Ein Wort an die Missionare
Joseph W. McMurrin
Ich bin erfreut, meine Brüder und Schwestern, bei dieser Gelegenheit bei euch zu sein und die Gelegenheit zu haben, meine Stimme in eurer Gegenwart zum Zeugnis des Evangeliums des Herrn Jesus Christus zu erheben, wie es in diesem Zeitalter der Welt geoffenbart worden ist – Und ich vertraue aufrichtig darauf, daß ich, während ich diese Stellung einnehme, vom Herrn gesegnet sein und die Eingebung Seines Geistes auf mir ruhen haben möge; denn ohne jenen Geist weiß ich, daß meine Worte wie tönendes Erz oder eine klingende Schelle inmitten dieser großen Volksmenge wären – ¶
Aber andererseits weiß ich auch, daß, wenn Menschen von den Eingebungen des Geistes des Herrn geleitet sprechen, ihre Worte von großem Wert für die Menschenkinder sind, nicht nur für jene, die die gesprochenen Worte hören und in der Versammlung sind, sondern auch für den Sprechenden selbst – Denn alle Menschen werden vom Geist des Herrn belehrt – Ich fühle, daß das Volk, das unserer Konferenz beigewohnt und den Zeugnissen und Unterweisungen zugehört hat, die von den Aposteln des Herrn Jesus Christus erteilt worden sind, in seinem Herzen weiß, daß die Brüder eingegeben waren und daß sie ihnen nichts gegeben haben, das kunstvoll ersonnen wurde, sondern daß sie das Wort des Herrn dargebracht haben, und daß die Macht Gottes sich in den Äußerungen Seiner Diener offenbart hat – Es sollte bei uns als Volk eine Bereitschaft geben, die Ratschläge zu empfangen, die uns erteilt worden sind, und ein eifriges Verlangen, im Einklang mit den Dienern des Herrn zu sein, die erwählt worden sind, die Angelegenheiten Seiner Kirche in dieser Zeit zu leiten – Es ist ein herrliches Ding, das Gefühl in unseren Herzen zu haben, daß wir mit der Autorität des Herrn übereinstimmen, und zu fühlen, da wir unsere Hand an den Pflug gelegt ¶
und einen Bund mit dem Herrn eingegangen sind, Ihm zu dienen und Seine Gebote zu halten, daß das Halten Seiner Gebote unser größtes Verlangen ist, und daß wir keinen anderen Gott vor dem Herrn, unserem Gott, haben; daß wir unsere Zuneigung auf kein anderes Ding gesetzt haben, sondern daß unser Auge einzig auf das Halten der Gebote des Herrn gerichtet ist, und die Entschlossenheit, Sein Priestertum zu unterstützen und aufrechtzuerhalten – Ich halte dies für eine sehr ernste Verantwortung, und Männer und Frauen, die einen Bund mit dem Herrn eingegangen sind, sollten sich selbst prüfen und danach trachten, sich in einen solchen Zustand zu versetzen, daß sie den Geist des Herrn hätten, damit wir, wenn wir die Stimme des Guten Hirten hören, sie zu verstehen vermögen und die Bereitschaft haben, mit der Autorität übereinzustimmen, die Gott auf Erden hat – Die Rechte, Unabhängigkeit und Freiheit keines Menschen können durch das Halten der Gebote Gottes verletzt werden – Wir hören, wenn wir als Missionare unter den Völkern von zu Hause fort sind, viele Dinge über die Knechtschaft des Volkes, daß wir priesterbeherrscht seien und daß man uns nicht erlaube, die Dinge zu tun, die wir zu tun wünschen; aber wir wissen aus eigener Erfahrung, daß dies nicht der Fall ist – Ich weiß als einzelner, da ich inmitten dieses Volkes geboren und aufgewachsen bin, daß kein Mensch, keine Autorität, kein Priester, Apostel oder Präsident je im geringsten versucht hat, sich in die Freiheit einzumischen, die Gott mir gegeben hat – Ich habe inmitten der Heiligen der Letzten Tage so große Freiheit gehabt, wie irgendein Mensch auf dem Angesicht der Erde nur genießen könnte – Wenn ich dieses Zeugnis gebe, erkenne und verstehe ich, daß in dieser großen Versammlung von Menschen jeder Mann und jede Frau, der oder die das Evangelium empfangen hat und mit dem Geist und den Taten des wunderbaren Werkes, mit dem wir befaßt sind, vertraut ist, weiß, daß das, was ich sage, wahr ist – Ihr alle wißt es, denn ihr alle habt dieselbe Erfahrung gemacht; jedes Mitglied der Kirche weiß, daß wir ein freies Volk sind ¶
Ich habe, während ich den Worten zugehört habe, die von einigen der Brüder gesprochen worden sind, gedacht, es könnte etwas zu den Missionaren gesagt werden – Es ist manches über das Lehren des Evangeliums und das Aussenden von Männern in die Fremde gesagt worden, damit sie ihre Zeugnisse zur Verteidigung der Wahrheit erheben; und es fällt mir gelegentlich, ja recht oft, zu, unter dem Volk zu reisen und mit Missionaren zu verkehren und in der Gesellschaft von Männern zu sein, die die Vollmacht empfangen haben, das Evangelium zu predigen, und deren besondere Berufung es ist, den Völkern Worte der Errettung darzubringen, wie sie von den Zwölf Aposteln angewiesen werden – Ich höre oft den Zeugnissen zurückgekehrter Missionare zu – Ich habe während dieser Konferenz mehreren begegnet, und ihre Gesichter leuchteten vor Freude und Glück und vor Zeugnis über das Werk des Herrn, und sie fühlen, daß sie eine gute und nützliche Zeit verbracht haben, während sie als Botschafter des Herrn Jesus Christus von zu Hause fort waren – Und sie haben eine nützliche Zeit verbracht, sind mit der Macht Gottes erfüllt worden und sind Werkzeuge in den Händen des Herrn gewesen, viel Gutes zu bewirken – Sie haben Vorurteile aus dem Sinn der Menschen entfernt, durch die Segnungen des Herrn – Andere sind zur Wahrheit bekehrt worden und haben durch den Geist Gottes erfahren, daß Boten der Errettung, die göttliche Vollmacht innehaben, unter ihnen gedient haben – Es ist eine gute Sache, eine Mission zu erfüllen – Es ist eine gute Sache, es uns zugute halten zu können, daß wir in die Welt hinausgegangen sind und in Ehren zurückgekehrt sind, ohne Schande über unseren Namen, über den Namen unserer Eltern oder über den Namen der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage zu bringen ¶
Aber die Erfüllung einer Mission an die Völker ist eine kleine Sache im Gewinnen des Wettlaufs, auf den wir nun für das ewige Leben ausgezogen sind – Mancher Mann kehrt von einer Mission zurück, der tapfer seine Stellung behauptet hat, der vor widerstrebenden Menschenmengen aufgestanden ist und mit der auf ihm ruhenden Macht Gottes Zeugnis von der Wahrheit des herrlichen Evangeliums gegeben hat, und dessen Worte die Herzen und den Verstand der Menschen durchdrungen haben, so daß sie fühlten, sie hörten die Wahrheit – Mancher Mann hat eine Mission dieser Art erfüllt und der Sache, die er vertrat, Ehre gemacht, ist aber nach Hause zurückgekehrt mit dem Gefühl, nach kurzer Zeit, er sollte vom Predigtamt ausruhen, jemand anderer sollte die Arbeiten hier daheim übernehmen – Ich möchte meine warnende Stimme an zurückgekehrte Missionare erheben – Ich möchte sie im Namen des Herrn beschwören, wie ich es für meine Pflicht halte, und da es zu den Verantwortlichkeiten gehört, die auf mir ruhen, meine Stimme zu erheben und den Missionaren, den Siebzigern der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, laut zuzurufen, daß sie nicht nach Ruhe trachten sollen, daß sie nicht fühlen sollen, sie hätten ihre Errettung vollbracht oder seien sicher, nur weil sie eine Mission in der Predigt des Evangeliums erfüllt haben – Ich fühle, wenn ich einen jungen Ältesten begrüße, der aus der Fremde zurückkehrt, daß die ernsteste Zeit seines Lebens vor ihm steht, wenn er zurückkehrt, wenn die Befürchtung besteht, er könnte etwas nachlässig werden, er könnte die Neigung haben, nach der Ruhe zu trachten, nach der viele getrachtet haben, und im Trachten nach jener Ruhe haben sie nicht nur Ruhe, sondern auch Rost gefunden – Sie werden rostig im Dienst des Herrn, und sie sind nicht bereit, daheim zu arbeiten, wie sie es in der Fremde getan haben – Welch herrliches Gefühl haben wir gehabt, als wir, vom Geist der Wahrheit getrieben, von unseren Heimen fortgegangen sind, um das Evangelium unter den Menschenkindern zu predigen – Ich nehme an, jeder Missionar, der einer Berufung folgt, geht von seiner Familie und seinen Freunden mit der Entschlossenheit in seinem Herzen fort, seiner Berufung Ehre zu machen – Ich habe Hunderte von Missionaren im alten Land getroffen, manchmal Jungen, die zu Hause den Verantwortlichkeiten des Priestertums gleichgültig gegenüberstanden; aber ich kann mich nicht erinnern, unter all den Hunderten, mit denen ich in Berührung gekommen bin, je einen getroffen zu haben, der das Missionsfeld mit einem Gefühl der Gleichgültigkeit, mit einer Neigung, sich der Autorität zu widersetzen, mit dem Gefühl im Herzen erreichte, er würde die Ratschläge der Männer in Frage stellen, die ihm vorstanden – Ihr, die ihr Missionen erfüllt habt, wißt, daß ihr mit diesen Gedanken an vorderster Stelle in die Welt hinausgeht vom Augenblick an, da ihr der Berufung Folge leistet, daß ihr gehorsam sein werdet, daß ihr auf den ¶
Rat hören werdet, daß ihr eifrig sein werdet, den Rat auszuführen, und daß ihr euch selbst rein und makellos halten werdet, vor der Welt – Was ist das Ergebnis? Männer kehren zurück, die vorher nie diese Erfahrung gehabt haben, und sie sind mit der Macht Gottes erfüllt, erfüllt mit dem Zeugnis des Herrn Jesus Christus, und es ist dieses Zeugnis und diese Kraft und dieses Leben, von dem ich mir wünsche, daß die Brüder es in sich bewahren, nachdem sie nach Hause zurückgekehrt sind – Es kann bewahrt werden, es kann ihr ganzes Leben lang aufrechterhalten werden, wenn sie nur mit der Entschlossenheit zurückkehren, auf den Rat zu hören und jenen gehorsam zu sein, die in der Kirche präsidieren, und fleißig in der Erfüllung der Pflichten zu sein, die auf ihnen ruhen – Wenn ich unter dem Volk reise und es besuche und mit den Bischöfen über zurückgekehrte Missionare spreche, die ich gekannt habe, und frage, wie sie sich in ihren Berufungen daheim bewähren, wurde oft die Antwort gegeben: „Sie tun nichts – Bruder Soundso will nicht als Lehrer amtieren, er will nicht in der Sonntagsschule amtieren, er will nicht in den Verbesserungsvereinen amtieren – Er ist zurückgekehrt und hat uns ein gutes Zeugnis gegeben, aber wir haben seitdem nur wenig von ihm gesehen“ ¶
Ich beschwöre die jungen Männer im Namen des Herrn – Große und herrliche Gelegenheiten stehen vor ihnen – Dies ist ein Zeitalter der Gelegenheiten für junge Männer – Das Priestertum, die Apostel, die Präsidentschaft der Kirche verleihen den jungen Männern Israels Ehren, Wege öffnen sich auf allen Seiten, in denen wir arbeiten können, überall entstehen Gelegenheiten, in denen wir für die Förderung des Werkes des Herrn und für die Errettung der Seelen von Männern und Frauen hier daheim arbeiten können – Wenn wir in der Fremde sind, reisen wir manchmal zehn Meilen, um einer Versammlung beizuwohnen, und würden hundert Meilen reisen, wenn nötig, um jemanden zu treffen, der bereit wäre, dem Zeugnis zuzuhören, das wir vom Evangelium haben, damit wir die Grundsätze des Evangeliums erklären könnten – Und wie unsere Herzen erglühen und wir mit dem Feuer des Heiligen Geistes erfüllt werden, wenn Menschen zuhören, wenn wir sehen, daß sie von der Wahrheit überzeugt sind! Was für ein schreckliches Ding es ist, nachdem wir in der Fremde gewesen und mit diesem Glück erfüllt worden sind, daß wir nach Hause zurückkehren, um dahinzuschwelen und zu sterben, gleichgültig und kalt zu werden gegenüber den Pflichten, die auf uns ruhen! Ich flehe die Bischöfe an, und ich flehe die Präsidenten der Kollegien und die Pfahlpräsidenten an, ihre Arme um zurückkehrende Missionare, junge Männer, zu legen; ihnen die Schwierigkeiten aufzuzeigen, die auf ihren Wegen liegen, die Versuchungen, die sie bedrängen werden, die Furchtbarkeit, sich vom Pfad der Pflicht abzuwenden und nachlässig und vernachlässigend gegenüber den Dingen Gottes zu werden – Wir sollten nicht zurückkehren und fühlen, wir hätten dem Herrn zwei Jahre oder mehr unserer Zeit gegeben, und nun seien wir gerechtfertigt, nach den Dingen der Welt zu trachten unter Ausschluß der Dinge, die zu unseren Pflichten gehören – Sondern wir sollten, wenn überhaupt, um so eifriger sein, wenn wir zurückkehren, ein gutes Beispiel vor dem Volk zu geben, damit die jungen Männer und jungen Frauen, die uns gekannt haben, als wir nicht so sorgfältig und fleißig waren, wenn sie ein Jahr nach unserer Rückkehr auf uns blicken – zehn Jahre nach unserer Rückkehr –, sagen werden: „Gewiß kam die Macht Gottes über jenen Mann – Das Zeugnis des Herrn Jesus wurde ihm gegeben, und als er zurückkehrte und bezeugte, er wisse, daß dieses Werk wahr sei, war das eine feierliche Wahrheit, und Gott hatte ihm jene Gewißheit gegeben, denn sein ganzes Leben und sein Verhalten vor uns, seit er zurückgekehrt ist, hat die ganze Zeit bezeugt, daß er die Erkenntnis der Wahrheit des Evangeliums hatte“ – Und wir sollten nicht die Verantwortung tragen müssen, die Wahrheit vor dem Volk zu bezeugen und uns dann vom Pfad der Pflicht abzuwenden ¶
Gott segne die Missionare daheim und in der Fremde, wo immer sie sein mögen; segne jene, die zurückgekehrt sind und die zurückkehren, damit sie mit dem missionarischen Geist daheim erfüllt seien, denn es besteht Bedarf am missionarischen Geist in allen Gemeinden und Pfählen Zions – Es besteht daheim Bedarf an Männern, die dem Werk des Herrn hingegeben sind und die fühlen, daß es allezeit von höchster Wichtigkeit ist – Es ist ein herrlicher Gedanke, daß wir dem Herrn gegeben sind, daß wir der Vollbringung Seines Werkes gegeben sind, und daß wir den Mut und die Entschlossenheit haben, auf ¶
den Rat des Herrn zu hören und den Herrn zu ehren durch die Befolgung Seiner Gesetze auf Erden und durch die Unterstützung der Autorität Seines heiligen Priestertums – Wir können das Priestertum nicht durch das bloße Erheben unserer Hände unterstützen – Der Mann, der das Priestertum unterstützt, ist der Mann, der den Berufungen entspricht, die ihm gegeben werden, der Mann, der zum Bischof und zum Pfahlpräsidenten „ja“ sagt, der Mann, der in seinem Kollegium antwortet – Der Mann, der stets willig und pflichtgetreu arbeitet, ist der Mann, der die Autorität Gottes unterstützt – Es gibt keinen anderen Weg, jene Autorität zu unterstützen ¶
Möge der Herr uns helfen, nach Seinem Geist zu trachten und mit Seiner Macht erfüllt zu werden, damit wir unsere Berufungen erhöhen und viel Rechtschaffenheit vollbringen mögen, ist mein Gebet durch Jesus Christus – Amen ¶