Ein Zeugnis von der Wahrheit des Evangeliums
George J. Cannon
Meine lieben Brüder und Schwestern, es war eine große Überraschung für mich, als Bruder Woodruff meinen Namen aufrief; es war das Letzte, was ich erwartet hatte. Dennoch kann ich euch bezeugen, wie ich es auch meinen Brüdern und Schwestern und anderen bezeugt habe, wenn sich die Gelegenheit dazu ergeben hat, dass ich weiß, dass das Evangelium Jesu Christi wieder auf der Erde wiederhergestellt worden ist, und dass wir die Empfänger seiner Segnungen sind. Bevor ich zu meiner Mission nach Deutschland aufbrach, erhielt ich, wie auch die übrigen, Unterweisungen, und uns wurde gesagt, dass wir, wenn wir sonst nichts zu sagen wüssten, wenn wir uns erheben, um zum Volk zu sprechen, unser Zeugnis geben sollten, und dass uns dann etwas gegeben würde. Darum beginne ich, indem ich heute Nachmittag zu euch spreche, mit meinem Zeugnis. Meine Brüder und Schwestern, ich habe ein Zeugnis, und ich habe es immer gehabt, dass das Evangelium Jesu Christi wahr ist. Wenn wir die heiligen Schriften nehmen und das darin gelehrte Evangelium mit dem von den Heiligen der Letzten Tage gelehrten Evangelium vergleichen, finden wir, dass sie dasselbe sind; dass das Evangelium, das vom Erlöser und Seinen Jüngern in früheren Tagen gelehrt wurde, identisch ist mit dem, was die Heiligen der Letzten Tage lehren. Diejenigen von uns, die das Vorrecht gehabt haben, das Evangelium in der Welt zu predigen, haben zahlreiche Zeugnisse empfangen, die uns in dem Zeugnis, das wir bereits besaßen, gestärkt haben. Ich glaube, es gibt keinen jungen Mann, der hinausgeht in die Welt, um das Evangelium zu predigen, der nicht ein Zeugnis besitzt, obwohl er vielleicht sagt, er habe keines. Er ist sich der Tatsache vielleicht nicht bewusst, aber das Zeugnis ist trotzdem da; es ist ihm eingeboren und braucht nur etwas, um hervorzutreten. Wir finden, dass unsere jungen Männer, von denen manche zu Hause vielleicht unachtsam gewesen sind, wenn sie ihr Missionsfeld erreicht haben und vielleicht mit der Leitung eines Zweigs betraut oder dazu bestimmt worden sind, einer Konferenz vorzustehen, und gezwungen sind, die Grundsätze des Evangeliums zu erklären und sie zu studieren, überrascht und erstaunt sind zu erfahren, dass sie ein Zeugnis vom Evangelium gehabt hatten, ohne es zu wissen. Ich möchte den jungen Brüdern und Schwestern raten, sich mit diesem Zeugnis vertraut zu machen, bevor sie auf ihre Mission gehen, denn dann werden sie um genau so viel weiter sein, und sie werden besser darauf vorbereitet sein, die Grundsätze des Evangeliums zu erklären. Im 130. Abschnitt der Lehre und Bündnisse wird uns eine Stelle mitgeteilt, die ich gern zitiere: ¶
„Jeglicher Grundzug der Intelligenz, den wir uns in diesem Leben zu eigen machen, wird mit uns in der Auferstehung hervorkommen. ¶
„Und wenn jemand in diesem Leben durch seinen Eifer und Gehorsam mehr Wissen und Intelligenz erlangt als ein anderer, so wird er in der künftigen Welt um so viel im Vorteil sein. ¶
„Es gibt ein Gesetz, das im Himmel vor den Grundlegungen dieser Welt unwiderruflich angeordnet wurde und auf dem alle Segnungen beruhen — ¶
„und wenn wir irgendeine Segnung von Gott erlangen, dann nur, indem wir das Gesetz beachten, auf dem sie beruht." ¶
Dies sollte uns als Heiligen der Letzten Tage eine Ermutigung sein — dass wir, wenn wir durch unseren Gehorsam in diesem Leben fleißiger und eifriger im Suchen nach Wissen sind als ein anderer, um so viel im Vorteil vor ihm sein werden in der künftigen Welt. Ich vertraue darauf, dass wir, besonders die junge und heranwachsende Generation, auf deren Schultern das Voranbringen des Reiches Gottes ruht, die Wichtigkeit dieses Grundsatzes erkennen und schätzen werden, und dass wir durch unseren Fleiß zu einem hohen Grad an Vollkommenheit fortschreiten werden. ¶
Ich bete, dass die Segnungen unseres Himmlischen Vaters auf uns ruhen mögen. Ich bezeuge euch in aller Ernsthaftigkeit und Demut, dass wir mit dem Werk Gottes beschäftigt sind, und dass Er uns segnen wird, wenn wir treu in der Erfüllung unserer Pflichten sind. Ich kann bezeugen, dass das Gesetz des Zehnten und das Wort der Weisheit wahre Grundsätze sind. Ich habe stets den ersten Grundsatz befolgt und habe auch das Wort der Weisheit gehalten; ich wurde von meinen Eltern dazu angehalten, und ich schätze die Segnungen, die daraus hervorgehen, denn ich habe sie erfahren. Mögen die Segnungen unseres Himmlischen Vaters auf uns allen ruhen, bitte ich im Namen unseres Erlösers, Jesu Christi. Amen. ¶