Pulpit

"Ich werde alle meine Sünden aufgeben, um dich zu erkennen"

Wan-Liang Wu

Generalkonferenz April 2026·Versammlung am Samstagnachmittag·2026-04-01

Ich wurde in eine nichtchristliche Familie hineingeboren. Als Junge begleitete ich meine Mutter oft zu chinesischen Tempeln, um verschiedene Götter anzubeten. Wir brachten besondere Kuchen als Opfergabe mit, verbrannten Räucherstäbchen und erbaten die Segnungen, die wir brauchten. Wenn wir Arbeit brauchten, wandten wir uns an den Gott des Reichtums; wenn wir Gesundheit brauchten, wandten wir uns an den Gott der Heilung. Ich ging gern mit meiner Mutter mit, weil ich nach den Ritualen all diese leckeren Kuchen essen durfte.

Doch das große Wunder geschah, als ich zehn Jahre alt war und wir nach Bolivien zogen. Ich lernte die Missionare kennen. Sie erzählten mir von einem Gott, von dem ich noch nie zuvor gehört hatte.

Sie erklärten mir, dass er ein lebendiger Gott ist, mit einem verherrlichten Körper aus Fleisch und Gebein, dass er mein Vater im Himmel ist, dass er mich liebt und dass ich buchstäblich sein Kind bin, dass er Jesus Christus auf die Erde gesandt hat, damit ich in seine Gegenwart zurückzukehren und ewiges Leben erlangen kann.

Ich war sehr erstaunt, als sie mir die Geschichte von Joseph Smith erzählten, der Gottvater und seinen Sohn Jesus Christus gesehen hat. Obwohl ich kein Spanisch sprach und nicht alle Worte verstehen konnte, verspürte ich Frieden im Herzen, und irgendwie wusste ich, dass das, was ich hier erfuhr, gut war. Bevor sie mich aufforderten, mich taufen zu lassen, sagte ich zu meinen beiden älteren Schwestern, die bereits der Kirche angehörten: "Ich habe mich schon entschieden. Ich lasse mich taufen!"

Das Evangelium Jesu Christi hat mein Leben zum Besseren verändert. Es gab mir eine ewige Perspektive, nämlich mich darauf vorzubereiten, mit meiner Familie in Gottes Gegenwart zurückzukehren.

Im Buch Mormon lesen wir die Geschichte von einem alten König, der wie ich Gott nicht kannte. Er war einem Missionar begegnet und war über dessen Worte so verwundert, dass er unbedingt mehr erfahren wollte.

Also begann Aaron, "dem König die Schriften [vorzulesen] – wie Gott den Menschen als sein eigenes Abbild schuf und dass Gott ihm Gebote gab und dass der Mensch wegen Übertretung gefallen war. …

Und auch den Plan der Erlösung, der von Grundlegung der Welt an durch Christus bereitet war für all jene, die an seinen Namen glauben würden … durch Glauben und Umkehr[.]

[Dann] sprach der König: Was soll ich tun, dass ich dieses ewige Leben habe, von dem du gesprochen hast? … Siehe, … ich will alles hergeben, was ich besitze, ja, ich will meinem Königreich entsagen, damit ich diese große Freude empfangen kann.

Aber Aaron sprach zu ihm: Wenn du dies wünschst, wenn du dich vor Gott niederbeugst, ja, wenn du von all deinen Sünden umkehrst und dich vor Gott niederbeugst und gläubig seinen Namen anrufst, im Vertrauen darauf, dass du empfangen wirst, dann wirst du die Hoffnung empfangen, die du wünschst.

Und es begab sich: Als Aaron diese Worte gesprochen hatte, beugte sich der König auf seinen Knien vor dem Herrn nieder; ja, er streckte sich sogar auf die Erde nieder und schrie mächtig, nämlich:

O Gott, Aaron hat mir gesagt, dass es einen Gott gibt; und wenn es einen Gott gibt und wenn du Gott bist, wollest du dich mir kundtun, und ich werde alle meine Sünden aufgeben, um dich zu erkennen."

Die Geschichte endet nicht nur mit der Bekehrung des Königs, sondern mit der Bekehrung seines ganzen Haushalts und mehrerer Städte in seinem Reich.

Wenn wir den aufrichtigen Wunsch haben und sanftmütig und von Herzen demütig sind, können wir den wahren Gott, den Vater, erkennen und durch seinen Sohn Jesus Christus ewiges Leben erlangen; denn die Macht liegt in uns – wir können uns dafür entscheiden, zu glauben und entsprechend zu handeln.

Der Erretter hat verkündet: "Das aber ist das ewige Leben: dass sie dich, den einzigen wahren Gott, erkennen und den du gesandt hast, Jesus Christus."

Wie können wir den einzigen wahren Gott erkennen und ewiges Leben erlangen? Die Antwort kommt vom Erretter: "Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich."

Der einzige Weg, wie wir unseren Vater im Himmel erkennen und ewiges Leben erlangen können, besteht darin, zu Christus zu kommen und ihm nachzufolgen. Zu Christus zu kommen bedeutet weitaus mehr, als nur etwas über Christus zu lernen. Es umfasst Glauben und Werke; es bedeutet, sich zu ihm und zu seinem wiederhergestellten Evangelium zu bekehren. Wenn wir das tun, werden wir "mehr Glück, Hoffnung, Frieden und Sinn" im Leben finden.

Der König verharrte nicht in seinem Erstaunen, sondern entschloss sich, zu glauben und zu handeln. Er war bereit, alle seine Sünden aufzugeben, damit er Gott erkennen könne. Was sind wir bereit aufzugeben oder zu ändern, um Gott wirklich zu erkennen und am letzten Tag errettet zu werden?

Präsident Dallin H. Oaks hat gesagt: "Das Evangelium Jesu Christi verlangt von uns, dass wir uns ändern. ,Kehrt um' lautet seine häufigste Botschaft, und umzukehren bedeutet, alle Gewohnheiten und Gebräuche aufzugeben – persönliche, familiäre, kulturelle und landestypische –, die den Geboten Gottes entgegenstehen. Der Zweck des Evangeliums besteht darin, aus gewöhnlichen Geschöpfen celestiale Wesen zu machen, und das erfordert Veränderung."

Ohne aufrichtigen Wunsch und wirklichen Vorsatz können wir Gott nicht erkennen. Wir müssen an Jesus Christus glauben, immer wieder umkehren und bestrebt sein, die Gebote zu befolgen. Der Erretter liebt uns mehr, als wir begreifen können, und er bittet uns immer wieder inständig: "Komm und folge mir nach!" Er gab sein Leben für uns hin, zahlte den Preis für unsere Sünden und stand von den Toten auf. Dank ihm haben wir Hoffnung auf ein künftiges Leben beim Vater im Himmel.

Ob Sie nun ein Kind oder ein König sind, und ganz unabhängig von Ihrer Herkunft oder Ihrem sozialem Status – ich fordere Sie auf, sich dafür zu entscheiden, an Jesus Christus zu glauben und ihm nachzufolgen. Denn es "ist kein anderer Name unter dem Himmel gegeben als nur dieser Jesus Christus, … wodurch der Mensch errettet werden kann".

Ich bezeuge, dass Jesus Christus auferstanden ist. Er lebt! Und er möchte, dass wir uns so auf das ewige Leben vorbereiten. Im Namen Jesu Christi. Amen.

Diese Ansprache zitierenWan-Liang Wu, „Ich werde alle meine Sünden aufgeben, um dich zu erkennen“, Generalkonferenz April 2026, Versammlung am Samstagnachmittag (2026-04-01). Pulpit Vault, 2026-04-wu-i-will-give-away-all-my-sins-to-know-thee. Offizielle Übersetzung der Kirche, churchofjesuschrist.org.Pulpit Vault, Ausgabe vom 23. September 2026 (commit 4bdc6ac627).