Lernen, tun, sein
Thomas S. Monson
Fürwahr, ein königliches Priestertum ist heute Abend hier versammelt! Das Tabernakel auf dem Tempelplatz hat keinen freien Platz, die Assembly Hall ist voll besetzt, wie es auch die Kapellen in vielen Ländern der Erde sind. Aller Wahrscheinlichkeit nach ist das die größte Versammlung von Priestertumsträgern, die es je gegeben hat. Brüder, Ihre Hingabe an ihre heilige Berufung ist begeisternd. Man sieht deutlich, wie Sie bemüht sind zu lernen, was Ihnen obliegt. Und weil Ihre Seele rein ist, kommt der Himmel näher zu Ihnen und Ihrer Familie. ¶
Wir leben in einer wirtschaftlich schweren Zeit. Die Kürzungen in der Industrie, Entlassungen großen Umfangs und als Folge davon die labile Situation der Familien sind zu einer ernsten Herausforderung geworden. Wir müssen dafür sorgen, daß alle, für die wir mitverantwortlich sind, nicht zu hungern brauchen, genug zum Anziehen und ausreichend Unterkunft haben. Wenn wir als das Priestertum dieser Kirche in Einigkeit zusammenarbeiten, um mit diesen beunruhigenden Zuständen fertig zu werden, sind Wunder nicht mehr weit. ¶
Wir fordern alle Heiligen der Letzten Tage auf, wohlüberlegt zu planen, ein maßvolles Leben zu führen und alle übertriebenen oder unnötigen Schulden zu vermeiden. Die Finanzen der Kirche werden auf diese Weise gehandhabt, denn es ist uns bewußt, daß der von Ihnen gezahlte Zehnte und die anderen Spenden nicht ohne Opfer aufgebracht werden und heilige Gelder sind. ¶
Laßt uns aus unserem jeweiligen Zuhause einen Ort der Rechtschaffenheit machen, einen Ort des Betens, eine Wohnstätte der Liebe, so daß wir die Segnungen verdienen, die nur von unserem himmlischen Vater kommen können. Tag für Tag brauchen wir seine Führung. ¶
In unserer riesigen Zusammenkunft zeigt sich die Macht des Priestertums und die Möglichkeit, hinzugehen und das herrliche Evangelium mit anderen Menschen zu teilen. Wir haben die Hände, die notwendig sind, um andere aus ihrer Selbstgefälligkeit und Untätigkeit herauszuheben. Wir haben das Herz, das notwendig ist, um in unserer Priestertumsberufung getreulich zu dienen und dadurch andere dazu zu bringen, daß sie einen höheren Weg nehmen und den Sündensumpf meiden, der so viele zu verschlingen droht. Wahrlich, die Seelen haben großen Wert in den Augen Gottes. Es ist unser großer Vorzug, daß wir, ausgerüstet mit diesem Wissen, im Leben anderer Menschen etwas verändern können. Was im Buch Ezechiel gesagt wird, könnte leicht auf uns alle zutreffen, die wir dem Erretter in dieser heiligen Arbeit nachfolgen: ¶
"Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch. … Ich lege meinen Geist in euch und bewirke, daß ihr meinen Gesetzen folgt und auf meine Gebote achtet und sie erfüllt. Dann werdet ihr in dem Land wohnen, das ich euren Vätern gab. Ihr werdet mein Volk sein, und ich werde euer Gott sein." (Ezechiel 36:26-28.) ¶
Wie können wir uns diese Verheißung verdienen? Wodurch werden wir tauglich, diese Segnung zu empfangen? Gibt es einen Führer, dem wir folgen können? Ich möchte Ihnen drei Weisungen vorlegen, an die wir uns halten können. Sie eignen sich ebenso für den Diakon wie für den Hohen Priester. Sie sind alle in unserer Reichweite. Der gütige Vater im Himmel wird uns dabei helfen. ¶
Erstens: Lernen,was wir lernen müssen! ¶
Zweitens: Tun, was wir tun müssen! ¶
Drittens: Sein, was wir sein müssen! ¶
Wir wollen diese Zielsetzung etwas ausführlicher besprechen, damit wir in den Augen des Herrn nützliche Diener sein können. ¶