Bewahren wir uns immer Vergebung für unsere Sünden
David A. Bednar
Als König Benjamin über den Erretter und dessen Sühnopfer sprach, machte er eine tiefgründige Aussage, mit der ich mich über viele Jahre hinweg immer wieder beschäftigt habe. ¶
In seiner geistig aufwühlenden Abschiedsrede vor seinem Volk, dem er gedient und das er geliebt hatte, erklärte König Benjamin, warum es wichtig ist, dass man die Herrlichkeit Gottes erkennt und von seiner Liebe kostet, Vergebung für die eigenen Sünden empfängt, immer an die Größe Gottes denkt, täglich betet und standhaft im Glauben dasteht. All denen, die dies tun, verhieß er: "[Ihr werdet] euch immer freuen und von Gottesliebe erfüllt sein und euch immer Vergebung für eure Sünden bewahren." ¶
Meine Botschaft dreht sich um den Grundsatz, dass wir uns immer Vergebung für unsere Sünden bewahren sollen. Die in dieser Aussage enthaltene Wahrheit kann unseren Glauben an den Herrn Jesus Christus stärken und uns zu besseren Jüngern machen. Ich bete darum, dass der Heilige Geist uns inspirieren und erbauen möge, während wir gemeinsam über einige wichtige geistige Wahrheiten nachdenken. ¶
In unserem Erdenleben erfahren wir die physische Geburt und erhalten die Gelegenheit zur geistigen Wiedergeburt. Von Propheten und Aposteln werden wir ermahnt, für Gott zu erwachen, "von neuem geboren" zu werden und in Christus eine neue Schöpfung zu werden, indem wir die Segnungen empfangen, die durch das Sühnopfer Jesu Christi ermöglicht werden. Durch "die Verdienste[,] Barmherzigkeit und Gnade des heiligen Messias" können wir die egoistischen und selbstsüchtigen Neigungen des natürlichen Menschen besiegen und selbstloser, gütiger und heiliger werden. Wir werden ermahnt, so zu leben, dass wir "am letzten Tag makellos vor [dem Herrn] stehen [können]". ¶
Der Prophet Joseph Smith hat prägnant zusammengefasst, welch entscheidende Rolle die heiligen Handlungen des Priestertums im Evangelium Jesu Christi spielen: "Von neuem geboren wird man durch den Geist Gottes mittels heiliger Handlungen." In dieser eindringlichen Aussage wird hervorgehoben, welche Rolle der Heilige Geist und auch heilige Handlungen bei der geistigen Neugeburt spielen. ¶
Der Heilige Geist ist das dritte Mitglied der Gottheit. Er ist eine Person aus Geist und gibt Zeugnis für alle Wahrheit. In den heiligen Schriften wird der Heilige Geist als Beistand und Tröster, Lehrer und Offenbarer bezeichnet. Darüber hinaus hat der Heilige Geist eine heiligende Wirkung. Wie mit Feuer reinigt und brennt er dem Menschen Unreinheiten und Böses aus der Seele. ¶
Verordnungen spielen eine zentrale Rolle im Evangelium des Erretters und in unserem Bemühen, zu ihm zu kommen und geistig von neuem geboren zu werden. Verordnungen sind heilige Handlungen, die eine geistige Bedeutung haben, von ewiger Tragweite sind und mit Gottes Gesetzen und Richtlinien in Zusammenhang stehen. Alle errettenden heiligen Handlungen und auch das Abendmahl müssen von jemandem genehmigt werden, der die erforderlichen Priestertumsschlüssel innehat. ¶
Die errettenden und erhöhenden Verordnungen, die in der wiederhergestellten Kirche des Herrn durchgeführt werden, sind weit mehr als Rituale oder symbolische Verrichtungen. Vielmehr bilden sie die autorisierten Kanäle, durch die die Segnungen und Mächte des Himmels in unser Leben einfließen können. ¶
"Und dieses größere Priestertum vollzieht das Evangelium und hat den Schlüssel der Geheimnisse des Reiches inne, nämlich den Schlüssel der Gotteserkenntnis. ¶
Darum wird in seinen Verordnungen die Macht des Göttlichen kundgetan. ¶
Und ohne seine Verordnungen und die Vollmacht des Priestertums wird die Macht des Göttlichen den Menschen im Fleische nicht kundgetan." ¶
Heilige Handlungen, die man mit Lauterkeit empfängt und ehrt, sind entscheidend dafür, dass man die Macht des Göttlichen und alle Segnungen erlangt, die einem dank dem Sühnopfer des Erretters offenstehen. ¶
Um besser zu begreifen, auf welche Weise wir Vergebung für unsere Sünden erlangen und uns diese stets bewahren können, müssen wir zunächst die untrennbare Beziehung zwischen drei Verordnungen verstehen, die uns die Mächte des Himmels zugänglich machen: die Taufe durch Untertauchen, das Händeauflegen zur Gabe des Heiligen Geistes und das Abendmahl. ¶
Die Taufe durch Untertauchen zur Sündenvergebung ist die "einführende heilige Handlung des Evangeliums" Jesu Christi. Ihr vorausgehen müssen Glaube an den Erretter und aufrichtige Umkehr. Diese heilige Handlung ist "ein Zeichen und ein Gebot, das Gott [seinen Kindern] auferlegt hat, wenn [diese] in sein Reich kommen [wollen]". Die Taufe wird mit der Vollmacht des Aaronischen Priestertums durchgeführt. Während wir Schritt für Schritt zum Erretter kommen und geistig von neuem geboren werden, bewirkt die Taufe eine unumgängliche anfängliche Reinigung unserer Seele von Sünde. ¶
Zum Taufbund gehören drei grundlegende Verpflichtungen: 1. willens sein, den Namen Jesu Christi auf sich zu nehmen, 2. immer an ihn denken und 3. seine Gebote halten. Dafür, dass wir diesen Bund halten, ist uns der Segen verheißen, dass "sein Geist immer mit [uns sein wird]". Die Taufe ist also die unerlässliche Vorbereitung darauf, dass wir das Recht empfangen, stets vom dritten Mitglied der Gottheit begleitet zu werden. ¶
"Auf die Taufe [durch] Wasser … muss die Taufe durch den Geist folgen, sonst ist sie unvollständig." So sagte der Erretter zu Nikodemus: "Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes kommen." ¶
Aus drei Aussagen des Propheten Joseph Smith geht hervor, welch wichtige Verbindung zwischen diesen beiden heiligen Handlungen, nämlich der Taufe durch Untertauchen zur Sündenvergebung und dem Händeauflegen zur Gabe des Heiligen Geistes, besteht. ¶