Pulpit

Die zeitlichen und geistigen Dimensionen des Evangeliums

Charles W. Penrose

1905 April General Conference·Third Day Afternoon Session·1905-04-09

Meine Brüder und Schwestern, ich habe jede Versammlung, die wir während dieser Konferenz abgehalten haben, sehr genossen. Ich habe nie eine Konferenz mehr in meinem Leben genossen, und ich habe schon sehr viele besucht. Ich habe nie mehr Einmütigkeit der Empfindung unter den Heiligen der Letzten Tage gesehen, als ich es während unserer Versammlungen zu diesem Jahrestag der Organisation der Kirche erlebt habe. Ich habe nie mehr Kraft und Einfluss unter dem Priestertum in seinen Zusammenkünften gesehen, als ich es bei unserer Versammlung hier erlebt habe. Es hat keine Erschütterung gegeben; es hat kein Missgefühl gegeben. Alle im Priestertum versammelten Brüder haben mit einem Herzen und Sinn den Kurs gebilligt und bestätigt, den der Präsident der Kirche und seine Ratgeber in allen die Kirche betreffenden Angelegenheiten verfolgt haben, sowohl geistlich als auch zeitlich, wie wir sie einteilen, obwohl beim Herrn alles geistlich ist. Es hat einen wunderbaren Ausdruck von Vertrauen und Wohlwollen, Liebe und Zuneigung gegenüber dem Mann gegeben, der heute an der Spitze der Kirche steht und mit aller Vollmacht, allen Schlüsseln, Gaben und Segnungen ausgestattet ist, die Kirche zu führen, die dem gemarterten Seher verliehen wurden, von dem wir soeben im Lied gehört haben. Ich lege zusammen mit meinen Brüdern mein Zeugnis ab, dass ich weiß, dass Gott mit Seinem Volk ist; dass die Macht Seines Geistes, welche der Geist der Offenbarung ist, heute auf dem Präsidenten der Kirche ruht und mit seinen Mitarbeitern ist, und dass alle Dinge in der Kirche zum Wohl des Volkes, für das Reich Gottes und zum Nutzen der Menschheit geleitet werden.

Die Religion, die ihr und ich angenommen haben, meine Brüder und Schwestern, ist keine bloße Psalmen-singende, betende und predigende Religion. Es ist eine Religion, die zu uns kommt, wie wir sind, als Männer und Frauen, als Wesen, die im Fleisch auf der Erde leben, als Personen, die es sowohl mit den Dingen der Zeit als auch mit den Dingen der Ewigkeit zu tun haben. Im Buch Lehre und Bündnisse, auf Seite 307, werdet ihr diese Worte lesen:

„Und der Geist und der Körper sind die Seele des Menschen. Und die Auferstehung von den Toten ist die Erlösung der Seele."

Ich lenke eure Aufmerksamkeit auf die Tatsache, dass wir nicht nur geistige Wesen sind, die ihren Ursprung als solche von unserem Ewigen Vater empfangen haben, sondern dass wir auch Körper haben, gebildet aus den Elementen, die diese Erde ausmachen, welche Gott zu diesem Zweck gemacht hat. Und die Religion, die Gott in den letzten Tagen vom Himmel herabgesandt hat, ist eine Religion für den Menschen, wie er ist, für die Seelen der Menschen. Im Buch Genesis, 1. Kapitel, lesen wir, dass Gott den Menschen nach Seinem eigenen Bild machte; dass Er sie männlich und weiblich machte und ihm das große Gebot gab, das erste, welches war, dass er „sich mehren und vervielfältigen und die Erde erben und sie unterwerfen und über alle Dinge" auf dem Angesicht der Erde und in der Himmelsfeste ringsumher herrschen solle. Im zweiten Kapitel Genesis wird uns gesagt, dass Er den Körper des Menschen aus dem Staub bildete. Gott tat das. Er machte den Körper des Menschen ebenso wie seinen Geist, und Er gab ihm Gebote in Bezug auf seinen Körper. Er gab ihm Gebote in Bezug auf die Früchte, die an den Bäumen in dem Eden wuchsen, das Gott gepflanzt hatte. Er gab ihm Gesetze in Bezug auf die Gegenwart ebenso wie solche, die die Zukunft betrafen.

Wir sollten verstehen, dass Gott mit irdischen Dingen ebenso zu tun hat wie mit jenen Dingen, die wir himmlisch nennen. Er war es, der diese Kugel machte, auf der du und ich leben. Gott versammelte die Elemente — jene Elemente, von denen Er sagt, dass sie ewig sind. Das werdet ihr im Buch Lehre und Bündnisse, Seite 331, lesen. Der Herr sagt, dass die Elemente — das heißt, das Wesen der Dinge, die wir materiell nennen und die Wissenschaftler Materie nennen — ewig sind; und Er versammelte die elementaren Teilchen, die jetzt diese Kugel bilden, die anfangs mit Wasser bedeckt war. Wasser besteht aus Gasen, wie uns die Wissenschaftler sagen, und sie beginnen zu verstehen, dass die Gase, die in gewissen Verhältnissen in Form von Wasser erscheinen, selbst zusammengesetzt sind; dass diese Elemente, wie man sie einst nannte, nicht elementar sind; sondern dass man von dem Wasser zu den Gasen zurückgehen kann, aus denen es besteht, und dann diese Gase in noch nähere Grundelemente auflösen kann. Und man kann fortfahren, bis man zum eigentlichen Wesen oder den Atomen elementaren Daseins gelangt. Der Herr sagt, sie seien ewig. Sie wurden nicht erschaffen, in dem Sinn, in dem manche Menschen den Begriff verwenden. Nun, der Herr sagt, dass diese Elemente ewig sind, und dass „Geist und Element, untrennbar verbunden, eine Fülle der Freude empfangen, und wenn sie getrennt sind, kann der Mensch keine Fülle der Freude empfangen." So werden wir feststellen, dass nicht nur in der Zeit, sondern auch in der Ewigkeit, wenn die Seele erlöst ist, wenn der Geist und der Körper, die die Seele des Menschen sind, in der Auferstehung der Toten wieder vereinigt und ewig und unsterblich gemacht werden, der Körper ebenso wie der Geist, dass es dann etwas zu tun gibt in Bezug auf die materiellen Elemente im Universum Gottes. Gott ist ein Wesen, das uns wahrnimmt, wie wir sind, und die Religion, die Er uns gegeben hat, ist nicht bloß das, was man eine geistige Religion nennt, sondern sie ist auch eine zeitliche Religion, wenn man den Begriff so verwendet, wie ihn die Menschen gebrauchen.

Im neunundzwanzigsten Abschnitt des Buches Lehre und Bündnisse sagt Gott, dass Er alle Dinge gemacht habe. Er spricht dort von der Erde und den Tieren auf ihr, und den Pflanzen, die aus dem Boden wachsen, und den materiellen Dingen, mit denen die Menschen umgehen. Der Herr sagt, Er habe sie alle durch das Wort Seiner Macht erschaffen, „erstens geistig, und zweitens zeitlich"; und Sein letztes Werk werde „erstens zeitlich, und zweitens geistig" sein. Aber Er erklärt weiter, dass für Ihn alle diese Dinge geistig sind, weil sie ewig sind. Die Elemente sind ewig, und deshalb nennt Gott sie geistig; denn die Dinge, die zeitlich sind, sind jene, die vergehen, und die Dinge, die geistig sind, sind jene, die bestehen bleiben. So werden wir mit der Zeit feststellen, wenn wir die Dinge so verstehen, wie Gott sie versteht, dass sie in Seinen Augen alle ewig sind; denn Seine Augen dringen bis zum Wesen der Dinge vor, während wir die Dinge nur an der Oberfläche sehen können. Die Dinge, die unserem Blick entschwinden, gleichsam in die Luft aufgehoben und aus dem Blickfeld verschwindend, wie die von der Sonne emporgezogenen Dünste des Meeres — die Elemente dieser Dinge bleiben und bestehen fort und können nicht vernichtet werden. Kein einziges Teilchen Materie kann vernichtet werden; kein einziges Teilchen Geist kann vernichtet werden; denn sie sind ewig. Sie waren immer, in ihren wesentlichen Teilchen, in ihren Grundelementen, und sie werden immer fortbestehen, obgleich ihre Formen durch die Macht des großen Schöpfers verändert werden mögen. Der Herr sagt uns in Seinen Offenbarungen, wie ihr im 131. Abschnitt des Buches Lehre und Bündnisse finden werdet, dass wir irgendwann feststellen werden, wenn wir die Dinge richtig sehen können, dass alles in diesem Maß materiell ist, dass es besteht und nicht vergeht; dass Geist Materie von verfeinerter und geläuterter Art ist, verschieden von dem, was wir Materie nennen. Es gibt zwei Grundeinteilungen, könnte man sagen, im Universum — Geist und Materie; oder, wie der Herr sie nennt, Geist und Element. Gott hat mit beiden zu tun. Er hat beide organisiert, Er herrscht über beide, und gibt Gesetze in Bezug auf beide. Und nur durch die ewige, untrennbare Vereinigung des Geistigen und des Materiellen oder Elementaren kann vollkommenes Glück entstehen. So ist Gott, unser himmlischer Vater, der der Vater unserer Geister ist, bei dem wir mit Jesus Christus, unserem älteren Bruder, wohnten, ehe die Grundlagen dieser Erde gelegt wurden, der Vater unserer Geister und der Gestalter und Former unserer Körper. Er bereitete diese Erde als unsere Wohnstatt vor. Er brachte die chaotischen Teilchen zusammen, die jetzt eine feste Kugel bilden, die von Seinen Gesetzen regiert wird. Er brachte die Erde zur rechten Zeit und am rechten Ort hervor, damit sie das Gleichgewicht aufrechterhalten könne, das in den Welten notwendig ist, die Er zuvor erschaffen hatte. Er formte diese Erde für uns, Seine Kinder, damit wir hierherkommen und einen Teil davon erhalten könnten, organisiert nach den Gesetzen der Zeugung, die, wie wir feststellen werden, auch ewig sind; damit wir einen Teil der Elemente dieser Kugel haben könnten, um diese Körper zu bilden, in die unsere ewigen, unsterblichen Geister eintreten könnten, und damit wir sie als unser eigen beanspruchen könnten, wenn die große Veränderung kommt, die wir Tod nennen und die über alle Menschen kommen muss. Es ist notwendig für unsere Erziehung, für unsere Erfahrung, damit wir wissen können, was es ist. Wenn jene Veränderung kommt und der Geist des Menschen vom Körper getrennt wird, ist das nicht das Ende des Körpers, ebenso wenig wie es das Ende des Geistes ist; sondern auf das Wort des Herrn hin, dessen Wort diese organisierte Kugel aus dem Chaos formte, werden unsere Körper wieder hervorgebracht werden, und die Teilchen, die zueinander gehören und für die Organisation dieser Körper wesentlich sind, werden aus dem Staub geholt werden, und der Geist und der Körper werden wieder vereinigt werden. Wir werden dann in der Gegenwart Gottes stehen, und alle werden in ihre jeweiligen Sphären verwiesen werden — die Plätze, die wir uns durch unsere irdischen Taten bereitet haben.

Nun möchte ich diesen Punkt betonen und ihn euch, wenn ich kann, klarmachen, dass diese Körper, die Gott uns gegeben hat, obgleich sie aus Staub gebildet sind und allem Anschein nach bloß zeitlich sind, Körper sind, die wir in der kommenden Welt haben werden. Unser Erbe wird mit ihnen sein. Deshalb gibt uns Gott jetzt Gesetze für ihre Regierung. Er gibt Gesetze für die Regierung jedes Einzelnen als eigenständiges Wesen. Er gibt Gesetze für die Regierung Seiner Kirche als eines gemeinschaftlichen Körpers. Er setzt an deren Spitze einen Mann, um Sein Wort zu empfangen, wann immer Er beabsichtigt, dem Volk Sein Wort zu geben; und wir haben jetzt einen Mann, der fähig, bereit und willens ist, und der die Vollmacht, die Schlüssel und die Macht hat, das Wort Gottes zu empfangen, sei es durch Seine eigene Stimme, durch die Stimme von Engeln, durch die Erscheinung von Visionen oder durch die Macht und Gabe des Heiligen Geistes, durch die heilige Männer der Vorzeit sprachen und schrieben. Gott wird uns Gesetze für unsere Regierung geben, nicht nur in Bezug auf jene Dinge, die man geistig nennt, sondern auch in Bezug auf das, was wir zeitliche Angelegenheiten nennen; denn Er erkennt uns, wie wir sind. Wir sind Seine Kinder, und wir müssen in all unseren Werken und Wegen geleitet und geführt werden. Das Silber und das Gold, die Metalle jeder Art, der Weizen und das feine Mehl, das Vieh auf tausend Hügeln, und alle Dinge, die die Erde hervorbringt, gehören, wie der Herr sagt, Ihm. Und das tun sie; denn Er hat sie gemacht, und Er sorgt für sie alle. Zu denken, dass Gott sich um nichts kümmert außer Singen und Beten, und dass wir irgendwann auf dem Rand einer Wolke sitzen und in alle Ewigkeit eine Harfe zupfen werden, und dass dies unser Himmel sein soll, ist für mich eine Absurdität. Wir werden lebende Wesen sein, mit einem Körper ebenso wie mit einem Geist, im Bild unseres Gottes. Wie der Apostel Johannes sagte: „Geliebte, schon jetzt sind wir Kinder Gottes, und es ist noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden. Wir wissen jedoch, dass, wenn diese Offenbarung eintritt, wir ihm gleich sein werden; denn wir werden ihn sehen, wie er ist. Und jeder, der diese Hoffnung auf ihn setzt, reinigt sich, gleichwie er auch rein ist." Das ist die Lehre. Gott hat uns diese Körper gegeben, damit sie in Reinheit bewahrt werden, gemäß den Gesetzen, die Er uns durch Offenbarung und in der Natur gegeben hat. Wir sollen uns nach den Gesetzen Gottes richten, die von oben herab offenbart wurden, und nach den Gesetzen der Natur, und uns unter den Umständen, in die wir gestellt sind, so glücklich und so wohl wie möglich machen. Tut einander recht. Kein Mensch verletze die Rechte seines Nächsten; achtet die Rechte eines jeden Menschen als heilig, im Verständnis, dass wir alle Kinder unseres himmlischen Vaters sind, alle Brüder und Schwestern, ob wir Heilige der Letzten Tage oder Sünder der letzten Tage sind; aber ganz besonders sollten unsere Liebe und Zuneigung und Hilfe dem Haus des Glaubens gelten, jenen, die auf Christus getauft und mit Christus bekleidet worden sind und ein Teil von Ihm geworden sind.

Nun, meine Brüder und Schwestern, der Herr hat uns ein Gesetz bezüglich der Verwaltung der zeitlichen Angelegenheiten der Kirche gegeben, welches das Gesetz des Zehnten ist. Es ist kein neues Gesetz. Es wurde nicht von Joseph F. Smith erfunden, noch von Joseph dem Seher. Es bestand in den Tagen Christi. Es bestand in den Tagen Moses. Es bestand in den Tagen Abrahams. Abraham zahlte Zehnten. An wen? An Melchisedek, den Priester des Höchsten Gottes. Und wir haben nirgendwo einen Bericht darüber, dass Abraham von Melchisedek Rechenschaft darüber verlangt hätte, wie er die Zehnten verwaltete. In den Tagen Moses, das werdet ihr im 14. Kapitel Numeri lesen (ich habe keine Zeit, diese Stellen aufzuschlagen; ihr könnt sie lesen, wenn ihr nach Hause kommt), wofür die Zehnten bestimmt waren. Sie wurden den Söhnen Levis gegeben. Ihr könnt auch im Neuen Testament, im 7. Kapitel des Hebräerbriefs, darüber lesen. Wenn ihr wissen wollt, welche Segnungen kamen, als das Volk seine Zehnten zahlte, lest das 30. Kapitel des 2. Buches der Chronik. Diese Zehnten wurden den Männern gegeben, die Gott bestimmt hatte, und sie behandelten sie als heilige Dinge, und sie hatten die Vollmacht und Berechtigung, sie so zu verwalten, wie der Herr es festgelegt hatte. Im letzten Kapitel Maleachis, wie ihr wohl wisst, tadelte der Herr das Volk in jenen Tagen, weil sie es versäumt hatten, ihre Zehnten zu zahlen. Er sagte, sie hätten Ihn beraubt. „Darf wohl ein Mensch die Gottheit betrügen, dass ihr mich betrügt und noch fragt: ‚Inwiefern haben wir dich betrogen?' Nun, mit dem Zehnten und mit dem Hebeopfer. Mit dem Fluch seid ihr belastet, und doch betrügt ihr mich! Ein Betrüger ist das ganze Volk. Bringet den Zehnten unverkürzt in das Vorratshaus, damit Zehrung in meinem Hause vorhanden sei, und stellet mich doch auf diese Weise einmal auf die Probe — so spricht der HErr der Heerscharen —, ob ich euch dann nicht die Fenster des Himmels auftue und Segen in überreicher Fülle über euch ausschütte! Da will ich dann euch zugute den Fressheuschrecken Einhalt tun, dass sie euch den Ertrag des Feldes nicht mehr verwüsten, und der Weinstock soll euch auf der Flur nicht mehr fruchtlos bleiben — so spricht der HErr der Heerscharen. Da werden denn alle Heidenvölker euch glücklich preisen, weil ihr ein Land des Wohlgefallens sein werdet — so spricht der HErr der Heerscharen."

In den letzten Tagen gab der Herr am Anfang das Gesetz der Weihung, und das Volk Israel war in den letzten Tagen langsam, den Geboten Gottes zu gehorchen, wie Israel es in den Tagen Moses war; deshalb führte der Herr danach das Gesetz des Zehnten ein, das ihr im 119. Abschnitt des Buches Lehre und Bündnisse finden werdet. Und der Herr sagt uns, wofür es bestimmt ist. Für die Legung der Grundlagen Zions, und auch um die Schulden meines Priestertums zu bezahlen, spricht der Herr, die Präsidentschaft. Lest es jetzt und findet heraus, wofür der Herr sagt, dass der Zehnte bestimmt ist. Lest den 120. Abschnitt, und ihr werdet sehen, wie der Herr sagte, dass er zu jener Zeit ausgegeben werden solle. Das war in Zion, Jackson County, als sie zuerst dorthin gingen. In den letzten Jahren hat die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, in Konferenz versammelt, dafür gestimmt, dass der Treuhänder für die Kirche die Vollmacht habe, die Mittel der Kirche und das Eigentum der Kirche zu verwalten. Ihr habt das während dieser Konferenz getan. Wir haben es vor vielen Jahren getan. Wir haben es bei jeder Konferenz getan, seit wir in diese Berg-Täler gekommen sind. Nun lasst mich sagen, dass die Vollmacht von Gott dem Mann gegeben ist, der an der Spitze dieser Kirche steht, der ganzen Kirche vorzustehen und wie Mose zu sein. Er ist ein Prophet und ein Seher und ein Offenbarer, und alles in der Kirche steht unter seiner Leitung. Die Bischöfe empfangen den Zehnten. Die Präsidierende Bischofschaft verwaltet ihn und führt Buch darüber. Aber der Treuhänder für die Kirche wird vom Volk gewählt, um die Kontrolle und Leitung zu haben und für alle Mittel und Besitztümer der Kirche verantwortlich zu sein. Wir haben diese Vollmacht während dieser Konferenz bestätigt, wie wir es immer getan haben. Es ist nichts Neues. Nun lege ich mein Zeugnis ab, aus dem, was ich weiß, dass der Mann, der an der Spitze dieser Kirche steht, ehrlich, ehrenhaft, aufrecht, sorgsam, voller Zärtlichkeit und Güte gegenüber den Armen ist. Tausende und Abertausende Dollar aus dem Zehnten werden zum Nutzen der Armen ausgegeben; aber ihr könnt nirgendwo in den Offenbarungen Gottes an die Kirche ein Gebot finden, das sagt, dass die Zehnten zu diesem Zweck bestimmt seien. Der Herr sagt, dass die Reichen zum Nutzen der Armen gedemütigt werden sollen. Er sagt auch, dass das Volk fasten und seine Opfergaben für die Armen geben solle. Ihr könnt darüber im Buch Jesaja, 58. Kapitel, lesen. Aber Tausende von Dollar aus dem Zehnten werden für den Unterhalt der Armen ausgegeben, ebenso wie die Fastenopfer und die Sammlungen der Fürsorgevereinigung. Wir wollen diese Dinge verstehen und sie prüfen, und uns nicht von irgendeinem Irrlicht in die Irre führen lassen, das des Weges kommen mag. Erlangt das wahre Licht. Lasst jenen Morgenstern in euren Herzen aufgehen, von dem der Apostel Petrus sprach. Wir haben auch ein noch festeres prophetisches Wort, sagt er, „das wie ein Licht ist, das an einem dunklen Ort scheint, worauf ihr wohl achtgeben solltet, bis der Tag anbricht und der Morgenstern in euren Herzen aufgeht; wobei ihr zuerst dies wissen müsst, dass keine Weissagung der Schrift eigenmächtiger Deutung unterliegt, und dass heilige Männer der Vorzeit redeten, wie sie vom Heiligen Geist bewegt wurden."

Nun, meine Brüder und Schwestern, die Macht Gottes, der Geist des Herrn, der Seinen Sinn und Seinen Willen kundtut, ist während dieser Konferenz mit uns gewesen. Jeder Mann, der das Priestertum trägt, hat ein Recht auf dessen Eingebungen, wenn er ihnen Gehör schenken will. Jeder Mann und jede Frau in Israel, jede in die Kirche getaufte Seele, hat das Recht auf die Führung jenes Geistes. Und ich sage für diese Versammlung, dass während unserer Konferenz jener Heilige Geist auf unseren Seelen geruht und der Wahrheit der Dinge, die wir gehört haben, Zeugnis gegeben hat, und wir fühlen in unseren Herzen Dankbarkeit gegenüber Gott, dass wir einen Mann haben, der an der Spitze der Kirche steht und der vom Geist seines Amtes und seiner Berufung durchdrungen ist, der Macht bei Gott und Macht bei den Menschen hat, und in den wir das größte Vertrauen setzen können. Es besteht keine Notwendigkeit für mich, weiter bei diesem Punkt zu verweilen.

Meine Seele ist voller Freude; nicht nur mein Geist, sondern meine ganze Seele ist vom Geist dieses Werkes durchdrungen. Ich liebe es von ganzem Herzen. Das habe ich seit meiner Kindheit getan. Ich wünsche, den Rest meiner Tage, wie in der Vergangenheit, im Dienst dieser Kirche zu verbringen. Ich weiß, dass es wahr ist. Ich weiß, dass es von Gott gekommen ist. Ich weiß, dass es sich durchsetzen wird, und dass der Widerstand, der dagegen kommen mag, nur seinen Fortschritt beschleunigen wird. Es wird die Heiligen Gottes zu einem einzigen Ganzen binden und verknüpfen. Die Macht und der Segen des Herrn werden auf uns sein, wenn wir den rechten Kurs verfolgen. Lasst uns bedenken, dass wir Kinder Gottes sind, an Körper ebenso wie an Geist; dass Gott von uns erwartet, dass wir uns in Reinheit des Lebens und Heiligkeit des Charakters und Wandels bewahren; dass wir die Schwächen und Gebrechen, die wir von unseren Vorfahren geerbt haben, und alles, was Seinem Sinn und Willen zuwiderläuft, so schnell wie möglich von uns ablegen; dass wir in Liebe miteinander wohnen, dass wir Ihm mit unserer ganzen Kraft, unserem Verstand und unserer Stärke dienen und unsere Nächsten lieben wie uns selbst, und den Kurs verfolgen, den Er vorzeichnet, sei es in zeitlichen oder in geistigen Dingen; denn bei Ihm sind alle geistig. Was mich betrifft, so will ich mich mit aller meiner Kraft bemühen, dem Herrn zu dienen und anderen zu helfen, dies zu tun, wenn ich kann. Ich fühle mich voller Liebe und Vertrauen und Güte gegenüber meinen Brüdern und Schwestern. Ich weiß, dass diese Heiligen der Letzten Tage ein gutes Volk sind. Ich weiß, dass sie dem Herrn dienen und in dem Bund verbleiben wollen, wodurch Gott sie frei gemacht hat. Und Gott wird euch segnen, meine Brüder und Schwestern, in eurem Korb und in eurer Vorratskammer, in euren Heimen, auf euren Feldern und Farmen. Eure Herden und Viehbestände werden zunehmen, euer Besitz wird zunehmen, und Gott wird euch bei der Zahlung eurer Zehnten und eurer Opfergaben segnen, welche freiwillig sind und eine freiwillige Gabe, wie eure Quittungen zeigen; und wenn sie gegeben werden, stehen sie unter der Leitung der Autoritäten der Kirche, und die verantwortliche Person ist der Treuhänder für die Kirche, den Gott bestimmt hat und den ihr unterstützt habt.

Nun möge der Friede und Segen Gottes, der alles Verstehen übersteigt, auf euch ruhen. Mögen wir in allen Dingen wahrhaftig und treu sein. Mögen wir dem Herrn mit unseren Körpern und unseren Geistern dienen, die Sein sind. Und mögen wir ausharren und überwinden und bereit sein für den großen Tag, an dem der Vorhang der Verhüllung weggenommen werden wird und wir unseren Erretter und unseren Vater im Himmel sehen und sie wiedererkennen werden, obwohl wir eine Zeit lang von ihrer Gegenwart entfernt gewesen sind. Und der Herr wird die Erde verherrlichen und sie läutern und alles Böse durch Feuer ausscheiden und einen neuen Himmel und eine neue Erde machen, worin Gerechtigkeit wohnt. Aber das Zeitliche und das Geistige werden miteinander verbunden werden, und sie werden es ewig sein. Dann werden wir eine Fülle der Freude empfangen und zu Seiner Rechten mit allen Dingen gekrönt werden, die uns verheißen worden sind, und mit vielen Dingen, von denen wir nie gehört haben und die wir uns nicht vorstellen können. Gott helfe uns, dieser Segnungen würdig zu sein, durch Jesus Christus. Amen.

Diese Ansprache zitierenCharles W. Penrose, „Die zeitlichen und geistigen Dimensionen des Evangeliums“, 1905 April General Conference, Third Day Afternoon Session (1905-04-09). Pulpit Vault, 1905-04-penrose-temporal-and-spiritual-dimensions. Übersetzung dieser Edition, nach Glossarmethode, archive.org.Pulpit Vault, Ausgabe vom 23. September 2026 (commit 4bdc6ac627).