Dies ist eine Organisation, die nur einen Teil des Jahres fortbesteht. Während der arbeitsreichen Saison, wenn junge Männer auf den Farmen gebraucht werden, setzen diese Vereinigungen für eine Zeit aus; aber die Arbeit wird während der ganzen Wintersaison fortgeführt, von Oktober bis April, wenn die Jugend Zions in der Lage ist, ihren Pflichten in diesen Organisationen nachzukommen. Ich möchte sagen, dass unsere besten Missionare aus diesen Gegenseitigen Verbesserungsvereinigungen berufen werden. Die jungen Männer, die die tüchtigsten Missionare abgeben, sind jene, die in diesen Organisationen treu gewesen sind. Es ist wahr, dass wir in unseren Kirchenschulen Missionsklassen haben, in die junge Männer, die religiösen Angelegenheiten nicht viel Aufmerksamkeit geschenkt haben und in den heiligen Schriften nicht gut belesen sind, für eine kurze Zeit gehen können, um Unterweisung zu erhalten. Aber diese Arbeit ist im Vergleich zur Arbeit der Gegenseitigen Verbesserungsvereinigung nur vorübergehend. Sie ist gänzlich zu kurz, und jene, die diese Klassen besuchen, sind im Allgemeinen in Zeitnot, in Eile, nach Hause zu kommen und wieder an die Arbeit zu gehen, und können kaum lange genug bleiben, um den Kurs zu beenden. Daher wiederhole ich, dass unsere besten und wirksamsten Mitarbeiter im Missionsfeld jene sind, die zu Hause der Gegenseitigen Verbesserungsarbeit die meiste Aufmerksamkeit geschenkt haben. So richtet sie also Gutes aus. ¶
Die Gegenseitigen Verbesserungsvereinigungen der Jungen Damen sind ebenfalls blühend und vollbringen ein herrliches Werk. Doch für beide dieser Organisationen ist das Feld weit, und der Arbeiter sind wahrlich wenige. Aber sie tun ihr Bestes unter den gegebenen Umständen, glaube ich, und ich habe nur Worte der Anerkennung für sie. ¶
Unsere Primarvereinigungen sind ebenfalls tüchtig und richten viel Gutes unter den kleinen Kindern aus, und ich lobe ihre Arbeit und Organisation und ermahne sie zum Fleiß bei der Erfüllung ihrer Pflicht und zur Sparsamkeit im Gebrauch der Mittel, die in ihre Hände gelangen, wie ich es auch bei der Frauenhilfsvereinigung tue. Ich sage all diesen Organisationen, dass von ihnen erwartet wird, dass sie in all ihren Geschäften nach geschäftlichen Grundsätzen und streng nach Ehrenhaftigkeit handeln, sodass es nie nötig sein möge, auch nur eine einzige ihrer Spuren zu verdecken, sondern dass jeder Schritt, den sie tun, offen und der Prüfung aller zugänglich sein möge, die daran interessiert sein könnten. Es wird erwartet, dass sie von Zeit zu Zeit, wie erforderlich, Berichte sowohl über ihre finanzielle als auch über ihre kirchliche Arbeit erstatten. ¶
Wir haben eine Anzahl von Kirchenschulen in Zion errichtet. Ich habe mir nicht die Mühe gemacht, mich über die genaue Zahl zu informieren, aber ich glaube, es sind etwa 17. Die Brigham-Young-Universität in Provo, die Universität der Heiligen der Letzten Tage in dieser Stadt und das Brigham-Young-Kolleg in Logan sind Einrichtungen, auf die die ganze Kirche mit Recht stolz sein kann. Der Trustee-in-Trust hat, mit und nach dem Rat der Ersten Präsidentschaft und des Rates der Apostel, so großzügig wie möglich für den Unterhalt unserer Kirchenschulen gegeben, soweit es mit anderen Verpflichtungen vereinbar war. Wir haben uns bemüht, in unseren Kirchenschulen die Einrichtung von Abteilungen für mechanische Künste und handwerkliche Ausbildung zu fördern; und, soweit ich weiß, wird alles Mögliche getan, zumindest an den wichtigsten Schulen, um unsere Jugend nicht nur in den regulären mechanischen Künsten, sondern auch in der Kunst der Landwirtschaft auszubilden. Ein landwirtschaftlicher Lehrgang ist kürzlich an der Brigham-Young-Universität eingerichtet worden, und einer unserer fähigsten Wissenschaftler ist berufen worden, die Leitung der Klasse zu übernehmen. Ich freue mich zu sagen, dass manche unserer ältesten Landwirte von den Kenntnissen entzückt sind, die sie durch den Besuch dieser Klasse erlangt haben. Ich hörte einen Bruder, der viele Jahre lang Landwirtschaft betrieben hatte, sagen, er sei stets der Ansicht gewesen, dass, wenn ein Mann sonst nichts tun könne, er sich nur dem Pflug zuwenden und den Boden bestellen müsse, denn jeder könne ein Landwirt werden, aber er habe seit dem Besuch seiner Klasse festgestellt, dass es Intelligenz und intelligente Anwendung erfordere, ein guter Landwirt zu sein, ebenso wie ein guter Handwerker. Im Zusammenhang damit möchte ich einen Umstand erwähnen, der sich vor Jahren vor meinen eigenen Augen ereignete. Ein gewisser Bruder hatte etwa vierzehn oder fünfzehn Jahre lang auf seiner Farm gelebt. Er hatte sie jedes Jahr so gut er konnte bestellt, aber sie war so verarmt geworden, dass er nicht länger davon leben konnte, und er wurde von dem Land, besonders von seiner Farm, so angewidert, dass er schloss, wenn er die Farm nur gegen ein Gespann und einen Wagen eintauschen könnte, der ihn aus dem Land bringen würde, würde er froh sein zu gehen. Nach einiger Zeit kam sein Mann vorbei, und er verkaufte seine Farm für ein Gespann und einen Wagen, in den er seine Frau und seine Kinder setzte und in ein anderes Land zog. Der Käufer nahm diese abgewirtschaftete Farm in Besitz, und innerhalb von drei Jahren konnte er durch intelligente Bewirtschaftung von jener Farm vierzig Scheffel Weizen pro Acre und andere Erzeugnisse im gleichen Verhältnis ernten. Die Nährstoffe des Bodens waren erschöpft gewesen und bedurften der Erneuerung; also machte er sich an die Arbeit, gab dem Boden die Nahrung, die er benötigte, und erntete infolge seiner Klugheit eine reiche Ernte. Es gibt zu viele unserer Landwirte, die meinen, es bedürfe keiner Fähigkeit, Landwirt zu sein; aber dieser gute Bruder in Provo, auf den ich anspielte, fand heraus, dass es sehr wohl eine bedurfte. So lehren wir also Landwirtschaft in unseren Schulen, ebenso wie die mechanischen Künste. Das Brigham-Young-Kolleg errichtet gerade ein Gebäude, in dem allerlei Gewerbe gelehrt werden sollen; wo unsere Jugend Zimmerei, Schmiedehandwerk, häusliche Künste und andere Dinge erlernen kann, die ihnen nützlich sein werden. Dennoch finden wir es mühsam, jemanden, der über Mittel verfügt, dazu zu bewegen, sehr großzügig dazu beizutragen. Manche unserer reichsten Männer meinten, sie täten ihr Äußerstes, wenn sie vielleicht hundert Dollar für ein Gebäude spendeten, das acht- oder zehntausend Dollar kosten wird, wenn nicht mehr. Ich erwähne dies aus dem Grund, dass meines Erachtens die Kirchenschulen die Grundlage für großen Nutzen unter dem Volk Gottes legen, und sie sollten vom Volk und von der Kirche unterstützt werden. Die Kirche unterstützt sie, und während wir mehr Mittel erlangen und freier werden von Verpflichtungen, die seit Jahren auf der Kirche gelastet haben, werden wir freigebiger sein, um den Bedürfnissen unserer Kirchenschulen sowie anderen Erfordernissen dieser Art nachzukommen. ¶
Die Arbeit der Religionsklassen ist ein Zusatz zu den Kirchenschulen. Sie steht unter der Leitung von Präsident Anthon H. Lund und seinen Mitarbeitern, und sie ist ein notwendiger und höchst interessanter Zusatz zu unseren Hilfsorganisationen. Sie wurde eingerichtet, um bei der richtigen Ausbildung und Erziehung unserer Kinder zu helfen, und ich empfehle sie den präsidierenden Autoritäten in der ganzen Kirche und erbitte für sie ihre freundliche Aufmerksamkeit, Ermutigung und Hilfe, soweit es in ihrer Macht steht. Lasst uns für diese Dinge sorgen, denn sie nähren und stärken unsere Kinder in der richtigen Richtung, und es gibt nichts Wichtigeres. Es ist äußerste Torheit für irgendein Volk, Tausende von Missionaren in die Welt zu senden, um den Nationen das Evangelium zu predigen, und dabei die eigenen Kinder zu Hause zu vernachlässigen. Ich denke, unser allererstes Interesse sollte sein, uns um unsere Kinder zu kümmern und dafür zu sorgen, dass sie jeden Vorteil haben, der notwendig ist, um sie in dem Weg zu erziehen, den sie gehen sollten, damit sie, wenn sie alt werden, nicht davon abweichen. ¶
Ich möchte den Heiligen der Letzten Tage sagen, dass das Jahr 1905 das Rekordjahr für die Zehnten des Volkes gewesen ist. Ihr könnt das in eure Merkbücher schreiben und euch daran erinnern. Nie in der Geschichte der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage hat das Volk so viel Zehnten beigetragen wie im Jahr 1905. Und dennoch haben sie nicht mehr getan als ihre Pflicht; tatsächlich gibt es eine große Zahl von Heiligen der Letzten Tage, die ihre Pflicht nicht erfüllt haben, wie die Bücher zeigen werden. ¶
In diesem Zusammenhang darf ich sagen, dass eine höchst gründliche und eingehende Prüfung der Bücher des Trustee-in-Trust, der Bücher der Präsidierenden Bischofschaft und der Bücher der Deseret-News-Gesellschaft von den Prüfern durchgeführt worden ist, die bei unserer letzten Konferenz ernannt und bestätigt wurden. Vor Abschluss dieser Konferenz werden wir euch ihren Bericht vorlesen, und ich glaube, ihr werdet damit vollkommen zufrieden sein. Der Mann, der sich beklagt, nicht zu wissen, was mit dem Zehnten geschieht, ist in neunundneunzig von hundert Fällen der Mann, der in den Büchern der Kirche keine Gutschrift für die Zahlung von Zehnten hat. Wir legen keinen Wert darauf, solchen Nörglern und jener Sorte von Menschen die Bücher der Kirche zu zeigen. Aber es gibt keinen Zehntenzahler in der Kirche, der nicht zum Büro des Präsidierenden Bischofs oder zum Büro des Trustee-in-Trust gehen könnte, wenn er es wünscht, und sein Konto finden und sich vergewissern könnte, dass jeder Dollar, den er dem Herrn als Zehnten gegeben hat, ihm gutgeschrieben ist. Wenn er dann als Zehntenzahler noch genauer nachforschen und herausfinden will, was mit dem Zehnten geschieht, werden wir ihm die ganze Sache darlegen, und wenn er uns einen guten Rat zu geben hat, werden wir ihn von ihm annehmen. Aber wir werden — weil wir es nicht müssen, und es nicht Sache der Welt ist, es zu verlangen — unsere Bücher nicht der Welt öffnen, es sei denn, wir wünschen es. Wir schämen uns ihrer nicht. Wir fürchten nicht, dass sie geprüft werden. Sie sind ehrlich und ordnungsgemäß; und es gibt keinen Menschen auf der Welt, der sie ansehen würde, ohne dies zu bestätigen, wenn er selbst ehrlich ist. ¶
Ich weiß nicht, ob ich eure Zeit über Gebühr in Anspruch genommen habe, aber es gibt noch andere Dinge, die mir durch den Sinn gehen. Wir tragen Mittel zum Kauf und Unterhalt von Missionshäusern in der Welt bei; und heute haben wir mehr Hauptquartiere, die der Kirche in Großbritannien, in Skandinavien, in den Vereinigten Staaten und auf den Inseln des Meeres gehören, wo sich unsere Ältesten versammeln und in Zeiten der Krankheit oder Not eine Ruhestätte finden können, und wo sie sich zum Rat treffen können, als je zuvor. Wenn ich das sage, prahle ich keineswegs; ich gebe es euch lediglich zur Information und als Tatsachenfeststellung. ¶
So können wir sagen, dass trotz des Widerstands, der Bitterkeit, des Hasses, der Lügen, der Verleumdungen und der falschen Darstellungen, mit denen die öffentliche Presse jahrelang hinsichtlich der Heiligen der Letzten Tage und der Autoritäten der Kirche gefüllt gewesen ist, es nie eine Zeit gegeben hat, in der die Kirche mehr gediehen ist, als sie es heute tut; und ich weiß nicht, ob wir nicht dankbar sein sollten, dass der Herr unsere Feinde sich so entlarven lässt, wie sie es tun. ¶
Der Herr segne euch. Ich sehe vor mir die Führer der Kirche, die präsidierenden Geister, in der Eigenschaft von Pfahlpräsidenten, Ratgebern der Pfahlpräsidenten, Hohen Ratsmitgliedern, Bischöfen und ihren Ratgebern, und jene, die an unseren Bildungseinrichtungen und in anderen verantwortungsvollen Stellungen in der Kirche wirken. Ich ehre euch alle. Ich liebe euch für eure Treue zur Sache Zions. Es ist das Reich Gottes oder nichts, soweit es mich betrifft. Ich spiele persönlich keine Rolle in diesem Werk, und ich bin nichts außer im demütigen Bemühen, meine Pflicht zu tun, so wie mir der Herr die Fähigkeit dazu gibt. Aber es ist das Reich Gottes. Was ich unter dem Reich Gottes verstehe, ist die Organisation der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, deren König und Haupt Jesus Christus ist; nicht als eine Organisation, die in irgendeiner Weise die Freiheiten oder Rechte der Menschen in der ganzen Welt bedroht oder gefährdet, sondern eine Organisation, die dazu bestimmt ist, die Lage der Menschheit zu erheben und zu verbessern; böse Menschen gut zu machen, sofern es ihnen möglich ist, ihre Sünden zu bereuen, und gute Menschen besser zu machen. Das ist das Ziel und der Zweck der Kirche, das ist es, was sie in der Welt vollbringt. Und sie ist in diesen Angelegenheiten sehr streng. Trunkenbolde, Hurenjäger, Lügner, Diebe, jene, die das Vertrauen ihrer Mitmenschen verraten, jene, die des Glaubens unwürdig sind, der Liebe und des Vertrauens unwürdig sind — all solche werden, sobald ihr Charakter bekannt wird, aus der Kirche ausgeschlossen und dürfen keine Stellung in ihr innehaben, wenn wir es wissen. Es ist wahr, dass keiner von uns ohne seine Unvollkommenheiten und Mängel ist. Vollkommenheit wohnt nicht bei sterblichen Menschen. Wir alle haben unsere Schwächen. Aber wenn ein Mann die Wahrheit, die Tugend, seine Liebe zum Evangelium und zum Volk Gottes aufgibt und zu einem offenen, erklärten Feind wird, wird es die Pflicht der Kirche, und die Kirche würde ihrer Pflicht untreu werden, wenn sie ihn nicht von der Gemeinschaft trennte, ihn abschnitte und ihn gehen ließe, wohin er will. Wir würden Unrecht tun, wenn wir an solchen bösen Geschöpfen in unserer Mitte festhielten und versuchten, sie zu hegen, ganz gleich, welches Verhältnis zwischen uns und ihnen bestehen mag. Darum sage ich wiederum, dass die Kirche Jesu Christi für Tugend, Ehre, Wahrheit, Reinheit des Lebens und Wohlwollen gegenüber der ganzen Menschheit steht. Sie steht für Gott, den Ewigen Vater, und für Jesus Christus, den der Vater in die Welt sandte, und Ihn zu kennen bedeutet ewiges Leben. Dafür steht die Kirche, und sie kann Abscheulichkeit, Verbrechen und Schlechtigkeit seitens jener, die eine Verbindung mit ihr beanspruchen mögen, nicht dulden. Wir müssen uns von ihnen trennen und sie gehen lassen. Nicht dass wir ihnen schaden wollten. Wir wollen niemandem schaden. Wir haben es nie getan, und wir beabsichtigen nicht, jemandem zu schaden. Aber wir beabsichtigen nicht, von jenen geschädigt zu werden, die unseren Untergang suchen, wenn wir es verhindern können. Es ist unser Recht, uns selbst zu schützen. ¶
Nun, Gott segne euch. Möge Friede in euren Seelen wohnen und die Liebe zur Wahrheit in euch überströmen. Möge Tugend all eure Wege schmücken. Möget ihr aufrichtig und ehrlich vor dem Herrn leben, den Glauben bewahren und standhaft im Zeugnis Jesu Christi sein; denn wer standhaft ist, wird seinen Lohn empfangen. Gott segne euch, ist mein Gebet im Namen Jesu. Amen. ¶