Pulpit

Folg dem Propheten, er kennt den Weg

Michael John U. Teh

Generalkonferenz April 2026·Versammlung am Samstagvormittag·2026-04-01

Zu dem reichen jungen Mann sagte Jesus: "Verkauf alles, was du hast, und verteil es an die Armen und du wirst einen Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir nach!" Der junge Mann wusste nicht, dass der Weg, den er beschreiten sollte, ihn zu Schätzen im Himmel führen würde, "wo weder Motte noch Wurm sie zerstören".

Ich bin dankbar, dass ich im Laufe der Jahre einiges gelernt habe, was mir geholfen hat, dem Erretter besser nachzufolgen. Heute möchte ich mich einfach auf einen Aspekt konzentrieren. In einem PV-Lied heißt es: "Folg dem Propheten, er kennt den Weg."

Im Oktober 2024 gab Präsident Dallin H. Oaks den folgenden Rat: "Christus nachzufolgen ist nichts, was man nebenbei oder dann und wann macht. Es ist eine ständige Verpflichtung und Lebensweise, die uns jederzeit und überall eine Richtschnur sein sollte. Jesu Lehren und sein Beispiel geben den Weg für jeden Jünger Jesu Christi vor. Und alle sind eingeladen, diesen Weg zu gehen."

Meine Eltern wurden in den Philippinen geboren, aber beide hatten chinesische Vorfahren. Wie fast alle anderen in den Philippinen lebten sie nach der vorherrschenden Religion meines Heimatlandes. Daher pflegte unsere Familie eine gesunde Mischung aus verschiedenen familiären, kulturellen und religiösen Bräuchen und Traditionen, die sich auf unser tägliches Leben auswirkten.

Als sich meine Eltern der Kirche anschlossen, ahnten sie nicht, dass sie damit wieder andere Werte und Traditionen übernahmen – nämlich die Kultur des Evangeliums, die auf dem Erlösungsplan, Gottes Geboten und den Worten lebender Propheten beruht. Unsere Familie bemühte sich, das Evangelium voll und ganz anzunehmen. Dabei stellten meine Eltern im Laufe der Zeit fest, dass einige unserer liebgewonnenen Traditionen nicht mit der Kultur des Evangeliums vereinbar waren. Ihnen wurde klar, dass sie eine Entscheidung treffen mussten.

So begann das schwierige Unterfangen, mit den Traditionen und kulturellen Gepflogenheiten unserer Familie zu brechen, die der Kultur des Evangeliums entgegenstanden. Man kann sich vorstellen, welch immensen Druck Familie und Freunde auf sie ausübten, an bestimmten Traditionen festzuhalten, obwohl sie dem Evangelium zuwiderliefen.

Ich bin sehr dankbar, dass meine Eltern Glauben ausübten und sich dafür entschieden, ihre Bündnisse zu halten. Es war ein langer und schwieriger Weg. Selbst als ich von zuhause fortzog, arbeiteten sie noch daran. Unsere Familie war zwar immer noch nicht vollkommen, aber wir waren schon weit gekommen. Diese Erfahrung lehrte mich, dass die Kultur des Evangeliums anzunehmen einfach bedeutet, unsere Bündnisse zu halten.

Präsident Oaks hat erklärt:

"Das Evangelium Jesu Christi verlangt von uns, dass wir uns ändern. 'Kehrt um' lautet seine häufigste Botschaft, und umzukehren bedeutet, alle Gewohnheiten und Gebräuche aufzugeben – persönliche, familiäre, kulturelle und landestypische –, die den Geboten Gottes entgegenstehen. Der Zweck des Evangeliums besteht darin, aus gewöhnlichen Geschöpfen celestiale Wesen zu machen, und das erfordert Veränderung. …

Die Traditionen, die Kultur oder die Lebensweise eines Volkes schließen unvermeidlich Gebräuche mit ein, die man ändern muss, wenn man sich für Gottes größte Segnungen bereitmachen möchte."

Vor ein paar Wochen hatte ein Pfahlpräsident in Japan das Gefühl, wir sollten einen Mann besuchen, bei dem Krebs diagnostiziert worden war. Trotz der Behandlung breitete sich der Krebs weiter aus. In solchen Situationen fällt es mir schwer, die richtigen Worte zu finden. Infolgedessen flehte ich tagelang um die Hilfe des Herrn. Ich stellte mir den Mann niedergeschlagen und am Boden zerstört vor. Ich erwartete von ihm die Frage, warum der Herr ihm diese Prüfung auferlegt hatte. Ich vermutete, er habe die Hoffnung verloren und sei vielleicht sogar ein wenig wütend. Der Tag des Besuchs kam und ich war immer noch ratlos. Als wir uns schließlich trafen, war ich völlig verblüfft. Vor mir stand ganz und gar nicht der Mann, den ich mir vorgestellt hatte. Er strahlte und sah glücklich aus. Er war nicht verbittert und fragte überhaupt nicht nach irgendwelchen Gründen.

Erst kürzlich hatte ich ganz ähnliche Erlebnisse mit Mitgliedern in Korea. Ich kam mit der Absicht, mich anderer anzunehmen. Am Ende meiner Besuche kam es mir jedoch so vor, als sei ich derjenige, dessen man sich angenommen hatte.

Jesus Christus stärkte jeden dieser Menschen, sodass sie ihre Prüfungen ertragen konnten. Präsident Oaks hat gesagt: "Unser Heiland hat die Fülle aller Herausforderungen des irdischen Lebens … erlitten. … Deshalb kennt er unsere Schwierigkeiten, unseren Kummer, unsere Versuchungen und unser Leid – weil er das alles bereitwillig als wichtigen Teil seines Sühnopfers durchlebt hat. Und deshalb versetzt ihn sein Sühnopfer in die Lage, uns beizustehen; uns die Kraft zu geben, alles zu ertragen."

Vor zwei Jahren erhielten wir den Auftrag, nach Hongkong zu ziehen, das für seine Hochhäuser bekannt ist. Unser Wohnhaus war erheblich kleiner als die umliegenden Gebäude. Ich stellte mich also auf ein Leben im Schatten ein. Stellen Sie sich vor, wie ich mich freute, als ich aufwachte und die Strahlen der Morgensonne durch unsere Fenster scheinen sah! Dieses einfache Erlebnis erfüllte mir die Seele mit unermesslicher Freude und Dankbarkeit.

Als ich mich endlich orientiert hatte, war ich völlig durcheinander. Unsere Fenster waren nicht nach Osten ausgerichtet. Wie konnte da das Licht der Morgensonne einfallen? Als ich weiter nachforschte, stellte ich fest, dass die Sonnenstrahlen von dem hohen Gebäude vor uns in unsere Wohnung reflektiert wurden. Das erinnerte mich daran: Wenn wir uns bemühen, dem Erretter nachzufolgen, benutzt er uns dazu, anderen ein Segen zu sein. Wenn wir ein Beispiel geben und anderen Menschen dienen, spüren sie dadurch, dass der Erretter sie liebt.

Präsident Oaks hat gesagt: "Im Laufe seines geistlichen Wirkens lehrte Jesus: 'Siehe, ich bin das Licht; ich habe euch ein Beispiel gesetzt.' Später sagte er zu seinen Aposteln: 'Haltet euer Licht hoch, damit es der Welt leuchte.' Er fügte hinzu: 'Siehe, ich bin das Licht, das ihr hochhalten sollt – das, was ihr mich habt tun sehen.'"

Interessanterweise meinen manche Leute, Gottes Propheten würden in der Vergangenheit leben und seien nicht auf der Höhe der Zeit. Alles, was ich über Propheten weiß, steht dem völlig entgegen. Tatsächlich können sie als Wächter auf dem Turm in die Zukunft blicken.

Dem Buch Mosia entnehmen wir: "Ein Seher … kann von dem wissen, was vergangen ist, und auch von dem, was kommen wird, und durch sie wird alles offenbart werden oder vielmehr wird Geheimes kundgegeben werden, und Verborgenes wird ans Licht kommen, und was nicht bekannt ist, wird durch sie kundgetan werden, und auch das wird durch sie kundgetan werden, was auf andere Weise nicht bekannt sein könnte."

Ich bezeuge, dass wir heute von einem lebenden Propheten, nämlich Präsident Dallin H. Oaks, geführt werden. Er und die Ratgeber in der Ersten Präsidentschaft sowie das Kollegium der Zwölf Apostel sind wahrhaftig Propheten, Seher und Offenbarer. Ich bin dankbar, dass ich heute Vormittag an der feierlichen Versammlung teilgenommen habe. Meine lieben Brüder und Schwestern und ganz besonders ihr, meine lieben jungen Freunde: Wenn wir ihren Lehren und ihrem Beispiel folgen, folgen wir unserem Erretter Jesus Christus nach. Dies bezeuge ich im heiligen Namen Jesu Christi. Amen.

Diese Ansprache zitierenMichael John U. Teh, „Folg dem Propheten, er kennt den Weg“, Generalkonferenz April 2026, Versammlung am Samstagvormittag (2026-04-01). Pulpit Vault, 2026-04-teh-follow-the-prophet-he-knows-the-way. Offizielle Übersetzung der Kirche, churchofjesuschrist.org.Pulpit Vault, Ausgabe vom 23. September 2026 (commit 4bdc6ac627).