Der Zustand der Kirche und das Gesetz des Zehnten
Joseph F. Smith
(Eröffnungsansprache.) Zustand allgemeiner Zufriedenheit unter den Heiligen der Letzten Tage. — Wozu der Zehnte verwendet wird. — Ungesunde Wucherungen müssen entfernt werden. — Zion ist errichtet und wird bestehen bleiben. — Die Kirche wird nicht von Menschen geleitet. — Der Herr hat die Nation groß gemacht. ¶
Meine Brüder und Schwestern — Es ist mir gewiss eine große Genugtuung und Freude, diese große Versammlung von Heiligen der Letzten Tage zu sehen, die sich hier am Eröffnungstag unserer fünfundsiebzigsten Jahreskonferenz versammelt hat. Ich freue mich, euch zu sehen und mit euch zusammenzukommen; und mit den Segnungen des Herrn und dem leitenden Einfluss Seines Heiligen Geistes vertraue ich darauf, dass ich mich auch über die Gelegenheit freuen werde, die mir in diesem Augenblick geboten wird, kurz zu euch zu sprechen. Ich fühle mich außerordentlich abhängig von den Eingebungen des Geistes an meinen Sinn. Es mag euch seltsam vorkommen, wenn ich sage, dass ich keine Augenblicke darauf verwendet habe, im Voraus darüber nachzudenken, was ich euch heute Morgen sagen werde. Ich stehe ohne Vorbedacht oder Vorüberlegung, was ich sagen werde, vor euch. ¶
Ich glaube, ich kann euch mit vollem Vertrauen sagen, dass, soweit meine Kenntnis reicht, die Heiligen der Letzten Tage in dieser ganzen Bergregion und im angrenzenden Land, und soweit ich weiß, in der ganzen Welt, sich in ausgezeichnetem geistigem Zustand befinden. Ich glaube, dass die Heiligen der Letzten Tage heute ebenso viel vom wahren Geist ihrer Religion genießen, wie sie es je genossen haben; ich glaube, es gibt so viel Einheit unter unserem Volk in der ganzen Länge und Breite des Landes, wie es je in der Kirche bestanden hat. Ich denke, ich kann mit Zuversicht sagen, dass es so wenige örtliche Schwierigkeiten und Probleme unter dem Volk gibt, die vor die Kirchengerichte, vor die Bischöfe und vor die Hohen Räte kommen, wie ich es je zuvor innerhalb der Reichweite meiner Erinnerung und Kenntnis erlebt habe. Wir sind wohl nie ganz frei von kleinen Missverständnissen unter Nachbarn und Mitgliedern der Kirche hier oder dort, und es kommt oft vor, dass diese kleinen Missverständnisse, die unter unseren Brüdern und Schwestern entstehen, vor die Lehrer und vielleicht vor die Bischöfe gebracht werden, um beigelegt und versöhnt zu werden, aber ich denke, ich bin berechtigt zu sagen, und die Wahrheit wird dies bestätigen, dass es nach meinem Wissen und meinem besten Verständnis, soweit ich mich erinnern kann, nie weniger dieser kleinen Missverständnisse und Schwierigkeiten gegeben hat als heute. In der Tat kann ich sagen, dass Missverständnisse in vergangenen Jahren weit ausgeprägter gewesen sind, als sie es jetzt zu sein scheinen. ¶
Ich glaube, dass unter den Heiligen der Letzten Tage ein Gefühl allgemeiner Zufriedenheit herrscht, und der Genugtuung in ihren Herzen und Gemütern bezüglich der göttlichen Sendung des Propheten Joseph Smith und der Göttlichkeit der großen Sendung und des Sühnopfers unseres Herrn und Erretters Jesus Christus. Mit anderen Worten glaube ich, dass die Heiligen der Letzten Tage heute ebenso hingebungsvoll, glühend und fest in ihrer Überzeugung von der Wahrheit und in ihrer Kenntnis davon sind, wie sie es je in irgendeiner Periode der Geschichte der Kirche von ihrem Anfang bis zur gegenwärtigen Zeit gewesen sind. Ich glaube, diese Aussagen können von den vorstehenden Autoritäten der Kirche in der ganzen Länge und Breite des Landes bestätigt und bezeugt werden. Wir haben diese Brüder hier vor uns — Pfahlpräsidenten und ihre Ratgeber, die Bischöfe und ihre Ratgeber und die Präsidenten unserer verschiedenen Missionen; und ich bin überzeugt, dass sie alle miteinander die Aussagen bestätigen werden, die ich bezüglich des gegenwärtigen Zustands der Kirche gemacht habe. ¶
Nicht nur das, sondern ich glaube, es gab nie eine Zeit, in der der finanzielle oder zeitliche Zustand der Heiligen der Letzten Tage besser oder ermutigender war als gegenwärtig. Ich glaube, dass unser Volk im Allgemeinen wohlhabend ist, und ich bin überzeugt, dass durch ihre fortgesetzte Treue noch größerer Wohlstand für sie bereitliegt. Ich glaube, dass der Herr die Erde um ihretwillen segnen wird, dass Er die Elemente zu ihrem Guten mäßigen wird, dass Er sie in der Arbeit ihrer Hände und in den Gedanken ihres Sinnes gedeihen lassen wird; dass Er sie durch die Macht Seines Geistes zu aller Wahrheit und zum Besitz jener zeitlichen Segnungen führen wird, die so notwendig sind, um ein Volk glücklich, zufrieden und gesegnet im Land zu machen. Diesbezüglich möchte ich sagen, dass wir, wie ich glaube, ein sehr zutreffendes Kriterium haben, um den geistigen und zeitlichen Zustand der Kirche zu beurteilen. Die Aufzeichnungen der Kirche werden bei Abschluss der Rechnungen für das vergangene Jahr zeigen, dass der Zehnte und die Opfergaben der Heiligen der Letzten Tage etwas über dem lagen, was man den Durchschnitt nennen würde. Wir hatten, nach diesem Kriterium, dem Zehnten des Volkes, ein oder zwei erfolgreichere Jahre in der Vergangenheit, aber das vergangene Jahr lag etwas über dem Durchschnitt, trotz der Tatsache, dass unser Volk in vielen Teilen des Landes in den letzten Jahren unter einer anhaltenden Dürre gelitten hat, wodurch ihre Ernten ausgeblieben sind und sie erheblich in ihren Herden und ihrem Vieh gelitten haben. An vielen Orten war die Dürre so schwer, dass die Menschen gezwungen waren, sich Mittel zu leihen, um sich Saatgetreide für das gegenwärtige Jahr zu sichern. Ich möchte euch, meine Brüder und Schwestern, und besonders jenen, die der Kirche vorstehen, sagen, dass es mir zur Genugtuung und zum Stolz gereicht, dass die Kirche in der Lage ist, jenen zu helfen, die dieser Art von Hilfe bedürfen, und wir haben es getan. Sollte sich jemand über das Handeln des Treuhänders für die Kirche und seiner Ratgeber und Mitarbeiter unzufrieden fühlen, weil sie den Heiligen der Letzten Tage in solchen Notlagen Hilfe geleistet haben, so wissen sie, wo sie ihre Beschwerden vorbringen können, und ich würde mich freuen, sie zu treffen und diese Fragen zu erörtern. Wir wünschen, dass klar verstanden wird, dass wir, solange der Herr uns in den Stellungen belässt, zu denen wir berufen worden sind, Stellungen, die wir nicht gesucht haben, die aber durch die Vorsehung Gottes über uns gekommen sind, uns vor Gott und vor Seinem Volk dafür verantwortlich fühlen werden, den Heiligen materielle und finanzielle Hilfe zu leisten, überall dort, wo wir es für notwendig erachten. Unser Volk im Süden hatte in gewissem Maße Unglück, indem ihre Dämme von Fluten weggeschwemmt wurden. Über eine lange Reihe von Jahren hatten sie Dürre, die Erde wurde ausgedörrt und trocken, und als die späten Regen und Fluten kamen, schwemmten sie einige ihrer Dämme weg, und das Volk erhob seinen Ruf zu uns um Hilfe, und wir haben ihnen geholfen. Wir danken Gott, dass wir in der Lage sind, ihnen zu helfen, und was mich betrifft, so wäre ich erfreut, wenn ich wüsste, dass jeder Dollar des Zehnten, den ich der Kirche zahle, in irgendeinem guten Werk dieser Art eingesetzt wird, wodurch die Heiligen beim Aufbau Zions, bei der Errichtung ihrer Siedlungen und beim „Halten der Stellung", wenn man so sagen darf, gestärkt werden. ¶
Zusätzlich dazu freue ich mich, dieser Versammlung und der ganzen Welt, soweit meine Worte reichen mögen, zu sagen, dass wir uns die Freiheit genommen haben, und dass wir stolz gewesen sind und immer noch stolz sind auf die Gelegenheit, die uns geboten wurde, und auf die Fähigkeit, die wir besessen haben, sie zu vollbringen — nämlich vielen unserer Missionen im Ausland beim Kauf und bei der Errichtung von Missionshauptquartieren und beim Bau von Kirchen zu helfen, in denen sie sich versammeln können, um Gott anzubeten, und zu denen sie sich nicht scheuen werden, den Fremden einzuladen, sich ihnen anzuschließen. Wir haben zu diesem Zweck etwas von den Zehnten des Volkes verwendet, und wir denken, dass, wenn die Kirche uns in solchen Angelegenheiten zur Rechenschaft ziehen möchte, es einen Weg gibt, auf dem sie das erreichen kann, ohne dass Lärm oder Verwirrung entsteht, und ich vertraue darauf, ohne jegliches Missverständnis. Ich glaube, wir können bezüglich dieser Angelegenheiten zu einem vollkommenen Verständnis gelangen. Wir waren auch in der Lage, ein ziemlich großes Stück Land im Jackson County zu erwerben, das an den Ort angrenzt, den der Prophet Joseph Smith für einen eines Tages zu erbauenden Tempel ausgewählt hatte; und einige wenige unseres Volkes haben großzügig eigens zur Verwirklichung dieses Zwecks beigetragen, aber der größte Teil der Mittel, die zur Erreichung dieses Ziels eingesetzt wurden, musste notwendigerweise aus den allgemeinen Zehntenfonds der Kirche genommen werden. Auf diese Weise waren wir auch in der Lage, für unser Volk in der Northern States Mission ein vortreffliches Hauptquartier zu sichern; wir waren in der Lage, der Southern States Mission zu helfen, ein Hauptquartier zu erlangen; und wir waren auch in der Lage, der Britischen Mission zu helfen, ein bequemes Heim und Hauptquartier zu erlangen, wo der „Stern", der seit so vielen Jahren veröffentlicht wird, weiterhin zur Förderung des Werkes der Heiligen der Letzten Tage und der Ältesten in der Britischen Mission veröffentlicht werden kann. Wir waren in der Lage, weitgehend beim Bau eines geräumigen Bethauses in Kopenhagen, Dänemark, sowie in Christiania, Norwegen, und auch in Stockholm, Schweden, zu helfen; und wir haben auch dabei geholfen, Hauptquartiere für unser Volk zu erlangen, das auf vielen der Inseln des Meeres lebt. Wir haben ein Stück Land auf den Inseln von Samoa erworben, um unsere Heiligen dort zu sammeln, wo sie die Vorteile der Kirchenorganisation, die Vorteile der Sonntagsschulen, der Vereine zur gegenseitigen Verbesserung und der Sabbatanbetung empfangen können, und wo ihnen die Künste des Fleißes und der Selbsterhaltung gelehrt werden können. Wir haben unserem Volk in Australien und Neuseeland in ähnlicher Weise geholfen. Und obendrein haben wir mehr als die Hälfte der verbrieften Schulden der Kirche beglichen; und wir sind in der Lage, wenn die Zeit dafür reif sein wird, vorausgesetzt, dass die Heiligen weiterhin ihren Verpflichtungen in ihren Zehnten und Opfergaben nachkommen, den verbleibenden Teil der Schulden der Kirche zu begleichen; wenn, so vertraue ich, durch die Segnungen des Allmächtigen, die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage einen Tag erleben wird, an dem sie vollkommen schuldenfrei sein und niemandem gegenüber verpflichtet sein wird; und es wird nicht lange dauern, bis diese Vollendung erreicht wird, wenn wir unsere Arbeit in Zukunft so fortsetzen, wie wir es in der Vergangenheit getan haben. ¶
Nun, meine Brüder und Schwestern, es ist nicht meine Absicht, meine Ausführungen sehr lange fortzusetzen. Ich wollte kurz auf diese Angelegenheiten hinweisen, von denen ich gesprochen habe, und mir fällt ein, dass es zusätzlich zu den wenigen Dingen, die ich genannt habe — und ich habe nicht alle genannt —, sehr angebracht wäre zu erwähnen, dass die Kirche mit einer sehr geringen Unterstützung aus dem Nachlass von Dr. William H. Groves in der Lage gewesen ist, in dieser Stadt ein erstklassiges, gut ausgestattetes Krankenhaus zu errichten, in jeder Hinsicht feuerfest und dem Besten ebenbürtig, das man wahrscheinlich in irgendeinem Teil der Welt finden kann. Man hat uns dafür getadelt, das heißt, man hat uns beschuldigt (zögernd) — verzeiht mir, wenn ich das nicht erwähne, es ist eine zu geringfügige Sache. Wir haben jedoch, wisst ihr, Sonderlinge unter den Heiligen der Letzten Tage ebenso wie unter dem Volk der Welt; und ab und zu trifft man auf eine Person, die ganz einseitig ist, die nur aus einem Auge sehen kann, und sogar nur aus einem sehr kleinen Winkel des einen Auges, die nicht imstande ist, mehr als ein Ding gleichzeitig zu erfassen, die sich ein bestimmtes kleines Steckenpferd — einen bestimmten kleinen Gedanken, einen einzelnen Gedanken — aussucht und diesen Gedanken und diesen einzelnen Gedanken besteigt und darauf zu reiten beginnt, und es ist unmöglich, sie von ihrem Steckenpferd abzusetzen, weil ihr Sinn nicht imstande ist, mehr als diesen einzelnen kleinen Gedanken zu erfassen. Wir haben solche Personen, und von einer dieser Personen, einem dieser Sonderlinge, erhielten wir vor nicht langer Zeit einen ernsthaften Einwand dagegen, dass die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage irgendetwas von ihren Mitteln oder Zehnten in ein Krankenhaus steckt. Es sei böse und falsch, seiner Meinung nach, Krankenhäuser zu bauen. Nun, wir wollen solche Leute nach ihrem Wert einschätzen; sie sind kaum der Beachtung wert, und ich fühle, ich hätte es überhaupt nicht erwähnen sollen; aber wir haben solche Personen mehr oder weniger unter uns. Wir haben eine Vielfalt seltsam geformter Geschöpfe, die gelegentlich unter uns aufsteigen, erfüllt vom Geist des Bösen und des Hasses gegenüber der Wahrheit und dem Volk Gottes. Es ist nur natürlich, dass dem so ist. ¶
Es ist mir irgendwie so vorgekommen: dass der Körper der Kirche mit dem Körper eines Mannes verglichen wird, und ihr wisst, Männer geraten manchmal mit ihrem System ein wenig durcheinander — das heißt, manchmal werden sie von Flöhen gebissen. Flöhe beißen sie und Mücken beißen sie und verursachen kleine Schwellungen auf ihren Gesichtern und Händen. Manchmal haben sie Geschwüre an sich, und Karbunkel, Talgdrüsengeschwülste und andere Wucherungen, die nur die Anwendung der Lanzette erfordern, um den Eiter herauszulassen oder sie aus dem Körper herauszuschneiden, oder sie abzuschneiden und loszulassen, damit der Körper von ihrer giftigen Wirkung gereinigt werden kann. So ist es auch mit der Kirche. Von Zeit zu Zeit gibt es Personen, die sich selbst zum Gesetz werden und der Neigung ihres eigenen „süßen Willens" folgen, bis sie sich geistig und geistlich in einen Zustand versetzen, in dem sie zu einer Bedrohung für den kirchlichen Körper werden. Mit anderen Worten, sie werden wie ein Geschwür, eine Geschwulst oder ein Karbunkel am Körper, und man muss den Chirurgen rufen, um das Messer anzusetzen und sie herauszuschneiden, damit der Körper von ihnen gereinigt werden kann; und das ist von Anfang an so gewesen. ¶
Von Zeit zu Zeit entstehen diese Zustände, und wir müssen ihnen begegnen, und sie werden weiterhin von Zeit zu Zeit entstehen, und wir werden ihnen begegnen müssen; aber sie werden nie mehr als ein Pickel oder eine kleine Wunde an der Oberfläche des Körpers sein, und niemand braucht sich über die Folgen zu beunruhigen. Zion ist mitten auf der Erde errichtet, um zu bleiben. Es ist das Werk Gottes des Allmächtigen, das Er selbst, durch Seine eigene Weisheit und nicht durch die Weisheit des Menschen, in den letzten Tagen auf die Erde wiederhergestellt hat, und Er hat es auf Grundsätzen der Wahrheit und Rechtschaffenheit, der Reinheit des Lebens und der Offenbarung Gottes errichtet, sodass es nicht mehr niedergeworfen noch einem anderen Volk überlassen werden kann, solange die Mehrheit der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage in ihren Bündnissen mit dem Herrn verbleibt und sich rein und unbefleckt von der Welt hält, wie alle Mitglieder der Kirche sich halten sollten. Dann wird es sein, wie Gott es beschlossen hat, immerwährend und ewig, bis Sein Wille vollbracht und Seine Absichten unter den Menschenkindern erfüllt sind. Kein Volk kann je sehr lange gedeihen und blühen, wenn es nicht in der Wahrheit Gottes verbleibt. Es gibt nichts, keine Einzelperson, keinen vereinten Einfluss unter den Menschen, der über die Wahrheit obsiegen kann. Die Wahrheit ist mächtig, und sie wird sich durchsetzen. Sie mag langsam sein in der Vollendung ihres Zwecks, in der Vollbringung des Werkes, das sie zu tun hat, aber sie ist gewiss und wird gewiss sein; denn die Wahrheit kann und wird nicht versagen, denn der Herr, der Allmächtige, steht hinter ihr. Es ist Sein Werk, und Er wird dafür sorgen, dass es vollbracht wird. Das Reich gehört dem Herrn, und der Herr ist imstande, sich darum zu kümmern. Er hat sich stets darum gekümmert. Ich möchte euch sagen, dass es seit der Organisation der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage nie eine Zeit gegeben hat, in der ein Mensch die Kirche geleitet hat, nicht für einen einzigen Augenblick. ¶
So war es nicht in den Tagen Josephs; so war es nicht in den Tagen Brigham Youngs; so ist es seither nicht gewesen; so wird es nie sein. Die Leitung dieses Werkes unter den Völkern der Welt wird nie Menschen überlassen werden. Es ist Gottes Werk, lasst mich euch das sagen, und ich hoffe, ihr werdet es euch aufschreiben und nicht vergessen, dass es der Allmächtige ist, der dieses Werk tun und vollenden wird, und nicht der Mensch. Kein Mensch soll die Ehre haben, es zu vollbringen, noch hat je ein Mensch die Macht gehabt, es aus sich selbst heraus zu tun. Es ist Gottes Werk. Wäre es das Werk des Menschen gewesen, so wären wir wie der Rest der Welt gewesen, und es wäre nicht wahr gewesen von uns, dass Gott uns aus der Welt erwählt hätte, sondern wir wären ein Teil davon und „hail fellow, well met" mit ihr gewesen, aber es ist wahr, dass Gott uns aus der Welt erwählt hat; deshalb sind wir nicht von ihr; und deshalb hassen sie uns, und sie werden uns bekämpfen und alle Art von Bösem fälschlich gegen uns sagen, wie sie es von Anfang an stets getan haben. Und sie werden weiterhin die Vernichtung der Heiligen der Letzten Tage anstreben und uns gegenüber in Zukunft so empfinden, wie sie es in der Vergangenheit getan haben. Nun vergesst das nicht, meine Brüder und Schwestern. Wenn ihr nach Hause geht, wenn ihr es nicht gewohnt gewesen seid, dies zu tun, oder wenn ihr eure Pflicht vernachlässigt habt, so nehmt, wenn ihr heute nach Hause geht oder in eure Heime in fernen Siedlungen, diese Ermahnung mit euch: Geht in eure Kammern — geht in eure Gebetsräume, und dort, allein oder mit euren um euch versammelten Familien, beugt eure Knie vor Gott dem Allmächtigen im Lob und in der Danksagung für Seine barmherzige Vorsehung, die über euch und über all Sein Volk gewesen ist, vom Beginn dieses Werkes bis zur gegenwärtigen Zeit. Denkt daran, dass es die Gabe Gottes an den Menschen ist, dass es Seine Macht und Sein leitender Einfluss ist, die vollbracht haben, was wir erkennen, dass vollbracht worden ist. Es ist nicht durch die Weisheit der Menschen geschehen. Es ist angebracht, dass wir jenen Ehre erweisen, die mitgewirkt haben, viel Rechtschaffenheit zustande zu bringen. Sie sind Werkzeuge in Gottes Hand, und wir sollten nicht übersehen, dass sie solche Werkzeuge sind, und wir sollten sie als solche ehren; aber wenn wir uns anschicken, ihnen die Ehre für die Vollbringung dieses Werkes zu geben und Gott die Ehre zu nehmen, der die Männer für dieses Werk befähigt hat, tun wir Gott Unrecht. Wir berauben Ihn der Ehre, die Ihm rechtmäßig zusteht, und geben sie Menschen, die nur Werkzeuge in den Händen Gottes bei der Vollbringung Seiner Absichten sind. ¶
Nun möge der Herr euch segnen, meine Brüder und Schwestern, und euch in Seiner heiligen Obhut bewahren. Aber lasst mich, noch einmal auf die letzten Bemerkungen zurückkommend, sagen: Wenn ihr nach Hause geht, achtet darauf, dass ihr diese Pflicht erfüllt, die allen Mitgliedern der Kirche obliegt, vor den Herrn im Gebet zu treten. Dann, wenn ihr morgens aufsteht, ehe ihr in die Welt hinausgeht, um euren täglichen Beschäftigungen nachzugehen, beugt euch vor Gott dem Allmächtigen mit einem von Dankbarkeit erfüllten Herzen und mit dankbarem Gemüt vor Ihm und zu Ihm nieder, für Seine Barmherzigkeit, die ewig währt, und für Seine liebevolle Güte, nicht nur uns als Einzelnen gegenüber, sondern dem ganzen Volk und dem ganzen Volk unserer großen Nation gegenüber. Der Herr hat das Volk unserer Nation gesegnet. Der Herr hat ihnen das auserlesenste aller Länder auf Erden gegeben, und Er hat sie zu einem großen und freien Volk gemacht. Er hat sie mit Reichtum und mit Macht gesegnet, nicht nur in unserem eigenen Land, sondern mit Macht unter den Nationen der Welt. Der Herr, der Allmächtige, hat diese Nation groß gemacht, und Er wird sie weiterhin in ihrer Größe erhalten, und Er wird sie vor der Welt erhöhen, solange das Volk der Nation ehrliche Gesetze, Tugend, Reinheit des Lebens und gleiche Gerechtigkeit für alle Menschen beachtet. ¶
Ich bin stolz auf die Nation, deren Teil wir sind, weil ich in meinem eigenen Sinn überzeugt bin, dass es keine andere Nation auf dem Angesicht der Erde gibt, in der der Herr, der Allmächtige, Seine Kirche mit so wenig Schwierigkeit und Widerstand hätte errichten können, wie Er es hier in diesen Vereinigten Staaten getan hat. Dies war ein freies Land, und religiöse Duldsamkeit war die Gesinnung des Volkes dieses Landes. Es war eine Zufluchtsstätte für die Unterdrückten. Alle Völker der Welt wurden hierher eingeladen, sich Heime der Freiheit zu schaffen, und unter diesen duldsamen Umständen war der Herr imstande, Seine Kirche zu errichten, und hat sie bis zur gegenwärtigen Zeit erhalten und bewahren können, sodass sie gewachsen und gewachsen ist, bis sie geachtet geworden ist — nicht nur wegen ihrer Zahl, nicht nur wegen der wenigen Jahre ihres Bestehens, sondern geachtet wegen ihrer Klugheit, geachtet wegen ihrer Ehrlichkeit, ihrer Reinheit, Einheit und ihres Fleißes, und wegen all ihrer Tugenden. Sie ist vor jenen geachtet worden, die klug genug sind, sie zu studieren, und die kommen, um für sich selbst die Wahrheit zu sehen und zu verstehen. Es ist wahr, dass es in der Welt solche gibt, die so voreingenommen und in ihrem Sinn verdunkelt sind, dass sie nicht sehen wollen, auch wenn das Licht auf sie scheint. Sie verschließen ihre Ohren und wollen nicht hören, obwohl die Wahrheit zu ihnen gesprochen wird, und sie schließen ihre Augen, sodass sie nicht sehen können, und verschließen ihre Herzen, damit sie nicht verstehen. Obwohl ihr ihnen die Wahrheit verkündet, werden sie sie leugnen und zurückweisen. Wir können daran nichts ändern. Gott wird mit ihnen zu Seiner eigenen Zeit und auf Seine eigene Weise verfahren, und wir müssen nur unsere Pflicht tun, selbst den Glauben bewahren, selbst Rechtschaffenheit in der Welt üben und die Ergebnisse in den Händen dessen lassen, der alle Dinge zum Guten für jene lenkt, die Ihn lieben und Seine Gebote halten. ¶
Nun möge Friede in euren Herzen sein und bleiben. Möge die Einheit, die bisher unser Zusammenwirken gekennzeichnet hat, unter uns fortbestehen. Möge unser Volk in seiner Liebe zur Wahrheit und in seiner Liebe füreinander fortfahren. Mögen sie in ihrer Aufrichtigkeit der Absicht, in ihrer Rechtschaffenheit, in ihrem Fleiß, im Geist des Nicht-Klagens und im Geist der Freude und Danksagung gegenüber Gott für die Segnungen, die wir empfangen, die Segnungen der Erde, die Segnungen des Geistes des Herrn, der uns gegeben ist, fortfahren. Und ich hoffe, dass wir während der Sitzungen dieser Konferenz weiterhin einen guten Besuch haben werden, und dass wir einen friedlichen Geist ungeheuchelter Liebe füreinander in unseren Herzen haben mögen, unaussprechliche Freude über die Gelegenheit, die wir haben, uns in diesem Haus zu versammeln, das zu diesem Zweck erbaut worden ist, und den Pflichten nachzukommen, die uns als Mitgliedern der Kirche obliegen, und dass wir am Ende dieser Konferenz gestärkt im Glauben, ermutigt in unseren guten Bestrebungen und mit erneuerter Entschlossenheit von hier weggehen mögen, dass wir, was uns und die Unseren betrifft, Gott dienen und die Welt ihr Schlimmstes tun lassen wollen. Gott segne euch, das ist mein Gebet im Namen Jesu. Amen." ¶