Dank Jesus Christus
Dale G. Renlund
Vor Jahren hatte unsere Familie einen kleinen schwarzen Hund, einen Zwergpudel namens Lady. Lady war klug, voller Energie und konnte hervorragend Bälle apportieren. Sie war jederzeit und überall dazu bereit, einen Ball zurückzuholen, solange jemand bereit war, ihn für sie zu werfen. ¶
Eines Tages, nachdem ich immer wieder einen Ball für sie geworfen hatte, beschloss ich, zwei Bälle gleichzeitig zu werfen: einen blauen und einen gelben. Lady jagte dem blauen Ball hinterher, hob ihn auf, lief zu mir los und sah dann den gelben Ball. Sie ließ den blauen Ball fallen, hetzte zum gelben Ball, hob ihn auf und lief wieder auf mich zu. Dann erinnerte sie sich anscheinend an den blauen Ball, ließ den gelben fallen, drehte um, lief zurück zum blauen Ball, hob ihn auf und machte sich wieder auf den Rückweg. Als sie wieder am gelben Ball vorbeikam, blieb sie stehen, ließ den blauen Ball fallen, hob den gelben auf und lief weiter auf mich zu. Dann ließ sie den gelben Ball fallen, drehte sich um, flitzte zurück zum blauen Ball, hob ihn auf und lief wieder auf mich zu. Als Lady erneut am gelben Ball vorbeikam, machte sie eine Vollbremsung. Sie ließ den blauen Ball fallen und blickte zwischen dem blauen und dem gelben Ball hin und her. Dann gab sie auf, ging zu ihrem Körbchen und legte sich hin. Für Lady waren zwei Bälle einfach zu viel. Sie war verwirrt, überfordert und entmutigt. ¶
Im Leben haben wir es nicht nur mit blauen und gelben Belangen zu tun, sondern auch mit roten und grünen, orangefarbenen und violetten, mit Punkten und Streifen und in jeder erdenklichen Kombination. Manchmal fühlen wir uns vielleicht wie Lady, sind überfordert und entmutigt und möchten uns am liebsten wieder ins Bett verkriechen. ¶
Ich kann Ihren Tagen nicht weitere Stunden hinzufügen oder die vielen Belange aus der Welt schaffen, die das heutige Leben so mit sich bringt. Aber ich kann Ihnen diesen Rat geben: Es sind nicht alle Angelegenheiten gleichwertig, und eine ewige Perspektive hilft uns, dem Wertvollsten Priorität einzuräumen. Denken wir an diesem Ostersonntag darüber nach, warum das Wertvollste darin besteht, den Blick auf Jesus Christus "und die unendliche Macht seines großen Sühnopfers" zu richten, und warum uns das hilft, ganz gleich, wie viele andere Belange wir deichseln müssen. Sein Leben, seine Mission und die Früchte seines Sühnopfers bringen uns Tag für Tag unendliche Segnungen. ¶
Jesus lebte und starb, um den Willen seines Vaters zu tun. Sein unbegrenztes Sühnopfer, das die Ereignisse umfasst, die er von Getsemani über seinen Tod am Kreuz bis hin zu seiner herrlichen Auferstehung durchlebte, steht im Mittelpunkt des Plans des Vaters im Himmel für unsere Errettung. Der Plan hing von Jesus Christus ab; es gab keine Alternative. Er vollbrachte das Sühnopfer und empfing dadurch "alle Vollmacht … im Himmel und auf der Erde". ¶
Dank der Verdienste, der Barmherzigkeit und der Gnade Jesu Christi können wir zu unserem Vater im Himmel zurückkehren und in seiner Gegenwart leben. Das ist nur durch Jesus Christus möglich. Der Erretter selbst hat gesagt: "Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich." Jesus, der uns zur Errettung führt, hat die Macht, das für uns zu tun, was wir nicht für uns selbst tun können, weil er sein Sühnopfer vollbracht hat. ¶
Denken Sie einmal über die folgenden Gründe dafür nach, dass wir Ostern feiern. Erstens: Jesus Christus hat den Tod besiegt; er ist buchstäblich aus dem Grab auferstanden. Dank ihm ist die Auferstehung ein allumfassendes und bedingungsloses Geschenk an jeden, der auf die Erde kommt. Der Tod ist nicht das Ende, denn der Geist und der Körper werden wiedervereinigt, um nie mehr getrennt zu werden. ¶
Zweitens: Jesus Christus hat sowohl die Macht als auch den Wunsch, uns von unseren Sünden zu erretten. Dank Jesus Christus "wird der große Plan der Erlösung sogleich für [uns] zuwege gebracht werden", wenn wir umkehren und Christus nachfolgen. Der Erlöser hat die Strafe für die Sünden, Übertretungen und Fehler eines jeden Menschen erlitten. Er kann und wird alle für schuldlos erklären, die an seinen Namen glauben, umkehren, den Weg der Bündnisse gehen und sich bemühen, bis ans Ende auszuharren. Dank ihm und seinem Sühnopfer können alle Menschen errettet werden. Alle bedeutet jeder. Jeder, das kann irgendwer sein. Irgendwer, das kann auch nur einer sein. Dieser eine, das können auch Sie sein. ¶
Jesus Christus kann in unbegrenztem Maße vergeben und er verheißt: "Sooft mein Volk umkehrt, werde ich ihm seine Verfehlungen gegen mich vergeben." Dank Jesus Christus hinterlassen Sünden, von denen wir aufrichtig umgekehrt sind, keine geistigen Narben oder Spuren. Wir müssen keinen scharlachroten Buchstaben tragen, weder jetzt noch in der Ewigkeit. Wenn wir mit wirklichem Vorsatz umkehren, wird unsere Sünde nicht nur teilweise, sondern vollständig – bildlich gesprochen – ans Kreuz genagelt, und wir tragen ihre geistigen Folgen nicht länger. Nachdem wir umgekehrt sind, sind wir der Gerechtigkeit nichts mehr schuldig, denn Jesus hat die Schuld bezahlt. Er erlässt uns die verdiente Strafe. Uns wird vergeben, unser Herz und unsere Hände werden rein gemacht, und der Herr denkt nicht mehr an unsere Sünden. Der Herr, unser Gott, ist "ein Held, der Rettung bringt. Er freut sich und jubelt über [uns]." ¶
Drittens: Jesus Christus versteht unsere Herausforderungen, da er nicht nur unsere Sünden, sondern auch unseren Kummer, unsere Krankheiten und unsere Schwächen auf sich genommen hat. Weil er das unbegrenzte Sühnopfer durchlitten und vollbracht hat, kann er sich vollkommen in uns einfühlen. Er nimmt die Qual von uns, führt uns zum Friedensquell und nimmt alles Bangen. Er, und nur er, kann alles berücksichtigen, was unser Wesen formt: unsere Erbanlagen, unsere intellektuellen Fähigkeiten, unsere Traditionen, unsere Erfahrungen, unsere mentale und seelische Verfassung und alle weiteren Umstände, die beeinflussen, was uns ausmacht. Er, und nur er, wird uns schließlich "gemäß [unseren] Werken richten, gemäß den Wünschen [unseres] Herzens". ¶
Dank Jesus Christus kann und wird alles, was im Leben ungerecht ist, in Ordnung gebracht werden. Er weiht uns unsere Bedrängnisse zum Gewinn. Er heiligt uns unseren tiefsten Kummer. Er füllt einen bitteren Kelch mit Süßem. Er heilt uns verlässlich und beständig. Wenn wir ihn lassen, werden wir "keinerlei Bedrängnisse [leiden], die nicht in der Freude über Christus verschlungen" werden. ¶
Wenn wir den Blick auf den Erretter, auf sein unbegrenztes Sühnopfer und auf das richten, was er für uns getan hat, bringt das Freude und Klarheit in unser Leben – ganz gleich, wie viele andere Belange uns beschäftigen mögen. Aus diesem Grund haben die Propheten aus alter und neuer Zeit uns stets auf Christus hingewiesen und werden dies auch immer tun. Wie Sie vielleicht noch wissen, hat Präsident Russell M. Nelson gesagt: "Welche Fragen oder Probleme Sie auch haben mögen: Die Antwort ist immer im Leben und in den Lehren Jesu Christi zu finden!" Und Präsident Dallin H. Oaks, der jetzige lebende Prophet des Herrn, hat schlicht verkündet: "Jesus Christus ist der Weg." ¶
Sie brauchen nicht wie unser kleiner Hund Lady sein – verwirrt, entmutigt und überfordert –, wenn Sie es mit zu vielen Bällen zu tun haben; Sie müssen sich nicht ängstlich wieder ins Bett verkriechen. Behalten Sie stattdessen den Ball fest im Blick. Richten Sie Ihren Blick auf den Erretter. Bemühen Sie sich um die wunderbaren Gnadengaben, die er uns durch sein Opfer schenkt. Dann können Sie mit den Kindern fröhlich und zuversichtlich singen: ¶
Weil Jesus Christus das Sühnopfer vollbracht hat, hat er die Macht, Ihnen auf Ihrem Weg durch das Erdenleben beizustehen und Sie vom körperlichen wie auch vom geistigen Tod zu erlösen. Feiern Sie jeden Tag die frohe Botschaft von Ostern, indem Sie jeden Tag über die Segnungen nachdenken, die Sie dank ihm empfangen. "Kehrt um und öffnet euer Herz, ja, lasst den Heiland ein!" ¶
An diesem Ostermorgen gebe auch ich Zeugnis für "die große und wunderbare Liebe, die der Vater und der Sohn dadurch bekundet [haben], dass der Erlöser in die Welt gekommen [ist]". Jesus Christus ist die Auferstehung und das Leben, der Einziggezeugte des Vaters, das würdige Lamm, das getötet wurde, unser Erlöser, unser Erretter, unser Fürsprecher und ganz gewiss der auferstandene Herr. "Er lebt, der einst war tot." Im Namen Jesu Christi. Amen. ¶