Ich Habe Mit Interesse Zugehört
Samuel O. Bennion
Ich habe mit Interesse den Bemerkungen der Brüder zugehört, die mir vorangegangen sind, und ich vertraue darauf, dass ich in den wenigen Augenblicken, die ich hier stehe, denselben Geist genießen möge, der ihre Worte gelenkt hat. ¶
Diese Brüder haben auf das Interesse hingewiesen, das manche Menschen, die nicht unseres Glaubens sind, an unserer Religion nehmen, und es erinnerte mich an die Bemerkung des Erlösers, als Er sagte: „Und dieses Evangelium vom Reich wird auf dem ganzen Erdkreis allen Völkern zum Zeugnis gepredigt werden, und dann wird das Ende kommen." Es besteht kein Zweifel, dass ehrenhafte Männer und Frauen der Erde früher oder später, je nach ihrem Tag und ihrer Zeit, den Lehren der Ältesten Israels zuhören werden, denn das Evangelium, das sie lehren, ist das „Evangelium vom Reich," das der Erlöser predigte. Es ist dazu bestimmt, die Aufmerksamkeit der Welt zu erregen, und man wird der Verkündigung, die von den Ältesten der „mormonischen" Kirche gemacht wird, mit Achtung zuhören. ¶
Die Welt versteht das „Mormonentum" heute besser als je zuvor. Wenn Menschen jetzt eine Haltung des Widerstands einnehmen und die Taten des mormonischen Volkes kritisieren, so geschieht es gewöhnlich, dass ihr Widerstand uns Freunde gewinnt. Wir brauchen keine Furcht zu haben, denn der Herr, der Allmächtige, ist der Urheber dessen, was man „Mormonentum" nennt. Er steht dahinter, denn Er hat es den Menschenkindern durch den Propheten Joseph Smith geoffenbart, und es wird durch diese Erde widerhallen, bis jeder Mann und jede Frau unter dem Himmel die Gelegenheit gehabt hat, dieses Evangelium des Erlösers der Welt anzunehmen oder abzulehnen. ¶
Der Herr offenbarte dem Propheten Joseph Smith diesen Grundsatz, dass kein Mensch in Unwissenheit gerettet werden kann, und dass, ehe die Menschen vor dem Richterstuhl Gottes stehen sollen, jeder Mann oder jede Frau, sei es in dieser Welt oder nach dem Scheiden, das Vorrecht haben wird, das Evangelium des Erlösers zu verstehen, sodass sie imstande sein werden, es anzunehmen oder abzulehnen. Ich hörte vor einiger Zeit eine Predigt, die von einem bekannten Geistlichen der presbyterianischen Kirche gehalten wurde. Er wählte als sein Thema „Die Landkirche." Er erklärte, dass er zusammen mit einigen Amtsbrüdern eine Konferenz abgehalten habe, und in jener Konferenz sei das Thema der Landkirche erwogen worden, und sie hätten über die besten Methoden beraten, das Volk auf dem Land zu erreichen. Er sagte, sie seien betrüblich vernachlässigt worden. Sie seien eine ausgezeichnete Klasse von Menschen, Männer und Frauen, die Erzeuger sind, imstande, ihre Schulden zu bezahlen und einen Geistlichen zu unterstützen, und die dies tun würden, hätten sie die Gelegenheit. Aber er kritisierte deren Geistliche auf diese Weise: er sagte, sie zögen es vor, in den Städten zu wohnen. Wollte ein bestimmter Bezirk auf dem Land gottesdienstliche Versammlungen abhalten, so schickten sie in die Stadt, damit einer der Geistlichen herunterkomme und mit ihnen am ausgewählten Sonntag Gottesdienst halte. Er sagte, eine Frau, die auf dem Land lebt, könnte ebenso gut in die Stadt um ein Kleid schicken, oder ein Mann, der auf dem Land lebt, könnte ebenso gut um einen fertigen Anzug schicken und die Chance auf den Sitz eingehen. Er sagte, die Geistlichen in der Kirche müssten sich unter das Volk mischen, mit ihm arbeiten, mit ihm leben, und so ein Interesse unter ihnen wecken. Er erklärte, die am schnellsten wachsende Kirche in der Welt sei die mormonische Kirche, es gebe keine Kirche, die ihr gleichkomme. Ferner sagte er, sie hätten im Allgemeinen Prediger, die den Menschen ansprächen, und ihre Missionare besuchten die ländlichen Bezirke häufig, und ihre Kirchen seien überall, wo sie hinkämen, voll gewesen. ¶
Meine Brüder und Schwestern, ich führe euch dies aus dem Grund an, dass es ein Beweis dafür ist, dass die Welt vom „Mormonentum" Notiz nimmt und von den Arbeiten der Ältesten Israels draußen in der Welt und vom Wachstum des mormonischen Volkes. Dieser Herr verstand nicht, dass die Ältesten in ihren Herzen und in ihren Gemütern eine Erkenntnis haben, dass Gott lebt und dass Jesus der Christus ist, und dass das „Mormonentum" das Evangelium des Erlösers ist, durch das der Mensch in der Gegenwart des Allmächtigen Gottes gerettet werden kann. Mose sagte, zum alten Israel sprechend: „Das noch Verborgene steht beim Herrn, unserem Gott, aber das bereits offenbar Gewordene ist für uns und unsere Kinder für alle Ewigkeit bestimmt, damit wir alle Worte dieses Gesetzes erfüllen." Der Herr offenbarte dem Propheten Joseph Smith den wahren Zustand der Verhältnisse, wie sie in der religiösen Welt bestanden. Er sagte ihm, er solle keiner der damals bestehenden Konfessionen beitreten, dass sie eine Form der Frömmigkeit hätten, aber ihre Kraft verleugneten, dass, während sie Gott mit ihren Lippen ehrten, ihr Herz fern von Ihm sei. Joseph Smith war Gottes bevollmächtigter Vertreter bei der Wiederherstellung des Evangeliums für die Menschheit. Wenn wir in die Welt hinausgehen und in den Landkirchen predigen, die von den Geistlichen der Welt vernachlässigt worden sind, sammeln wir die ehrlichen Männer und Frauen überall dort, wo die Evangeliumsbotschaft hingelangt. Der Erlöser sagte: „Meine Schafe hören meine Stimme, und einem Fremden werden sie nicht folgen, und sie kommen zu mir." Wenn also die Ältesten in ländliche Bezirke gehen und auf die Straßen der Städte, und wo immer sie die Gelegenheit haben zu predigen, hören Männer und Frauen von der vom Erlöser genannten Art so Seine Botschaft, und einem Fremden werden sie nicht folgen. Es ist nicht verwunderlich, dass das Volk der Welt beginnt, vom „Mormonentum" Notiz zu nehmen. Wir gewinnen heute in jedem Land und Klima dieser Welt Freunde; wir werden besser bekannt. ¶
Ich hatte vor einiger Zeit ein Gespräch mit einem Herrn, der in Pueblo, Colorado, im Missionsfeld Präsident Herricks lebt. Er ist Präsident einer der großen Banken jener Gegend. Als er von dem Abtrünnigen sprach, auf den sich Bruder Herrick bezog, sagte er: „Wir kennen das mormonische Volk, und wir wissen, dass jener Schreiber uns zu irgendeiner Art von Klub organisieren will, um euer Volk zu bekämpfen, aber," sagte er, „wir kennen das mormonische Volk zu gut"; und er fand dort keine Ermutigung. Ich sage unseren Brüdern, wir brauchen keine Furcht zu haben, auf Missionen zu gehen, wenn wir unsere Religion leben. Wenn Männer berufen werden, in die Nationen der Erde zu gehen, um das Evangelium zu predigen, sollten sie freudig antworten. Der Herr wird ihnen den Weg bereiten, in die Welt zu gehen, und erfolgreich die Botschaft zu verkünden, die der Vater und der Sohn dem Propheten Joseph Smith übergeben haben. Sie können furchtlos erklären, dass Gott lebt, dass Er einen Leib hat, dass Er imstande ist zu sprechen, zu sehen, zu hören, zu gehen und zu reden; dass Er in der Tat der wahre und lebendige Gott ist. Es gibt Menschen in dieser Welt, die sich zum Christentum bekennen, Tausende von ihnen, die heute lehren, Gott habe keinen Leib, Er sei ein Geist ohne Leib, Glieder oder Leidenschaften. Der Herr hat die Wahrheit über sich selbst dem alten und dem heutigen Israel geoffenbart. Diese wichtige Wahrheit ist uns als Waffe gegeben worden, um den Irrtum zu überwinden, den der Widersacher verbreitet hat, und gibt jedem die Gelegenheit, die Entscheidungsfreiheit zu gebrauchen, die Gott Seinen Kindern gegeben hat. ¶
Ich bin sicher, dass es viele Menschen in der Welt gibt, die die Wahrheit lieben. Es gibt Glauben auf der Erde, und seit den Tagen des Propheten Joseph Smith hat der Glaube zugenommen. Zur Unterstützung dieser Behauptung will ich einen Vorfall erzählen, der sich vor einiger Zeit ereignete. Eine gewisse Geschworenenschaft, die in einem Fall gesessen hatte und entscheiden sollte, ob ein Mann gehängt werden solle oder nicht, ging, ehe sie ihre Entscheidung fällte, in ihr Zimmer, und dort knieten jene zwölf Männer nieder und beteten zum Vater, dass sie eine wahre und gerechte Entscheidung fällen möchten. Ich sage, ich glaube, dass der Glaube in der Welt zunimmt, und dass noch viele Männer und Frauen der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage beitreten werden, wegen jenes Glaubens. Sie werden in die Wasser der Taufe hinabsteigen, sobald sie bekehrt sind. Die Pflicht, den Menschenkindern das Evangelium zu predigen, obliegt uns, solange der Herr uns erlaubt, auf der Erde zu leben und Ihm treu zu bleiben. ¶
Die von Mose im neunundzwanzigsten Kapitel und neunundzwanzigsten Vers des Deuteronomiums aufgezeichnete Aussage ist richtig. Wir wissen, dass es für uns falsch ist, berauschende Getränke zu gebrauchen; es ist falsch für uns zu betrügen; oder irgendeine Art von Sünde zu begehen. Beachten wir, was der Herr uns geoffenbart hat, so werden wir nicht irren, wir werden dem Willen des Meisters besser entsprechen. Der Herr hat Seine Diener auf die Erde gesandt; es ist genau so, als hätte Er selbst Seine Hände auf die Häupter derer gelegt, die dieser Kirche präsidieren. Als der Herr Edward Partridge in den Dienst als Bischof in der Kirche berief, sagte Er (36. Abschnitt der Lehre und Bündnisse): „Ich werde meine Hand auf dein Haupt legen durch meinen Diener Sidney Rigdon." Das war ein Vorbild. Dieses Werk, das der Herr dem Propheten Joseph Smith geoffenbart hat, wird Bestand haben, und die Grundsätze davon sind gegeben, um bei der Erfüllung Seines Werkes zu helfen. Die Männer und Frauen, die ausziehen und die Grundsätze des Evangeliums predigen, daheim oder im Ausland, helfen dem Herrn. Wir haben jeden Tag ein Werk für den Herrn zu verrichten. ¶
Es sollte nie von irgendeinem Mann in der Kirche gesagt werden, dass er je seine Stimme gegen den Bischof oder gegen irgendeinen der präsidierenden Amtsträger der Kirche erhoben habe. In den Tagen, als Israel einen König verlangte und sagte: „Wir wollen wie diese anderen Völker sein, die im Land wohnen; wir wollen einen König, wir verlangen von dir einen König," war der Prophet Samuel bekümmert, und er kniete nieder und betete zum Herrn und fragte, was er tun solle. Und der Herr sagte zu ihm: „Komm der Forderung des Volkes in allem nach, was sie von dir verlangen! Denn nicht dich haben sie verworfen, sondern mich haben sie verworfen, dass ich nicht länger König über sie sein soll." Der Herr hat uns viele Dinge geoffenbart. Wir hören sie in unseren Heimen, in unseren Konferenzen, in unseren Sabbatversammlungen und anderswo, und wir sollten mit ihnen vertraut sein. Der Herr hat uns viel Erkenntnis gegeben, und darin liegt Kraft, damit wir imstande sein mögen, den Angriffen des Widersachers zu widerstehen, seien jene Angriffe auch so zahlreich wie die Mikroben, auf die andere Sprecher bereits hingewiesen haben. ¶
Ich bete, dass der Herr uns segne, das Israel der letzten Tage, dass wir Glauben haben mögen, unsere Schwächen zu überwinden, und dass wir daheim oder im Ausland treue Männer sein und leben mögen, wie der Herr es von uns verlangt, damit kein Mensch und keine Gruppe von Menschen uns mit Recht verurteilen kann. Der Herr segne euch. Amen. ¶