Zeugnis des Geistes
Charles W. Penrose
Meine Brüder und Schwestern, ich schätze es als Vorrecht und Segen, die Gelegenheit zu haben, mein Zeugnis in Gemeinschaft mit meinen Brüdern zu geben, die gesprochen haben, denn wahrlich, ich kann sagen, ich weiß, dass dies das Werk Gottes ist. Ich weiß es in jedem Teil meines Wesens. Ich fühle es in meiner körperlichen Natur; ich sehe es in meiner geistigen Natur; ich erkenne es in meiner seelischen Natur, denn ich bin von dem Geist dieses Werkes getauft worden, nicht nur mit Wasser, sondern mit dem Heiligen Geist und dem Feuer des Herrn, und Gott hat meiner Seele Zeugnis gegeben, dass er der Urheber dieses Werkes der Letzten Tage ist. Die Gesinnung, die durch das Lied zum Ausdruck kam, das unsere Schwester uns soeben gesungen hat, ist die Gesinnung meines Herzens. Alle meine Interessen sind mit den Heiligen der Letzten Tage verbunden. Dieses Volk soll mein Volk sein; ihr Gott soll mein Gott sein; wohin sie gehen, will auch ich gehen, sei es in dieser Welt oder in der kommenden Welt. Mit diesen meinen Brüdern, die ich liebe und deren Arbeiten ich anerkenne und deren Tugenden ich verehre, möchte ich in Zeit und Ewigkeit verbunden sein. Mein Herz hat sich während dieser Konferenz mit einer Fülle von Freude gefreut. Von der ersten Ansprache, die Präsident Smith am Sonntagmorgen hielt, bis zum jetzigen Zeitpunkt habe ich die Gegenwart des Geistes des Herrn gespürt. Ich weiß, dass die Worte von Präsident Smith von jenem Geist inspiriert waren, und unsere Brüder, die zu uns gesprochen haben, haben seinen Einfluss gespürt, und er ist von ihnen der Versammlung mitgeteilt worden. ¶
Ich habe keine Worte, um die Freude und Dankbarkeit auszudrücken, die in meiner Brust aufsteigen, wenn ich über die Güte Gottes zu mir von meiner Kindheit bis zur jetzigen Zeit nachdenke. Als ich zuerst das Evangelium annahm, empfing ich ein Zeugnis von seiner Wahrheit. Ich empfing es von dem Geist, der aus der Höhe kommt. Er drang in meine Seele ein und gab mir in jedem Teil meines Daseins Zeugnis, dass Gott der Urheber dieses Werkes ist. Während die Zeit dahingegangen ist und ich durch viele verschiedene Umstände in vielen verschiedenen Ländern gegangen bin, und ich daran denke, wie Gott mich bewahrt, geleitet und erleuchtet und mein Zeugnis für andere gesegnet hat, preise ich ihn heute Nachmittag inmitten der Versammlung. Ich fühle in meinem Herzen: Preise und lobe den Herrn, o meine Seele! Er ist mein Gott. Ich verehre und bete ihn an als meinen Vater und meinen König, und ich möchte ihm gehorsam sein und ihm in allen Dingen dienen. ¶
Es spielt keine Rolle, wo oder wie meine Arbeiten gelenkt werden mögen, ich wünsche, dass sie im Interesse dieses großen Werkes stehen, das unser Vater begonnen hat. Dieses Werk kann weder von den Mächten des Bösen noch von den Mächten der Welt überwunden werden; noch werdet ihr oder ich als Einzelne so überwunden werden, wenn wir auf die Zeugnisse hören, die uns gegeben worden sind, auf die Unterweisungen, die erteilt werden, und bereit sind, uns von jener Autorität leiten zu lassen, die in den letzten Tagen von Gott aus dem Himmel herabgekommen ist zur Führung und Errettung der Menschenkinder. Kein Gefühl der Auflehnung sollte je in unseren Herzen aufsteigen; kein Wort des Vorwurfs oder unangebrachter Kritik sollte unseren Lippen entschlüpfen in Bezug auf jene Männer, die Gott berufen und ordiniert hat, und die wir mit erhobenen Händen unterstützen, wenn wir uns zur Konferenz versammeln. Es wäre eine gute Sache, wenn die Gedanken unseres Verstandes und die Worte unseres Mundes stets zum Nutzen und zur Förderung dieses großen Werkes gerichtet wären, das unser Vater begonnen hat. Wir sollten nirgends ein Wort sprechen, das sich gegen dieses Werk oder gegen die Männer richten würde, die Gott bestimmt hat. ¶
Ich denke manchmal an die Worte des Apostels Jakobus über die Macht der Zunge. Was für Gutes kann bewirkt werden, wenn die Kräfte der Sprache in die rechte Richtung gelenkt werden! Was für Unrecht kann bewirkt werden, wenn diese Kräfte dazu missbraucht werden, Böses zu reden. „Du sollst nicht schlecht vom Gesalbten des Herrn sprechen." Ich hoffe, ihr erkennt diesen Spruch wieder. Wir stehen unter dem Versprechen, dies nicht zu tun. Wir sollten das sprechen, was gut ist, nicht das, was böse ist. Und wir sollten zögern, wenn sich eine Gelegenheit bietet oder wenn ein Umstand eintritt, der uns dazu verleiten könnte, etwas zu sagen, das in Bezug auf unsere Brüder unangebracht wäre. Jakobus sagt: „Die Zunge ist ein Feuer, der Inbegriff der Ungerechtigkeit," sie „setzt den Lauf des Lebens in Brand, und sie selbst wird von der Hölle in Brand gesetzt." Wir hören unter den Methodisten viel Gerede über das Höllenfeuer. Wenn ihr wissen wollt, was Höllenfeuer ist, so hört nur eine zornige Frau, wenn sie mit jenem kleinen roten Lappen – der Zunge – klappert. Ich meine damit ebenso den Mann, denn ich beschränke es nicht auf die Schwestern. Ich glaube, ich habe von den Mündern der Männer Schlimmeres gehört als von den Lippen der Frauen. Ich beschränke es nicht auf das eine Geschlecht. Vielleicht ist es „gehupft wie gesprungen." ¶
Wir sollten vorsichtig sein mit dem, was wir sagen. Wenn wir nichts Gutes sagen können, so wollen wir unsere Zunge im Zaum halten und es so machen, wie die Mutter es den Kindern manchmal grob sagt: „Halt deinen Mund." Es ist eine gute Sache, seinen Mund halten zu können, und ihn geschlossen zu halten, wenn man nicht reden sollte; und es ist eine gute Sache, seinen Mund zur rechten Zeit und zur rechten Jahreszeit öffnen zu können und Worte ewigen Lebens hervorzubringen zum Segen, zur Erleuchtung, zum Trost und zur Tröstung der Menschenkinder. Als Christus sprach, sprach er Worte des Lebens. „Die Worte, die ich zu euch geredet habe, sind Geist und sind Leben," sagte er. Und sie waren es. Er brachte Worte ewigen Lebens hervor zur Führung und zum Segen der Menschheit. Wenn er zurechtwies, waren seine Worte scharf – schärfer als ein zweischneidiges Schwert; aber er wies nicht zurecht, außer wenn ein angemessener Anlass bestand. Er hatte Vollmacht und Macht, Worte der Zurechtweisung ebenso wie des Trostes und der Erleuchtung zu gebrauchen. Lasst uns darauf achten, dass wir, wenn wir sprechen, zu einem guten Zweck sprechen, für Licht und für Wahrheit, und um die Menschheit zu trösten und zu segnen, nicht um Böses von unseren Brüdern oder unseren Schwestern zu reden. Dies ist ein sehr geläufiger Rat, aber ich fürchte, wir „nehmen Rat an" sehr oft, ohne ihn in die Tat umzusetzen. ¶
Wenn ich betrachte, was Gott beim Aufbau dieses Werkes der Letzten Tage bis zum jetzigen Zeitpunkt getan hat, bin ich voller Freude und Fröhlichkeit. Und diese Dinge sind für mich prophetisch für die Zukunft. Ich weiß, so gewiss ich weiß, dass ich hier bin, dass dieses Werk vorangehen wird. Es spielt keine Rolle, was Menschen in Bezug auf uns tun oder sagen mögen; Gott ist unser Vater, und er steht an der Spitze dieses Werkes. Er hat es am Anfang offenbart. Er hat seinen Sohn Jesus Christus, unseren Erlöser, an die Spitze dieses Werkes gesetzt, um es von jener Zeit an zu leiten, und er ist bis zum heutigen Tag mit ihm gewesen. Er ist mit unseren Brüdern, die berufen worden sind, an der Spitze der Angelegenheiten zu stehen. Sein Geist ruht auf ihnen; sein Licht ist in ihren Seelen, und ihre Worte sind von ihm inspiriert. Und er wird weiterhin mit diesem Werk sein und bei ihm bleiben, bis es vervollkommnet ist und er es dem Vater als ein vollbrachtes und vollkommenes Werk darbringen kann. Aber es gibt noch sehr viel zu tun, bevor jene Zeit kommen wird. Dieses Evangelium des Reiches soll in aller Welt zum Zeugnis für alle Nationen gepredigt werden. Wir sollten uns freuen, wenn unsere Söhne, unsere Brüder, unsere Väter oder irgendwelche unserer Freunde berufen werden, in die Welt hinauszugehen und ihre Stimme in der Verkündigung dieser letzten göttlichen Botschaft an die Menschen zu erheben. Wir sollten uns über ihre Arbeiten freuen und bereit sein, das, was wir Opfer nennen, um ihretwillen und um der Menschheit willen zu bringen. Jeder Mann, der das Priestertum trägt, sollte bereit und froh sein, überall in diesem Reich für die Errettung und Erlösung der menschlichen Familie zu arbeiten. Dieses Evangelium wird gepredigt werden, gleichgültig welche Gesetze in den fernen Nationen erlassen werden mögen. Gleichgültig, welche Hindernisse für die Zeit errichtet werden mögen, sie werden alle durch die Macht Gottes zu seiner gegebenen Zeit hinweggefegt werden; und dieses Evangelium wird gepredigt werden, Israel wird gesammelt werden, Tempel werden errichtet werden, und die Verrichtungen darin werden zum Nutzen der Lebenden und zur Erlösung der Toten fortgesetzt werden. Wenn unsere Brüder ihr irdisches Werk vollenden und ihre Körper zur Ruhe gelegt werden, um für eine Weile im Grab gereinigt zu werden, werden sie im Geist hinausgehen, wie Christus es tat, und wie es der Prophet Joseph und sein Bruder Hyrum und die übrigen der standhaften Diener getan haben, und den Geistern, die sich hinter dem Schleier befinden, das Evangelium verkünden. Ein mächtiges Werk geht dort vor sich, und wenn unsere Brüder von hier scheiden und ihre Stellen von ihrer Nachkommenschaft eingenommen werden, werden sie dieses Werk in der Geisterwelt fortführen, wo es ein weiteres Feld für ihr Wirken gibt als hier im Fleisch. Und sie werden feststellen, dass vieles von dem Samen, der in der Sterblichkeit unter den Nationen der Erde gesät worden ist und nicht Frucht zu bringen oder zu gedeihen schien (denn viele Menschen haben das Wort gehört und ihm nicht gehorcht, sondern sind in ihrer Finsternis ins Grab gesunken), in der Welt hinter dem Schleier zu Leben, Licht und Kraft erwachen wird. Tausende und Abertausende, die das Evangelium gehört, ihm aber nicht gehorcht haben, werden bereit sein, es anzunehmen, wenn die Diener Gottes es ihnen in den Sphären hinter dem Schleier darbieten. Das Werk Gottes wird dort fortgeführt werden, und das Werk der heiligen Handlungen wird in dieser Sphäre verrichtet werden, in den Tempeln, die errichtet sind und errichtet werden. Wir haben dieses große Werk erst begonnen, trotz der vielen Tausenden von stellvertretenden heiligen Handlungen, die bereits vollzogen worden sind. Dieses Werk wird weitergehen. Es ist ein mächtiges Werk, und ihr und ich können daran beteiligt sein. Wir sollten froh sein, in jeder Eigenschaft und an jedem Ort zu arbeiten, wo wir etwas zum Aufbau des Reiches Gottes und zur Erlösung der menschlichen Familie beitragen können. Dieses Werk muss weitergehen, bis alle Nationen und Völker und Stämme und Zungen auf Erden, hinter dem Schleier und wo immer die Söhne und Töchter Adams sind, den Klang des Evangeliums gehört haben und die Gelegenheit gehabt haben, sich ihm in Gehorsam zu beugen. Bis das geschehen ist, kann dieses Werk nicht vollendet werden. Es wird weitergehen, mit Christus an der Spitze, bis sich jedes Knie beugt und jede Zunge bekennt, dass Jesus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters. ¶
Dies ist ein Werk, an dem wir uns von ganzer Seele freuen sollten, und an dem wir bereit sein sollten mitzuwirken, wo immer wir von jener Autorität geleitet werden, die von Gott herabgekommen ist. Ich freue mich von ganzem Herzen am Werk Gottes. Ich habe das getan, seit ich es angenommen habe. Ich bin heute bereit, wie ich es immer gewesen bin, hierhin oder dorthin zu gehen und in jeder Richtung zu arbeiten. Der Mann, der nicht bereit ist, als Diakon zu arbeiten, ist nicht geeignet, Präsident zu sein. Ein Mann, der nicht in einer bescheidenen Stellung arbeiten will, ist nicht geeignet, erhöht zu werden. Der Herr wird unsere Arbeiten in Zeit und Ewigkeit segnen, und wir werden die Früchte davon sehen und uns über sie in der Gegenwart unseres Vaters freuen. Ich weiß, dass der Geist, der bei uns in dieser Konferenz gewesen ist, das Licht des Herrn ist. Es ist der Geist, der von der Gegenwart Gottes ausgeht, um die Seelen der Menschen zu erleuchten. Es ist das Licht Christi, das Licht und das Leben der Welt, die Macht des Herrn. Er kommt von seiner Gegenwart; er erfüllt unsere Seelen mit Freude und Frieden; er stärkt uns, dem Übel des Fleisches zu widerstehen und Satan und seine Werke zu überwinden, und er wird mit dieser Kirche sein und bei ihr bleiben und immer heller werden bis zum vollkommenen Tag. ¶
Ich fühle in meiner Seele, den Herrn zu preisen und zu loben für seine Güte zu mir. Ich gebe Zeugnis, dass dies sein Werk ist, und ich wünsche, in Zeit und Ewigkeit daran zu arbeiten. Ich rufe auf euch, meine Brüder und Schwestern, den Segen und Frieden Gottes herab. Möge das Reich Gottes vorangehen, wie es geschehen wird. Rolle voran, du herrliches Reich der Letzten Tage! Verbreite weit dein Licht und deine Macht, und die Reiche dieser Welt sollen sich ihm beugen; die Mächte der Finsternis sollen zurückgewiesen werden, die Wolken sollen sich verziehen, und das Licht und die Macht Gottes sollen auf Erden zunehmen, bis alle Dinge ihm unterworfen sind; und die Erde selbst soll erlöst werden und in der Herrlichkeit Gottes erstrahlen, und Christus soll sie mit seiner Gegenwart zieren und mit seiner Herrlichkeit krönen. Gott helfe uns, treu zu sein und ihm alle unsere Tage zu dienen, und errette uns schließlich in seinem Reich, um Christi willen. Amen. ¶