Nach dem Geist leben
John W. Taylor
Meine Brüder und Schwestern, ich bete, dass der Geist des Herrn, der uns in allen Wegen der Wahrheit leitet, mich bei dem leiten möge, was ich heute Morgen sagen werde—Ich bezeuge den Rat, der uns von Ältesten Merrill gegeben worden ist—Ich war erfreut über die Ausführungen, die am ersten Tag dieser Konferenz gegeben wurden, weil sie vom Geist der Ermutigung durchdrungen waren—Ich fühle mich im Werk des Herrn ermutigt, und ich kann sehen, dass der Geist, von dem die Brüder durchdrungen sind, jenem ähnlich ist, den Nephi, der Prophet, besaß, während er nach der Stadt Jerusalem hinaufging, um die Aufzeichnung seiner Vorväter zu holen—Seine Brüder protestierten dagegen, dass er zu diesem Zweck gehe, und er antwortete ihnen auf folgende Weise: ¶
„So wahr der Herr lebt und wir leben, wir werden nicht zu unserem Vater in die Wildnis hinabgehen, ehe wir vollbracht haben, was der Herr uns geboten hat." ¶
Als ich Präsident Cannon über den Erfolg des Werkes des Herrn sprechen hörte, konnte ich sehen, dass er vom selben Geist durchdrungen war, und die Brüder, die ihm seit dem ersten Tag gefolgt sind, haben ebenfalls diesen Geist gezeigt—Ich bin von allen gemachten Ausführungen sehr beeindruckt gewesen, und ich empfinde, dass jeder, der nicht von dem, was gesagt worden ist, aufgeweicht und zart und geschmeidig gemacht worden ist, so kalt wie ein Eisberg sein muss ¶
Ich möchte auf den Gedanken eingehen, den Präsident Cannon vorgebracht hat, dass gelegentlich weisen und umsichtigen Frauen erlaubt werden könnte, auszuziehen und ihre Männer bei der Predigt des Evangeliums unter den Nationen der Erde zu begleiten—Ich bin nun seit einigen Monaten mehr oder weniger auf missionarischer Arbeit fort gewesen; unsere Erfahrung ist, besonders während der angenehmen warmen Jahreszeit, dass etwa die Hälfte der Männer im Land bei den Bergwerken abwesend ist, sie sind von zu Hause fort, um ihren Geschäften nachzugehen, und es wäre unklug von uns, die Ehefrauen der Männer zu belehren und sie ohne die Zustimmung ihrer Männer in die Taufwasser zu führen—Eine große Zahl von Männern in den westlichen Staaten und Territorien ist von zu Hause fort und lässt ihre Frauen für eine Zeitlang zurück—Es wäre für Älteste nicht klug, solche Häuser zu betreten; tatsächlich wird ihnen davon abgeraten, und sie befolgen diesen Rat—Sie gehen nicht zu den Häusern von Frauen, wo die Männer abwesend sind, oder wo keine männlichen Angehörigen im Haus wohnen—Was ist das Ergebnis? Das Ergebnis ist, dass es Tausende von Familien gibt, denen wir unsere Ansichten nicht erklären können, einfach weil keine Männer zu Hause sind; sie würden uns wahrscheinlich mit Freude aufnehmen und unserer Botschaft zuhören, wenn es praktisch möglich wäre, sie zu besuchen—Aber ich sehe jetzt die Möglichkeit, dass dies behoben werden kann—Ich denke jetzt an eine der Schwestern, die im Staat Colorado gearbeitet hat—In dem Bezirk, in dem sie wohnte, gab es etwa fünf Familien, deren Männer von zu Hause fort waren—Sie machte sich mit jenen Familien bekannt—Sie verteilte Traktate unter ihnen, und sie kamen dazu, unsere Ansichten hinsichtlich unserer Religion zu verstehen, aber was die Ältesten betrifft, so wären diese Familien übergangen worden—Es gibt wahrscheinlich Tausende von Familien in diesem Zustand—Ich erwähne dies nur, um die Ausführungen von Präsident Cannon zu bestätigen und Zeugnis von dem guten Werk zu geben, das Frauen tun können ¶
Ich fühle mich veranlasst, mich über das Werk zu freuen, mit dem wir beschäftigt sind, und darüber, vom großen Erfolg der Ältesten Israels im Ausland zu hören—Mich beeindruckte sehr eine Bemerkung, die Ältester Roberts gestern machte; es war eine sehr geringfügige Bemerkung, aber sie beeindruckte mich—Er sagte, Gott habe Zeugen Seines Werkes auf Erden—Die Zeugen, auf die sich Ältester Roberts bezog, waren, wie ich annehme, die Ältesten Israels, die das Priestertum tragen und das Zeugnis von Jesus Christus haben—Ich möchte euch von anderen Zeugen vorlesen, an die er möglicherweise nicht gedacht hat—Ich finde im 28. Kapitel des Dritten Buches Nephi Folgendes, gesprochen von Jesus Christus zu den Zwölf Aposteln auf diesem Kontinent: ¶
„Und es begab sich: Als Jesus diese Worte gesprochen hatte, redete er mit seinen Jüngern, mit einem nach dem anderen, und sprach zu ihnen: Was wünscht ihr euch von mir, nachdem ich zum Vater gegangen sein werde? ¶
„Und sie alle, außer dreien, redeten, nämlich: Wir wünschen uns, wenn wir ein Menschenalter gelebt haben werden, dass unser Dienst, zu dem du uns berufen hast, ein Ende habe, damit wir schnell zu dir in dein Reich kommen können. ¶
„Und er sprach zu ihnen: Gesegnet seid ihr, weil ihr euch dies von mir gewünscht habt; darum werdet ihr, nachdem ihr zweiundsiebzig Jahre alt seid, zu mir in mein Reich kommen; und bei mir werdet ihr Ruhe finden. ¶
„Und als er zu ihnen geredet hatte, wandte er sich zu den dreien und sprach zu ihnen: Was wollt ihr, dass ich für euch tun soll, wenn ich zum Vater gegangen sein werde? ¶
„Und sie waren im Herzen betrübt, denn sie wagten nicht, ihm das zu sagen, was sie sich wünschten. ¶
„Und er sprach zu ihnen: Siehe, ich kenne eure Gedanken, und ihr wünscht euch das, was sich mein geliebter Johannes, der in meinem geistlichen Wirken bei mir war, bevor ich von den Juden emporgehoben wurde, von mir gewünscht hat. ¶
„Darum seid ihr noch mehr gesegnet, denn ihr werdet nie den Tod schmecken; sondern ihr werdet leben, um alles zu schauen, was der Vater für die Menschenkinder tut, ja, bis sich alles gemäß dem Willen des Vaters erfüllt haben wird, wenn ich mit den Mächten des Himmels in meiner Herrlichkeit kommen werde; ¶
„Und ihr werdet nie die Schmerzen des Todes erleiden; sondern wenn ich in meiner Herrlichkeit komme, werdet ihr in einem Augenblick von der Sterblichkeit zur Unsterblichkeit verwandelt werden, und dann werdet ihr im Reich meines Vaters gesegnet sein. ¶
„Und weiter: Ihr werdet keinen Schmerz haben, während ihr im Fleische weilt, auch keinen Kummer, außer wegen der Sünden der Welt; und dies alles werde ich tun um deswillen, was ihr euch von mir gewünscht habt; denn ihr habt euch gewünscht, Menschenseelen zu mir zu bringen, solange die Welt steht; ¶
„Und aus diesem Grund werdet ihr eine Fülle der Freude haben; und ihr werdet euch im Reich meines Vaters niedersetzen; ja, eure Freude wird voll sein, wie auch der Vater mir eine Fülle der Freude gegeben hat; und ihr werdet so sein, wie ich bin, und ich bin so wie der Vater; und der Vater und ich sind eins; ¶
„Und der Heilige Geist gibt Zeugnis für den Vater und mich; und der Vater gibt den Menschenkindern den Heiligen Geist um meinetwillen. ¶
„Und es begab sich: Als Jesus diese Worte geredet hatte, berührte er jeden von ihnen mit seinem Finger, außer die drei, die verweilen sollten, und dann schied er von ihnen. ¶
„Und siehe, die Himmel öffneten sich, und sie wurden in den Himmel entrückt und sahen und hörten Unaussprechliches. ¶
„Und es wurde ihnen verboten, davon zu reden; es wurde ihnen auch keine Macht gegeben, über das zu reden, was sie sahen und hörten; ¶
„Und ob sie im Leib waren oder außerhalb des Leibes, konnten sie nicht sagen; denn es schien ihnen, als seien sie verklärt worden, dass sie von diesem Leib aus Fleisch in einen unsterblichen Zustand verwandelt worden seien, damit sie das sehen konnten, was von Gott ist. ¶
„Aber es begab sich: Sie dienten weiter auf dem Erdboden, doch verkündeten sie nichts von dem, was sie gehört und gesehen hatten, und zwar wegen des Gebotes, das ihnen im Himmel gegeben worden war. ¶
„Und nun, ob sie von dem Tag ihrer Verklärung an sterblich oder unsterblich waren, das weiß ich nicht; ¶
„aber so viel weiß ich, gemäß dem Bericht, der gegeben worden ist: Sie gingen hin über das Land und dienten allem Volk und vereinigten alle, die ihrem Predigen glaubten, mit der Kirche; sie tauften sie, und alle, die getauft wurden, empfingen den Heiligen Geist. ¶
„Und sie wurden ins Gefängnis geworfen von denen, die nicht zur Kirche gehörten—Und die Gefängnisse konnten sie nicht halten, denn sie brachen entzwei. ¶
„Und sie wurden in die Erde hinabgeworfen; aber sie schlugen die Erde mit dem Wort Gottes, sodass sie durch seine Macht aus den Tiefen der Erde befreit wurden; und darum konnte man keine Grube graben, die hingereicht hätte, sie zu halten. ¶
„Und dreimal wurden sie in einen Feuerofen geworfen und erlitten keinen Schaden. ¶
„Und zweimal wurden sie in eine Grube mit wilden Tieren geworfen; und siehe, sie spielten mit den Tieren wie ein Kind mit einem saugenden Lamm und erlitten keinen Schaden. ¶
„Und es begab sich: So gingen sie hin unter alles Volk Nephi und predigten allen Menschen im Land das Evangelium Christi; und diese wurden zum Herrn bekehrt und wurden mit der Kirche Christi vereinigt, und so wurde das Volk jener Generation gemäß dem Wort Jesu gesegnet. ¶
„Und nun komme ich, Mormon, für eine Zeit lang damit zu Ende, davon zu sprechen. ¶
„Siehe, ich war daran, die Namen derjenigen niederzuschreiben, die niemals den Tod schmecken sollten, aber der Herr verbot es; darum schreibe ich sie nicht nieder, denn sie sind der Welt verborgen. ¶
„Aber siehe, ich habe sie gesehen, und sie haben mir gedient; ¶
„Und siehe, sie werden unter den Anderen sein, und die Anderen werden sie nicht kennen. ¶
„Sie werden auch unter den Juden sein, und die Juden werden sie nicht kennen. ¶
„Und es wird sich begeben, wenn der Herr es in seiner Weisheit für richtig hält, dass sie allen zerstreuten Stämmen Israels und allen Nationen, Geschlechtern, Sprachen und Völkern dienen werden und aus ihnen viele Seelen zu Jesus bringen werden, damit ihr Wunsch sich erfülle, und auch wegen der überzeugenden Macht Gottes, die in ihnen ist." ¶
Es scheint, dass diese Männer eine besondere Begabung haben werden, und jene Begabung soll die überzeugende Macht Gottes sein. ¶
„Und sie sind wie die Engel Gottes, und wenn sie im Namen Jesu zum Vater beten, so können sie sich einem jeden Menschen zeigen, wie es ihnen gut scheint; ¶
„Darum werden große und wunderbare Werke von ihnen vollbracht werden vor dem großen und kommenden Tag, da gewiss alle Menschen vor dem Richterstuhl Christi stehen müssen; ¶
„Ja, selbst unter den Anderen wird von ihnen ein großes und wunderbares Werk vollbracht werden vor jenem Tag des Gerichts." ¶
Nun fragt ihr euch, warum sich so viele von den Anderen der Wahrheit zuwenden—Wir können daraus lernen, dass es einen Wandel gibt, der durch weitere Mittel bewirkt wird, zusätzlich zu den Zeugen, von denen Ältester Roberts gestern sprach ¶
Gott segne euch—Amen ¶