Pulpit

Jesus Christus ist für uns keine Last, sondern Hilfe und Befreiung

David J. Wunderli

Generalkonferenz April 2026·Versammlung am Samstagnachmittag·2026-04-01

Vor Jahren kam unser Sohn mit einem kleinen Bild von Jesus Christus von der PV nach Hause. Seine PV-Lehrerin hatte ihm das Bild geschenkt, und es bedeutete ihm sehr viel. Er ging damit zu Bett, beschützte es und nahm es mit in die Schule.

Eines Samstagmorgens beschloss unsere Familie, eine Wanderung in einer nahegelegenen Schlucht zu unternehmen. Unser sechsjähriger Sohn packte sein Bild von Jesus Christus vorsichtig in seinen Rucksack. Das war alles, was er einpackte. Als wir unterwegs Mittagspause machten, suchte er kleine, besonders schöne Steine, und schon bald hatte er einen großen Haufen davon.

Er fragte mich, ob er all die Steine mit nach Hause nehmen könne, und ich erwiderte: "Klar, aber du musst sie selbst tragen."

Er willigte ein und fing an, seinen Rucksack zu füllen. Dann legte er sein Bild von Jesus Christus vorsichtig oben drauf und zog den Reißverschluss zu. Ich hob den schweren Rucksack hoch, legte ihn ihm auf den Rücken und beobachtete, wie er einen Schritt vorwärts und fünf rückwärts machte, bis er schließlich zu Boden fiel. Unbeirrt öffnete er seinen Rucksack und nahm drei kleine Steine heraus. Er machte noch einen Versuch und scheiterte wieder.

Da ich dachte, er könne vielleicht etwas daraus lernen, schlug ich im Scherz vor, er solle doch sein Bild von Jesus herausnehmen. "Das dürfte dir die Last leichter machen", sagte ich.

Ich werde seinen verletzten Gesichtsausdruck nie vergessen. Er schien zu sagen: "Papa, willst du wirklich, dass ich Jesus aus meinem Rucksack nehme und ihn zurücklasse?" Dann änderte sich sein Gesichtsausdruck in: "Papa, du bist nicht so klug, wie ich dachte."

Der Herr verhieß Henoch: "Die Berge werden vor dir weichen, und die Flüsse werden sich aus ihrem Lauf wenden, und du wirst in mir verbleiben und ich in dir; darum wandle mit mir!"

Wie Henoch entscheiden sich auch viele unserer Jugendlichen dafür, bei Jesus Christus zu bleiben. Sie entscheiden sich dafür, ihn in ihrem Leben zu behalten. Sie wandeln mit ihm. Sie strömen in Rekordzahlen in die Tempel in aller Welt. Sie stehen vor Sonnenaufgang auf, um am Seminar teilzunehmen. Immer mehr gehen auf Mission, was dazu führt, dass sich mehr Kinder Gottes taufen lassen als jemals zuvor. Die heutige heranwachsende Generation ist mit Talenten, Menschen zu sammeln, sowie mit Eigenschaften wie Einfühlungsvermögen und Verständnis gesegnet. Immer mehr sind fest entschlossen, beständige Jünger Jesu Christi zu werden.

Kürzlich saßen Diane und ich bei einem Besuch in Westafrika im Haus von zwei jungen Brüdern, die sich kurz zuvor der Kirche angeschlossen hatten und von einer alleinerziehenden Mutter in bescheidenen Verhältnissen großgezogen wurden. Auf die Frage, was das Evangelium Jesu Christi ihrer Familie gebracht hat, antwortete der 16-jährige Joshua schlicht: "Hilfe."

Liebe wunderbare Junge Männer und Junge Damen: Wenn ihr euren Weg von der Taufe an, in eurer Jugend und bis hin zum Erwachsenenalter weitergeht, fest entschlossen, ein beständiger Jünger Jesu Christi zu werden, könnt ihr damit rechnen, dass sich unterwegs Steine in eurem Rucksack ansammeln – manche, die ihr selbst aussucht, und andere, die einfach zu diesem irdischen Leben dazugehören. Wenn die Last zunimmt, denkt bitte daran, dass Jesus Christus aus eurem Leben zu entfernen nicht die Lösung ist. Wenn ihr ihn entfernt, wird eure Last nicht leichter.

Der Feind des Glücks möchte euch von Jesus Christus trennen. Er wird euch versuchen und dazu bringen wollen, den Erretter aus eurem Leben zu entfernen, und euch zu dem Gedanken verleiten, dass der Weg ohne ihn einfacher wäre, dass die Last seiner Gebote zu schwer sei, dass der Weg zurück zu lang und die Umkehr zu schwierig sei. Seid euch bewusst, dass der Satan ein Lügner ist. Jesus Christus ist keine Last, sondern Hilfe und Befreiung.

Der Herr hat seinen Jüngern versichert: "In der Welt seid ihr in Bedrängnis; aber habt Mut: Ich habe die Welt besiegt."

Er hat die Welt besiegt. Er hat "die Schmerzen und [die Krankheit] seines Volkes" auf sich genommen. Er hat "Bedrängnisse und Versuchungen jeder Art" gelitten, damit er "wisse, wie er [uns] beistehen könne". Seine flehentliche, liebevolle, machtvolle Aufforderung lautet, in ihm zu bleiben. Sie lautet, bei ihm zu bleiben.

Bitte sorgt jeden Morgen, wenn ihr euren Tag beginnt, dafür, dass Jesus Christus bei euch ist. Wenn ihr dann feindlichen Kräften begegnet, die darauf abzielen, euch von ihm zu trennen, werden euer Vertrauen und eure Entschlossenheit in seiner Wahrheit, in seiner Weisheit, in ihm, der allwissend ist, verankert sein. Eure Fähigkeit, zu verstehen und zu vergeben, wird vermehrt. Eure Fähigkeit, andere und auch euch selbst zu lieben, wird eine Erweiterung seiner Liebe – seiner unbegrenzten Liebe – sein, und ihr werdet Hoffnung – echte Hoffnung – haben, weil ihr "durch das Sühnopfer Christi und die Macht seiner Auferstehung Hoffnung haben werdet, zu ewigem Leben erhoben zu werden".

Um Jesus Christus bei euch zu haben, müsst ihr bewusst jeden Tag Gott verehren.

Ihr habt ihn bei euch, wenn ihr andächtig und mit wirklichem Vorsatz niederkniet und im Namen Jesu Christi zum Vater betet.

Ihr habt ihn bei euch, wenn ihr täglich in den heiligen Schriften forscht, vor allem im Buch Mormon, und über das Zeugnis für Jesus Christus nachdenkt, das darin gegeben wird. Dann nämlich führt er euch durch die Nebel von Finsternis.

Ihr habt Jesus Christus bei euch, wenn ihr Glauben an ihn ausübt, ihm vertraut und euch in aufrichtiger, täglicher Umkehr ihm zuwendet.

Ihr habt Jesus Christus bei euch, wenn ihr bereit seid, eure Bündnisse jeden Tag zu halten und jede Woche zu erneuern.

Meine lieben jungen Brüder und Schwestern, so einfach ist das.

Wenn ihr bei ihm bleibt, wird eure Last leichter. Mit ihm zu wandeln formt euren Charakter und hilft euch, so zu werden, wie er ist. Es bringt euch echte, anhaltende Freude.

In seinem ersten Interview als Prophet der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage wurde Präsident Dallin H. Oaks gefragt: "Wenn es einen Satz, eine Schriftstelle oder ein Bild gäbe, etwas, was Sie den Mitgliedern der Kirche jetzt zu Beginn Ihres prophetischen Dienstes mitgeben wollten, was wäre es?"

Unser Prophet antwortete: "Jesus Christus ist der Weg."

Meine lieben jungen Freunde, mögen wir gemeinsam weiterhin mit Jesus Christus wandeln, selbst in den schwierigsten Momenten – wenn wir unseren Wert in Frage stellen, an unseren Fähigkeiten zweifeln oder unseren Glauben in Frage stellen. Mögen wir, wenn wir das Gefühl haben, allein zu sein, wenn die Last der Herausforderungen des Lebens uns zurückwirft, an unserem Entschluss festhalten, ihn bei uns zu haben.

Lassen wir zu, dass der Erretter uns die Last leichter macht – dass er uns hilft, die Steine der Sucht und die Last unseres Kummers zu entfernen. Lassen wir ihn gegen diejenigen streiten, die gegen uns streiten wollen. Lassen wir ihn uns von unseren Sünden rein machen – immer wieder, ja, immer wieder. Lassen wir ihn die Berge vor uns versetzen und den Lauf der mächtigen Flüsse in unserem Leben ändern, die uns von ihm wegtragen.

Jesus Christus ist für uns keine Last, sondern Hilfe und Befreiung, er ist unsere Kraft, er ist der Weg. Mögen wir alle mit ihm wandeln. Im Namen Jesu Christi. Amen.

Diese Ansprache zitierenDavid J. Wunderli, „Jesus Christus ist für uns keine Last, sondern Hilfe und Befreiung“, Generalkonferenz April 2026, Versammlung am Samstagnachmittag (2026-04-01). Pulpit Vault, 2026-04-wunderli-jesus-christ-is-not-our-burden-he-is-our-relief. Offizielle Übersetzung der Kirche, churchofjesuschrist.org.Pulpit Vault, Ausgabe vom 23. September 2026 (commit 4bdc6ac627).