Der Schlüssel der Gotteserkenntnis
James E. Faust
Brüder im Priestertum Gottes, ich überbringe meine Botschaft heute Abend abermals im Sitzen. Wie Sie wissen, macht mir im Augenblick mein Rücken zu schaffen. Wer schon einmal Rückenprobleme hatte, wird mich verstehen. Wer noch keine hatte: Warten Sie's ab! Etwas anderes lässt sich über mein Befinden nicht sagen. ¶
Ich spreche heute Abend in aller Demut zu Ihnen, und im Herzen bete ich darum, dass Sie mich durch die Macht des Geistes verstehen. Ich kann mir schwerlich vorstellen, dass wir als Priestertumsträger etwas Wichtigeres zu erkennen hätten als den Schlüssel der Gotteserkenntnis. Über diesen Schlüssel möchte ich heute Abend sprechen. ¶
Das "größere Priestertum vollzieht das Evangelium und hat den Schlüssel der Geheimnisse des Reiches inne, nämlich den Schlüssel der Gotteserkenntnis."1 Was ist der Schlüssel der Gotteserkenntnis, und kann jeder ihn erlangen? Ohne Priestertum kann es keine Fülle der Gotteserkenntnis geben. Der Prophet Joseph Smith hat gesagt: "Das Melchisedekische Priestertum … ist der Weg, auf dem alle Erkenntnis, alle Lehre, der Plan der Errettung und jede wichtige Sache vom Himmel offenbart wird."2 Präsident Joseph F. Smith hat gesagt: "Jemand, der wahrhaftig bestätigen kann, dass Joseph Smith ein Prophet Gottes war und Jesus der Erretter ist, besitzt einen Schatz von unschätzbarem Wert. Wenn wir dies wissen, kennen wir Gott und haben einen Schlüssel zu aller Erkenntnis."3 ¶
Abraham erkannte den Wert dieses großen Schlüssels. Er sagt über sich: "[Ich] trachtete … nach den Segnungen der Väter und dem Recht, wozu ich ordiniert sein musste, um in ihnen zu walten; da ich selbst ein Nachfolger der Rechtschaffenheit war und auch wünschte, jemand zu sein, der viel Erkenntnis besaß, und ein besserer Nachfolger der Rechtschaffenheit zu sein und mehr Erkenntnis zu besitzen … und wünschte, Belehrungen zu empfangen und die Gebote Gottes zu halten, wurde ich ein rechtmäßiger Erbe, ein Hoher Priester, der das Recht innehatte, das den Vätern zugehörte."4 ¶
Jeder, der rechtschaffen ist und wünscht, größere Erkenntnis zu besitzen und ein "besserer Nachfolger der Rechtschaffenheit zu sein", kann unter der Vollmacht des Priestertums größere Gotteserkenntnis erlangen. Der Herr sagt uns in Lehre und Bündnisse deutlich, wie das geht: "Wenn du bittest, wirst du Offenbarung um Offenbarung, Erkenntnis um Erkenntnis empfangen, … das, was Freude bringt, das, was ewiges Leben bringt."5 ¶
Man mag jetzt fragen: Wie wird man ein besserer Nachfolger der Rechtschaffenheit? Rechtschaffen ist jemand, der Evangeliumsbündnisse eingeht und sie hält. Dies sind heilige Vereinbarungen6, die gewöhnlich zwischen dem Einzelnen und dem Herrn getroffen werden. Manchmal schließen sie andere Menschen, wie den Ehepartner, mit ein. Sie sind mit äußerst heiligen Versprechen und Verpflichtungen verbunden, wie die Taufe, die Übertragung des Priestertums, die Segnungen des Tempels, die Ehe und die Elternschaft. Viele der Segnungen Abrahams kommen, wenn der Heilige Geist über alle Menschen ausgegossen wird.7 Jeder, der würdig ist und den Heiligen Geist empfängt, kann tatsächlich ein neues Geschöpf werden.8 ¶
Um den vollen Anteil dieser himmlischen Segnungen zu erhalten und vollkommene Gotteserkenntnis zu erlangen, muss ein Mann den Eid und Bund des Priestertums eingehen und ihn halten.9 Präsident Marion G. Romney hat dazu klar gesagt: ¶
"Ein Mann kann das ewige Leben nur auf einem einzigen Weg erlangen – und dafür ist das irdische Leben vorgesehen –, nämlich indem er das Melchisedekische Priestertum empfängt und es groß macht. … Es ist äußerst wichtig, dass wir immer daran denken, was wir zu tun haben, um unsere Berufung im Priestertum groß zu machen. … Dazu gehören mindestens diese drei Anforderungen: ¶